Verführt, verwöhnt, verliebt … (eBook)
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-5845-5 (ISBN)
Verheiratet und nicht verliebt? In Laurels Fall kein Widerspruch: Nur für kurze Zeit braucht sie einen Ehemann, um endlich über ihr großes Vermögen zu verfügen. Dann können sie und der attraktive Privatdetektiv Sean Quinn wieder getrennte Wege gehen. Aber nach dem Ja-Wort entwickelt sich alles ganz anders, als Laurel dachte. Denn zwischen ihr und Sean knistert es wirklich! Nach einer leidenschaftlichen Nacht, in der sie die süßen Wonnen der Lust genießen, tut die Vorstellung einer Trennung regelrecht weh. Wenn sie Sean nur ihre Gefühle gestehen könnte. Aber sie schweigt ...
Seit Kate Hoffmann im Jahr 1979 ihre erste historische Romance von Kathleen Woodiwiss las - und zwar in einer langen Nacht von der ersten bis zur letzten Seite - ist sie diesem Genre verfallen. Am nächsten Morgen ging sie zu ihrer Buchhandlung, kaufte ein Dutzend Liebesromane von verschiedenen Autorinnen und schmökerte sie begeistert durch. Zehn Jahre später entschloss sie sich, selbst eine Romance zu schreiben. Kate hatte als Lehrerin, Verkäuferin, Werbekauffrau und in ehrenamtlichen Jobs gearbeitet - aber so richtig glücklich war sie in diesen Jobs nicht. Drei Jahre versuchte sie sich an einem historischen Liebesroman, bis sie zu dem Schluss kam, dass sie dafür nicht die Richtige sei. In dem folgenden halben Jahr verfasste sie eine zeitgenössische Romance, und das gelang ihr auf Anhieb so gut, dass das Manuskript von dem Verlag Harlequin gekauft wurde. Im Jahr 1993 erfüllte sich dann ihr großer Traum: Sie wurde hauptberuflich Romance-Autorin. Kein Wecker, der sie morgens aus dem Schlaf reißt, keine seriösen Kostüme mehr - stattdessen allerdings lange und harte Stunden am Computer. Zurzeit arbeitet sie an ihrem 25. Liebesroman. Sie schreibt für verschiedene Reihen, ist jedoch dem zeitgenössischen Genre treu geblieben. Kate teilt ihr gemütliches kleines Haus mit ihren beiden Katzen Tansing und Tibriz. Sie leben in einem malerischen Dorf im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin.
1. KAPITEL
Sean Quinn saß zusammengesunken auf dem Vordersitz seines zerbeulten Fords. Er hatte einen Parkplatz ganz in der Nähe des dreistöckigen Hauses gefunden, das in einem trendigen Viertel von Cambridge lag, und beobachtete die Tür seit fast zwei Stunden.
Er war durch einen Kollegen, den er eines Abends in einer Bar kennen gelernt hatte, zu diesem Fall gekommen. Bert Hinshaw war ein sechzigjähriger Privatdetektiv, Trinker und Schürzenjäger, der schon so manchen verrückten Fall verfolgt hatte. Sie hatten sich stundenlang unterhalten. Sean hatte von Berts Erfahrung profitiert, und Bert war froh gewesen, dass sich jemand seine Geschichten anhörte. Es entwickelte sich eine Freundschaft, und jetzt trafen sie sich regelmäßig zum Plaudern – wobei Bert meistens das Reden übernahm und Sean sich in Gedanken Notizen machte.
Gesundheitsprobleme bremsten Bert, weshalb er hin und wieder einen Fall an Sean abgab, so wie diesen, an dem er seit zwei Wochen arbeitete. Eine reiche Frau hatte ihn engagiert. Eddie Perkins alias Edward Naughton Smyth, auch Eddie das Wiesel genannt – er hatte noch ungefähr sechs oder sieben weitere Decknamen –, hatte sie umworben, sie geheiratet und sich mit ihrem Vermögen aus dem Staub gemacht.
Dieser Fall war der bei weitem lukrativste, den Sean je übernommen hatte, sogar noch besser als der Fall um die „Intertel Bank“, den er vor ein paar Monaten gelöst hatte. Er verdiente gutes Geld, beinah vierhundert Dollar am Tag.
Eddie, ein notorischer Betrüger und Bigamist, hatte reihenweise gebrochene Herzen und leere Bankkonten überall in den USA zurückgelassen. Das FBI war ihm seit Jahren auf den Fersen. Ein gewerblicher Kautionssteller aus Maryland war hinter ihm her, seit Eddie eine Kaution in Baltimore hatte sausen lassen und verschwunden war. Doch Sean hatte ihn aufgespürt, nachdem seine siebte Frau gehört hatte, er halte sich in der Gegend um Boston auf. Sie hatte Sean engagiert, um ihn zu finden und dem FBI zu übergeben, damit sie vor Gericht ihr Geld einklagen konnte.
