Notärztin Andrea Bergen 1360 (eBook)
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-6860-4 (ISBN)
Verlieb dich nie in deinen Arzt! - Die Notärztin und eine verbotene Liebe
'Andrea? Ich kenne keine Andrea!' Dumpf, ja, apathisch klingt Celias Stimme durchs Telefon, und eine namenlose Angst überkommt die Notärztin. Ohne Zweifel leidet ihre Freundin wieder an starken Bewusstseinseintrübungen, Orientierungslosigkeit und Depressionen infolge ihrer schweren Stoffwechselstörung. In einem solchen Zustand ist Celia Ullmann nicht mehr Herrin ihrer Sinne - und eine Gefahr für sich selbst!
Trotz allen guten Zuredens gelingt es Andrea nicht, Celia ihren Aufenthaltsort zu entlocken! Und ein Bild aus der Vergangenheit steigt vor Andreas Augen auf: Celia auf der alten Eisenbahnbrücke - dicht davor, sich in die Tiefe zu stürzen! Doch das wird sich bestimmt nicht wiederholen, versucht Andrea sich zu beruhigen, als ihr bei Celias nächsten Worten das Blut in den Adern gefriert.
'Auf Wiedersehen, Welt! Ich kann nicht mehr ...'
***
Sie ist ein Mensch, dessen Leben den Kranken gehört. Aber auch eine Frau mit Wünschen und Sehnsüchten nach Liebe und Geborgenheit. Spannungsreich, doch auch bewegend sind die Geschichten um Andrea Bergen und ihre Arbeit am Elisabeth-Krankenhaus. Es sind Geschichten, die das Leben schrieb: voller Menschlichkeit und Herzensgüte, doch auch von Schicksalsschlägen und Trauer.
Genießen Sie alle 14 Tage eine neue, bewegende Geschichte rund um die starke 'Notärztin Andrea Bergen'.
Jede Folge ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig von den anderen Folgen der Serie gelesen werden.
»Hallo, Andrea – ich bin’s, Celia. Ich bin wieder zurück.«
»Celia?« Andrea Bergen musste ihre Gedanken erst einmal ordnen. Gerade war sie vom Dienst nach Hause gekommen und von ihrer Schwiegermutter mit dem Telefon in der Hand und der Nachricht begrüßt worden, dass ein Anruf für sie eingegangen war. »Oh, Celia!«, rief sie überrascht.
Celia Ullmann lachte leise. »Musstest du erst überlegen, wer ich bin?«
»Nein, natürlich nicht. Ich bin nur gerade erst nach Hause gekommen und war gedanklich noch ganz bei den Einsätzen und Notfällen, die ich den Tag über hatte.«
»Dann arbeitest du noch als Notärztin am Elisabeth-Krankenhaus?«
»Oh, ja.« Mit dem Telefon am Ohr versuchte Andrea umständlich, den Blazer auszuziehen und an die Garderobe zu hängen. »Du bist also wieder zurück. Da müssen wir uns unbedingt mal treffen.«
»Genau aus diesem Grund rufe ich an. Ich würde mich sehr freuen, bei einem Kaffee mit dir zu plaudern. Im Café Meißner zum Beispiel, wo wir früher öfter gewesen sind.«
»Das wäre eine nette Idee.« Andrea war unterdessen ins Wohnzimmer gewandert, wo sie ihrem Mann eine Kusshand zuwarf. Werner, der vor einer halben Stunde seine Kinderarztpraxis geschlossen hatte, winkte ihr lächelnd zu, bevor er sich wieder in seine Fachzeitschrift vertiefte.
Mit dem Telefon in der Hand schlenderte Andrea plaudernd im Haus umher. Sie spähte in die Küche, wo ihre Schwiegermutter Hilde mit der Zubereitung des Abendessens beschäftigt war, und musste dann Dolly abwehren, die zusammen mit Franzi, der zwölfjährigen Adoptivtochter, die Treppe heruntergestürmt kam und sie vor lauter Wiedersehensfreude beinahe umgeworfen hätte.
»Aus, Dolly, du verrücktes Ding!«, wehrte sie die Hündin ab und drückte Franzi zur Begrüßung ein Küsschen auf die Wange. Dann wandte sie sich wieder dem Telefon zu. »Entschuldige, Celia, ich musste rasch meine Lieben begrüßen. Aber nun erzähl mal. Du bist also wieder zurück in der Stadt. Wie ist es dir in Frankfurt ergangen?«
»Eigentlich ganz gut. Ich hatte eine Anstellung im Klinikum bekommen, doch das hatte ich dir, glaube ich, noch geschrieben.«
»Ja, ich erinnere mich. Da hattest du es ganz gut getroffen, oder?«
»Ich konnte mich nie beklagen. Aber ich habe mich in Frankfurt auch nie heimisch gefühlt. Meine Heimat ist hier am Rhein. Ich hatte oft schreckliches Heimweh.«
»Und es hat niemanden gegeben, der dich in Frankfurt gehalten hätte?«
»Nicht wirklich. Ich hatte zwar einige flüchtige Beziehungen, doch Lars stand immer zwischen uns.«
Andrea nickte. Ihr war klar, dass Celia jeden Mann mit Dr. Petersen vergleichen würde. Niemand konnte für ihre Freundin neben ihm bestehen, auch wenn er ein Windhund war und Celia das Herz gebrochen hatte.
