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Spiel im Schatten: Spionagethriller -  A. Alexander

Spiel im Schatten: Spionagethriller (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Auflage
269 Seiten
Marianne Abraham (Verlag)
978-0-00-007882-7 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
4,99 inkl. MwSt
(CHF 4,85)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
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'Spiel im Schatten' - Zwei packende Spionagethriller in einem Band!



Begleiten Sie im ersten Teil dieses Buches einen jungen Analysten, der plötzlich zu einem ganz besonderen Einsatz gerufen dort. Scheinbar unzusammenhängende Ereignisse ergeben für den Bürokraten vom Nachrichtendienst auf dem ersten Blick keinen Sinn, doch dann offenbart sich ihm ein Bild, das in einem nervenaufreibenden Wettlauf gegen die Zeit mündet. Wird die Katastrophe noch zu verhindern sein...? Ein hochbrisanter, packender Roman vor einem erschreckend aktuellem Hintergrund...



Im zweiten Teil des Buches gewährt ein ehemaliger, hochrangiger Offizier des russischen Auslandsgeheimdienstes Einblick in einige der größten Coups des Kalten Krieges - packend, authentisch und die bange Frage aufwerfend 'Könnte es wirklich so gewesen sein?' Tauchen Sie ein in die Geschichte und erleben Sie einen Blick hinter die Kulissen der größten Coups des Kalten Krieges! 



Zwei Bücher aus der Welt der Geheimdienste in einem Band.

THAMES HOUSE“ – STOLZ und voller Vorfreude in der Brust schritt ich auf das Hauptquartier des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 in London zu. Noch stolzer, da nach mir gefragt wurde; mein eigentlicher Dienstherr darum gebeten wurde mich an diesen Dienst „auszuborgen“ und dafür freizustellen.

Diese Anfrage eines für mich ausländischen Dienstes überraschte mich noch vor kurzer Zeit. Ich habe gerade mein Studium beendet, war eigentlich die gesamte Zeit des Studiums ein Einzelgänger gewesen, denn wer umgibt sich schon gern mit „Strebern“, wie es mir nun einmal auf Grund der Leistungen anhaftete und hatte für mich weder konkrete Zukunftspläne geschmiedet noch sonstige Absichten. Geplant hatte ich im Groben, mir eine Auszeit nach dem Studium zu gönnen und eigentlich die Welt zu bereisen. Doch daraus wurde nichts.

Es war an einem der letzten Tage meiner Zeit auf der Hochschule, als ich in das Büro meines Professors und Fachbereichsleiters gebeten wurde. Alistair Grün hieß er und ich spielte immer geistig durch, warum er sich angesichts seines englischen Namens nicht auch dafür entschieden hatte, aus „Grün“ ein „Green“ zu machen, was immerhin einen besseren Gesamteindruck und ein harmonischeres Zusammenspiel der Namen gebildet hätte. Aber dann verwarf ich diese Bemühungen, irgendwie etwas an diesem Professor zu harmonisieren, denn dieses unpassende Zusammenspiel der Namen war nichts anderes als das in zwei Worte Fassens seines kompletten Auftretens. An manchen Tagen hatte es fast den Eindruck, als habe der Professor sein Büro am Vortag überhaupt nicht verlassen oder hat sich direkt in seinen Sachen schlafen gelegt. Denn die Anzüge wurden von Tag zu Tag knittriger und die technische Errungenschaft eines Rasierers schien etwas zu sein, dass dem Professor an einigen Tagen vollkommen fremd war.

