Apocalypsis - Der Schlüssel zur Wahrheit (eBook)
574 Seiten
beTHRILLED (Verlag)
978-3-7325-6350-0 (ISBN)
Die Welt zwischen zwei Feuern! Rasanter Abschluss der Apocalypsis-Trilogie
Die Welt steht am Rande des Untergangs. Peter Adam hat apokalyptische Visionen. Als seine Frau und seine kleine Tochter Maya bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommen, eröffnet ihm sein Bruder Nikolas, dass ihr Tod im Zusammenhang mit den Aktivitäten eines okkulten Ordens steht. Zu spät erkennt Peter, dass er der Schlüssel zu allem ist. Dass er das Böse längst entfesselt hat. Und dass nur er das Ende der Welt noch aufhalten kann ...
'Letzter Teil einer sensationellen Trilogie, die an Spannung wohl kaum zu übertreffen ist.' Frankfurter Stadtkurier
eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!
<p>Mario Giordano, geboren 1963 in München, schreibt erfolgreich Romane wie die Apocalypsis-Trilogie oder die humorvolle Krimi-Reihe um Tante Poldi, aber auch Kinder- und Jugendbücher sowie Drehbücher (u.a. Tatort, Schimanski, Polizeiruf 110, Das Experiment). Giordano lebt in Berlin.<br></p>
Mario Giordano, geboren 1963 in München, schreibt erfolgreich Romane wie die Apocalypsis-Trilogie oder die humorvolle Krimi-Reihe um Tante Poldi, aber auch Kinder- und Jugendbücher sowie Drehbücher (u.a. Tatort, Schimanski, Polizeiruf 110, Das Experiment). Giordano lebt in Berlin.
I
17. Juli 2011, Jerusalem
Dies war das Ende, kein Zweifel. Die Prophezeiung des Malachias hatte sich erfüllt. Dies war das Ende des Papsttums, das Ende der römisch-katholischen Kirche, möglicherweise der Anfang vom Ende des gesamten Christentums. In jedem Fall das Ende einer ganzen Weltordnung. Diese Gewissheit, drückend und dunkel wie ein Ozean, verdichtete sich mit jedem weiteren Schuss, den der Papst auf seinen Privatsekretär abfeuerte.
Auf dem Petersplatz.
Vor den Augen der Welt.
Mit jedem Schuss wurde der Riss, der durch die Welt ging, tiefer. Blieb nur die Frage, ob dieser Mord auch das Ende der Apokalypse markierte – oder ihre Vollendung.
Aber was auch immer nun alles enden würde, Franz Laurenz wandte den Kopf weder ab, noch schlug er wie seine Tochter Maria die Hände vors Gesicht. Er starrte einfach weiter auf die riesige Monitorwand vor sich, sah Edward Kelly zusammenbrechen, seinen Kopf aufplatzen und sein Blut über die Bühne und auf die Messgewänder der Diakone ringsum spritzen. Den Mann, der wer weiß wie viele Jahrhunderte gelebt hatte, die Inkarnation des Bösen, die rechte Hand Satans. Franz Laurenz sah, wie Kelly starb und wie Papst Petrus II. die Waffe anschließend in aller Ruhe auf dem Altar ablegte. Eine blasphemische und obszöne Geste, bei der Laurenz zum ersten Mal übel wurde. Er stöhnte auf, wie unter einem dumpfen Schmerz, der nie wieder vergehen würde. Dennoch wandte Laurenz den Blick nicht ab, sah weiter zu, wie sich nach dem ersten Schock nun eine Welle aus Panik und Bestürzung unter den Diakonen, Ministranten und Chorknaben um den Papst herum ausbreitete, immer größer wurde, über den Petersplatz raste und die Tausenden von Gläubigen ergriff. Laurenz hörte sie wie aus einem Mund aufschreien und stellte sich vor, dass mit ihnen gerade Millionen von Menschen an den Fernsehern ebenso aufschrien. Die ganze Welt schrie auf. Die Stimme des italienischen Kommentators überschlug sich und brach immer wieder ab. Zwei Schweizergardisten warfen sich auf den Papst und drückten ihn zu Boden.
Erst da wandte sich Franz Laurenz um. Keiner der Anwesenden in der bunkerartigen Kommunikationszentrale sprach, niemand schrie. Sie alle starrten nur fassungslos auf das Geschehen, das immer noch live übertragen wurde. Wenige Minuten zuvor hatte Laurenz Yoko Tanaka gebeten, die Liveübertragung der Messe, die der Papst auf dem Petersdom zelebrierte, auf die Monitorwand zu legen. Franz Laurenz war neugierig gewesen, mit welcher Botschaft an die Gläubigen in aller Welt der Papst sein langes Schweigen endlich brechen wollte. Nach den Ereignissen auf Oak Island hatte er sogar eine heimliche Botschaft an ihn persönlich erwartet. Alles. Nur keinen Mord.