Sean schaute auf seine Uhr. Samstags stand Eddie gewöhnlich nicht vor drei Uhr nachmittags auf. Und letzte Nacht war es spät geworden. Er hatte den Abend mit einer seiner fünf aktuellen Freundinnen verbracht, einer reichen Geschiedenen mit einem Bentley und einem teuren Haus in Back Bay. Sean hatte beschlossen, dass der Zeitpunkt zum Handeln gekommen war, und das FBI angerufen. Der verantwortliche Agent hatte ihm versichert, dass innerhalb der nächsten Stunde zwei Leute dort sein würden.
„Kommt schon, kommt schon“, murmelte Sean und hielt im Außenspiegel nach einer unauffälligen Limousine Ausschau.
Es erstaunte ihn, dass ein Kerl wie Eddie neun intelligente Frauen dazu bringen konnte, ihn zu heiraten und ihm ihr Geld anzuvertrauen. Sean musste seine Gerissenheit anerkennen. Nicht dass Sean keine Wirkung auf Frauen gehabt hätte. Er war ein Quinn, und irgendetwas in ihren Genen machte die Quinn-Brüder für das andere Geschlecht unwiderstehlich. Doch im Gegensatz zu seinen Brüdern war es Sean nie leicht gefallen, mit Frauen zu reden. Ihm fiel nichts Geistreiches oder Charmantes ein, nichts, um sie zu amüsieren – abgesehen von seinen Talenten im Schlafzimmer.
Seit seiner Kindheit hatte sich nicht viel geändert. Brian war noch immer der kontaktfreudigere Zwilling, während Sean sich im Hintergrund hielt – beobachtend, einschätzend. Seine Brüder zogen ihn damit auf, dass seine Distanziertheit genau das war, was ihn für die Frauen so anziehend machte. Je weniger Interesse er zeigte, desto faszinierter waren sie von ihm.
Doch er wusste, was alle Frauen wollten – guten Sex und eine Zukunft, die er ihnen nicht geben konnte. Er spürte ihr Verlangen, ihn in die Ehefalle zu locken, aber er floh jedes Mal vorher. Seine fünf Brüder hatten zwar alle eine Frau gefunden, mit der sie glücklich waren, aber Sean hatte nicht die Absicht, ihrem Beispiel zu folgen.
Eine graue, viertürige Limousine fuhr langsam an seinem Wagen vorbei. Sean setzte sich auf. „Das wurde aber auch Zeit“, sagte er leise zu sich selbst.
Er stieg aus, und kurz darauf kamen ihm zwei Agenten in dunklen Anzügen und mit Sonnenbrillen entgegen. „Quinn?“ fragte der eine. „Mein Name ist Randolph. Das ist Atkins.“
„Warum habt ihr so lange gebraucht? Musstet ihr noch für Doughnuts anhalten?“ zog Sean ihn auf.
„Wir waren hinter ein paar schweren Jungs her“, erwiderte Atkins verächtlich.
Sean hob beide Hände. „Wenn ihr nicht interessiert seid, kann ich auch den Kautionssteller anrufen. Der holt sich Eddie und bringt ihn nach Baltimore zurück. Dann können eure Kollegen in Baltimore ihn verhaften.“
Sean wusste um das angespannte Verhältnis zwischen dem FBI und den Prämienjägern. Wenn für das FBI die Aussicht bestand, eine Verhaftung einigermaßen reibungslos über die Bühne zu bringen, dann taten sie das lieber, als die Peinlichkeit zu riskieren, dass sie von Amateuren ausgetrickst wurden. Doch so stand Sean die Belohnung des Kautionsstellers zu, und die würde er sich nicht entgehen lassen.
„Also, in welchem Apartment ist er?“ wollte Atkins wissen.
Sean zeigte auf das Gebäude. „Er ist ein Gewohnheitsmensch. Samstags verlässt er Punkt drei das Haus. Er trinkt einen Cappuccino in der Kaffeebar ein Stück die Straße hinunter, kauft eine Rennzeitung am Kiosk und ruft seinen Buchmacher von einer Telefonzelle aus an. Danach geht er ein bisschen einkaufen, isst gegen sieben zu Abend und bricht anschließend ins Nachtleben auf.“
„Wie lange beobachten Sie den Kerl schon?“
„Zwei Wochen“, antwortete Sean und sah wieder zur Eingangstür des Gebäudes, die in diesem Moment aufging. Er musste unwillkürlich grinsen, als Eddie pünktlich in einem maßgeschneiderten Sportsakko und gebügelter Hose heraustrat. Obwohl schon in den Vierzigern, achtete er darauf, in Form zu bleiben, so dass er glatt zehn Jahre jünger wirkte. Er hatte eine lederne Reisetasche bei sich, ein seltsames Zeichen für einen Mann wie Eddie. Wollte er fliehen? „Das ist er“, murmelte Sean.