Auch an diesem Nachmittag, als ich in sein Büro gebeten wurde und es nach einem fast schon gequält klingendem „Herein“ auf mein klopfen hin betrat konnte ich mir den ersten Eindruck nicht verwehren, dass er entweder in seinem kleinen Büro lebte und sich dort die Sonne seines Mikrokosmos des Lebens befand oder er einfach überhaupt nicht realisierte, was er für eine Außenwirkung auf außenstehende hat: Bartstoppeln in seinem zusammengefallenen Gesicht, ein blasser leerer Blick und die langen grauen Haare nur flüchtig mit der Hand nach hinten gestreift – Alles in Allem ein Eindruck und Auftreten, dass in einer Theatergruppe oder auf einer Schauspielschule ohne weiteres einen hervorragenden, auf der Straße lebenden Alkoholiker abgegeben hätte. Doch hier war dieses Auftreten irgendwie unangebracht und wären nicht die kleinen Details, das Deodorant, das einem Kenner verriet hier verströmt „Gaultier“ seinen Duft, die Uhr, die dem geübten Blick trotz vermeintlich günstigem Aussehen verriet, das es sich um eine teure Schweizer Uhrenmarke handelte, man könnte meinen dieser auf die sechzig zugehende Mann sei frisch von der Straße.

„Ah, Johann, bitte setzen Sie sich doch!“ begrüßte er mich und zeigte auf einen Stuhl vor seinem großen, mit Akten übersäten Schreibtisch aus einer Zeit lange vor dem Professor. Die Rollos im Büro waren geschlossen und so erhellte nur die Schreibtischlampe mit dem geschwungenen grünen Schirm und dem breiten Messingfuß den Raum. Diese Lampe machte es schwer, sehr viel mehr zu erkennen als den Oberkörper des Professors, doch manchmal wenn er den Kopf nach unten beugte spiegelte sich das Licht in seiner schweren Hornbrille wieder, die dem ganzen etwas Unwirkliches verlieh und die Zeit zurückzudrehen schien.

„Sie werden sich sicher fragen, weshalb ich Sie her bestellte“, hob er zu reden an und blätterte in so etwas wie einer Handakte und ohne den Kopf aufzurichten und mich anzusehen verfiel er in ein monolog-artiges Gespräch, das keine Gelegenheit für Zwischenfragen zuließ: „Nun Johann, vielleicht wissen Sie, das wir ab und an von einigen Unternehmen oder Firmen Anfragen bekommen, die darauf gerichtet sind, geeignete Bewerber zu empfehlen.“

‚Woher soll ich das denn wissen und vor allem, welche Firma kann daran Interesse haben, Studenten der Politikwissenschaft und der politischen Analyse anzuheuern‘, dachte ich bei mir, wenn ich schon keine Gelegenheit hatte, meine Zwischenfragen direkt zu stellen. Zumal es mir wirklich mehr als überraschend vorkam, weshalb Firmen an ausgerechnet diesen Studiengängen und deren Absolventen Interesse zeigen sollten. Ich wählte das Studium ja auch nur aus, um mein Interessengebiet zu erweitern und nicht im Hinblick auf eine Karriere, die ich bei diesen Studienschwerpunkten ohnehin von vornherein nicht sah.

„Johann,“ sich eine Pfeife in den Mund steckend beschloss Professor Grün seinen Monolog ohne von den Unterlagen aufzusehen fortzusetzen, „Johann, Ihre Ergebnisse in der Analyse sind wirklich hervorragend und auch Ihre anderen Leistungen sprechen für Sie.“ Die Pfeife, an der der Professor bei diesen Sätzen so gierig zog belohnte die Bemühungen und ließ eine ersehnte Rauchsäule in den Raum aufsteigen. „Zudem habe ich auch mit anderen Kollegen gesprochen und alle bestätigten mir, dass Sie ein ziemlicher Einzelgänger sind. Gut,“ eine kurze Pause und geschlossene Augen, gerade so, als wäre er sich nicht sicher wie es weiter geht, „das ist sogar sehr gut, Johann.“

‚Was soll denn daran gut sein, wenn ich gemieden wurde und ich mich irgendwann einmal damit abfand, hier auf dem Campus wohl keine Freunde zu finden. ‘

„Wissen Sie Johann, manchmal stellt sich raus, dass es gar nicht so schlecht ist, allein und zielstrebig auf seinem Weg zu sein. Wenn ich mir Ihre Leistungen und Ihren Werdegang hier ansehe muss ich sagen, dass es vielleicht aus sozialer Hinsicht nicht gerade ein positiver Werdegang war, den Sie hier hinlegten in den zurück liegenden Jahren. Doch den bewerten wir hier auch nicht. Zumindest interessiert er mich nicht.“

‚Na da bin ich aber beruhigt‘ konnte ich mir im Geiste nicht verkneifen, ‚was soll ich eigentlich hier? ‘.

