Jerry Cotton Sonder-Edition Sammelband 2 - Krimi-Serie (eBook)
240 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7026-3 (ISBN)
Sammelband 2: Drei actiongeladene Fälle und über 250 Seiten Spannung zum Sparpreis!
G-Man Jerry Cotton hat dem organisierten Verbrechen den Krieg erklärt! Von New York aus jagt der sympathische FBI-Agent Gangster und das organisierte Verbrechen, und schreckt dabei vor nichts zurück!
Damit ist er überaus erfolgreich: Mit über 3000 gelösten Fällen und einer Gesamtauflage von über 850 Millionen Exemplaren zählt er unbestritten zu den erfolgreichsten und bekanntesten internationalen Krimihelden überhaupt! Und er hat noch längst nicht vor, in Rente zu gehen!
Die Jerry Cotton Sonder-Edition ist der echte Klassiker. Sie bietet dem Leser die Romane aus der Frühzeit der Serie und schickt ihn auf Zeitreise in die frühen 60er Jahre bis in das neue Jahrtausend.
In diesem Sammelband sind 3 Krimis um den 'besten Mann beim FBI' enthalten:
4: Der Feind im Dunkeln
5: Der Tod im Fernsehstudio
6: 24 Stunden für McKing
Jerry Cotton ist Kult - und das nicht nur wegen seines roten Jaguars E-Type.
Jetzt herunterladen und garantiert nicht langweilen!
2
Um drei Uhr morgens fuhren Phil und ich langsam durch die fast menschenleere Bethune Street in Greenwich Village. Vor fünf Stunden hatten die Gewehrschüsse Randolph Ruller auf das Pflaster des 28. Piers gestreckt. Fünf Stunden hatten wir gebraucht, um festzustellen, wo James Morleigh seine Spielhölle betrieb. Die letzte, die ihm geblieben war.
Die Chance, Morleigh in dem Laden anzutreffen, war gering.
Die Besitzer von Spielclubs vermeiden es, ihre Unternehmen aufzusuchen. Morleigh hatte man nie beweisen können, dass er der Besitzer der vielen illegalen Spielclubs gewesen war, die die Stadt in den letzten zwei Jahren aufgespürt und dicht gemacht hatte.
»Das müsste der Laden sein«, sagte Phil. »Der Junge dort sieht wie ein Aufpasser aus.«
Der Mann, den Phil meinte, stand an eine Hauswand gelehnt und wandte den Kopf mit der Regelmäßigkeit eines Uhrpendels nach rechts und links.
Ich bog in die nächste Querstraße ein und stoppte meinen Jaguar. Wir stiegen aus.
Wir traten in einen noch geöffneten Drugstore, in dem sich als einziger Gast ein betrunkener Seemann an der Theke festhielt.
Phil rief Lieutenant Welfare vom 15. Revier an und sagte ihm, er möge seine Leute herschicken, aber erst eingreifen, wenn er unser Zeichen bekäme. Alles Übrige war vorher verabredet worden. Wir waren nur vorausgefahren, um die Lage zu sondieren. Es wäre sinnlos gewesen, mit Sirenengeheul und Rotlicht aufzumarschieren. Wir wären in ein leeres Nest gestoßen. Denn ein zweiter Ausgang gehört zu einem Spielclub wie gezinkte Karten. Der Aufpasser musste möglichst schnell mattgesetzt werden.
Phil ging voran. Ich folgte ihm in zwanzig Schritt Abstand, wechselte auf die andere Straßenseite hinüber und ging im Schlenderschritt weiter.
Im spärlichen Schein einer Straßenlaterne sah ich, wie Phil an dem Aufpasser vorüberging, dann eine blitzschnelle Kehrtwendung machte, auf den Mann zusprang und sich vor ihm aufbaute.
Ich hetzte in langen Sprüngen quer über die Straße.
Phil hielt dem Burschen den FBI-Ausweis unter die Nase. Der Kerl war vor Schreck wie gelähmt.
»Wenn er nun einen Pfiff von sich gibt«, flüsterte Phil, »geht der ganze Verein stiften.«
Mein Freund trat dicht an den Jungen heran. Er hatte ein gewöhnliches, bleiches Gesicht und unruhige Augen.
»Das ist eine Polizeiaktion«, sagte Phil. »Wenn du versuchst, deine Leute zu warnen, verstößt du gegen zwei Dutzend Paragrafen und wirst nicht sehr glimpflich davonkommen, verstanden?«
Der Aufpasser nickte.
»Wo ist der Spielclub?«, fragte ich.
