Eine ehrgeizige Mutter (eBook)
100 Seiten
Blattwerk Handel GmbH (Verlag)
978-3-7409-2984-8 (ISBN)
Eine der herausragenden Autorinnen im Romanheftbereich ist Patricia Vandenberg. Mit ihren berühmt gewordenen Romanserien Dr. Norden und Im Sonnenwinkel sowie zahlreichen serienunabhängigen Romanen hat sie sich in die Herzen unzähliger Leserinnen und Leser geschrieben. Von ihr existieren mehr als 1.500 Romane, die sie seit den 1960ern bis zu ihrem Tod in 2007 verfasste. Wie beliebt Patricia Vandenberg, deren Romane seit mehr als 40 Jahren im Martin Kelter Verlag in Print erscheinen, tatsächlich ist, beweist nicht zuletzt die ungebrochene Lesernachfrage ihrer Texte. Man kann von einer zeitlosen Gültigkeit sprechen, denn eine Lesergeneration nach der anderen wurde und wird in ihren Bann gezogen. Hervorzuheben ist die unnachahmliche Erzählweise Patricia Vandenbergs, die sie immer wieder großartig demonstrierte. Ins Leben gerufen und entscheidend geprägt hat Patricia Vandenberg auch die große Romanserie um Kinderschicksale Sophienlust. Bemerkenswert sind ihre übersinnlichen, phantastischen Amulett-Romane, die ebenfalls die erzählerische Meisterschaft dieser großen Schriftstellerin beweisen. Viele weitere Romane von Patricia Vandenberg unterstreichen die besondere Beliebtheit dieser Schriftstellerin, deren Verdienste im Romanheftgenre hervorzuheben sind. Das Geheimnis des Erfolges lag neben ihrer erzählerischen Kompetenz in ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber den Sorgen und Sehnsüchten ihrer Mitmenschen begründet. Das richtige Einfühlungsvermögen, der Blick in die Herzen der Leser wirkt sich auch und gerade in der heutigen Zeit sehr positiv auf das Renommee eines Schriftstellers aus. Genau das ist bei Patricia Vandenberg in besonderem Maße der Fall, deren breitgefächerte, virtuose Einfälle auch noch nach ihrem Tod einem großen Lesepublikum viel Freude bereiten.
Eine der herausragenden Autorinnen im Romanheftbereich ist Patricia Vandenberg. Mit ihren berühmt gewordenen Romanserien Dr. Norden und Im Sonnenwinkel sowie zahlreichen serienunabhängigen Romanen hat sie sich in die Herzen unzähliger Leserinnen und Leser geschrieben. Von ihr existieren mehr als 1.500 Romane, die sie seit den 1960ern bis zu ihrem Tod in 2007 verfasste. Wie beliebt Patricia Vandenberg, deren Romane seit mehr als 40 Jahren im Martin Kelter Verlag in Print erscheinen, tatsächlich ist, beweist nicht zuletzt die ungebrochene Lesernachfrage ihrer Texte. Man kann von einer zeitlosen Gültigkeit sprechen, denn eine Lesergeneration nach der anderen wurde und wird in ihren Bann gezogen. Hervorzuheben ist die unnachahmliche Erzählweise Patricia Vandenbergs, die sie immer wieder großartig demonstrierte. Ins Leben gerufen und entscheidend geprägt hat Patricia Vandenberg auch die große Romanserie um Kinderschicksale Sophienlust. Bemerkenswert sind ihre übersinnlichen, phantastischen Amulett-Romane, die ebenfalls die erzählerische Meisterschaft dieser großen Schriftstellerin beweisen. Viele weitere Romane von Patricia Vandenberg unterstreichen die besondere Beliebtheit dieser Schriftstellerin, deren Verdienste im Romanheftgenre hervorzuheben sind. Das Geheimnis des Erfolges lag neben ihrer erzählerischen Kompetenz in ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber den Sorgen und Sehnsüchten ihrer Mitmenschen begründet. Das richtige Einfühlungsvermögen, der Blick in die Herzen der Leser wirkt sich auch und gerade in der heutigen Zeit sehr positiv auf das Renommee eines Schriftstellers aus. Genau das ist bei Patricia Vandenberg in besonderem Maße der Fall, deren breitgefächerte, virtuose Einfälle auch noch nach ihrem Tod einem großen Lesepublikum viel Freude bereiten.
