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Wie angelt man sich einen Vampir? (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Auflage
320 Seiten
MIRA Taschenbuch (Verlag)
978-3-95576-934-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Wie angelt man sich einen Vampir? - Kerrelyn Sparks
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Ausgerechnet beim Biss in eine Gummipuppe bricht dem Vampir Roman Draganesti einer seiner Fangzähne ab. In den Schwarzen Seiten findet er keinen Vampirzahnarzt, seine letzte Hoffnung ist ein normalsterblicher Arzt - vielmehr eine Ärztin! Doch ehe die hinreißende Dr. Shanna Whelan sich um seinen Zahn kümmern kann, muss er sie plötzlich vor einem gefährlichen Auftragskiller retten. Als wäre das nicht schon Aufregung genug für einen Ruhe liebenden Untoten wie Roman, verwirren ihn seine Gefühle für Shanna von Tag zu Tag mehr: Hat er sich am Ende etwa verliebt - in eine Sterbliche, die zu allem Überfluss auch noch kein Blut sehen kann?



<p>Kerrelyn Sparks unterrichtete Französisch und Geschichte an der High School, bis im Jahr 2002 ein Traum für sie in Erfüllung ging: Ihr erstes Buch wurde veröffentlicht. Mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern lebt die mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin im Großraum Houston, Texas, wo es sehr zur Enttäuschung ihrer Tochter keine Vampire gibt.</p>

2. KAPITEL


Eine weitere nicht enden wollende langweilige Nacht in der Zahnklinik. Shanna Whelan lehnte sich in ihren quietschenden Bürostuhl zurück und betrachtete die weißen Deckenfliesen. Der Wasserfleck war immer noch da. Was für eine Überraschung. Drei Nächte hatte sie gebraucht, um zu beschließen, dass der Fleck die Form eines Dackels hatte. So war ihr Leben.

Mit einem weiteren lauten Quietschen richtete sie sich in ihrem Stuhl auf und warf einen Blick auf den Radiowecker. Halb drei Uhr morgens. Noch sechs Stunden übrig von ihrer Schicht. Sie stellte das Radio an. Fahrstuhlmusik ertönte und füllte das Sprechzimmer, eine uninspirierte Instrumentalversion von “Strangers in the Night.” Klar, als würde sie einen großen, dunkelhaarigen, gut aussehenden Fremden treffen und sich in ihn verlieben. Nicht in ihrem langweiligen Leben. Der Höhepunkt der letzten Nacht hatte darin bestanden, herauszufinden, wie sie mit dem Stuhl im Takt zur Musik quietschen konnte.

Mit einem Stöhnen faltete sie die Arme auf dem Tisch und legte ihren Kopf darauf. Wie ging der Spruch? Pass auf, was du dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen? Na ja, sie hatte um “langweilig” gebeten und, Junge, das hatte sie auch bekommen. In den sechs Wochen, die sie jetzt in der Klinik arbeitete, hatte sie genau einen Patienten gehabt. Einen kleinen Jungen mit Zahnspangen. Mitten in der Nacht hatte sich ein Draht in seinem Mund gelöst. Seine Eltern, außer sich vor Sorge, hatten ihn in die Klinik gebracht, damit sie den Draht wieder anbringen konnte. Ansonsten hätte das spitze Ende den Jungen ins Zahnfleisch stechen können und dann … Blut.

Shanna zuckte zusammen. Allein der Gedanke an Blut machte sie benommen. Erinnerungen an den Vorfall stiegen aus den dunkelsten Winkeln ihres Gedächtnisses auf, grauenvolle, blutige Bilder, die sie verfolgten, die drohten an die Oberfläche zu kommen. Nein, sie würde sich von ihnen nicht den Tag ruinieren lassen. Oder ihr neues Leben. Sie gehörten in ein anderes Leben, zu einem anderen Menschen. Sie gehörten dem mutigen und fröhlichen Mädchen, das sie in den ersten siebenundzwanzig Jahren ihres Lebens gewesen war, bevor sich die Hölle aufgetan hatte. Jetzt, dank des Zeugenschutzprogramms, war sie die langweilige Jane Wilson, die in einem langweiligen Loft in einer langweiligen Nachbarschaft lebte und jede Nacht bei ihrem langweiligen Job verbrachte.