»Aber jetzt bist du doch sicher über ihn hinweg, nach all der Zeit?«
»Ich denke schon«, erwiderte Celia, doch es klang nicht sehr überzeugend. »Sonst wäre ich nicht zurückgekommen. Ich hatte schon früher mit dem Gedanken gespielt, aber dann hatte ich Angst vor schmerzlichen Erinnerungen.«
»Nach allem, was er dir angetan hat, solltest du ihn endlich vergessen. Er war deine Tränen nicht wert. Dass du seinetwegen dein Leben wegwerfen wolltest …«
»Erinnere mich nicht daran«, unterbrach Celia sie. »Leicht wird es für mich nicht werden, wieder hier zu leben. Ich werde das Elisabeth-Krankenhaus ebenso meiden wie die Eisenbahnbrücke.«
»Und trotzdem möchtest du, dass wir uns im Café Meißner treffen?« Andrea wunderte sich darüber, denn das beliebte Café lag auf der anderen Seite des Parks, der den Krankenhauskomplex umgab.
»Ich weiß. Aber es war nun mal mein Lieblingscafé. Mit Lars bin ich merkwürdigerweise nie dort gewesen.« Celia seufzte wieder. »Ich will es einfach mal probieren. Irgendwann muss ich ja damit anfangen, mit den Erinnerungen zu leben, ohne dass sie mir wehtun.«
»Das wünsche ich dir sehr, Celia«, erwiderte Andrea herzlich. »Wo wirst du in Zukunft arbeiten? Wieder in einem Krankenhaus?«
»Nein, und das ist die nächste Überraschung: Sabrina hat mir eine Stelle in der Röntgengemeinschaftspraxis vermittelt, in der ihr Mann arbeitet. Ich freue mich riesig.«
»Oh, das ist ja toll! Ich freue mich mit dir.« Sabrina Zimmer war OP-Schwester im Elisabeth-Krankenhaus und mit dem Röntgenologen Markus Zimmer verheiratet. »Sabrina hat mir gar nichts davon gesagt. Ich habe sie aber auch länger nicht mehr gesehen. Zurzeit hat sie Urlaub.«
»Es war auch ganz kurzfristig. Sabrina wusste, dass es mich wieder in die Heimat zog. Als bei ihrem Mann eine MTA-Stelle frei wurde, hat sie mir gleich Bescheid gegeben. Ich habe nicht lange gezögert und sofort gekündigt. Man ließ mich auch gleich gehen, denn man hatte bereits Ersatz für mich. Tja, und nun bin ich hier und fange am Montag schon an.«
»Dann wünsche ich dir einen guten Start und auch sonst alles Gute, Celia.«
»Danke, Andrea. Lass uns in Kontakt bleiben und bald auf einen Kaffee ins Meißner gehen.«
Sie tauschten noch ihre Handynummern aus, dann beendeten sie das Gespräch. Ein Lächeln lag auf Andreas Lippen, als sie ins Esszimmer ging, wo der Tisch liebevoll gedeckt war. Werner saß bereits auf seinem Platz, und Andrea setzte sich neben ihn.
»Das war Celia Ullmann, wenn du dich noch an sie erinnerst«, erklärte sie.
»Die MTA von der Röntgenstation mit den superlangen Haaren, die sich so unsterblich in diesen Dr. Petersen verliebt hatte?«
»Genau. Sie ist wieder zurück in der Stadt. Den Rest erzähle ich dir später«, fügte Andrea hinzu, als sie sah, dass Hilde und Franzi das Essen hereintrugen.
Rasch stand sie auf, um beim Servieren zu helfen.
***
Celia bürstete sorgfältig ihr langes, kastanienbraunes Haar, das ihr bis zur Taille reichte. Dann flocht sie es zu einem Zopf.
Heute war ihr erster Arbeitstag in der Röntgenpraxis. Celia freute sich auf ihre neue Stelle. Sie kannte Dr. Zimmer, Sabrinas Mann, zwar nur flüchtig, doch sie hatte ihn als einen sehr sympathischen Mann in Erinnerung.