»Im Keller!«
»Gibt’s hier noch einen Aufpasser?«
»Nein.«
»Gibt’s sonst noch eine Warnvorrichtung?«
Er antwortete wieder mit »Nein«, aber er wich meinem Blick aus. Er war ein miserabler Lügner.
Ich legte ihm die Hand auf die Schulter.
»Freund«, sagte ich sanft, »du ahnst nicht, welcher Unterschied zwischen den vier Wochen Gefängnis besteht, die du wahrscheinlich bekommen wirst, weil du hier den Aufpasser gespielt hast, und den zwei Jahren, die du bekommen kannst, wenn du dich querlegst. Also?«
Er schluckte. »Die oberste Treppenstufe hat einen Klingelkontakt. Man darf sie nicht berühren. Die Gäste wissen das.«
»Sehr gut«, lobte ich. »Jetzt zeig uns den Weg!«
Phil nahm den Burschen am Arm. Ich überzeugte mich davon, dass ich den Haussuchungsbefehl bei mir hatte und knipste dann die Taschenlampe an.
Der Weg führte durch den Hausflur bis zu einer Tür, hinter der die Kellertreppe lag. Ich leuchtete die oberste Treppenstufe ab und sah einen Draht. Die Warnanlage war primitiv, aber sicherlich wirkungsvoll. Wir stiegen die Treppe hinab, ohne die oberste Stufe zu berühren. Wir gelangten in einen Gang. Nach wenigen Schritten kamen wir an eine Ecke, hinter der Stimmen, das Klappern von Würfeln und das Klirren von Gläsern erklang.
Ich lugte um die Ecke. Der Gang setzte sich noch einige Yards fort und mündete an einer Tür, die geöffnet war. Licht fiel auf den Gang. Ich sah die Rücken einiger Leute, die sich um einen Tisch drängten.
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Als Phil und ich in den Raum platzten, wurden nur die zwei Bankhalter am Kartentisch und am Roulette nervös. Sie erkannten uns als Polizisten. Die Spieler hielten uns für Kollegen, zumindest bis ich rief: »FBI! Jeder bleibt auf seinem Platz. Wegen Beteiligung an verbotenem Glücksspiel stelle ich Sie vorläufig unter Arrest!«
Alle Gesichter im Kellerraum wandten sich uns zu.
Morleigh hatte sich mit der Ausstattung des Raums nicht viel Mühe gegeben. Es war nichts als ein gewöhnlicher, großer Keller. In der Mitte stand ein primitiver Roulettetisch, dessen Kugel sicherlich in die Löcher dirigiert werden konnte, die der Croupier für richtig hielt. Daneben befand sich ein Tisch für die Kartenspiele, und die beiden Burschen, die Morleigh als Bankhalter dorthin gesetzt hatte, waren berüchtigte Kartengeber. Wer an diesen beiden Tischen spielte, verlor sein Geld mit Sicherheit.
An einem dritten Tisch wurde gewürfelt, vermutlich ohne Betrug, denn hier gab es keinen Bankhalter. Die Besucher spielten gegeneinander.
Schließlich gab es noch eine Art Bar. Sie bestand aus einem über zwei Stühle gelegten Brett, ein paar Flaschen, einem Dutzend Gläser und einem Eimer mit Wasser, in dem die Gläser gespült wurden.
Morleighs Unternehmen war nicht sonderlich gut besucht. Die Bankhalter und den Jungen hinter der Bretterbar mitgerechnet, mochten sich etwa zwanzig Personen in dem Keller aufhalten.
Unser Erscheinen löste keine große Aufregung aus. Nur einige Frauen redeten nervös auf ihre Begleiter ein.
Morleighs Bankhalter saßen still hinter ihren Tischen. James Morleigh sah ich nicht.
Ich wandte mich an einen der Bankhalter. »Wo ist Morleigh? Es handelt sich um Mord.«
Der Gefragte wurde blass, schob mit fahriger Geste den grünen Schutzschirm aus der Stirn und beteuerte mit schriller Stimme, er habe den Namen Morleigh noch nie in seinem Leben gehört.
»Hol bitte die Cops!«, sagte ich zu Phil. Mein Freund deponierte den Aufpasser in einer Ecke und verschwand im Kellergang.
Ich trat an den Tisch, an dem gewürfelt worden war. Sechs Männer standen dort. Ich blickte jedem ins Gesicht.
Einer der Männer war schwarzhaarig und hatte eine Narbe unter dem linken Auge. Das Augenlid hing ein wenig herab, so dass es einen Teil der Iris verdeckte.
Der Mann sah genau so aus, wie Randolph Ruller jenen Less beschrieben hatte.
»Wir wissen, dass du für Morleigh arbeitest«, sagte ich.