»Warum schauen Sie denn so sorgenvoll drein, Frau Garden?«, fragte Dr. Leon Laurin nachdenklich. »Es ist alles in bester Ordnung, und den letzten Monat werden Sie auch noch überstehen.«
Der Gynäkologe betreute Regine Garden besonders aufmerksam, und das nicht nur, weil sie die Frau eines jungen Kollegen war. Die Zeit der Schwangerschaft war nicht leicht gewesen. Sie hatte manche Komplikationen mit sich gebracht, und eine Weile war sogar eine Frühgeburt zu befürchten. Aber der erfahrene Dr. Laurin hatte auch diese Gefahr gebannt.
Regine war eine zarte, überaus sensible junge Frau, und wie Dr. Laurin bald festgestellt hatte, sehr konservativ erzogen. Nur langsam legte sie ihre Hemmungen ab.
»Wie hat Schwester Marie neulich mal gesagt? Unter jedem Dach wohnt ein Ach«, sagte Regine leise.
»Und wie heißt Ihres?«
»Rolf«, erwiderte sie leise. »Ich weiß nicht, was mit ihm los ist.«
Rolf war ihr jüngerer Bruder. Er studierte in München und wohnte bei dem jungen Arztehepaar Garden. Dr. Laurin wusste inzwischen recht gut Bescheid über die Familienverhältnisse, die nach außen hin in bester Ordnung schienen. Er hatte sich lange mit seinem Kollegen Dr. Felix Garden unterhalten, nachdem Leonie Hubertus, die Mutter von Regine, ihn aufgesucht hatte, um ihm ihren Standpunkt über Ehe, Mutterschaft und Moral klarzumachen, da ihr Schwiegersohn ihrer Ansicht nach eine viel zu moderne Einstellung vertrat.
Dr. Laurin hatte eine rechthaberische, despotische Frau kennengelernt, die dazu auch noch bigott war. Er dankte dem Himmel, dass seiner Familie ein solches Mitglied erspart blieb, und er musste Dr. Garden bewundern, mit welcher Gelassenheit er diese Frau stets behandelte.
Allerdings wurde ihm dies von Leonie Hubertus schwer angekreidet. Sie sprach von ihrem Schwiegersohn in einem herablassenden, gar verächtlichen Ton, bezeichnete ihn als ungehobelten Bauern und äußerte ihr Nichtbegreifen, dass ihre Tochter, die doch die besten Partien hätte machen können, diesen Mann geheiratet hatte.
Allerdings hatte es Dr. Laurin sehr in Erstaunen versetzt, dass Regine sich diesbezüglich so standhaft und unbeeinflussbar gezeigt hatte, aber als sie sich besser kannten, hatte sie einmal gesagt, dass sie froh sei, ihre Mutter wenigstens zweihundert Kilometer entfernt zu wissen.
In der nicht gerade großen Kreisstadt war die Familie Hubertus tonangebend. In erster Linie natürlich Leonie, während ihr Mann, der Textilfabrikant Rudolf Hubertus, den Weg des geringsten Widerstandes ging. Nach Dr. Gardens Worten hätte es auch Mord und Totschlag gegeben, wenn sein Schwiegervater nicht so phlegmatisch gewesen wäre.
Sehr christlich klang das in Leon Laurins Ohren nicht, aber er hatte Verständnis für den jungen, toleranten und sehr energischen Kollegen, der seine Frau über alles liebte und auf eine schnelle Heirat gedrängt hatte, um sie von der Fuchtel ihrer Mutter wegzubringen. Und das war nur möglich gewesen, indem schon ein Kind unterwegs war und die Heirat ›sein musste‹. Freilich wurde darüber geschwiegen. Ihre Empörung hatte Frau Hubertus nur Dr. Laurin gegenüber geäußert, und das auch nur, weil er als Frauenarzt ja Bescheid wusste.
Was Leonie an Intelligenz mangelte, ersetzte sie durch Arroganz.