Neben ihm riss sich auch Maria von den Fernsehbildern los und wandte sich ihm zu.
»Sag mir, dass das nicht wahr ist, Papa«, flüsterte sie voller Entsetzen. Laurenz gab ihr keine Antwort. Er wusste es selbst nicht.
»Schalten Sie auf CNN!«, rief er in den Raum. »Auf jeden Nachrichtensender, den Sie kriegen können!«
Yoko Tanaka gab das Kommando an einen der Techniker weiter. Die Monitorwand flackerte kurz, teilte sich in viele kleine Bereiche und zeigte Augenblicke später die Programme der wichtigsten internationalen Fernsehsender. Überall die gleichen Bilder. Der Papst wurde inzwischen von den beiden Schweizergardisten und zwei Bodyguards der vatikanischen Gendarmerie weggeführt. Laurenz konnte Oberst Res Steiner in der Menge erkennen, den Kommandanten der Garde und Nachfolger von Urs Bühler. Steiner versuchte zum Papst vorzudringen, geriet jedoch in eine Gruppe panischer Nonnen und kam nicht weiter, während seine Leute den Papst hastig hinter die Bühne brachten. Petrus II. hatte die Mitra verloren, ging aber aufrecht und ohne jede Gegenwehr. Kellys Leiche war in dem Getümmel nicht mehr zu sehen, das beunruhigte Laurenz. Überhaupt wirkte alles so, als versuchten die Gardisten, den Papst so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone zu schaffen. Als sei er soeben Opfer eines Attentats geworden. Kein Wunder, dachte Laurenz, denn es gab kein Szenario für diesen Fall, die Gardisten und Gendarmen spulten nur ab, was sie immer wieder trainiert hatten.
Dann sah Laurenz, wie der Papst sich mit einem Ruck nach der Stelle umwandte, an der Kelly liegen musste. Als ob auch er sich noch einmal versichern wollte, dass er wirklich tot war.
»Geben Sie mir die Zentrale in Rom! Geben Sie mir Steiner!«, rief Laurenz, doch im selben Moment klingelte sein Handy. Eine israelische Nummer.
»Ja?«
»Kaplan hier. Haben Sie es schon gesehen?« Die Stimme des Großrabbiners von Jerusalem klang angespannt, aber erstaunlich beherrscht.
»Ja.«
»War das echt oder inszeniert?«
»Was soll die Frage, Kaplan?«
Der Großrabbiner schwieg einen Moment. »Nun, ehrlich gesagt frage ich mich gerade, ob Sie etwas damit zu tun haben. Nehmen Sie es mir nicht übel, aber Sie waren mehrere Tage verschwunden. Dann fliegt in Nova Scotia eine ganze Insel in die Luft, Sie schicken mir diese junge Frau mit dem Amulett, die Frau wird kurz darauf ermordet. Wenige Tage später tauchen Sie in Jerusalem auf, ziehen sich aber sofort in einen Bunker ihres Freundes Nakashima zurück. Und nun dieser Mord oder was immer es war, der alles verändern wird, die ganze Welt. Verstehen Sie nicht, dass mich das misstrauisch macht? Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass ein Papst nach Hegemonie strebt. Also frage ich Sie ganz konkret, Laurenz: Sind wir noch Verbündete im Kampf um den Erhalt unserer Religionen? Und damit meine ich, einschließlich des Islam.«
Laurenz zögerte kurz. Auf den Monitoren liefen immer noch die Livebilder vom Petersplatz. Die Menge der Gläubigen war in Aufruhr. Einige Sender zeigten Nahaufnahmen völlig verzweifelter Menschen, Nonnen in Schockstarre, Jugendliche, die in Schreikrämpfen am Boden zusammengebrochen waren, Tausende, die in blinder Panik vom Petersplatz flohen, Schweizergardisten und Gendarmen, die den Tatort absperrten.
»Ich war in letzter Zeit nicht ganz aufrichtig zu Ihnen, Kaplan«, sprach Laurenz leise weiter. »Dafür bitte ich Sie um Verzeihung. Ich werde Ihnen bald alles erklären. Im Augenblick aber bitte ich Sie einfach nur, mir zu vertrauen. Ohne Sie und auch ohne Mekka werde ich es nicht schaffen.«
Er hörte den Rabbiner ausatmen. »Nun gut«, sagte er schließlich. »Halten Sie mich auf dem Laufenden und passen Sie auf sich auf, mein Freund. Gott schütze Sie.«
Als Laurenz sein Handy wieder einsteckte, fühlte er sich etwas gefasster. Erst jetzt bemerkte er die Stille in dem Kommandoraum. Irgendjemand hatte den Ton der TV-Übertragungen abgeschaltet. Nur das Surren der Lüftung war noch zu hören. Maria, Yoko Tanaka, Pater Anselmo und sämtliche Mitarbeiter sahen ihn schweigend an, und Laurenz verstand in diesem Augenblick, was nun auf ihn zukam.
