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Der Bergdoktor 1925 (eBook)

Die schönste Frau des Zillertals
eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-6564-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Bergdoktor 1925 - Andreas Kufsteiner
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Die schönste Frau des Zillertals - Als die hübsche Mareile in St. Christoph für Aufregung sorgte


Die Gesundheit ist das Wichtigste im Leben - das weiß niemand besser als die junge Floristin Mareile Weixler. Sie ist in ihrem Leben mit vielem gesegnet worden: einer idyllischen Heimat, einem traumhaften Äußeren und Felix, dem liebsten Sohn, den sich eine Mutter wünschen kann. Doch nun hat sie das Glück verlassen, denn Mareile leidet unter Osteomyelofibrose, einer unheilbaren und lebensbedrohenden Krankheit. Was soll nur aus Felix werden, wenn seine Mama nicht mehr bei ihm ist?

Schweren Herzens macht sie sich auf den Weg zur Praxis des Bergdoktors. Dr. Burger ist ihre allerletzte Hoffnung ...

Die Konditorei »Kostner« lag direkt an der belebten Ladenstraße von Mayrhofen. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee wehte von den Tischen herüber und lockte so manchen Passanten an einen der einladend gedeckten Tische.

Bei dem wunderbaren Sommerwetter wurde auch im Freien serviert. Sonnensegel schützten die Gäste vor der größten Hitze. In der Nähe schwebten die Gondeln zweier Bergbahnen lautlos über die nahen Hänge.

In dem Lokal wurde eine üppige Auswahl an selbst gemachten Torten angeboten, dazu resche Weckerln und Gebäck, das Gaumen und Sinne verwöhnte.

Mareile schlang die Hände um ihren Kaffeebecher und atmete genießerisch den vertrauten Geruch ein. Ihr kleiner Sohn hatte im Handumdrehen sein Eis gelöffelt. Nun schlummerte er, den Kopf auf der gemütlichen Sitzbank an ihre Taille gekuschelt und die Beine an den Körper gezogen. Nur Kinder waren so biegsam, dass diese Position bequem für sie war.

Mareile faltete ihre Strickjacke und schob sie behutsam unter den Kopf ihres Kindes. Während sie durch seine dunklen, leicht gewellten Haare strich, spürte sie eine Liebe in sich aufsteigen, die sie sich früher niemals hatte vorstellen können.

Als sie vor fünf Jahren herausgefunden hatte, dass sie schwanger war, war ihr ganzes Dasein ins Wanken geraten. Heute war Felix ihre ganze Welt. Wie sich die Dinge ändern konnten …

Mareiles Blick folgte sehnsüchtig einer der Kabinen, die hinauf in die Berge fuhren, aber ihr Ziel war ein anderes. Felix und sie rasteten nur, bevor sie ihre Fahrt nach St. Christoph fortsetzen wollten. Eine halbe Stunde Fahrt lag noch vor ihnen.

Bei dem Gedanken daran bildete sich in Mareiles Magen ein Klumpen. Fünf Jahre war sie nicht mehr daheim gewesen. Wie würde der Empfang aussehen? Würde ihr Vater sie überhaupt bei sich aufnehmen?

Vor ihr stand ihr Laptop aufgeklappt auf dem Tisch. Sie hatte sich in das Netzwerk eingeloggt und ihre Homepage aufgerufen.

Frauenpower. Mareile hatte die Seite ins Leben gerufen, nachdem ihr Hausarzt ihr die Diagnose mitgeteilt hatte.

Anfangs hatte sie nur eine Art öffentliches Tagebuch geführt. Es war eine Erleichterung gewesen, sich ihre Sorgen und Ängste von der Seele zu schreiben. Doch schon bald hatten andere Frauen in den Kommentaren von ihren Erfahrungen berichtet, einige hatten um Rat gebeten. So hatte sich ein Austausch entwickelt.

Mareile strich sich eine Strähne ihrer dunklen Haare hinter das Ohr. Sie wollte nur rasch schauen, ob neue Einträge eingetroffen waren, ehe sie weiterfuhr.

Tatsächlich gab es zwei neue Kommentare.

Hallo, ich bin verzweifelt. Mein Freund hat mich vor zwei Jahren überredet, meine Brüste mit Implantaten zu vergrößern. Nun möchte er, dass ich sie gegen größere tauschen lasse. Ich möchte das nicht, aber ich habe Angst, ihn zu verlieren, wenn ich es nicht machen lasse. Was soll ich nur tun?

