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Ich hab euch so vermisst (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Auflage
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-5753-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Ich hab euch so vermisst - Sherryl Woods
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Bei der Begegnung mit Cole Davis können Cassie nicht einmal ihre besten Freundinnen helfen. Denn eigentlich müsste sie ihre erste große Liebe nach einer bitteren Enttäuschung verachten. Aber als sie dem Mann ihrer Träume gegenübersteht, rast ihr Herz genau wie früher ...



<p>Über 110 Romane wurden seit 1982 von Sherryl Woods veröffentlicht. Ihre ersten Liebesromane kamen unter den Pseudonymen Alexandra Kirk und Suzanne Sherrill auf den Markt, erst seit 1985 schreibt sie unter ihrem richtigen Namen Sherryl Woods. Neben Liebesromanen gibt es auch zwei Krimiserien über die fiktiven Personen Molly DeWitt sowie Amanda Roberts. Nach der Veröffentlichung ihres ersten Liebesromans lasen ihre ehemaligen Kollegen, es waren Journalisten, vorwiegend die Liebessszenen. Einer ihrer Kollegen meinte daraufhin kopfschüttelnd zum Artdirector: 'Und du bist mit ihr zum Kegeln gewesen.' Sherryl Woods sieht aber die heißen Liebesszenen nicht als Mittelpunkt ihrer Liebesromane an. Für sie geht es in den Romanen um Familie, Seelenverwandtschaft, ein gemeinsames Leben sowie auch um ausgelassenen, befriedigenden Sex. An der Ohio State University studierte Sherryl Woods Journalismus. Danach arbeitete sie für diverse Zeitungsverlage und spezialisierte sich auf das Fernsehen. In Ohio sowie in Florida war sie als Fernsehredakteurin tätig. Damit sie hauptberuflich schreiben konnte, kündigte sie im Jahr 1980 ihren Job, allerdings war sie zwei Jahre später wieder in einer leitenden Position tätig. Erst 1986 wurde sie selbstständig und arbeitet seitdem als Autorin. Sherryl Woods selbst ist der Auffassung, dass sie durch ihren Beruf als Journalistin gelernt hat, packend zu schreiben und Menschen zu beobachten.</p>

1. KAPITEL

Mit seinen neun Jahren sah Jake Collins nicht gerade wie ein Schwerverbrecher aus. Ganz im Gegenteil. Cassie fand, dass ihr Sohn einfach nur ein ängstlicher kleiner Junge war, wie er da vor dem Schreibtisch des Sheriffs saß. Die Füße baumelten eine Handbreit über dem Boden, die Brille war an der mit Sommersprossen übersäten Nase nach unten gerutscht. Als er sie wieder nach oben schob, schimmerten Tränen in seinen großen blauen Augen. Dennoch, angesichts dessen, was er angestellt hatte, fiel es ihr schwer, Mitleid mit ihm zu haben. Schließlich war er dafür verantwortlich, dass der sonst so gutmütige Sheriff heute ungewöhnlich streng dreinblickte.

„Was du getan hast, ist sehr schlimm“, sagte Sheriff Joshua Cartwright. „Das verstehst du doch, oder?“

Jake senkte den Kopf. „Ja, Sir“, flüsterte er.

„Du hast die Leute bestohlen.“

Entrüstet hob der Junge das Kinn. „Ich habe die Leute nicht bestohlen.“

„Du hast ihr Geld genommen, ihnen jedoch nicht die Spielsachen geschickt, die du ihnen dafür versprochen hattest“, fuhr Joshua fort. „Du hast eine Abmachung getroffen und dich nicht daran gehalten. Das ist genau wie Diebstahl.“

Cassie ahnte, warum der Sheriff nicht noch strenger zu Jake war. Sie arbeitete als Kellnerin in Earlenes Restaurant, und Joshua machte Earlene seit sechs Monaten den Hof. Seit sie den Mut aufgebracht hatte, ihren ständig betrunkenen Ehemann auf die Straße zu setzen. Der Sheriff verbrachte viel Zeit in dem Diner und wusste, dass Earlene sich wie eine Mutter um Cassie und Jake sorgte.

In diesem Moment wartete Earlene vor dem Büro des Sheriffs, um zu erfahren, warum um alles in der Welt Joshua den kleinen Jake vorgeladen hatte. Wenn ihr die Antwort nicht gefiel, würde der Sheriff sein blaues Wunder erleben, da war Cassie ganz sicher.

„Wie schlimm ist es?“, fragte sie, und ihr graute vor dem, was Joshua sagen würde. Die Touristensaison hatte gerade erst begonnen, und mehr als ein paar Hundert Dollar hatte sie nicht auf dem Konto. Die mageren Ersparnisse waren alles, was sie vor einer finanziellen Katastrophe retten konnte.