Celia war froh, dass sie diesen Schritt gewagt hatte und wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt war. Wahrscheinlich war es für ihren Seelenfrieden besser, anfangs noch gewisse Plätze zu meiden, aber irgendwann würde sie in der Lage sein, auch Restaurants zu besuchen, in denen sie oft mit Lars gewesen war. Immerhin war seit seinem Verrat einige Zeit vergangen.
Celia goss sich einen Kaffee ein und steckte zwei Scheiben Brot in den Toaster. Im Stehen aß sie ihr Frühstück. Auch ihr neues Domizil gefiel ihr. Ihr Apartment in einer modernen Wohnanlage war zwar nur klein, doch es besaß einen Balkon mit einem hübschen Ausblick.
Wenig später verließ Celia das Haus und stieg in ihr Auto. Die Röntgenpraxis befand sich in der Innenstadt auf der anderen Seite des Rheins. Es war nicht weit, doch in der morgendlichen Rushhour würde sie zwanzig Minuten einkalkulieren müssen.
Celia lenkte ihr Auto in Richtung Rheinbrücke. Zu ihrer Verwunderung sah sie kein einziges Auto die Brücke passieren. Wenige Augenblicke später erkannte sie den Grund: Der Verkehr wurde wegen Brückenarbeiten umgeleitet. Sie stöhnte. Musste das ausgerechnet heute Morgen sein? Sie wollte an ihrem ersten Arbeitstag auf keinen Fall zu spät kommen.
Zum Glück floss der Verkehr ohne große Stockungen. Bald hatten sie die nächste Brücke über den Rhein erreicht. Celia atmete auf. Sie würde pünktlich in der Praxis eintreffen.
Im nächsten Moment spannten sich ihre Nerven, als ihr bewusst wurde, dass diese Route über die Eisenbahnbrücke in die Innenstadt führte.
Ausgerechnet diese Eisenbahnbrücke! Celia spürte, wie ihre Handflächen feucht wurden.
Zügig rollte der Verkehr über die Rheinbrücke. Ein Stück dahinter spannte sich die historische Eisenbahnbrücke mit ihrem eisernen Fachwerk über die mehrspurige Bahnlinie.
Nein, dachte Celia in aufsteigender Panik, als sie an die schlimmsten Augenblicke in ihrem Leben dachte. Da kann ich unmöglich drüberfahren!
Leider gab es keine Ausweichmöglichkeit. Vor der Eisenbahnbrücke zweigte keine Straße mehr ab, und Wenden war unmöglich. Ihr blieb nichts anderes übrig, als über die Brücke zu fahren.
Ihr Herz begann zu rasen, als sie sich der Stelle näherte, die sie niemals mehr passieren wollte. Zu allem Unglück staute sich der Verkehr auch noch.
Bitte nicht hier, nicht mitten auf dieser Brücke!, flehte Celia stumm. Nervös zwirbelte sie das Ende ihres langen Zopfes, der über ihrer Schulter lag.
Doch der Himmel erhörte ihr Flehen nicht. In der Mitte der Brücke kam der Verkehr vollends zum Stillstand, genau an jener Stelle, an der sie beinahe in den Tod gesprungen wäre.
Langsam wandte sie den Kopf. Im Geist sah sie sich in die Eisenstreben klettern. Damals, als sie vor Herzensqualen und Verzweiflung nicht mehr leben wollte. Tief unter ihr lagen die Schienenstränge. In Kürze würde ein Intercity angebraust kommen. Celia würde sich fallen lassen … im richtigen Augenblick. Dann war aller Schmerz über Lars’ Verrat für alle Zeiten vergessen.
»Celia!«, hörte sie wieder eine Stimme rufen. »Nicht erschrecken, ich bin es: Andrea. Lass uns darüber reden. Lars ist es nicht wert, dass du dein Leben wegwirfst. Vor dir liegt noch so viel Schönes.«
Die Stimme war so eindringlich...
| Erscheint lt. Verlag | 11.9.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Notärztin Andrea Bergen | Notärztin Andrea Bergen |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Arzt • arzt-krimi • Arztromane • Bergdoktor • Bestseller • Bianca • Cora • Deutsch • Doktor • Dr. • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • E-Books • Familiensaga • Fortsetzungsroman • Frauen • für • für Frauen • Großdruck • große-schrift • Happy End • Hedwig Courths Mahler • Heft-Roman • Historical • Julia • kaipurgay • Kelter • Kindle • Klinik • Klinik-roman • Krankenhaus • Krankenschwester • Kurfürstenklinik • Landarzt • Liebe • Liebesroman • Liebesromane • martin-Kelter • Medizin • Mira • Modern • Patient • patricia-vandenberg • Romance • romantisch • Schicksalsroman • Serie • spannend • Tiffany • Verlag |
| ISBN-10 | 3-7325-6860-1 / 3732568601 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-6860-4 / 9783732568604 |
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