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G. F. Unger Western-Bestseller 2371 (eBook)

Langreiter

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-6807-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

G. F. Unger Western-Bestseller 2371 - G. F. Unger
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Adam McFay gibt seinen Job als Sheriff auf und auch die Frau, die er liebt. Er wird zum Langreiter, um zu verhindern, dass sein Bruder ein Gesetzloser wird, der irgendwann am Galgen endet ...


Warum habe ich mich mit diesen hartgesottenen Hombres auf ein Pokerspiel eingelassen?, fragt er sich. Dann denkt er an seinen Bruder Adam.

Erst hier draußen am Brunnen begreift er richtig, was dieses Fiasko für seinen Bruder Adam bedeutet. Auf einmal kann er es voll ermessen, und er fragt sich, warum er in den vergangenen vier Stunden so ein hirnverbrannter Narr gewesen ist.

Er beginnt bitter zu fluchen.

Als er jedoch hinter sich einen Mann aus dem Gasthaus kommen hört, verstummt er. Der Mann tritt zu ihm an den Brunnen, schöpft sich mit der hölzernen Kelle ebenfalls etwas Wasser aus dem Eimer und trinkt.

Dann sagt er: »Denen warst du nicht gewachsen, Amigo. Denen machte es Spaß, einem Jungen aus dem Hinterland die Hosen auszuziehen. Und dabei hatten sie es nicht nötig. Jeder von ihnen hatte vor dem Spiel mehr Geld in der Brieftasche als du. Auf dieser Erde ist das Geld ohnehin ungerecht verteilt, nicht wahr?«

Curly sieht den Mann an. Der Fremde hat sich in der Gaststube für sich gehalten. Er hat gegessen und getrunken und sich danach mit ein paar alten Zeitungen in die Ecke zurückgezogen. Die meiste Zeit hat dieser Mann – mit dem Kopf auf dem Tisch – geschlafen.

Der Mann wirkt unauffällig. Man könnte ihn für den Vormann einer Ranch halten, der in seinem besten Anzug unterwegs ist, um für den Rancher irgendwelche Geschäfte zu erledigen, oder um Verwandte zu besuchen.

Doch er hat ein scharfes, braunes Gesicht und Falkenaugen.

»Was wollen Sie, Mister?«, fragt Curly plötzlich. Ihm ist, als bekäme er plötzlich Witterung von einem Wolf.

Mond und Sterne leuchten hell genug, sodass er den Fremden fast so gut betrachten kann wie bei Tag. Der Mann hat seinen Hut weit zurückgeschoben und sieht verwegen und kühn aus.

Sie betrachten sich noch eine Minute schweigend.

Dann sagt der Mann mit kühler Lässigkeit: »Es wäre leicht, diesen Hombres da drinnen das Geld wieder abzunehmen. Du würdest nicht nur deinen Spielverlust zurückbekommen, sondern noch eine Menge dazu. Ich brauchte nur einen Partner wie dich, der mir die Pferde hält und darauf achtet, dass niemand in die Gaststube kommt, solange ich dort zu tun habe. Na?«

Curly hält einige Herzschläge lang seinen Atem an.

Das ist ja ein Bandit, denkt er. Einen Moment ist er wie gelähmt. Aber dann bekommt seine wilde Verwegenheit schnell die Oberhand.

Plötzlich glaubt er, dass dies ein Weg wäre, dem Bruder doch noch das Geld bringen zu können. Er weiß, wie viel für seinen Bruder Adam von diesem Geld abhängt.

Aber dann holt ihn ein letzter Rest von Verstand ein und veranlasst ihn zu sagen: »Das ist doch verrückt! Dort drinnen sind vier Männer, die sich so leicht nicht die Brieftaschen oder Geldgürtel abnehmen lassen. Und dann sind da auch noch der Stationsmann, dessen Gehilfe und die Frau …«

Aber der Fremde schüttelt den Kopf.

