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Alles für Elise (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Auflage
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-5715-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Alles für Elise - Neesa Hart
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Das prachtvolle Brautkleid trägt die elegante Anwältin Elise nur als Model auf einer Auktion. In Wirklichkeit hat sie Probleme mit Männern, besonders mit dem smarten Will. Einst war er ihr Geliebter. Jetzt hält sie ihn für gefühlskalt. Wie sehr sie sich irrt! Vor allen Leuten macht er ihr auf der Versteigerung einen Heiratsantrag!

1. KAPITEL

Unglaublich erotisch, dachte Wil Larsen beim Anblick der klatschnassen Frau am Münztelefon, während er durch die Pfützen des Parkplatzes fuhr.

Vor zwei Monaten hatte sie bei ihm die Restaurierung von zwanzig Oldtimern in Auftrag gegeben. Wil hatte sie zwar oft verwünscht, aber nie mit ihr gesprochen. Die persönlichen Kontakte hatte er seinem Vater überlassen, der auch sein Geschäftspartner war.

Ihre Anwaltskanzlei kümmerte sich um die Versteigerung der Autos. Miss Christopher hatte seinen Vater mit ihren ständigen Forderungen manchmal fast zum Wahnsinn getrieben, und wäre der Auftrag nicht so groß gewesen, hätte Wil sie schon längst zum Teufel gejagt.

Jan, sein Vater, fand, dass sie bei den Details nur so penibel war, weil sie die seltenen Autos zu schätzen wusste. Wil hatte bisher seine weniger schmeichelhafte Meinung für sich behalten.

Ausgerechnet heute suchte sein Vater mit seinen zweiundsiebzig Jahren im Wolkenbruch auf einem Schrottplatz nach einem Ersatzteil. Miss Christopher verlangte nämlich ein Original, obwohl eine Kopie für den halben Preis und ein Zehntel der Mühe zu haben war! Nicht einmal der Wert des Wagens wäre durch die Kopie gesunken. Aber Elise Christopher musste natürlich ihren Kopf durchsetzen.

Allein schon bei dem Gedanken wurde Wil wütend. Sein Vater hatte bei dem Wetter nichts im Freien verloren, doch Jan hatte darauf bestanden. Darum war Wil nun hier. Ein Gutes hatte die Sache allerdings: Irgendjemand sollte Elise Christopher in die Schranken weisen, und er musste Dampf ablassen. Genau das hatte er vor.

Sie drückte sich unter das schmale Dach über dem Münztelefon und versuchte vergeblich, sich mit einem kleinen Schirm vor dem Regen zu schützen. Wasser tropfte aus ihrem Haar, und ihr dunkelblauer Trenchcoat hatte Schlammspritzer.

Wil kannte diesen Typ Frau. Oft genug hatte er sich ausgemalt, wie sie lässig und elegant in ihrem Büro in einem Hochhaus von Chicago saß, in seiner Werkstatt anrief und die nächste unsinnige Forderung stellte. Elise Christopher war nichts weiter als ein karrieregeiles, hochnäsiges Miststück.

Das lange Warten im Regen hatte höchstwahrscheinlich ihren Stolz verletzt. Die Vorstellung hätte Wil befriedigen sollen, tat es jedoch nicht. Während er sie durch die Windschutzscheibe noch einmal genau betrachtete, erregte ihn ihr Anblick. Vielleicht hatte es mit Rachegefühlen zu tun. Jedenfalls starrte er sie wie ein hormongeplagter Jugendlicher an.

Kopfschüttelnd wich er mit dem weißen Abschleppwagen einem Schlagloch aus. Auf alle Fälle war es schön, Elise Christopher in einer so misslichen Lage zu sehen. Sie ähnelte einer halb ertrunkenen Katze.

Zwei Meter vom Telefon entfernt hielt Wil an und rollte per Knopfdruck das Seitenfenster herunter. „Elise Christopher?“

Sie senkte den Schirm und sah ihn entsetzt an. Wil stockte der Atem. Diese Augen kannte er! Nur eine Frau auf der ganzen Welt hatte Augen, die ihn an das Meer im Winter erinnerten.

