Gus - Für immer mit dir (eBook)
551 Seiten
beHEARTBEAT (Verlag)
978-3-7325-4328-1 (ISBN)
Die Reise geht weiter. Herzergreifend. Fesselnd. Hoffnungsvoll.
»Sie war nicht nur meine beste Freundin. Sie war meine andere Hälfte ... Die andere Hälfte meines Verstandes, meines Gewissens, meines Humors, meiner Kreativität - die andere Hälfte meines Herzens. Wie soll ich zur Normalität zurückkehren, wenn der wichtigste Mensch in meinem Leben plötzlich unerreichbar ist?«
Die Trauer ist noch frisch. Der Schmerz unendlich. Und Gus würde sich am liebsten in eine Ecke verkriechen und vor der Welt verstecken. Aber es muss zurück ins Leben. Das Debütalbum seiner Band ist ein weltweiter Erfolg und eine Europa-Tournee steht kurz bevor. Doch Gus kann die Welt und die Menschen um sich herum nur noch ertragen, wenn er seinen Schmerz und seine Gefühle betäubt. Und was er so gar nicht braucht, ist eine ungeduldige und eigensinnige Aufpasserin ...
Das ist die Geschichte von Gus.
Wie er sich verliert.
Wie er sich wiederfindet.
Und wie seine Seele langsam heilt.
Eine bewegende Geschichte über die tiefe Trauer nach einem unvorstellbaren Verlust - und wie Liebe und Hoffnung sie heilen.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Freitag, 3. Februar
Gus
Wir sind jetzt seit einer Woche auf Tour, und die Ablenkung durch Betrunkensein und Auftreten funktioniert nicht mehr. Ich glaube, ich war seit dem Tag, an dem wir auf dieser Seite des Teichs angekommen sind, nicht mehr nüchtern.
Während der ersten paar Tage konnte ich gar nicht genug schlafen. In den letzten paar Tagen wollte ich es nicht. Es ist, als könnte ich nicht genug davon kriegen, einfach nur dazusitzen und an sie zu denken: ihr allgegenwärtiges tiefes, aber feminines Lachen; die vereinzelten Sommersprossen auf ihrer Nase und ihren Wangen und zwischen ihren Schulterblättern, wie gern sie den Sonnenuntergang betrachtet hat, den Klang ihrer Stimme, wenn sie Ich liebe dich sagte, wie wunderschön sie auf ihrer Geige spielte. Ich weiß, ich bin auf absolut ungesunde Weise besessen, aber ich habe diese Angst, wenn ich sie nicht ständig in meinen Gedanken wälze, werde ich sie vergessen. Und vergessen macht mir eine Scheißangst. Franco findet, ich sollte zum Arzt gehen. Mir vielleicht Schlaftabletten verschreiben lassen oder Antidepressiva.
Ich finde, das ist ein Ausweg für Weicheier. Ich werde nicht anfangen, Pillen einzuwerfen, um der Trauer aus dem Weg zu gehen. Alk ist meine einzige Strategie. Manche würden sagen, Medikamente wären eine bessere Alternative, aber mir gefällt der Gedanke nicht, irgendeinem Arzt einen Freibrief dafür zu geben, mich mit Rezepten zu manipulieren. Wenn mich schon irgendjemand manipuliert … dann ich. Ich versuche, nicht an diese Nacht mit Bright Side zu denken. Ich versuche, nicht daran zu denken, weil alles andere im Vergleich dazu verblasst. Es war die beste Nacht meines Lebens. Ich hatte nicht gewusst, dass es passieren würde. Sie hatte nicht gewusst, dass es passieren würde. Aber verdammt, es ist passiert.
Während ich also in dieser Koje im Tourbus liege, mitten in der Nacht, unterwegs durch die europäische Landschaft, gebe ich nach und lasse sie in Gedanken noch einmal ablaufen. Ich schließe die Augen und erlaube den Erinnerungen hereinzuströmen.
Ich gehe vom Flur ins Gästezimmer, zur selben Zeit, als Bright Side vom angrenzenden Badezimmer reinkommt. Sie putzt sich die Zähne. Sie macht immer Multitasking, wenn sie sich die Zähne putzt. Im Moment kramt sie in ihrer Reisetasche auf dem Boden.
»Was suchst du?«, frage ich. Der Anblick von ihr, wie sie in ihrer Tasche wühlt, macht mich traurig. Sie hat gepackt und ist bereit, morgen in aller Frühe nach Minnesota aufzubrechen. Ich weiß nicht, wann ich sie wiedersehe. Wir haben uns bisher nie länger als ein oder zwei Tage lang nicht gesehen, und selbst das war selten.