„Machiavelli sagte einmal,“ – oh Gott, jetzt fing er noch mit diesem alten italienischen, philosophischen Extremisten an – „Politik ist die Kunst an die Macht zu kommen, an der Macht zu bleiben und aus der Macht den größten Nutzen herauszuziehen.“

Mir war dieser Ausspruch Machiavellis mehr als bekannt, zumal es mir ein tiefes Anliegen war, dessen Thesen und Aussagen in meinen Analysen und Referaten zu widerlegen.

„Da die Politik aber nicht stehen bleibt und der Politiker heute zudem seine Handlungen immer häufiger der Öffentlichkeit gegenüber rechtfertigen muss,“ hatte ich nur den Eindruck oder biss er sich die Zähne bei diesen Feststellungen zusammen, „wird sich zum Machterhalt weltweit gern der Dienste bedient.“

Hatte ich nur den Eindruck oder legte er jetzt eine übernatürlich lange Pause in seinem Monolog ein? Die Augen geschlossen, gerade so, als ob er in seinem Kopf etwas Revue passieren lassen muss. Vereinzeltes Zusammenkneifen der Lider, als ob Erinnerungen unterdrückt werden und wieder in die Tiefen des Gehirns verdrängt werden sollten. Als er die Augen wieder öffnete, die den Blick wieder in der Handakte dort aufzunehmen schienen wo sie waren bevor er in diese kurze Pause zurückfiel hat sich sein Ton verändert. Vom zuvor leicht melancholischen Tonfall eines Selbstgespräches wurde die Ansprache jetzt sachlicher und trockener, direkt an mich gerichtet:

„Ich habe mir angesichts Ihrer Leistungen erlaubt, Sie für den Nachrichtendienst als Analyst vorzuschlagen. Die Formalitäten sind soweit geklärt und Ihre Abschlussnote steht bereits fest, wenn Sie sich entscheiden, diesen Weg einzuschlagen. Sie können morgen bereits dort beginnen. Man erwartet Sie, Johann.“ Jetzt hob er die Augen und blickte mich direkt an. Der Blick so durchdringend, das er keinen Widerspruch duldete und aus mir wie automatisch ein „Ja, vielen Dank Herr Professor“ hervor drückte.

„Fein,“ sagte er, schob im Aufstehen mit seinem Hinterteil seinen schweren Stuhl zurück und streckte mir seine Hand entgegen: “Dann ist ja alles geklärt. Ich wünsche Ihnen Viel Erfolg dort in Pullach, Johann.“

Leicht zögerlich stand auch ich auf und ergriff nach einem kurzen Zögern die mir entgegen gestreckte Hand, beim Berühren fühlend, dass mir ein kalter Schauer den Rücken herunter lief und nicht wissend, ob ich das wirklich wollte.

Sicher, ich hatte schon einmal etwas vom Bundesnachrichtendienst gehört, der in Pullach seinen Sitz hatte. Der deutsche Geheimdienst, in meinen Augen bis dahin immer eine so überflüssige Behörde wie der Kropf beim Menschen. Nie hörte man etwas von dessen Arbeit, nie waren Erfolge dieses Dienstes in der Berichterstattung irgendwo zu lesen, warum gab es ihn also? Die Gedanken quälten mich beim ganzen Weg zu meiner kleinen Studentenwohnung, die ich gegen Abend an diesem Tag erreichte.

Dort angekommen, noch immer die Gedanken in mir tragend, was ich dort wohl sollte und vor allem, bei wem ich mich denn nun...

Erscheint lt. Verlag 15.6.2018
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
ISBN-10 0-00-007882-4 / 0000078824
ISBN-13 978-0-00-007882-7 / 9780000078827
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