»Das stimmt nicht«, antwortete er. Er hatte eine merkwürdig ausdruckslose Stimme.
»Ich will sehen, was du in den Taschen trägst. Nimm die Arme hoch!«
Sein Mundwinkel zog sich herab. »Ein Bulle allein kann mich nicht einschüchtern«, sagte er. »Nicht mal ein G-man.«
Er schlug so blitzartig zu, dass ich nur noch den Oberkörper zurückreißen konnte, um dem Schlag die volle Wirkung zu nehmen. Dennoch wurde ich zurückgeworfen. Ein Sternschnuppenregen ging vor meinen Augen nieder. Durch das Gefunkel sah ich, dass die Hand des Burschen zum Jackenausschnitt hochzuckte.
Jetzt war ich schneller. Ich hielt die 38er schon in der Hand, als seine Finger gerade im Jackenausschnitt verschwanden.
»Keine Bewegung!«, fauchte ich. »Und ihr da! Und du … Halt!«
Ich musste schießen, denn auf der anderen Seite des Würfeltisches hatte ein Mann, schwarzhaarig wie Less, aber mit schmalerem Gesicht und hellen Augen, eine schwere Pistole aus der Tasche gerissen.
Der Schuss dröhnte in dem Keller wie ein Donnerschlag. Ich hatte instinktiv auf den Arm des Mannes gezielt, aber ich traf nicht den Arm, sondern die Kanone. Ich schoss dem Kerl die Pistole aus der Hand, ohne dass er dabei auch nur einen Fingernagel verlor.
Seine Hand zuckte zurück, als hätte er einen elektrischen Schlag erhalten. Die Waffe klirrte auf den Boden. Frauen kreischten.
»Ruhe!«, brüllte ich, und sie verstummten.
Ich wagte es nicht, die beiden Kerle aus den Augen zu lassen. Wie hatte Ruller sie genannt? Less und Frank. Man sah, dass sie Brüder waren. Ihre Gesichter ähnelten sich stark. Aber Less’ Augen waren braun und hatten einen Drillbohrerblick, während Franks Augen grau und wie Eis waren.
Ich hatte die Kerle noch nie gesehen. Von den beiden ging eine Gefährlichkeit aus, die mich zur Vorsicht mahnte.
»Pfoten hoch!«, befahl ich schneidend.
Less Hand lag im Jackenausschnitt, als wäre sie festgeleimt.
»Ich schieße«, sagte ich. »Also …«
Der Blick des Gangsters glitt von mir ab und richtete sich auf irgendetwas hinter mir.
Im gleichen Augenblick schrie eine Frau hinter mir gellend auf. Der Schrei erstarb in einem Gurgeln.
»Nein … Hilfe! Nein …«
Ich warf den Kopf herum.
Unmittelbar neben dem Roulettetisch wand sich eine Frau im Arm eines Mannes. Der Kerl hatte sie von hinten an sich gerissen. Er hatte einen Arm um sie geschlungen und presste sie so an sich, dass sie ihn mit ihrem Körper deckte. Das Schlimmste aber war, dass er in der freien Hand ein Messer hielt, das er der Frau an die Kehle gesetzt hatte.
»Wie gefällt dir das G-man?«, schrie er. »Lass deine Kanone fallen, oder ich schneide dieser unschuldigen Taube die Kehle durch. Das kommt dann auf dein Konto!«
Die Frau wurde plötzlich ohnmächtig. Ihr Kopf fiel nach hinten, an die Schulter ihres Peinigers. Das also war Chuck, der dritte Mann,...
| Erscheint lt. Verlag | 14.8.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Jerry Cotton Sonder-Edition Sammelbände | Jerry Cotton Sonder-Edition Sammelbände |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Krimi / Thriller |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Abenteuer • alfred-bekker • Anthologie • Bastei • Bestseller • Box • Bundle • Collection • Deutsch • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • e-bundle • eBundle • erste-fälle • Fall • gman • G-Man • Großband • Hamburg • Horst-Bosetzky • international • Kindle • Krimi • Krimiautoren • Kriminalgeschichten • Kriminalroman • Krimis • krimis&thriller • letzte fälle • martin-barkawitz • morland • nick-carter • Paket • Polizeiroman • Reihe • Roman-Heft • Sammelband • Sammlung • schwerste-fälle • Serie • Soko-Hamburg • spannend • spannende Krimis • Spannungsroman • Staffel • stefan-wollschläger • Tatort • Terror • thomas-herzberg • Thriller • uksak • Urlaub • Wegner |
| ISBN-10 | 3-7325-7026-6 / 3732570266 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-7026-3 / 9783732570263 |
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