Sie schiebt die Zahnbürste in den Mundwinkel und versucht, durch all den Zahnpastaschaum hindurchzusprechen. »Pyjama«, sagt sie. Jedenfalls glaube ich, dass sie das gesagt hat. Sie dreht sich um, rennt zurück ins Bad, spuckt die Zahnpasta aus und kommt lächelnd wieder zurück. »Pyjama«, wiederholt sie. »Ich glaube, der ist in meiner anderen Tasche. Die ist schon draußen im Auto.«
»Gib mir deine Schlüssel. Ich hol ihn dir«, biete ich ihr an.
Sie schüttelt den Kopf. »Nö. Schon okay, ich komm auch ohne klar. Kannst du das Licht ausmachen?«
Das wird mir fehlen. Unsere Freundschaft. Die Vertrautheit. Sie war immer hier. Bei mir. Wir machen alles gemeinsam. Seit wir Kinder waren, mussten wir immer im selben Zimmer schlafen, wann immer wir die Nacht unter demselben Dach verbrachten. Ob in meinem Zimmer, im Wohnzimmer auf dem Sofa oder in den letzten paar Wochen hier im Gästezimmer.
Immer zusammen. Verdammt, ich weiß nicht, wie ich nach heute Nacht einschlafen soll, ohne sie im Arm zu halten.
Ich schalte das Licht aus und ziehe meine Shorts und das T-Shirt aus. Ich schlafe immer in meiner Unterwäsche, aber ich warte jedes Mal, bis das Licht aus ist, bevor ich mich ausziehe, was komisch ist, weil sie mich am Morgen ja sowieso sieht, wenn ich aus dem Bett steige. Aber nachts ist es immer intimer. Die Dunkelheit bringt eine gewisse Sehnsucht mit sich, und verdammt, ich liebe dieses Mädchen schon ewig.
Aber das weiß sie nicht.
Ich schlüpfe auf der linken Seite ins Bett, weil sie immer rechts schläft. Durch das Mondlicht, das durch die Jalousien hereinsickert, kann ich gerade noch ihre Umrisse erkennen, als sie die Shorts an ihren Beinen hinunterschiebt. Es ist eine schnelle Bewegung, aber für mich läuft sie wie in Zeitlupe ab. Als sie zu ihren Knöcheln hinunterfällt, spüre ich, wie sich das vertraute Ziehen von Erregung meldet. Mein Blick ist auf sie geheftet, als sie die Hände hinter ihrem Rücken verschwinden lässt und unter dem Tanktop die BH-Träger über ihre Arme schiebt. Nachdem die Träger befreit sind, greift sie unter ihr Tanktop, und auf magische Weise erscheint ihr BH in ihrer Hand.
Sie lässt ihn zusammen mit ihren Shorts auf ihre Reisetasche fallen und kommt zum Bett. Durch das Mondlicht auf ihr kann ich ihr kleines rosa Baumwollhöschen sehen.
Wer auch immer behauptet hat, Baumwollhöschen wären nicht sexy, hat Bright Side noch nicht darin gesehen. Scheiße. Ich bin womöglich in Schwierigkeiten. Ein ausgewachsener Ständer nimmt Gestalt an, und ich kann mich nirgends verstecken. Dann riskiere ich einen Blick auf ihr Tanktop. Es ist blassgelb und dünn vom häufigen Waschen. Sie hat es schon seit Jahren. Ihre Brustwarzen, dunkel und so schön, drängen sich durch den abgetragenen Stoff. Ich schließe die Augen und hole leise ein paarmal tief Luft. Im Geiste rede ich mit mir selbst: »Reiß dich zusammen, Alter. Das ist Bright Side. Du hast sie schon tausend Mal im Bikini gesehen.« Aber verdammt, das hier ist was anderes, also füge ich hinzu: »Sie weiß nicht, dass du sie sehen kannst, du Perverser. Hör auf, sie anzuglotzen«, und dann, weil mein Schwanz im Moment den größten Teil des Denkens für mich übernimmt, füge ich hinzu: »Ihren verdammt herrlichen Körper.«
Sobald sie unter der Bettdecke ist, rutscht sie rüber auf meine Seite und schmiegt sich wärmesuchend an mich. Die kühlen Laken lassen mich erschaudern, wie immer, als sie den Arm über meine Brust und ihren Kopf auf meine Schulter legt. Ich lege meinen Arm, der unter ihr ist, um ihren Rücken, und meine Hand auf ihre Hüfte, und als ich das tue, ist die Welt in Ordnung.