»Es ist ganz leicht«, sagt er. »Die nächste Postkutsche kommt in einer halben Stunde. Der Stationsmann und dessen Gehilfe müssen ein frisches Sechsergespann bereitmachen. Sie werden also gleich zu den Corrals hinübergehen und das Geschirr aus dem Schuppen holen. Wir können sie leicht ausschalten und an die Corralstangen binden. Inzwischen sattelst du dann die besten Pferde – für jeden von uns zwei Tiere – und bringst sie vor die Tür des Gasthauses. Ich gehe hinein und erledige die Sache. Es ist ganz leicht. Allerdings musst du gut reiten können, zweihundert Meilen ohne Pause. Oder kannst du das nicht? Du siehst doch wie ein blond gelockter Indianer aus. Es ist also ganz leicht, mein Junge. Willst du?«

In Curly Bens Kopf rauscht es. Dann glaubt er für eine Weile, überhaupt nicht mehr denken zu können.

Endlich wird es besser. Sein erster Gedanke ist: Dann kann ich Adam das Geld bringen. Dann ist alles wieder gut. Dann kann Adam …

Er denkt nicht weiter. Er hört sich plötzlich sagen: »Beim Poker bin ich eine Niete. Aber was das Reiten betrifft, Mister, so …«

»Versprich nicht zu viel, mein Junge. Willst du mitmachen oder auf dein schönes Geld verzichten? Das allein ist die Frage.«

Curly nickt plötzlich und er gleicht einem Schwimmer, der sich von einer hohen Klippe in einen reißenden Fluss wirft. Er weiß nicht, ob der Fluss ihn verschlingen oder zu einem guten Ufer tragen wird.

Aber er muss springen, weil es nur diese einzige Möglichkeit für ihn zu geben scheint.

»Ich mache mit«, sagt er. »Aber wir bleiben nachher nicht beisammen. Unsere Wege trennen sich, sobald wir unsere Verfolger abgeschüttelt haben.«

»Das ist mir recht, Junge«, grinst der Fremde.

Sie stehen noch einige Minuten schweigend beisammen. Curly Ben möchte zwar eine Menge sagen, möchte Fragen stellen und den Namen des Fremden erfahren.

Aber er hält den Mund. Er spürt immer stärker, was für eine Strömung von diesem auf den ersten Blick so unscheinbar und normal wirkenden Fremden ausgeht. Es ist wie eine Witterung, die man in die Nase bekommt, wenn man einem Raubtier begegnet.

Weitere Gedanken kann Curly Ben nicht fassen.

Denn jetzt geht es los. Der Stationsmann und dessen Gehilfe kommen aus dem Haus. Sie gehen hinüber zu den Corrals, um das Sechsergespann für die erwartete Kutsche bereitzuhalten.

Der Bandit, dessen Namen Curly noch nicht kennt, schlägt leicht gegen Curlys Oberarm und setzt sich in Bewegung. Curly beißt die Zähne zusammen und folgt ihm entschlossen.

Der Stationsmann und dessen Gehilfe wollen soeben, jeder mit einem Lasso, in den Corral. Die Pferde beginnen bereits unruhig zu kreisen. Denn obwohl die Tiere im Gespann gut geschult und zuverlässig laufen, möchte keines von ihnen zu denen gehören, die jetzt an der Reihe sind.

Der Bandit hält plötzlich einen Revolver in der Linken. Curly staunt, denn er sah nicht, woher der Mann die Waffe zauberte.

Aber er schnappt nun ebenfalls seinen Colt heraus.

Dann hört er seinen Partner lässig und halb laut sagen: »Amigos, dies ist ein Überfall! Seid nicht dumm!«

Er braucht dem Stationsmann und dem krummbeinigen Gehilfen nicht mehr zu erklären. Die beiden wissen Bescheid.

Sie sind unbewaffnet und gehen nicht das geringste Risiko ein.

Der Stationsmann sagt nur, während er seine Hände hebt: »Das kommt euch teuer zu stehen, denke ich. Gleich fährt die Postkutsche ein. Und wenn darin …«

Er verstummt, denn er sieht den Banditen grinsen und begreift, dass jedes Wort sinnlos ist, weil er einen wirklichen Hartgesottenen vor sich hat, den er bisher unterschätzte.

