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Notärztin Andrea Bergen 1356 (eBook)

Nicht bloß ein Schnupfen!

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-6654-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Notärztin Andrea Bergen 1356 - Isabelle Winter
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Nicht bloß ein Schnupfen!

Schnupfen, Husten und leichtes Fieber machen der jungen Helena das Leben schwer, doch ein Lungenfachmann, den sie schließlich konsultiert, gibt Entwarnung: Helena leidet an einer hartnäckigen Erkältung und soll sich nicht so viele Sorgen machen. Doch ausgerechnet auf dem Ärztedinner, zu dem sie ihren heimlichen Schwarm, den gut aussehenden Erik Thaler, begleitet, bricht sie zusammen! Dr. Bergen hat einen ganz schlimmen Verdacht ...


Rasant fuhr der Rettungswagen durch die Straßen der Stadt. Jupp Diederichs, der Rettungssanitäter, starrte hoch konzentriert auf die Straße. Er gab alles, um den Einsatzort so schnell wie möglich zu erreichen, denn in einem Notfall konnte jede Sekunde zählen.

Ganz besonders in einem Fall wie diesem, denn schon beim Notruf hatte die aufgeregte Anruferin – eine Arbeitskollegin des Patienten, soweit das Notarztteam wusste – Symptome geschildert, die unter Umständen auf einen Herzinfarkt hinwiesen. Je schneller die Therapie eingeleitet wurde, desto mehr Herzmuskelgewebe konnte dann im Allgemeinen gerettet werden, und desto weniger Komplikationen traten auf.

Die Notärztin Andrea Bergen bemühte sich um eine gleichmäßige Atmung, obwohl sie innerlich angespannt war. Es war wichtig, dass sie so ruhig und konzentriert wie möglich blieb, um ihre Arbeit gut erledigen zu können. Menschen zu helfen und Patientenleben zu retten war das, was ihr am meisten am Herzen lag. Darum hatte sie sich für diesen Beruf entschieden, der oft so hart und anstrengend war, und bereute diese Wahl niemals.

Ewald Miehlke, der Rettungsassistent, schien die Ruhe selbst zu sein. Jetzt gerade schenkte er Andrea ein Lächeln. Aber die Notärztin wusste, dass auch er dem Einsatz angespannt entgegensah und von ganzem Herzen hoffte, dass es sich um keinen allzu schlimmen Fall handelte. Mit schwer verletzten oder kranken Menschen zu tun zu haben ließ eben niemanden kalt, auch jene nicht, die schon lange in einem solchen Berufsfeld arbeiteten und abgehärtet waren. Die Menschen gehen nur auf unterschiedliche Weise mit solchen Erlebnissen um, überlegte Andrea.

Ihr Blick streifte Erik Thaler von der Seite. Der junge Assistenzarzt begleitete sie momentan zu den meisten Einsätzen, auch heute war er mit von der Partie. Andrea sah viel Potenzial in ihm, er hatte das Zeug zu einem großartigen Arzt.

Normalerweise war er immer voll bei der Sache, beeindruckte durch seine rasche Auffassungsgabe und sein entschlossenes Handeln, wann immer es darauf ankam. Mit seinen Scherzen und den charmanten Komplimenten war er im Elisabeth-Krankenhaus der unangefochtene Schwarm der jüngeren Ärztinnen und Schwestern.

Aber heute wirkt er irgendwie geistesabwesend, dachte Andrea. Etwas schien den gut aussehenden dunkelhaarigen Mann zu beschäftigen. Statt sich wie üblich an den Gesprächen des Teams zu beteiligen, war er schon den ganzen Tag still und in sich gekehrt.

Doch darüber konnte sie sich nun nicht länger den Kopf zerbrechen. Etwas ganz anderes hatte jetzt Priorität, und zwar das Wohl des Patienten.

»Wir sind da«, kommentierte Jupp knapp, als er den Rettungswagen mit quietschenden Reifen knapp vor dem Eingang eines großen Bürokomplexes anhielt.