Dr. Laurin konnte sich sehr gut vorstellen, dass ein junger Student wie Rolf Hubertus, gerade zwanzig Jahre alt und überdurchschnittlich intelligent, wie er von Dr. Garden wusste, gegen den Zwang im Elternhaus aufbegehrte.
»Was gibt es denn an Rolf auszusetzen?«, fragte der Chef der Prof.-Kayser-Klinik nun.
»Er ist so verschlossen. Verstockt nennt es meine Mutter. Früher hat er wenigstens mit mir gesprochen, aber auch das tut er nur widerwillig, wenn ich nicht lockerlasse. Und dann kommt er oft auch nachts nicht nach Hause. Felix nimmt das nicht tragisch.«
»Das sollte man auch nicht. Junge Männer möchten sich nicht gern gängeln lassen. Am besten wäre es gewesen, wenn er ein eigenes Appartement hätte, sich frei fühlen könnte. Wenn man sich nämlich frei fühlen kann, bedeutet diese ersehnte Freiheit gar nicht mehr so viel.«
»Jedenfalls werde ich die letzten vier Wochen Ruhe haben. Meine Eltern fahren mit unseren jüngeren Geschwistern nach Schweden und Finnland. Da sind sie weit vom Schuss.«
Sie atmete auf.
»Der Grund ist wohl auch, dass unser Baby eben doch schon sieben Monate nach der Hochzeit zur Welt kommt. Da kann Mutter dann sagen, dass sie mit einer Frühgeburt nicht gerechnet hätte und deshalb weggefahren sei. Sie belügt sich selbst und andere, und das ist das Schlimmste.«
Dies jedoch war ein offenes Bekenntnis, und Dr. Laurin hegte die Hoffnung, dass Regine Garden auch weiterhin auf dem Weg bleiben würde, alles so zu sehen, wie es nun einmal war. Dass ihre Mutter sich noch ändern würde, daran glaubte er nicht. Sie hatte sich festgefahren in ihren Vorstellungen über das Leben.
*
Als Regine heimkam, verließ ihr Bruder Rolf das Haus gerade wieder. Er trug seine Reisetasche in der Hand.
»Ich fahre ein paar Tage weg, Regine«, sagte er. »Ich habe dir einen Zettel hingelegt.«
»Wie lange und wohin?«, fragte sie unbedacht.
Seine Augen verengten sich. »Muss ich dir auch Rechenschaft ablegen? Ich bin kein kleines Kind. Ich fahre mit ein paar Freunden weg. Werde bloß nicht so wie Mutter, sonst wird Felix ewig bereuen, dich geheiratet zu haben.«
Sie zuckte zusammen, und ihm stieg flüchtige Röte ins Gesicht. »Entschuldige bitte«, fügte er rasch hinzu, »mir geht manchmal der Gaul durch. Ich will euch auch nicht in Verlegenheit bringen. Wenn Mutter anruft, kannst du ihr ruhig sagen, dass du nicht weißt, wo ich bin. Meinetwegen sollst du nicht lügen, also sage ich lieber nichts.«
»Hast du genug Geld, Rolf?«, fragte sie leise.
»Darüber brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Ich verdiene mir mein Taschengeld schon selber. Aber ich will nicht für alles eine Erklärung abgeben. Ich habe euch gern, Regine. Tschüss.«
Und schon eilte er davon. Sie blickte ihm nach. Tränen stiegen in ihre Augen. Mutter hat es geschafft, dachte sie. Wir sind alle verklemmt, so verklemmt wie sie selber.
Unser Kind soll anders aufwachsen, nahm sie sich gleich darauf vor. Und dann läutete das Telefon. Die helle, fast schrille Stimme ihrer Mutter tönte an ihr Ohr. Regine hatte es geahnt.
»Wir starten jetzt«, sagte Leonie. »Ich wollte mich verabschieden. Wie geht es dir?« Wie ein Wasserfall plätscherte das daher, ohne Punkt und Komma.
»Mir geht es gut«, erwiderte Regine.
»Ich möchte noch mit Rolf sprechen.«
»Er ist nicht da.«
»Wo ist er?« Das kam wie aus der Pistole geschossen.