Der Sheriff blätterte in seinem Bericht. „Zweitausendzweihundertfünfzig Dollar, plus etwas Kleingeld“, las er laut.

Cassie war fassungslos. „Das muss ein Irrtum sein. Wer um alles in der Welt sollte einem Jungen, den er nicht kennt, derart viel Geld schicken?“

„Es war nicht nur eine Person, sondern Dutzende von Leuten. Sie alle haben bei einer Auktion mitgeboten, die Jake im Internet veranstaltet hat. Leider hat er Ihnen die zugesagten Artikel nicht geliefert.“

Cassie war entsetzt. Sie hatte keine Ahnung vom Internet. Wie war es ihrem Sohn bloß gelungen, Menschen per Computer zu betrügen?

„Als der erste Anruf kam, konnte ich es auch nicht glauben“, fuhr Joshua seufzend fort. „Aber dann häuften sich die Anrufe. Immer mehr Personen beschwerten sich bei mir darüber, dass jemand in dieser Stadt eine betrügerische Aktion aufgezogen hat.“ Betrübt schüttelte er den Kopf. „Dann fiel Jakes Name, und die Sache war nicht mehr so einfach abzutun. Ich habe sofort beim Postamt nachgefragt, und Louella hat mir bestätigt, dass Jake eine Menge Zahlanweisungen eingelöst hat. Auf die Idee, nachzufragen, warum ein Junge seines Alters so viel Geld geschickt bekommt, ist sie offenbar nicht gekommen.“

Cassie beachtete den dumpfen Schmerz in ihrer Brust nicht und sah ihren Sohn an. „Stimmt das? Hast du das wirklich getan?“

Trotz flackerte in seinen Augen auf, doch dann senkte er den Kopf. „Ja, Mom“, gestand er leise.

Sie starrte ihn an. Ihr war klar, dass sein rebellisches Verhalten im Grunde ein Betteln um Aufmerksamkeit war, genau wie bei ihr früher. Aber dies war keine Rauferei auf dem Schulhof mehr, auch kein im Supermarkt eingestecktes Kaugummi. Dies war ein ganz anderes Kaliber. Seit er wusste, dass er nicht zu seiner Großmutter fahren würde, benahm er sich unmöglich.

„Wie hattest du eigentlich Zugang zum Internet?“, fragte sie ihn. „Wir haben doch gar keinen Computer.“

„Die Schule hat welche“, erwiderte Jake. „Man bekommt Extrapunkte, wenn man daran arbeitet.“

„Irgendwie bezweifle ich, dass du für diese Nummer Punkte bekommen wirst“, bemerkte der Sheriff trocken.

„Was für Spielsachen hast du den Leuten denn versprochen?“ Sie konnte noch immer nicht glauben, dass wildfremde Menschen ihrem Sohn über zweitausend Dollar geschickt hatten. Das war mehr, als sie in einem halben Jahr an Trinkgeldern verdiente.

„Ach, nichts Besonderes“, murmelte Jake.

Der Sheriff schaute wieder in den Bericht. „Baseball-Karten, Pokémon-Karten, seltene Barbie-Puppen. Offenbar hat Jake die Versteigerungen im Internet beobachtet. Er wusste genau, womit er andere Kids und Sammler ködern konnte.“

„Und wo ist das Geld geblieben?“, fragte Cassie gespannt.

„Das habe ich gespart. Für etwas richtig Wichtiges.“

Er hatte es gespart? Hoffentlich nicht in der Blechdose, in der er seine Schätze aufbewahrte sowie das Geld, das seine Großmutter ihm hin und wieder schickte. Alle seine Freunde wussten von der Dose.

„Wo hast du es aufbewahrt?“, fragte sie und konnte nur hoffen, dass es sich an einem sicheren Ort befand.

„In meiner Dose.“

„Oh, Jake!“

„Ich habe sie versteckt, wo keiner sie findet“, versicherte ihr Sohn.

Cassie rieb sich die Stirn. Das Pochen hinter ihren Schläfen wurde immer stärker. „Ich verstehe das nicht Jake. Du musstest doch wissen, dass es falsch ist. Warum hast du das getan? Wolltest du dir einen eigenen Computer kaufen?“

Er schüttelte den Kopf. „Ich habe es für dich getan, Mom.“

„Für mich?“, fragte sie verblüfft. „Aber warum?“

„Damit wir nach Hause fahren und vielleicht dort bleiben können. Ich weiß, wie gern du das möchtest, auch wenn du Nein gesagt hast. Außerdem vermisse ich Grandma“, fügte er mit einem Anflug von Trotz hinzu.

