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Die Reise zum Ende des Regenbogens (eBook)

Roman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Auflage
363 Seiten
jumpbooks (Verlag)
978-3-96053-228-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Reise zum Ende des Regenbogens -  Thomas Jeier
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Eine Odyssee über die Weltmeere: Der Abenteuerroman »Die Reise zum Ende des Regenbogens« von Erfolgsautor Thomas Jeier jetzt als eBook bei jumpbooks. Frankfurt am Main, 1683: Falsche Anschuldigungen zwingen die 17-jährige Anna und ihren Vater, Hals über Kopf aus ihrer Heimat zu fliehen. Doch auf ihrer atemlosen Flucht nach Amerika werden die beiden getrennt. Um ihren Vater wiederzufinden, beginnt für Anna eine Irrfahrt um die halbe Welt - bis sie eines Tages dem geheimnisvollen Schiffsjungen Nick begegnet. Er bietet ihr seine Hilfe an und schmuggelt sie auf ein Handelsschiff nach Amerika. Doch als Piraten sie auf hoher See angreifen, wird Anna im Chaos von Nick getrennt und muss sich alleine auf einem fremden Kontinent behaupten. Wird sie Nick und ihren Vater jemals wiedersehen? Jetzt als eBook kaufen und genießen: »Die Reise zum Ende des Regenbogens« von Erfolgsautor Thomas Jeier für junge Leser ab 12 Jahren. Wer liest, hat mehr vom Leben: jumpbooks - der eBook-Verlag für junge Leser.

Thomas Jeier wuchs in Frankfurt am Main auf, lebt heute bei München und »on the road« in den USA und Kanada. Seit seiner Jugend zieht es ihn nach Nordamerika, immer auf der Suche nach interessanten Begegnungen und neuen Abenteuern, die er in seinen Romanen verarbeitet. Seine über 100 Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Bei jumpbooks erscheinen folgende Titel des Autors: »Die Sterne über Vietnam« »Die abenteuerliche Reise der Clara Wynn« »Flucht durch die Wildnis« »Sie hatten einen Traum« »Sturm über Stone Island« »Wo die Feuer der Lakota brennen« »Flucht vor dem Hurrikan« »Wohin der Adler fliegt« »Die Reise zum Ende des Regenbogens« »Hinter den Sternen wartet die Freiheit« »Die vergessenen Frauen von Greenwich Village« »Solange wir Schwestern sind« »Blitzlichtchaos« »Der Stein der Wikinger« Die Website des Autors: www.jeier.de Der Autor im Internet: www.facebook.com/thomas.jeier

Thomas Jeier wuchs in Frankfurt am Main auf, lebt heute bei München und »on the road« in den USA und Kanada. Seit seiner Jugend zieht es ihn nach Nordamerika, immer auf der Suche nach interessanten Begegnungen und neuen Abenteuern, die er in seinen Romanen verarbeitet. Seine über 100 Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Bei jumpbooks erscheinen folgende Titel des Autors: »Die Sterne über Vietnam« »Die abenteuerliche Reise der Clara Wynn« »Flucht durch die Wildnis« »Sie hatten einen Traum« »Sturm über Stone Island« »Wo die Feuer der Lakota brennen« »Flucht vor dem Hurrikan« »Wohin der Adler fliegt« »Die Reise zum Ende des Regenbogens« »Hinter den Sternen wartet die Freiheit« »Die vergessenen Frauen von Greenwich Village« »Solange wir Schwestern sind« »Blitzlichtchaos« »Der Stein der Wikinger« Die Website des Autors: www.jeier.de Der Autor im Internet: www.facebook.com/thomas.jeier