Ihre Stimme ist nur ein Flüstern, als sie spricht. Sie ist leise, aber sie zerreißt die Nacht. »Ich werde dich vermissen, Alter. So sehr.«
Ich küsse sie auf die Stirn und flüstere zurück: »Ich dich auch. Du hast ja gar keine Ahnung.«
»Du wirst dir eins von diesen riesigen Kissen oder eine aufblasbare Puppe zum Kuscheln kaufen müssen, wenn ich weg bin.«
Ich lache, weil natürlich macht sie jetzt einen Witz. »Denkst du, ich finde eine, die im Schlaf redet und furzt, du weißt schon, damit es ein realistischer Ersatz für dich ist?«
Sie versetzt mir einen Klaps auf den Bauch, aber sie lacht. »Halt. Die. Klappe. Das tue ich nicht. Gracie hätte es mir gesagt.«
Die Logik hinter ihrem Dementi lässt mich noch heftiger lachen, und ich gestehe: »Stimmt, tust du nicht. War nur ein Scherz.«
Mit einem zufriedenen Lächeln, das um ihre Lippen spielt, dreht sie sich auf die andere Seite, und ich tue es ihr gleich. Die Bestie in meiner Unterhose hat sich beruhigt, also ziehe ich sie an mich, und wir liegen Löffelchen. So schlafen wir immer ein. Sie fühlt sich so gut in meinen Armen an, dass ich schwören könnte, Gott hat sie nur für mich gemacht. Als ich meine Stirn an ihren Hinterkopf lege, kann ich nicht anders, als mich melancholisch zu fühlen. Und dann wird es mir wieder bewusst. Sie geht fort.
Bright Side geht fort. Als ich ihren Hinterkopf küsse, fühlt es sich unheimlich endgültig an. Es ist Intuition; die mein Herz rasch verdrängt. »Ich liebe dich, Bright Side.«
Sie streichelt über den Rücken meiner Hand, die auf ihrem Bauch liegt. Es ist eine liebevolle Geste. Wie alles andere, was sie tut. »Ich liebe dich auch, Gus.« Bright Side wusste schon immer, wie man Menschen das Gefühl gibt, geliebt zu werden. Sie ist so verdammt gut darin.
Als ihre Hand aufhört, sich zu bewegen, wird mir bewusst, dass ihr Tanktop leicht hochgerutscht ist und mein kleiner Finger und mein Ringfinger auf ihrer nackten Haut liegen, knapp über dem Rand ihres Höschens. Ich habe ihre Haut schon tausendmal berührt. Aber nicht so.
Und verdammt, das Ziehen in meinen Lenden setzt wieder ein. Es ist ein jähes, schmerzhaftes Sehnen, und es wächst rasch. Um Verlegenheit und weitere Stimulation zu vermeiden, schiebe ich meine Hüften zurück, damit ich mich nicht mehr an sie dränge. Aber ich kann nicht anders, und meine Hand fängt an, sich zu bewegen. Es ist eine gewagte, aber subtile, egoistische, aber gebende Geste, die uns beide beruhigen soll. Jedes Quäntchen Konzentration, das ich habe, ist laserscharf auf diesen einen Zentimeter breiten Streifen von Bright Side gerichtet. Meine Fingerspitzen schweben über ihre Haut, kosten sie aus. Sie ist so weich. Nachdem ich ein paarmal hin- und hergestreichelt habe, merke ich, dass sie sich in meinem Armen angespannt anfühlt, also höre ich auf. »Sorry«, flüstere ich. Aber als ich meine Hand hebe, nimmt sie sie und führt sie wieder zurück, um mir ihre Erlaubnis zu erteilen. Ohne auch nur einen Moment lang nachzudenken, nehme ich sie an. Diesmal stehle ich mich unter den Saum ihres Shirts, sodass meine ganze Hand, Finger und Handfläche, sie...
| Erscheint lt. Verlag | 10.7.2018 |
|---|---|
| Übersetzer | Anita Nirschl |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | Gus |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | 20. - 21. Jahrhundert • Bad Boy • Band • Bandleben • beheartbeat • best friends • Bright side • Colleen Hoover • College Bücher • Collegeliebe • Coming of Age • Drama • ebook bücher • ebook Bücher Liebesromane • ebook kindle • ebook kindle Bücher • eBooks für Kindle • erotik Romane Bücher • erotische Liebesromane ebook • erotische Liebesromane ebook, Liebesromane für Frauen ebook • Erste Liebe • Estelle Maskame • Frauen Bücher • Frauen Bücher Bestseller • Frauenroman • Frauenroman Bestseller • Gefühl • Gefühle • gefühlvoll • Geheimnisse • GUS • Happy Tears • heiß • Hoffnund • Hoover • Hot • hot College • intensive Liebe • Jodi Picoult • Jojo Moyes • Jugendliebe • Krankheit • Liebe • Liebe / Beziehung • Liebesleben • Liebesroman • Liebesromane für Frauen • Liebesromane für Frauen ebook • Liebesroman (modern) • love bff • Minnesota • New Adult • Optimismus • Rockstar • Rock Star • Romance • Romantik • sad love • sad romance • San Diego • Sänger • Schicksalsschlag • Sexy • sexy Bücher • sexy Geheimnis • sexy Romane • Sterbehilfe • toughe Frau • Tragik • Trauer • Trauerbewältigung • Unterhaltung • USA • Verbotene Liebe • Verlust • Young Adult |
| ISBN-10 | 3-7325-4328-5 / 3732543285 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-4328-1 / 9783732543281 |
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