„Oh, nein“, seufzte Cassie. Er hatte recht. Sie würde so gern zur Wiedersehensfeier ihres High-School-Jahrgangs fahren, die in zwei Monaten stattfinden sollte.

Ob ihre Freundinnen wohl kommen würden?

Cassie sehnte sich danach, sie wieder zu sehen, aber das war unmöglich. Sie konnte es sich einfach nicht leisten, eine Woche nicht zu arbeiten. „Ich vermisse Grandma auch“, sagte sie verständnisvoll zu ihrem Sohn. „Trotzdem hättest du so etwas nicht tun dürfen.“ Sie sah den Sheriff an. „Haben Sie eine Liste der geschädigten Personen?“

„Die liegt hier vor mir.“

„Wenn Jake ihnen das Geld zurückschickt und sich entschuldigt, ist die Sache dann erledigt?“

„Ich könnte mir vorstellen, dass die meisten von ihnen die Anzeige zurückziehen, wenn sie ihr Geld zurückbekommen“, erwiderte Joshua Cartwright. „Ich glaube, es ist ihnen peinlich genug, dass sie auf einen Drittklässler hereingefallen ist.“

„Nun ja, Jake ist ziemlich weit für sein Alter“, bemerkte Cassie verlegen. Wenn ihr Sohn so weitermachte, würde er mit zehn vermutlich nicht vorhandene Immobilien verkaufen und mit sechzehn betrügerische Börsengeschäfte tätigen.

Dies war nicht das erste Mal, dass sie das Gefühl hatte, überfordert zu sein. Dass es nicht leicht sein würde, war ihr klar gewesen, als sie damals die Entscheidung getroffen hatte, Jake ohne die Hilfe ihrer Familie großzuziehen. Eigentlich hätte es keine Probleme geben dürfen. Sie liebte ihren Sohn und hatte eine feste Arbeit. Reich würden sie zwar nie sein, aber sie hatten immerhin alles, was sie zum Leben brauchten.

Wäre Jake ein durchschnittliches Kind gewesen, hätte es vielleicht geklappt. Doch ihr Sohn besaß den scharfen Verstand seines Vaters und gepaart mit der rebellischen Ader, die er von ihr geerbt hatte, war das eine gefährliche Kombination.

„Wenn Sie mir die Namensliste geben, kann Jake noch heute Abend die Entschuldigungen schreiben. Wir bringen sie dann morgen früh zusammen mit dem Geld vorbei“, versprach sie grimmig.

„Mom …“, begann Jake, aber ein Blick auf Cassies eisige Miene reichte, um ihn zum Schweigen zu bringen.

„Jake, würdest du bitte draußen bei Earlene warten?“, forderte der Sheriff ihn auf. „Ich möchte kurz mit deiner Mutter sprechen.“

Mit hängenden Schultern verließ der Junge das Büro.

„Haben Sie je daran gedacht, sich wieder mit seinem Daddy zusammenzutun?“, fragte Joshua Cartwright. „Mir scheint, der Junge könnte männlichen Einfluss gebrauchen.“

„Niemals“, antwortete Cassie entschieden.

Cole Davis mochte der klügste und attraktivste Mann sein, dem sie je begegnet war. Er mochte auch der Sohn des größten Ranchers von Winding River sein. Aber sie würde ihn nicht heiraten – selbst wenn er der einzige Mann auf Erden wäre. Als sie achtzehn und er zwanzig gewesen war, hatte er sie in sein Bett gelockt. Danach hatte sie ihn nie wieder gesehen, denn er war ohne ein Wort des Abschieds auf sein College zurückgekehrt.

Als sie kurz darauf erfuhr, dass sie schwanger war, war sie viel zu stolz gewesen, um ihn um Hilfe zu bitten. Sie hatte die Stadt verlassen, mit ruiniertem Ruf zwar, aber fest entschlossen, für sich und ihr Kind ein neues Leben zu beginnen. An einem Ort, an dem die Leute von ihr nicht immer nur das Schlimmste erwarteten.

Nicht, dass sie ihren Mitmenschen keinen Grund dazu geliefert hätte. Seit sie entdeckt hatte, dass es viel mehr Spaß machte, gegen Regeln zu...

Erscheint lt. Verlag 6.6.2018
Reihe/Serie Digital Edition
Digital Edition
Digital Edition
Übersetzer Patrick Hansen
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Frech • Liebesgeschichte • Liebesroman • romantisch • Romantische Bücher • Sexy
ISBN-10 3-7337-5753-X / 373375753X
ISBN-13 978-3-7337-5753-3 / 9783733757533
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