Kapitel 1


Nie werde ich die Worte meines Vaters vergessen, die er während unseres Osterspaziergangs im Jahre 1683 zu mir sagte. Wir standen auf der Mainbrücke, oberhalb der kleinen Insel, und der Blick meines Vaters verlor sich in der untergehenden Sonne über dem Fluss. »Eines Tages fahren wir zum Ende des Regenbogens«, sagte er, »wir gehen an Bord eines großen Schiffes und überqueren den Ozean! In dem fernen Land, das sie Amerika nennen, gründen wir eine neue Existenz! Dort finden wir die Gewissensfreiheit, die uns in der Heimat versagt bleibt!« Ich hatte den sehnsuchtsvollen Ausdruck in seinen Augen oft gesehen und wusste, wie er fortfahren würde: »Jenseits des Meeres gibt es keinen Leopold, dort hat unser Kaiser nichts zu sagen! In der Neuen Welt wird ein Mann nach seinem Charakter und seiner Tatkraft beurteilt! Sein gesellschaftlicher Stand zählt nicht und vor den Augen unseres Gottes hat nur Bestand, was man mit seinen eigenen Händen oder seinem Geist erschaffen hat! Glaube mir, meine liebe Anna, eines Tages werden wir gehen!«

Mein Vater träumte seit einigen Jahren von Amerika. Jeder Gulden, der nicht für das tägliche Leben gebraucht oder von der Steuer vereinnahmt wurde, wanderte in die Ledertasche unter seiner Werkbank, sehr zum Leidwesen meiner Stiefmutter, die für die Träumereien ihres Mannes nichts übrighatte. »Du bist ein Narr«, schalt sie ihn, »nach Amerika gehen nur die Reichen! Patrizier wie dieser von Merlau und die Mitglieder der Frankfurter Kompanie, die genug Geld haben, um Land in den Kolonien zu kaufen! Was willst du dort überhaupt? In Amerika herrscht der englische König, und der soll noch strenger sein als Leopold! Nein, Jakob, ich bin dafür, dass wir hierbleiben! Die Reise ist viel zu gefährlich! Ich habe gehört, dass viele Menschen während der Überfahrt sterben, weil auf den Schiffen ansteckende Krankheiten ausbrechen! Und in Amerika soll es schreckliche Wilde geben, die Frauen und Kinder entführen! Ich will nicht nach Amerika fahren!«

Wenn ich heute darüber nachdenke, muss ich zugeben, dass meine Eltern überhaupt nicht zusammenpassten. Jakob Fromm, mein Vater, war ein unternehmungslustiger Mann, der nach dem blutigen Krieg auf einem einsamen Bauernhof geboren wurde und es schaffte, ein Bürger der Freien Reichsstadt zu werden. In Frankfurt, der großen Stadt am Main, war man nur dem Kaiser unseres Reiches unterstellt und die Kaufleute und Handwerker verdienten besser als die armen Menschen auf dem Lande. Mein Vater verdingte sich bei einem Schmied und wurde zu einem angesehenen Büchsenmacher, der auch bei den ausländischen Händlern während der Messe sehr gefragt war. Katharina Fromm, meine Stiefmutter, war die Tochter eines Tuchhändlers, der nach dem Krieg beinahe Bankrott ging, als unser Reich in viele kleine Fürstentümer aufgeteilt wurde. Sie heiratete meinen Vater vier Jahre nach dem tragischen Tod meiner leiblichen Mutter, die in der Fahrgasse von einem Ochsenwagen überfahren wurde.

Ich habe nie herausbekommen, warum die beiden ein Paar wurden. Mein Vater hatte lange um meine leibliche Mutter getrauert, obwohl böse Zungen wissen wollten, dass sie eine gefährliche Hexe war und ihn verzaubert hatte. »Das geschieht ihr Recht«, lästerte eine Nachbarin, als sie von ihrem Tod erfuhr, »so straft Gott die Ungläubigen!« Ich war damals neun Jahre alt und verstand die Aufregung nicht. Wenn ich meinen Vater fragte, erklärte er mir, dass meine Mutter eine gute Frau gewesen sei. Lediglich die Dummheit der Leute sei an den Gerüchten Schuld. Auch später erfuhr ich nicht die Wahrheit. Angeblich soll sie sich für die Sterndeutung interessiert haben. Als die Pest ein letztes Mal in unserer Stadt zuschlug, machte meine Mutter die Stellung der Sterne für das Unglück verantwortlich und man hätte sie beinahe verhaftet.

