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G. F. Unger Western-Bestseller 2364 (eBook)

Lost-River-Partner

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-6613-6 (ISBN)

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G. F. Unger Western-Bestseller 2364 - G. F. Unger
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Auf dem reißenden Fluss werden Lance Scott und die schöne Sally Brown zu Partnern. Es ist der einzige Weg nach Lost River City, wo sie beide Rache suchen ...


Als Lance Scott wieder einmal bei der Arbeit innehält und zu ihnen hinaufblickt, da sagt einer von ihnen zu den beiden anderen: »Das wird nicht einfach mit dem da. Der ist eine harte Nummer.«

»Das sind wir auch – jeder von uns«, erwidert ein anderer lässig.

Und der dritte Mann ihres Kleeblatts nickt nur dazu. Schließlich öffnet er doch den hartlippigen Mund und murmelt: »Und wir sind zu dritt. Er aber ist verdammt allein, nicht wahr?«

Da nickten sie alle drei, und es herrscht irgendwie ein gnadenloses Einverständnis zwischen ihnen.

Wieder schweigen sie eine Weile und sehen dem Mann am Ufer zu, der wieder seine Arbeit aufgenommen hat.

Ja, sie sind drei harte Burschen, so hart wie dieses Land in den Bitter Roots im nordwestlichen Montana.

Aus der Tür hinter ihnen tritt nun eine Frau.

Auch sie kam vor einigen Tagen hier an und fand Arbeit im Gasthaus, weil die Frau des Storehalters und Gasthauswirts im neunten Monat schwanger ist und fast stündlich darauf wartet, dass es losgeht, wie sie manchmal sagt.

Es ist eine mehr als nur hübsche Frau, die vor einigen Tagen von irgendwoher auf einem Maultier angeritten kam.

Nun geht sie mit zwei Holzeimern zum Fluss hinunter, um dort Wasser zu holen.

Die drei Hartgesottenen sehen ihr nach, bis sie außer Hörweite ist. Dann murmelt einer: »Die hätte ich gerne einen langen Winter in meiner Hütte und unter meiner Decke. Die wäre mal was anderes als eine Squaw, nicht wahr? Ich wette mit euch, dass die da nur äußerlich so blond und kühl wirkt. Unter ihrer Oberfläche brennt sicher ein heißes Feuer. Ja, ich möchte …«

»Verkneif es dir«, unterbricht ihn einer der beiden anderen Kerle. »Wir wollen nicht noch Ärger mit dem Wirt und dessen Gehilfen. Wir werden schon genug Ärger mit dem da unten bekommen, wenn wir ihm klarmachen, dass er das schöne Floß für uns gebaut hat. Vielleicht schafft er sogar einen von uns.«

»Wir müssen ihn einkeilen«, spricht der Dritte. »Er darf keine Hoffnung mehr auf die kleinste Chance haben.«

Indes hat die Frau mit den beiden Holzeimern das Ufer erreicht, nicht weit entfernt von dem arbeitenden Mann, der sich Lance Scott nennt.

Er hält inne mit der Axt in der Hand und sieht sie an. Seinen Blick erwidert sie fest und schenkt ihm ein etwas herbes Lächeln.

Dann spricht sie: »Die drei bösen Pilger dort oben wollen Ihr Floß.«

»Ich weiß.« Er lächelt. »Die sind zu faul und zu dumm, um ein Floß zu bauen, das diesen wilden Fluss besiegen kann. Die müssen versuchen, sich eins zu stehlen. Aber machen Sie sich keine Sorgen um mich, Ma’am.«

Sie erwidert nichts und füllt erst beide Holzeimer mit dem klaren, reinen Wasser des rauschenden Flusses, der wenig weiter zwischen zwei steilen Felswänden mit gewaltigem Druck wie durch eine enge Röhre abwärts schießt.

Ein Boot könnte sich in den wirbelnden Strudeln gewiss nicht halten. Doch ein breites und flaches Floß, dem es nichts ausmacht, wenn es über die Klippen rutscht, hat da sehr viel größere Chancen.