Net die Implantate, sondern den Freund tauschen, ging es Mareile durch den Kopf. Sie stellte ihren Becher ab und wandte sich dem zweiten Eintrag zu. Er stammte von einer Frau, die sich unter dem Namen Gänseblümchen eingeloggt hatte.

Bei mir wurde heute Brustkrebs festgestellt. Mein Mann und ich haben drei Kinder. Mein Vater ist ein Pflegefall. Sie verlassen sich auf mich und ahnen noch nichts von meiner Diagnose. Wie sage ich meiner Familie nur, dass ich krank bin?

Mareile kniff die Lippen zusammen. Sie konnte die Sorgen der anderen Frau gut nachfühlen. Ihr selbst stand eine ähnliche Situation bevor. Auch sie litt unter einer lebensbedrohlichen Erkrankung und wusste noch nicht, wie sie es ihrer Familie mitteilen sollte.

Beklommen blickte sie auf den ausgedehnten blauen Fleck an ihrem Arm hinunter …

Bevor sie sich Antworten auf die beiden Frauen überlegen konnte, hörte sie in der Nähe einen empörten Ausruf.

»Hey, das ist mein Rucksack! Geben Sie den sofort zurück!«

Ihr Kopf ruckte hoch. Der Gast am anderen Ende des Lokals sprang gerade in aller Eile auf, aber er war nicht schnell genug – ein anderer Mann presste einen grünen Rucksack an sich und stürmte mit langen Schritten davon … geradewegs auf Mareile zu!

Sie handelte beherzt und ohne lange zu überlegen: Ihr linkes Bein schnellte vor und stellte sich genau in den Weg des Flüchtenden. Dieser stürzte der Länge nach hin, und der Rucksack entglitt ihm.

Er rappelte sich hoch, fluchte, schaute sich um und entschied, die Flucht zu ergreifen. Mit langen Schritten wetzte er davon und ließ seine Beute zurück.

Der Gast bückte sich nach dem Rucksack und atmete auf.

»Haben Sie vielen Dank«, wandte er sich an Mareile. »Da drin sind alle meine Schlüssel, meine Geldkarte und die Ausweise … Net auszudenken, wenn ich all das hätte ersetzen müssen.«

»Ich bin froh, dass ich helfen konnte. Sie … Moment mal!« Mareile neigte überrascht den Kopf. »Wir kennen uns doch. Lukas, richtig? Lukas Riml!«

»Mareile?« Ihr Gegenüber zwinkerte ihr zu. »Oder sollte ich lieber sagen: Miss Zillertal?«

»Lieber net. Das ist ja schon gar nimmer wahr.«

»Und wen haben wir hier?« Er beugte sich über den schlafenden Buben. »Dein Sohn?«

»Ja, das ist Felix.«

»Er hat dein energisches Kinn.« Ein Lächeln huschte über das gebräunte Gesicht ihres Gegenübers.

Lukas Riml war ein attraktiver Mann, breitschultrig und von der Sonne gebräunt. Seine durchtrainierte Statur und die sportliche Kleidung verrieten, dass er gern und oft in die Natur ging. Seine blonden Haare waren von der Sonne gebleicht.

Lukas arbeitete als Bergführer und organisierte Wander- und Klettertouren in die Berge. Außerdem schrieb er Artikel für diverse Sport- und Outdoor-Magazine. Wind und Wetter hatten ihre Spuren in sein Gesicht gemeißelt, aber das machte ihn nur noch interessanter.

Früher war er ein Einzelgänger gewesen, hatte sich mehr für die Berge als für Frauen interessiert. Ob er inzwischen verheiratet war? Einen Ring trug er jedenfalls nicht.

»Ich danke dir für dein Eingreifen, Mareile«, sagte er rau. »Du hast mir eine Menge Zeit und Ärger erspart.«

»Hab ich gern gemacht. Willst du den Dieb verfolgen?«

»Der ist vermutlich längst weg. Ich werde den Überfall nachher am Polizeiposten melden. Falls der Bazi noch einmal lange Finger macht, ist eine Beschreibung vielleicht hilfreich.« Lukas stemmte eine Hand in die Seite. »Mei, du bist noch hübscher geworden, Mareile.«

»Schmarrn«, wehrte sie ab.

Sie hatte in den vergangenen Monaten deutlich abgenommen. Ihre Garderobe schlackerte an ihrem Körper, und ihre dunklen Haare waren stumpf geworden.

Neben ihr gähnte Felix herzhaft. Dann richtete er sich auf und blinzelte.