Atkins sah auf seine Uhr. „Zwei Uhr fünfundfünfzig. Anscheinend kennen Sie Ihren Mann nicht ganz so gut, wie Sie dachten.“ Er trat auf die Straße, und Randolph folgte ihm. „Wir schnappen ihn uns. Sie bleiben hier.“
„Von wegen“, entgegnete Sean. „Falls er türmt, will ich nah genug sein, um ihn zu erwischen.“
Sie waren bereits halb über die Straße, als Eddie sie entdeckte. Sean wusste noch vor den FBI-Männern, dass Eddie losrennen würde. Er konnte es in dem Sekundenbruchteil sehen, in dem ihre Blicke sich trafen. Dieses Wissen verschaffte Sean einen Vorsprung vor den Agenten. Noch ehe sie auch nur rufen konnten, rannte er Eddie hinterher. Er erwischte ihn auf halber Strecke die Straße hinunter, umklammerte seine Taille und warf ihn zu Boden.
Als Randolph und Atkins ankamen, hatte Sean Eddie bereits die Hände auf den Rücken gedreht.
Atkins legte Eddie Handschellen an und stellte ihn auf die Füße. „Es gibt eine ganze Reihe Frauen, die es gar nicht erwarten können, dich wieder zu sehen, Eddie.“
„Wartet“, bat Eddie. „Sie können mich jetzt nicht festnehmen!“
Randolph lachte. „Möchtest du, dass wir später wiederkommen? Na klar, kein Problem. Wieso rufst du uns nicht an, wenn du für die Verhaftung bereit bist?“ Er schob ihn zum Wagen, doch Eddie blieb stehen und wandte sich an Sean.
„He! He, Kumpel“, rief er. „Kommen Sie her.“
Sean sah zu den Agenten, die beide mit den Schultern zuckten. „Was wollen Sie?“ fragte er.
„Sie müssen mir helfen. Es ist wirklich wichtig.“ Er versuchte, in seine Hosentasche zu greifen, doch die FBI-Agenten stoppten ihn. Atkins zog ein mit einer schicken Klammer zusammengehaltenes Geldbündel heraus. „Gebt dem Kerl fünfzig“, sagte Eddie. „Nein, lieber hundert.“
Der Agent reichte Sean zwei Fünfziger.
„Wofür ist das?“ wollte Sean wissen.
„Ich will, dass Sie in die Milholme Street 634 fahren und Laurel Rand erzählen, was passiert ist.“
„Sie haben einen Anruf frei“, entgegnete Sean. „Rufen Sie sie an.“ Er wollte ihm das Geld zurückgeben.
„Das kann ich nicht. Bis dahin wird es zu spät sein. Sie müssen das für mich tun. Sagen Sie, dass es mir wirklich Leid tut. Sagen Sie ihr, dass ich sie wirklich liebe.“
Sean starrte auf das Geld in seiner Hand. Er sollte ablehnen, doch jeder Dollar in seiner Tasche war ein weiterer Schritt hin zu einem richtigen Büro und einer Sekretärin. Mit hundert Dollar konnte er schon eine Weile die Stromrechnung begleichen. Wieso sich also nicht die paar Minuten Zeit nehmen und eine harmlose Aufgabe erledigen? „Na schön. Ich soll ihr ausrichten, dass Sie verhaftet wurden?“
Eddie nickte.
„Soll ich ihr auch den Grund verraten?“
„Das können Sie ruhig. Sobald sie die Wahrheit erfährt, wird sie ohnehin nicht mehr mit mir reden wollen. Sagen Sie ihr trotzdem, dass ich sie aufrichtig liebe. Sie war die Richtige.“
„Klar, Eddie“, meinte Agent Randolph. „Ich bin sicher, das sagst du allen Frauen. Erzählst du ihnen das, bevor oder nachdem du ihre Konten geplündert hast?“
„Ich habe sie alle geliebt“, behauptete Eddie. „Ich stehe unter diesem Zwang. Ich frage sie, und sie sagen immer Ja. Es ist ihre Schuld, nicht meine!“
„Gehen wir.“ Randolph zog Eddie am Arm mit sich.
„Vergessen Sie nicht, Sie haben es versprochen!“ rief Eddie Sean zu. „Ich verlasse mich...
| Erscheint lt. Verlag | 6.8.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Die Quinns |
| Die Quinns | |
| Die Quinns | |
| Digital Edition | Digital Edition |
| Übersetzer | Christian Trautmann |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7337-5845-5 / 3733758455 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-5845-5 / 9783733758455 |
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