Langweilig war gut. Langweilig war sicher. Jane Wilson musste unsichtbar bleiben und in einem Ozean aus unzähligen Gesichtern in Manhattan verschwinden, nur um am Leben zu bleiben. Unglücklicherweise schien es, als könne sogar Langeweile Stress bedeuten. Es gab zu viel Zeit zum Nachdenken. Zeit, sich zu erinnern.

Sie stellte die Musik aus und ging im leeren Wartezimmer auf und ab. Achtzehn Stühle, abwechselnd in staubblau und staubgrün gepolstert, standen an den blassblauen Wänden aufgereiht. Ein gerahmter Druck von Monets Seerosen hing an der Wand, ein Versuch, den nervösen Patienten ruhige Gelassenheit zu vermitteln. Shanna zweifelte an seiner Wirkung. Sie war genauso gereizt wie immer.

Tagsüber war die Klinik normalerweise ein geschäftiger Ort, aber in der Nacht vollkommen einsam. Auch gut. Shanna war sich nicht sicher, ob sie sich um einen wirklichen Notfall würde kümmern können. Sie war eine gute Zahnärztin gewesen vor dem … Vorfall. Denk nicht darüber nach. Aber was sollte sie tun, wenn wirklich jemand mit einem Notfall in die Klinik kam? Gerade letzte Woche hatte sie sich aus Versehen geschnitten, als sie sich die Beine rasiert hatte. Ein kleiner Tropfen Blut, und ihre Beine hatten so schlimm gezittert, dass sie sich hatte hinlegen müssen.

Vielleicht sollte sie die Zahnmedizin aufgeben. Was machte es schon, wenn sie ihren Beruf aufgab? Sie hatte auch alles andere verloren, sogar ihre Familie. Das hatte das Justizministerium deutlich gemacht. Unter keinen Umständen durfte sie mit Mitgliedern ihrer Familie in Kontakt treten noch mit alten Freunden. Das brächte nicht nur ihr eigenes Leben in Gefahr, sondern auch das der Menschen, die sie liebte.

Die langweilige Jane Wilson hatte keine Familie und keine Freunde. Sie hatte nur einen ihr zugewiesenen U.S. Marshal, mit dem sie reden konnte. Kein Wunder, dass sie in den letzten zwei Monaten gute fünf Kilo zugenommen hatte. Essen war die einzige Unterhaltung, die ihr geblieben war. Das, und die Gespräche mit dem gut aussehenden Pizzalieferanten. Sie beschleunigte ihr Tempo beim Durchschreiten des Wartezimmers. Wenn sie weiter jede Nacht Pizza aß, würde sie fett wie ein Walfisch, und dann erkannten die Bösen sie vielleicht nie wieder. Sie könnte für den Rest ihres Lebens fett und in Sicherheit sein. Shanna stöhnte dumpf auf. Sicher, fett, gelangweilt und einsam.

Ein Klopfen an der Eingangstür ließ sie innehalten. Wahrscheinlich der Pizzalieferant, aber trotzdem begann ihr Herz für einige Sekunden laut zu klopfen. Sie atmete tief durch und wagte sich an die vordere Fensterfront. Sie lugte durch die weißen Jalousien, die sie nachts immer geschlossen hielt, damit niemand hineinsehen konnte.

“Ich bin’s, Dr. Wilson”, rief Tommy. “Ich hab Ihre Pizza.”

“In Ordnung.” Sie schloss die Tür auf. Die Klinik war zwar die ganze Nacht geöffnet, aber sie traf lieber ihre Sicherheitsvorkehrungen. Sie schloss nur für Patienten auf. Und Pizza.

“Hey, Doc.” Tommy schlenderte mit einem Grinsen durch die Tür. Die letzten zwei Wochen hatte der Teenager jede Nacht eine Lieferung bei ihr vorbeigebracht, und Shanna genoss die unreifen Flirtversuche des Jungen genauso sehr wie die Pizza. Im Grunde genommen war er der Höhepunkt ihres Tages. Du liebe Zeit, sie war auf dem besten Weg, echt erbärmlich zu werden.

“Hi, Tommy. Wie geht’s?” Sie ging an den Empfangstresen, um ihre Handtasche zu holen.

“Ich hab Ihre Riesenpeperoni hier.” Tommy zog am Bund seiner lockeren Jeans und ließ ihn dann wieder los. Die Jeans rutschten an seinen schmalen Hüften leicht herunter und gaben den Blick auf ein Stück seidene, mit Scooby-Doo-Motiven bedruckte Boxershorts frei.

“Ich habe aber eine kleine bestellt.”