»Na, aufgewacht, kleiner Mann?« Lukas nickte ihm zu.

»Ich bin net klein«, protestierte Felix und reckte zum Beweis die Brust hervor. »Ich bin beinahe fünf!«

»Dann kommst du im kommenden Jahr zur Schule?«

»Oh ja, endlich! Und wer bist du?«

»Mein Name ist Lukas. Deine Mama und ich kennen uns von früher.« Lukas deutete über seine Schulter. »Wollt ihr nach St. Christoph? Ich fahre gleich zurück und kann euch mitnehmen.«

»Danke für das Angebot, aber ich habe meinen Wagen in der Nähe geparkt. Wir wollten uns nur kurz stärken.«

»Verstehe. Dein Vater wird sich sicherlich freuen, euch zu sehen.« Lukas reichte ihr die Hand. »Ich mache mich jetzt besser auf den Weg. Wir sehen uns hoffentlich bald wieder.«

»Vielleicht«, blieb sie vage.

»So groß ist unser Dorf net. Man läuft sich beinahe zwangsläufig immer wieder über den Weg. Zum Glück!« Lukas buckelte seinen Rucksack wieder auf und verabschiedete sich von Mareile und Felix.

Sein Lächeln hätte den Schnee auf den Berggipfeln zum Schmelzen bringen können, und es blieb auch nicht ohne Wirkung auf Mareile. Lukas hatte etwas Bodenständiges an sich, das im Nu Vertrauen einflößte.

Sie richtete den Blick auf die Straße, die sich durch den Wald hinauf zu ihrem Heimatdorf schlängelte. In ihrem Magen begann es nervös zu flattern. Wie würde der Empfang daheim ausfallen? Nach fünf Jahren!

Beklommen bemerkte sie, dass Nebel über den Gipfeln aufzog, als wollten sich die Berge selbst verbergen. Wie eine Warnung vor drohendem Unheil …

***

Nebelschwaden krochen wie unheimliche Finger die Wiesen herab. Unwillkürlich drängte sich Filli Burger näher an seine Schwester.

Nicht dass er Angst gehabt hätte, aber etwas unheimlich war ihm schon zumute. Ein kalter Schauder rieselte seinen Rücken hinunter und sorgte dafür, dass sich seine Nackenhärchen aufstellten.

Na gut, ein bisschen Angst hatte er doch. Ein bisschen war okay.

»Wir hätten net so weit laufen dürfen«, wisperte er.

»Es ging net anders«, belehrte ihn seine Schwester. »Wir müssen doch den Poldi wiederfinden.«

»Er ist längst weg.«

»Weil du seine Leine net richtig festgehalten hast.«

»Was machen wir denn jetzt nur?«

»Weiß ich auch noch net.« Tessa rieb sich die Nase, wie immer, wenn sie angestrengt nachdachte. »Hättest du ihn nur richtig festgehalten!«

»Er war so schnell. Ist hinter dem Hasen her, ehe ich mich umschauen konnte«, gab Filli zerknirscht zurück.

»Und nun haben wir die Bescherung.« Seine Schwester blies die Wangen auf. »Wo...

Erscheint lt. Verlag 19.6.2018
Reihe/Serie Der Bergdoktor
Der Bergdoktor
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • alfred-bekker • Alpen • Alpen-Krimi • alpen-roman • anna-martach • Arzt • Arztroman • Arztromane • Bastei • Bergdoktor • Berge • Bergpfarrer • Bergroman • Bestseller • Bianca • christof-hallberg • Cora • Daniel • Deutsch • dieter-adam • Doktor • Dr. • DR • dr daniel • dr laurin • dr-laurin • dr norden • dr-norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Familiensaga • Fortsetzungsroman • Frauen • friebel • für • Großdruck • große-schrift • hans-ernst • Hans Ernst • Heimat • Heimatbuch • Heimatkinder • Heimatromane • hermann-broch • Julia • Kelter • kelter-verlag • Kindle • Landarzt • Liebe • Liebesromane • Magd • martin-Kelter • Medizin • Mira • Modern • morland • Patient • peter-steingruber • Roman-Heft • romantisch • schicksalsromane • Schwarzwald • Serie • Sonnenwinkel • Stefan-Frank • steingruber • Toni-Hüttenwirt • Verlag • waidacher • wilde-kaiser
ISBN-10 3-7325-6564-5 / 3732565645
ISBN-13 978-3-7325-6564-1 / 9783732565641
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