Bevor die junge Frau die beiden Holzeimer aufnimmt, sagt sie noch einmal mit ruhiger Stimme: »Wenn Sie nur mit meiner Hilfe überleben und das Floß behalten können, dann wird uns das zu Partnern machen, Mister. Dann werden Sie mir was schuldig sein.«

Nach diesen Worten geht sie den mäßig ansteigenden Hang hinauf. Die beiden mit Wasser gefüllten Eimer, die gewiss nicht leicht sind, trägt sie mühelos. Dabei ist sie nur mittelgroß für eine Frau und wiegt wahrscheinlich nicht mehr als hundertzwanzig Pfund, eher etwas weniger. Auf der Veranda grinsen die drei Kerle sie an.

»Schwesterchen«, sagt einer, »das hätten wir gern für Sie getan. Haben wir denn gar keine Chance bei Ihnen?«

Sie verhält kurz und sieht sie der Reihe nach an.

»Nein«, erwidert sie, »keiner von euch hat eine Chance.«

In ihrer Stimme ist ein Klang, der ihren Worten noch einen tieferen Sinn zu geben scheint, und den scheinen die drei Kerle plötzlich zu spüren.

Und so nehmen sie die Blicke von ihr und richten sie auf den Mann unten am Ufer, wo das Floß nun fertig ist. Es schwimmt im Fluss, ist festgemacht mit zwei Leinen, die hinauf zu zwei Bäumen reichen.

Der Mann beginnt den Frachtwagen zu entladen. Der Wagen steht dicht beim Floß, ebenfalls am Ufer. Lance Scott muss die Ladung nicht weit tragen. Er beginnt sie auf dem Floß zu verstauen und festzubinden. Das dauert länger als eine Stunde. Zum Schluss deckt er alles mit der Wagenplane zu und zurrt sie gründlich fest.

Den Wagen und auch das Gespann hat er schon vor Tagen dem Besitzer der Siedlung verkauft.

Man sieht ihm an, dass er fertig ist.

Er zieht sich die Handschuhe aus. Die ganze Zeit trug er diese Handschuhe, so als legte er besonderen Wert darauf, seine Hände zu schonen und sie nicht von der schweren Arbeit zu hornig werden zu lassen.

Und stets hatte er sein Gewehr in Reichweite.

Nun nimmt er den Revolvergurt vom Fahrersitz des Wagens und wirft ihn sich mitsamt dem Colt im Holster um die Hüften.

Es ist eine lässige und doch schnelle Bewegung.

Einer der drei Kerle auf der Veranda pfeift leise durch die Zähne.

»Habt ihr das gesehen?« So fragt er heiser.

Die beiden anderen nicken stumm.

Aber dann entschließen sie sich im stillschweigenden Einverständnis. Sie verlassen die Veranda und gehen Lance Scott entgegen. Genau in der Mitte zwischen Flussufer und Gasthaus treffen sie sich, halten an.

Die Entfernung zwischen ihnen beträgt kaum zehn Yards.

Einige Sekunden lang herrscht Schweigen.

Dann spricht einer der drei Hartgesottenen: »Du hast es gewiss schon geahnt, Bruderherz, nicht wahr? Wir wollen dein schönes Floß. So gut hätten wir es niemals zusammenzimmern können. Du verstehst wirklich eine ganze Menge vom Floßbau. Zimmere dir ein neues zusammen. Es kostet dich nur zwei Wochen.«

Nach diesen Worten weichen sie auseinander. Die beiden Partner des Sprechers rechts und links von diesem wollen Lance Scott umgehen. Und so wird er bald eingekeilt sein, sie nicht mehr alle drei vor sich haben.

Er kann nicht mehr warten. Denn sonst muss er sich nach drei Seiten verteidigen. Und so zieht er, gibt damit zugleich auch ihnen das Zeichen.

Sie brüllen auf und schnappen nach ihren Waffen. Drei gegen einen sind sie, aber das war schon oft so auf ihren rauchigen Wegen und der ständigen Suche nach Beute.