Während er und sein Gehilfe gefesselt werden, bleibt es still. Die Pferde im Corral beruhigen sich wieder. Der Stationsmann sieht zu Curly hinüber, der den Gehilfen an einen Corralpfosten band.

»Dass ihr zwei Hombres zusammengehört, hätte ich nie gedacht«, sagt er plötzlich. »Oder hat er dich erst nach deinem Spielverlust zur ›Mitarbeit‹ überredet, Junge?«

»Das ist doch gleich«, erwidert Curly.

Er findet im Sattelschuppen ein weiteres Lasso. Denn die beiden anderen, mit denen der Stationsmann und der Gehilfe in den Corral wollten, wurden zur Fesselung verwandt.

Der Bandit sagt: »Brauchst du noch Hilfe? Kannst du auch ein gutes Pferd von einem Bluffergaul unterscheiden?«

»Ich bin nur beim Poker eine Niete«, erwiderte Curly. »Das sagte ich doch schon, nicht wahr?«

Er ist im Corral und lässt das Lasso aus dem Handgelenk fliegen. Solch eine Wurftechnik lernt man nur im Buschland.

Der Bandit tritt näher an den Corral heran, um das Pferd zu betrachten, das der Cowboy aus dem Corral holte.

»Ja, ich glaube es jetzt, mein Junge«, murmelt er. »Auf Pferde verstehst du dich besser, da bist du keine Niete.«

Nach diesen Worten geht er davon.

Curly, der das beste Pferd außerhalb des Corrals festbindet, sieht ihm einige Sekunden lang nach, und er weiß, dass nun nichts mehr aufzuhalten ist.

Jetzt ist die Sache im Gang.

Der Bandit wird furchtlos die vier Männer ausrauben, die in der Gaststube der Station sitzen. Zumindest drei dieser vier Männer sind gefährliche Burschen, die sich überall behaupten können. Aber auch der Handelsvertreter wird nicht harmlos sein, sonst würde er nicht im tiefsten Südwesten mit einer Menge Geld in den Taschen herumreisen.

Curly zuckt zusammen, denn er begreift, dass er sich beeilen muss.

Er bringt es unwahrscheinlich schnell fertig, drei weitere Pferde aus dem kreisenden Rudel zu fangen. Es sind nicht irgendwelche Tiere, sondern jene, die nicht zu leicht und nicht zu schwer sind, also keine Gespannpferde.

Er lässt das Corralgatter offen und jagt alle anderen Tiere hinaus. Sie galoppieren in der Nacht davon. Die ankommende Post wird kein frisches Gespann und Verfolger werden keine frischen Pferde für ein Aufgebot bekommen können.

Im Geschirr- und Sattelschuppen findet Curly ein paar Sättel. Er greift sich die besten davon, wirft sie den Tieren über die Rücken und zurrt sie mit geschickten Griffen fest. Sogar die Steigbügel schnallt er auf die richtige Länge. Der Bandit hat fast die gleiche Größe wie er.

Als er die Tiere an die langen Zügel nimmt und sich mit ihnen hinüber zum Haus begeben will, sagt der Stationsmann: »Junge, machst du das zum ersten Mal? Du hast noch eine Chance, wenn du uns jetzt losbindest. Dann – und nur dann – wirst du nicht zu denen gehören, die man jagt und hetzt, die gehasst werden und geächtet sind. Junge, besinne dich! Hör auf! Es ist deine letzte Chance. Man wird...

Erscheint lt. Verlag 7.8.2018
Reihe/Serie Western-Bestseller
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Bestseller • bud-spencer • buffalo-bill • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Country • Cowboy • Deutsch • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Serie • sonder-edition • Western • Western-roman • Westernromane • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp
ISBN-10 3-7325-6807-5 / 3732568075
ISBN-13 978-3-7325-6807-9 / 9783732568079
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