Dass er führen musste. Ob er wollte oder nicht.
Nakashimas Jerusalemer Lagezentrum lag abhörsicher und vor Angriffen geschützt tief im Untergeschoss einer Bank, die zum Nakashima-Konzern gehörte. Ein großer Kontrollraum aus nacktem Beton, diffus beleuchtet und an einer Seite beherrscht von der großen Monitorwand, die bis vor einer halben Stunde noch wechselnde Ausschnitte von Rom, Köln, Santiago de Compostela und Jerusalem gezeigt hatte, sowie Satellitenbilder und Drohnenaufnahmen der Laguneninsel Poveglia und der Île de Cuivre. Unter der Leitung von Yoko Tanaka filterte und analysierte hier ein Dutzend ausgesuchter Spezialisten in drei Schichten E-Mails, Tweets, Telefonate und Kurznachrichten aus der ganzen Welt. Von dem Kontrollraum zweigten ein gläserner Besprechungsraum, sanitäre Anlagen, eine kleine Kantine, ein Labor und eine medizinische Station ab. Eine private Geheimdienstzentrale mit High-Tech-Ausstattung, und alles nur, um eine Spur von Peter, Nikolas, Seth und den Trägern des Lichts zu finden. Und dem Amulett mit dem Kupferzeichen, das seit Marina Biharis Tod verschwunden war. Nakashima selbst erholte sich an einem geheimen Ort von der Schussverletzung durch Kelly auf Oak Island. Laurenz hatte ihn seit jenem Tag nicht mehr gesehen.
Im Augenblick dachte er aber nicht an Nakashima, sondern wandte sich an den blassen jungen Jesuiten in dem verwaschenen T-Shirt, der neben Maria stand.
»Pater Anselmo, nehmen Sie Kontakt mit unseren Leuten im Vatikan auf. Wir brauchen eine Bestätigung, dass es sich bei dem Toten wirklich um Kelly handelt. Haben Sie Oberst Steiner erreicht?«
»Negativ, Meister, aber ich versuche es weiter.« Pater Anselmo verwendete die Anrede »Meister« inzwischen so selbstverständlich wie jedes andere Mitglied des Ordens vom Heiligen Schwert, und zeigte damit, dass er nun Teil eines jahrhundertealten Geheimbundes innerhalb der Kirche war, hervorgegangen aus dem Templerorden und mit dem einen Ziel, das verlorene Geheimnis der Templer wiederzufinden und nicht in die Hände jener zweiten Splittergruppe fallen zu lassen, die sich »Träger des Lichts« nannte.
»Ich brauche eine Verbindung zu Nakashima San«, wandte sich Laurenz danach an Yoko Tanaka.
»Ich fürchte …«
»Versuchen Sie es«, schnitt ihr Laurenz das Wort ab. »Jetzt, sofort. Bitte.«
»Was hast du vor?«, fragte Maria.
»Uns einen Überblick über die Lage verschaffen.«
Es sollte zuversichtlich klingen. Klang es aber nicht. Laurenz spürte, wie Schock und Angst ihn nun unaufhaltsam erreichten. Maria offenbar auch, denn ohne ein weiteres Wort trat sie auf ihn zu, umarmte ihn, hielt ihn fest, als drohe er, gleich umzufallen. Laurenz spürte ihre verbundene linke Hand an seinem Rücken, erwiderte die Umarmung seiner Tochter, drückte sie mit...
| Erscheint lt. Verlag | 12.6.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Ein Peter-Adam-Thriller |
| Ein Peter-Adam-Thriller | Ein Peter-Adam-Thriller |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Krimi / Thriller |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 20. - 21. Jahrhundert • Apokalypse • Armageddon • Bibel • Boot • Dan Brown • Flugzeugabsturz • Harmageddon • Illuminati • Konklave • Maya • Nikolas • Offenbarung • Papst • Peter Adam • Religion • Robert Langdon • Rom • Sakrileg • Siegel • Thriller • Tsunami • Vatikan • Vatikanthriller • Verschwörung • Verschwörungssthriller • Weltuntergang |
| ISBN-10 | 3-7325-6350-2 / 3732563502 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-6350-0 / 9783732563500 |
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