Er kämpfte gegen die aufkommende Panik an. „Elsa?“

Sie zuckte zusammen. „Wil?“

Elise dachte an blinde Flucht. Das konnte doch nicht Wil Larsen sein! Einen solchen Scherz durfte sich das Schicksal nicht mit ihr erlauben!

Sie schloss die Augen und öffnete sie wieder, doch er war noch immer da. Unter seinem Blick bröckelten die schützenden Mauern, die sie im Lauf von zehn Jahren errichtet hatte. Einst hatte sie Wil Larsen heiß und innig geliebt, doch sie war über ihn hinweg. Ihr Leben war jetzt geordnet. Wieso musste ausgerechnet Wil Larsen sie abholen – und nicht sein Vater?

„Steigst du nun ein oder nicht?“, fragte er schroff.

Beinahe hätte Elise abgelehnt, doch aus dem Wagen strömte ihr eine geradezu unwiderstehliche Wärme entgegen. Bevor der Mut sie völlig verließ, kletterte sie auf den Sitz, schüttelte den Schirm aus und vermied es, Wil anzusehen. „Ich … danke, dass du mich abholst. Das Wetter ist schrecklich.“

„Du scheinst dich nicht sonderlich zu freuen, mich zu sehen.“

„Ich habe deinen Vater erwartet“, sagte sie mühsam beherrscht. „Tut mir leid, dass du bei diesem Regen herkommen musstest.“

„Nicht nur ich bin in diesem Unwetter unterwegs“, konterte er scharf. „Mein Vater sucht auf einem Schrottplatz einen Kühlerverschluss für die Diana.“

„Ich wollte doch nicht, dass er das heute erledigt“, erwiderte sie betroffen. „Stevenson hätte den Verschluss bis Montag zurückgehalten.“

„Seltsam, Dad hat es anders gesehen.“

Elise gefiel es gar nicht, dass Jan Larsen bei diesem Regen unterwegs war, weil ihm Nässe schon immer zugesetzt hatte. „Hätte ich mich doch deutlicher ausgedrückt! Ich wollte ihm nur sagen, dass ich ein Originalteil gefunden habe.“

„Es ist unsere Aufgabe, Ersatzteile aufzutreiben“, entgegnete Wil gereizt.

Elise schluckte. Auf keinen Fall wollte sie sich auf einen Streit einlassen. An dem Tag, an dem er sie aus seinem Leben warf, hatten sie bereits mehr als genug gestritten. „Ich bin zufällig darauf gestoßen. Jedenfalls wollte ich nicht, dass Jan heute hinfährt. Bei diesem Wetter sollte niemand unterwegs sein.“

„Besonders du nicht“, bemerkte er, während sie ihre nasse, beschmutzte Kleidung betrachtete.

Elise fröstelte. Je schneller sie ihren Wagen abschleppten, desto früher kam sie wieder von diesem unmöglichen, ärgerlichen Mann weg. „Alles wäre halb so schlimm, wenn der Markt geöffnet hätte.“ Sie warf einen Blick auf den geschlossenen Supermarkt. „Hätte ich gewusst, dass die Tochter des Besitzers an diesem Wochenende heiratet, hätte ich mir einen anderen Ort für eine Panne ausgesucht.“

Wil reagierte nicht auf den Scherz. Er verzog keine Miene. Seit sie ihn das letzte Mal gesehen hatte, war sein Gesicht härter geworden. Daran änderte auch das dichte blonde Haar nichts.

Er sah ihr in die Augen, und prompt fiel ihr der Schirm aus den kalten Händen. Bildete sie sich nur etwas ein, oder beschlugen die Fenster unter seinem Blick?

Instinktiv hielt sie den Terminkalender mit Jans Telefonnummer fester. Außer dem Schirm hatte sie aus dem Wagen nur diesen Kalender mitgenommen, als sie zum Münztelefon lief. Die Lederhülle hatte Wil ihr vor fast zwanzig Jahren zum Abschluss der Highschool geschenkt.