Andrea holte tief Luft, sie war bereit. Nun musste sie alles geben, um dem Menschen zu helfen, der ihre Hilfe brauchte. Sie schnappte sich ihren Notarztkoffer, sprang aus dem Wagen und eilte auf die Eingangstür zu. Um sich zu orientieren, blickte sie sich rasch um, doch sie musste nicht lange suchen.

Eine aufgebrachte junge Frau in Bleistiftrock und hohen Pumps lief Andrea entgegen und winkte sie eilig herbei. Ihre Augen waren geweitet, nervös gestikulierte sie mit den Händen.

»Bitte kommen Sie rasch! Herr Burkhardt braucht dringend Ihre Hilfe«, stieß sie hervor. Dann eilte sie voraus eine Treppe hoch.

Andrea verlor keine Zeit. Mit großen Schritten stürmte sie die Stufen empor, gefolgt von Erik Thaler, Jupp und Ewald Miehlke. Vor einer der Bürotüren hatte sich eine Menschentraube gebildet, aber die Leute wichen zur Seite, als sich die Notärztin näherte.

»Da ist er«, schnaufte die Dame, die Andrea unten in Empfang genommen hatte, atemlos.

Aber dieser Hinweis wäre unnötig gewesen, denn Andrea konnte auf Anhieb erkennen, wer der Patient war: Herr Burkhardt lag flach am Boden, jemand hatte ihm ein zusammengeknülltes Jackett als Kissenersatz unter den Kopf geschoben. Sein Gesicht war kreidebleich, die Lippen waren zu einem schmalen Strich zusammengepresst. Die Hände drückte er sich krampfhaft auf die Brust. Große Schweißflecken zeichneten sich auf seinem Hemd ab, er atmete ganz flach und mühsam.

»Herr Burkhardt, keine Sorge. Ich bin Dr. Andrea Bergen. Mein Team und ich kümmern uns jetzt um Sie«, sagte Andrea mit aller Zuversicht, die sie aufbrachte.

Es war ihr wichtig, ihn zu beruhigen. Im Falle eines Herzinfarkts litten die Patienten oft unter Todesangst. Auch in Herrn Burkhardts Blick las sie nun deutlich, was für eine Panik er hatte.

»Er wurde mitten in der Besprechung plötzlich ganz fahl, hat sich an die Brust gefasst und über ein Engegefühl und Schmerzen geklagt«, berichtete ein Kollege mit zitternder Stimme. »Dann hat er sich übergeben. Wir haben ihm sofort geholfen, sich auf den Boden zu legen, und den Notruf gewählt.«

»Können Sie mir beschreiben, wo der Schmerz liegt?«, wandte sich Andrea direkt an den Patienten, während sie ihn mit Ewalds Hilfe leicht aufrichtete und stützte, um seinen Oberkörper hoch zu lagern.

»Hier – und da«, brachte Herr Burkhardt mühsam und kurzatmig hervor, während er zeigte, wo er Schmerzen hatte: nicht nur in der Brust, sondern auch im linken Arm, in den Schultern und sogar dem Unterkiefer. »Mein Brustkorb – alles fühlt sich so eng an, als würde ich in einem Schraubstock stecken«, fügte er dann noch stockend hinzu.

Andrea nickte und unterdrückte ein Seufzen. Das hatte sie befürchtet: Tatsächlich sah alles nach einem Herzinfarkt aus. Diese Schmerzen, die in die Arme und Schultern ausstrahlten, waren kennzeichnend. Mit dem transportablen EKG-Gerät maß sie die Herzstromkurve, was ihren dringenden Verdacht bestätigte. Das EKG, an das Herr Burkhardt angeschlossen war, überwachte nun seine Herzfrequenz, den Herzrhythmus, die Sauerstoffsättigung des Blutes und den Blutdruck.

Nun musste alles ganz schnell gehen, das Team arbeitete perfekt zusammen. Ewald Miehlke bereitete den Defibrillator vor, der jedoch nur zum Einsatz kommen würde, falls Kammerflimmern auftrat. Jupp legte einen intravenösen Zugang, durch den dem Patienten die wichtigen Medikamente verabreicht werden konnten.

»Erik, das Nitroglycerin«, sagte Andrea knapp, während sie dem Patienten über eine Nasensonde Sauerstoff zuführte.