Die Revolver beginnen zu krachen.

Lance Scott ist schnell, so schnell, wie ein Revolvermann nur sein kann. Ja, es wird in dieser Sekunde klar, dass er ein Revolvermann ist.

Doch das sind die drei bösen Pilger ebenfalls, wenn auch gewiss von der schlechten und bösen Sorte, die man verächtlich Revolverschwinger nennt.

Lance Scott schafft zwei der drei Kerle.

Als er herumwirbelt, um seinen Revolver auf den dritten Mann zu richten, da hört er bereits den Knall einer Schrotflinte.

Und er sieht, wie die Ladung, die aus beiden Läufen kommt, den dritten Mann ohne Gnade von den Beinen fegt.

Die Frau steht auf der Veranda, wird umweht vom Pulverdampf.

Es ist vorbei.

Er weiß, dass er den dritten Gegner gewiss nicht mehr geschafft hätte. Sie hat ihm diesen Gegner abgenommen. Er verdankt ihr eine Menge. Ja, er ist ihr – so wie sie zuvor sagte – etwas schuldig.

Die Leute der Siedlung kommen da und dort zum Vorschein.

Luke Harris, der hier der Boss ist, tritt aus dem Store.

Er starrt zu Lance Scott hinüber: »Das musste so kommen«, ruft er bitter. »Darauf steuerte alles zu, verdammt!«

Er blickt zu der jungen Frau hin, welche immer noch auf der Veranda verharrt, die abgefeuerte Schrotflinte in den Händen.

»Sally, warum haben Sie sich da eingekauft?«, ruft er bitter.

»Weil er mich nun auf seinem verdammten Floß mitnehmen muss nach Lost River City«, erwidert sie. »Weil er mir das nun schuldig ist.«

Es herrscht einige Sekunden lang Schweigen.

Die drei Hartgesottenen, die sich das Floß erobern wollten, liegen bewegungslos im Gras.

Die Leute der Siedlung verharren noch.

Die Frau aber, welche der Storehalter und Wirt Sally nannte, sagt herb zu Lance Scott: »Ich hole mein Gepäck. Es dauert nur wenige Sekunden. Fahren Sie nicht ohne mich ab!«

Er verharrt, weiß noch nicht, was er tun soll.

Ja, er steht in ihrer Schuld.

Aber kann und soll er sie mitnehmen, diesen wirklich wilden Fluss hinunter, der sich irgendwo in den Bitter Roots verliert?

Er blickt auf Luke Harris. »Zwischen uns ist wohl alles klar, Harris?« So fragt er.

Dieser nickt nur deutet dann auf die drei leblosen Gestalten. »Wir werden sie beerdigen, so wie es Christenpflicht ist, obwohl sie gewiss keine Christen waren. Wir werden ihre Pferde und ihre Siebensachen als Entgelt für unsere Mühen betrachten. Viel Glück, Lance Scott. Auf diesem verdammten Fluss braucht man das.«

Lance Scott nickt nur und wendet sich seinem Floß zu.

Er hat schon eine Leine gelöst, als Sally mit ihrem wenigen Gepäck angelaufen kommt. Auch ein Gewehr ist dabei. Sie wirft alles auf das Floß und macht die zweite Leine los. Als sie aus dem flachen Wasser auf das Floß springt, da tut sie es mit einer geschmeidigen Bewegung.

Und sofort übernimmt sie das vordere Steuerruder.

Lance Scott steht hinten und drückt das Floß in die Strömung hinein, die es dann erfasst. Dann geht es flussabwärts in rasender Fahrt.

Sie haben beide...

Erscheint lt. Verlag 19.6.2018
Reihe/Serie Western-Bestseller
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Bestseller • bud-spencer • buffalo-bill • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Country • Cowboy • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Serie • sonder-edition • Western • Western-roman • Westernromane • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp
ISBN-10 3-7325-6613-7 / 3732566137
ISBN-13 978-3-7325-6613-6 / 9783732566136
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