„Elise Christopher“, sagte er zornig. „Wolltet ihr es mir eigentlich weiter verschweigen?“

„Was denn?“

„Ist niemand auf die Idee gekommen, mir zu verraten, dass die Elise Christopher, die uns in den vergangenen acht Wochen zum Wahnsinn trieb, in Wahrheit Elsa Krestyanov ist, die das schon mal vor zehn Jahren mit mir gemacht hat?“

„Ich hatte keine Ahnung, dass du es nicht weißt.“

„Du hast nicht erwartet, dass ich es herausfinde, obwohl du meinen Vater mit eiligen Aufträgen eingedeckt hast?“

Sie strich das nasse Haar aus der Stirn. „Wil, ich … also, ich weiß wirklich nicht, wieso du dich einmischst.“

„Was heißt, ich mische mich ein?“

„Ich meine, zwischen deinem Vater und mir geht es um ein Geschäft, sonst nichts. Ich hatte einen Auftrag zu vergeben, und dein Vater ist dafür bestens geeignet. Er kümmert sich seit Jahren um die Wagen meines Klienten. Also lag es nahe, dass er die Oldtimer für die Versteigerung restauriert. Ich habe ihm gern den Auftrag erteilt, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass du dich einmischen könntest.“

„Großartig gedacht, Elsa.“ Er warf ihr einen scharfen Blick zu und fuhr an. „Wo ist der Wagen?“

„Die Richtung.“ Sie zeigte nach Süden. „Ungefähr zwei Kilometer.“

Wil stellte die Heizung höher und bog auf den verlassenen Highway ein. In den folgenden Sekunden waren nur der Ventilator und die Scheibenwischer zu hören.

Elise machte sich Vorwürfe, weil sie Jan Larsen angerufen hatte, um sie abzuschleppen. Sie war gar nicht auf den Gedanken gekommen, dass Wil am Wochenende an Jans Stelle in der Werkstatt sein könnte.

Sie zog die nassen Schuhe aus und genoss den warmen Luftstrom. Ja, sie hätte mit dieser Begegnung rechnen müssen. Zudem hatte sie Wils Wirkung auf sie unterschätzt. Zehn Jahre hätten eigentlich ausreichen sollen, doch sie reagierte noch immer auf ihn. Und da er das Lenkrad so fest hielt, dass sich seine Knöchel weiß abzeichneten, war er offenbar auch nicht gegen sie immun.

Das befriedigte sie zwar, doch es gefiel ihr nicht, wie er sie behandelte. Darüber ärgerte sie sich heute genau wie damals. Wieso lief ihr trotzdem beim Anblick seiner muskulösen Schenkel in der ölbefleckten Jeans ein wohliger Schauer über den Rücken?

Resigniert löste sie das Band und ließ das Haar frei fallen. Wil hatte sie hinter sich gelassen. Wenn sie den heutigen Tag überstand, konnte sie erneut mit diesem Teil ihres Lebens abschließen.

Wil gingen alle möglichen Dinge durch den Kopf, während er den Blick auf die Straße richtete. Sein Vater wusste bestimmt Bescheid, wer sie war, auch wenn er nicht mit ihr zusammengetroffen war. Jan wurde zwar älter, war jedoch geistig reger als die meisten Männer, die nur halb so alt wie er waren.

Sie spielte mit ihrem Haar. Wil bemühte sich so sehr, nicht hinzusehen, dass es ihm einen Ruck versetzte, als ihr Arm den seinen streifte.

Offenbar hatte sich nichts geändert. Wie früher bekam er schon bei einer leichten Berührung Herzklopfen. Keine andere Frau hatte jemals so stark auf ihn gewirkt. So war es schon gewesen, als er noch ein Jugendlicher war.

Jahrelang hatte er darauf...

Erscheint lt. Verlag 19.5.2018
Reihe/Serie Digital Edition
Digital Edition
Digital Edition
Übersetzer M. R. Heinze
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Frech • Liebesgeschichte • Liebesroman • romantisch • Romantische Bücher • Sexy
ISBN-10 3-7337-5715-7 / 3733757157
ISBN-13 978-3-7337-5715-1 / 9783733757151
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