Dann riss sie die Augen auf, als sie bemerkte, dass der junge Assistenzarzt statt der geforderten Nitroglycerin-Kapsel nach einem ganz anderen Medikament gegriffen hatte.

»Nein, doch nicht das!«, sagte sie erschrocken. Die Kapsel, die er dem Patienten unter die Zunge hatte legen wollen, hätte die Symptome vermutlich sogar noch verstärkt.

Jetzt erst erkannte Erik Thaler seinen Fehler, seine Wangen färbten sich flammend rot. Von seinem Selbstbewusstsein, das er sonst zur Schau stellte, war jetzt nichts zu bemerken. Ihm musste klar sein, dass eine kleine Unachtsamkeit in so einer Situation verheerende Folgen haben konnte.

»Tut mir leid«, sagte er rasch, dann verabreichte er dem Patienten die richtige Kapsel.

Kurz darauf befanden sie sich bereits mit Blaulicht und Sirene auf dem Weg zum Krankenhaus, wo eine Koronarangiografie eingeleitet werden würde. Die verantwortlichen Ärzte waren bereits über den Patienten informiert, der gleich eintreffen würde, und konnten alles vorbereiten, um das betroffene Herzgefäß wieder zu öffnen.

Während des Transports zum Krankenhaus war Andrea Bergen ganz auf Herrn Burkhardt konzentriert. Erst nachdem ihre Arbeit erledigt war und Dr. Keller und Dr. Anger den Patienten übernommen hatten, atmete die Notärztin auf.

Jetzt erst hatte sie die Gelegenheit, sich Erik Thaler zuzuwenden. Der Assistenzarzt ließ sich auf einen Stuhl fallen und barg stöhnend das Gesicht in den Händen. »Oh Gott, ich hätte es mir nie verziehen, ihm das falsche Medikament zu verabreichen. So etwas ist unverzeihlich. Ich war einfach … irgendwie weggetreten«, brachte er schwach hervor.

Andrea lächelte aufmunternd. »Ich war ja da. Du hast kürzlich erst angefangen und bist nervös; da ist ein kleiner Fehler am Anfang noch verzeihlich. Ich bin dabei, um dich anzuleiten, damit du dazulernen kannst.«

Doch so ganz überzeugt war sie selbst nicht davon, dass nur die typische Nervosität eines unerfahrenen Assistenzarztes dahintersteckte. Erik Thaler hatte sich bisher so gut und kompetent angestellt, dass sie einen solchen Fehler gar nicht von ihm erwartet hätte. Nein, es musste daran liegen, dass ihn irgendetwas beschäftigte. Irgendetwas Bedrückendes, was er auch während der Arbeit nicht beiseiteschieben konnte.

Forschend sah sie ihn an. Unter seinen grünen Augen lagen Schatten, seine Lippen waren zusammengepresst. Die dichten dunklen Haare waren zerzaust, als hätte er unzählige Male mit der Hand hindurchgestrichen. Er war nicht so sorgfältig rasiert wie sonst.

»Alles in Ordnung mit dir?«, fragte sie ihn direkt.

Er zuckte zusammen und zwang sich zu einem Lächeln, das nicht sonderlich überzeugend ausfiel. »Ja, klar«, behauptete er, ohne Andreas Blick zu erwidern.

Skeptisch zog die Notärztin die Stirn kraus, hakte aber nicht weiter nach. Wenn Erik Thaler nicht mit ihr darüber sprechen wollte, akzeptierte sie das. Aber irgendetwas belastete ihn, da war sie sich ganz sicher.

***

»Das ist ja wieder so eine miese Absteige«, sagte Darian Rosenland. »Warum treffen sich deine Freunde eigentlich nie in schickeren Bars?«

Helena Schäfer verdrehte die Augen, musste aber schmunzeln. »Also erstens...

Erscheint lt. Verlag 17.7.2018
Reihe/Serie Notärztin Andrea Bergen
Notärztin Andrea Bergen
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7325-6654-4 / 3732566544
ISBN-13 978-3-7325-6654-9 / 9783732566549
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