»Weggefahren.«
»Wohin?«
»Er hat es mir nicht gesagt, Mutter.«
»Das ist typisch. Ich verstehe euch nicht. Ich kann doch wohl erwarten, dass ihr auf ihn aufpasst.«
»Er ist zwanzig, Mutter. Er ist mündig und kein kleines Kind.«
»Was ist das für ein Ton? Du sprichst mit deiner Mutter.«
»Ja, ich weiß, aber was soll ich sagen? Genießt euren Urlaub.«
»Ich habe ja geahnt, dass ich mich nicht auf euch verlassen kann«, tönte die Stimme im höchsten Diskant. »Rolf wird wieder nach Hause kommen.«
»Willst du ihn anketten, Mutter?«, fragte Regine.
Diese Worte hörte Felix Garden noch, als er aus seiner Praxis kam. Er blieb an der Tür stehen und lauschte.
»Damit erreichst du gar nichts, Mutter«, sagte Regine jetzt tonlos. »Und bitte, misch dich nicht in unsere Ehe ein. Ich bin sehr glücklich mit Felix. Ich betrachte es nicht als Schande, dass ich ein Kind bekomme. Ich wollte es, damit ich ihn heiraten durfte. Das soll endlich einmal gesagt sein.«
Ihr Gesicht war tränenüberströmt, als sie den Hörer auflegte, aber da war ihr Mann schon bei ihr und nahm sie in seine Arme.
»Ich danke dir, dass du so viel Geduld mit mir hast«, sagte sie leise.
»Ich liebe dich, Gini«, antwortete er mit dunkler Stimme.
*
Rudolf Hubertus hatte allerhand auszuhalten. Der sechzehnjährige Volker und die vierzehnjährige Carin schnitten sich gegenseitig Grimassen zu.
»Das werden Ferien werden«, murmelte Volker ahnungsvoll. »Eines sage ich dir, Carin. Wenn das nie ein Ende nimmt, haue ich vor dem Abitur ab.«
»Und ich schaffe mir auch ein Kind an, damit ich rauskomme«, erklärte das Mädchen. »Und wenn sie immer meckert auf der Reise, hauen wir unterwegs ab, damit sie es mal mit der Angst bekommt.«
In diesem Augenblick erklärte Rudolf Hubertus mit erhobener Stimme: »Dieses Theater mache ich nicht mehr mit. Wenn du nicht endlich mal den Mund hältst, Leonie, mache ich mit den Kindern eine Weltreise und du kommst in ein Sanatorium. Da kannst du deine hunderttausend Wehwehchen auskurieren.«
So was hatten die Kinder noch nicht erlebt. »Nun ist ihm auch der Kragen geplatzt«, sagte Volker zufrieden. »Zeit wurde es.«
Leonie musste es die Stimme verschlagen haben, denn sie sagte tatsächlich nichts mehr. Im Taxi konnte sie natürlich auch nicht reden. Man kannte sie ja. Da war sie die vornehme Frau Hubertus, die ›Madame‹, wie man sie nannte.
In Frankfurt auf dem Flughafen, blieb sie ebenfalls stumm. Mit versteinerter Miene, in der nur die Augen brannten, verharrte sie bis zum Abflug. Behäbig lief Rudolf Hubertus auf und ab. Die Kinder zeigten sich unter den gegebenen Umständen lammfromm und verständigten sich nur mit Blicken, die allerdings recht beredt waren.
Was in Rudolf Hubertus vor sich ging, konnte man von seinem flächigen Gesicht nicht ablesen. Manchmal stöhnte er in sich hinein, aber das taten andere Passagiere...
| Erscheint lt. Verlag | 22.5.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Dr. Laurin | Dr. Laurin |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Arzt • Chefarzt • Doktor • Dr. Daniel • Dr. Norden • Fortsetzungsroman • Klinik • Krankenhaus • Krankenschwester • Landdoktor • Martin Kelter Verlag |
| ISBN-10 | 3-7409-2984-7 / 3740929847 |
| ISBN-13 | 978-3-7409-2984-8 / 9783740929848 |
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