Mein Vater bekam die Abneigung der Leute auch nach ihrem Tod zu spüren und sogar ich wurde von einigen Jungen mit Steinen beworfen. Nur weil es keinen besseren Büchsenmacher in der Stadt gab, überlebte mein Vater, und nur weil wir jeden Sonntag die Arbeit ruhen ließen und in die Kirche gingen, konnte mein Vater den Makel abschütteln, eine Hexe geehelicht zu haben. Vielleicht hatte er deshalb meine Stiefmutter geheiratet. Nach der Hochzeit wurde er von allen Bürgern respektiert und selbst ein Vertreter des Rates gratulierte ihm zu seiner neuen Frau. Katharina Fromm freute sich, die Gattin eines angesehenen Handwerkers zu sein, und war glücklich, dem bankrotten Betrieb ihres Vaters entflohen zu sein. Jakob Fromm war ein rechtschaffener Mann und bot ihr ein gutes Auskommen.

Erst mit den Jahren machte sich Unzufriedenheit breit. Meine Stiefmutter litt immer stärker darunter, dass mein Vater ein einfacher Handwerker war und nicht zu der erlauchten Schicht der Kaufleute gehörte. Frankfurt war eine wohlhabende Stadt, und es gab Händler, die ein Vermögen machten. Wer mehr verdiente, zahlte weniger Steuern, so ungerecht das klingen mag, und die meisten Patrizier blickten mitleidig auf die Handwerker herab. Besonders arm dran waren die Bauern, die bis auf den letzten Gulden geschröpft wurden und nur überlebten, wenn sie heimlich ein Schwein oder eine Gans von den Abgaben zurückbehielten und schlachteten. In den Vororten der Stadt lebten Tagelöhner und Bettler und hofften auf Almosen.

Wir konnten zufrieden sein und ich wunderte mich selber, dass Vater immer wieder von Amerika sprach. Er war regelrecht besessen von der Idee, das Ende des Regenbogens zu finden, wie er sich ausdrückte, und er ließ sich auch durch meine Stiefmutter nicht von diesem Plan abbringen. Irgendwann würde ihr nichts anderes übrigbleiben, als mit ihm zu gehen. Ich war mir noch nicht im Klaren darüber, wie ich empfand. Ich war gerade siebzehn geworden, alt genug, um eine Familie zu gründen, und es gab einen jungen Mann, der mich mit schönen Worten umwarb und großes Interesse zeigte, mich zu heiraten. Balthasar Marrel war der Sohn eines wohlhabenden Buchhändlers, der sein Geschäft am Rossmarkt hatte und einen regen Handel mit den reichen Holländern führte. Ich mochte ihn sehr, aber ich dachte nicht daran, ihn zu heiraten. Als ich ihm von den Plänen meines Vaters erzählte, lachte er mich aus: »Nun sag bloß, du willst mit ihm nach Amerika gehen«, neckte er mich. »Willst du, dass dich die Wilden entführen?« Er zeigte mir ein Buch, in dem über die blutrünstigen Wilden berichtet wurde, und mir wurde beim Anblick der Zeichnungen beinahe so übel wie vor einigen Jahren, als ich gesehen hatte, wie einem Mann, der auf der Mainbrücke geflucht hatte, die rechte Hand abgehackt wurde.