“Ich hab auch nicht von der Pizza geredet, Doc.” Tommy blinzelte ihr übertrieben langsam zu und stellte den Pizzakarton auf den Tresen.

“Ach so. Das ist mir ein wenig zu geschmacklos. Und ich meine damit auch nicht die Pizza.”

“Entschuldigung.” Seine Wangen liefen rot an, und er lächelte betreten. “Man muss es eben einfach versuchen, wissen Sie.”

“Wahrscheinlich.” Sie bezahlte ihre Pizza.

“Danke.” Tommy steckte das Geld in die Tasche. “Wissen Sie, wir machen ungefähr eine Batzillion verschiedene Pizzen. Sie sollten mal eine andere versuchen.”

“Vielleicht mache ich das. Morgen.”

Er rollte mit den Augen. “Das haben Sie doch letzte Woche auch schon gesagt.”

Das Telefon klingelte und zerriss die Luft mit seinem schrillen Geräusch. Shanna zuckte zusammen.

“Mensch, Doc. Vielleicht sollten Sie auf entkoffeinierten umsteigen.”

“Ich glaube, das Klingeln habe ich nicht gehört, seit ich angefangen habe, hier zu arbeiten.” Wieder schrillte das Telefon. Wow, ein Pizzalieferant und ein klingelndes Telefon zur gleichen Zeit. Das war mehr Aufregung als sie seit Wochen erlebt hatte.

“Ich lasse Sie dann mal Ihre Arbeit machen. Bis Morgen, Dr. Wilson.” Tommy winkte zum Abschied und schlenderte aus der Tür.

“Bye.” Shanna bewunderte seine tief sitzenden Hosen von hinten. Sie würde auf jeden Fall eine Diät anfangen. Nach der Pizza. Wieder klingelte das Telefon, und sie hob den Hörer ab. “Soho SoBright Zahnklinik. Kann ich Ihnen helfen?”

“Ja, kannst du.” Die raue Stimme des Mannes war gefolgt von einem schweren Atemzug. Dann noch einem.

Oh, klasse. Ein Perverser, um ihren Abend aufzulockern. “Ich glaube, Sie haben die falsche Nummer.” Sie ließ den Hörer sinken, da hörte sie seine Stimme erneut.

“Ich glaube, du hast den falschen Namen, Shanna.”

Sie atmete scharf ein. Es musste ein Fehler sein. Klar, und Shanna ist ja auch so ein alltäglicher Name. Die Leute riefen ständig überall an und fragten nach einer Shanna. Wem machte sie etwas vor? Sollte sie auflegen? Nein, sie wussten bereits, wer sie war.

Und wo sie war. Eiskalter Schrecken durchfuhr sie. Oh mein Gott, sie kamen, um sie zu erledigen.

Beruhige dich! Sie musste ruhig bleiben. “Ich fürchte, Sie haben die falsche Nummer. Hier spricht Dr. Jane Wilson aus der SoHo SoBright Zahn …”

“Hör auf mit dem Scheiß! Wir wissen wo du bist, Shanna. Zeit, abzurechnen.” Klick. Der Anruf war beendet, und der Albtraum wieder da.

“Oh nein, oh nein, oh nein.” Sie legte den Hörer auf und bemerkte, dass sie immer lauter und lauter murmelte, bis sie sich zu einem richtigen Schrei hochgearbeitet hatte. Reiß dich zusammen! Sie gab sich eine mentale Ohrfeige und wählte hastig die 911.

“Hier ist Dr. Jane Wilson in der SoHo SoBright Zahnklinik. Ich … wir werden angegriffen!” Sie gab ihnen ihre Adresse, und die Stimme am anderen Ende versicherte ihr, dass ein Wagen auf dem Weg war. Super. Mit einer geschätzten Ankunftszeit von zehn Minuten, nachdem sie ermordet worden war, ganz ohne Zweifel.

Mit Schrecken fiel ihr ein, dass sie die Vordertür nicht wieder abgeschlossen hatte. Sie rannte zur Tür und drehte den Schlüssel. Als sie durch die Klinik zur Hintertür eilte, griff sie sich ihr Handy aus der Tasche ihres Arztkittels und wählte die Nummer des ihr zugeteilten U.S. Marshals.

...

Erscheint lt. Verlag 9.7.2018
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Dark Romance • Humorvolle Fantasy • Vampire
ISBN-10 3-95576-934-8 / 3955769348
ISBN-13 978-3-95576-934-5 / 9783955769345
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