Vielleicht wäre mein Vater nie nach Amerika gefahren. Wer vermag schon zu sagen, ob er sich gegen meine Stiefmutter und seine Geschäftspartner durchgesetzt hätte, die ihn ständig davor warnten, im Ausland seinen Geschäften nachzugehen. »Die Engländer und Franzosen haben ihre eigenen Feuerwaffen«, sagten sie. Ich hielt meinen Vater für verrückt genug, ein solches Risiko einzugehen und in Amerika ein neues Geschäft aufzubauen. Wenn es dort gefährliche Wilde gab, brauchte man Feuerwaffen, und er machte bessere Büchsen als die Engländer. Ich konnte nicht beurteilen, wie gut seine Waffen waren, aber ich hatte schon ein paar Mal damit geschossen und immer ins Schwarze getroffen. Ich war eine gute Schützin, besser als die Soldaten an der Hauptwache, und immer wenn mein Vater eine neue Waffe einschoss, durfte ich helfen. Auch etwas, was meine Stiefmutter in Zorn versetzte. »Das gehört sich nicht für ein Mädchen«, sagte sie. Ich glaube, sie konnte mich nicht leiden und wollte, dass ich so schnell wie möglich unter die Haube kam. Als Balthasar mich zu einem Spaziergang abholte, lächelte sie zum ersten Mal seit langer Zeit. »Eine bessere Partie kannst du nicht machen, Anna!«

Aber es kam alles ganz anders. Ein fürchterliches Unglück und die Erinnerung an meine leibliche Mutter sorgten dafür, dass mein Vater schneller als erwartet nach Amerika fuhr und ich seiner Spur zum Ende des Regenbogens folgte. Aber ich will der Reihe nach erzählen. Es begann damit, dass Balthasar mich am Montag nach Ostern zur Buchmesse mitnahm. Er wollte mir einige besonders schöne Werke zeigen, die in der Mainzer Gasse nördlich der Leonhardskirche angeboten wurden. Mein Vater hatte mich rechnen, schreiben und lesen gelehrt. Besonders gut gefielen mir die spöttischen Texte, in denen sich so genannte Satiriker über die Narreteien der verschiedenen Stände lustig machten. Ich bestaunte ein ledergebundenes Buch mit historischen Schriften und den Stadtansichten eines gewissen Merian, der in Frankfurt gelebt hatte, und blätterte in einer kostbaren Bibel, die Kapuzinermönche in Mainz gedruckt hatten.

Ich war zum dritten Mal mit Balthasar unterwegs, hatte die letzten beiden Messen mit meinen Eltern besucht. Ich muss meiner Stiefmutter zugestehen, dass sie sehr gebildet war und sich für die Künste interessierte. Für eine Aufführung der Heidelberger Komödianten, die während der Handelsmesse im Pfuhlhofe aufgetreten waren, hatte sie bereitwillig einen hohen Eintritt bezahlt, und für den Franzosen, der Gedichte in seiner Heimatsprache vorgetragen hatte, war sie durch die halbe Stadt gelaufen. Mein Vater war Handwerker, interessierte sich nur für Bücher, wenn sie von Waffen handelten oder von dem fernen Land am Ende des Regenbogens berichteten. Er arbeitete mit seinen Händen und selbst wenn er von Amerika träumte, baute er keine Luftschlösser. Er sah sich als redlichen Büchsenmacher, der in der fernen Wildnis ein Blockhaus baute und der unwirtlichen Natur und den kriegerischen Wilden trotzte. Er war kein blinder Träumer, der glaubte, dass auf der anderen Seite des Ozeans ein Paradies wartete. Er wusste, dass man sich sein Glück erarbeiten musste, in einer freien Reichsstadt und in der...

Erscheint lt. Verlag 11.7.2018
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Kinder- / Jugendbuch Jugendbücher ab 12 Jahre
Schlagworte 17. Jahrhundert • ab 12 Jahren • Abenteuer Roman • Auswanderung • eBooks • Jugendbuch • Liebe • Menschenrechte • Piraterie • Sklaverei
ISBN-10 3-96053-228-8 / 3960532288
ISBN-13 978-3-96053-228-6 / 9783960532286
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