Darling, ich muss Dir was gestehen (eBook)
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-5701-4 (ISBN)
Brynn steckt in einer ausweglosen Situation: Wenn sie Matt MacKenzie, in den sie sich leidenschaftlich verliebt hat, sagt, dass sie gar nicht mit seinem Bruder verheiratet ist, hält er sie für eine Lügnerin. Doch gesteht sie ihm nicht, dass sie die ganze Zeit geschwindelt hat, wird sich Matt nie zu seinen Gefühlen für sie bekennen ...
1. KAPITEL
Brynn blätterte in der Zeitung, während sie gleichzeitig ihr Frühstück zwischen ihren Haustieren verteilte. Die Katze Snookems bevorzugte zwar Fleisch, knabberte aber auch ganz gern an einem Hörnchen mit Schmelzkäse. Der Terriermischling Lancelot war nicht so wählerisch, mochte jedoch vor allem Obst und schnappte begeistert nach Erdbeeren und Bananenscheiben.
Papagei Bossy, dessen Name gut zu seinem herrischen Wesen passte, machte sich über ein Stück Hörnchen her und fluchte dabei deftig vor sich hin. Brynn versuchte zwar stets, seine schlechten Manieren zu verbessern, stand jedoch auf verlorenem Posten. Zum Glück störten sich ihre wenigen Besucher nicht an der absolut nicht stubenreinen Ausdrucksweise des Vogels.
Alle drei Tiere waren aus unterschiedlichen Gründen so gut wie nicht zu vermitteln gewesen und deshalb bei Brynn gelandet. Gut war nur, dass sie bloß zwei Mal im Monat im Tierheim aushalf, sonst hätte sie sich eine Farm oder einen Zoo anschaffen müssen.
Sie blätterte um und ließ prompt die restlichen Erdbeeren Lancelot auf den Kopf fallen. Der Hund störte sich nicht daran, sondern jagte auf dem Küchenfußboden hinter den Beeren her. Brynn merkte es gar nicht, weil sie geschockt auf ein Foto von Gregory starrte. Darunter stand: Bekannter Manager in Südamerika entführt.
Hastig überflog sie den Artikel. Gregory hatte wegen des Baus einer weiteren Fabrik seiner Firma verhandelt. Einzelheiten waren noch nicht bekannt, aber es schien den Gangstern um Lösegeld und nicht um politische Ziele zu gehen.
Kein Wunder, dass Gregory nicht mehr gejoggt war. Da hatte sie sich überlegt, wie sie sich ihm vorstellen sollte, und er hatte wer weiß was erlitten! Brynn schauderte, als sie sich sämtliche Möglichkeiten vorstellte, die ihr dank ihrer übergroßen Fantasie einfielen.
Diese Fantasie war je nach Standpunkt ein Segen oder ein Fluch. Einerseits lieferte sie Brynn die nötigen Einfälle für den Comicstrip, aber andererseits malte sie sich unsägliche Qualen aus, denen Gregory ausgesetzt war.
Gewissenhaft schnitt sie den Artikel aus, holte danach das Hochzeitsalbum und öffnete es. Der Fotograf hatte hervorragende Arbeit geleistet und mittels Computer Bilder von ihr und Gregory in passender Kleidung und Haltung geschaffen. Die Fotos wirkten dermaßen echt, dass Brynn sich manchmal selbst daran erinnern musste, dass sie künstlich hergestellt worden waren.
Durch ihre Arbeit kannte sie die Möglichkeiten der modernen Computer, die von Leuten genutzt wurden, die kein Geld für richtige Fotos hatten oder einfach Bilder einer früheren Hochzeit wieder verwenden wollten. Viele ehemalige Ehepartner hätten bestimmt nicht schlecht gestaunt, wer jetzt an ihrer Stelle auf ihrem Foto lächelte. Diese Methode war mittlerweile so weit verbreitet, dass der Fotograf sich gar nicht über Brynns Bitte gewundert hatte.
Wer nicht Bescheid wusste, hielt die Fotos für echt, und in Brynns Träumen waren sie es auch. Andere hätten ihr Hochzeitsalbum bestimmt albern und lachhaft gefunden, aber für sie war es nichts weiter als eine harmlose Fantasie und das einzige Bindeglied zu Gregory.
Lancelot stieß sie mit der feuchten Schnauze an und wollte gestreichelt werden. „Glaubst du, Gregory geht es gut?“, fragte sie erstickt und hob den kräftigen kleinen Hund hoch, der ihr mitfühlend die Hand leckte.
Snookems merkte ebenfalls, dass sie traurig war, und rieb sich an ihren Beinen. Nur Bossy schimpfte und brabbelte weiter vor sich hin.
„Woher sollen wir wissen, wie es ihm geht, Leute?“, fuhr sie fort. „Wir müssen abwarten, fürchte ich.“
Brynn saß am Zeichentisch, konnte sich jedoch nicht auf die Arbeit konzentrieren. Stattdessen griff sie nach dem Hochzeitsalbum.
Seit Gregorys Verschwinden wartete sie täglich sehnsüchtig auf die Zeitung, doch bisher hatte sich nichts Neues ergeben. Gar keine Nachrichten waren zwar immer noch besser als schlechte, doch letztlich war ihr das auch kein Trost.
Lancelot knurrte, und gleich darauf klingelte es an der Tür. Lancelot raste bellend hin, Snookems sprang auf den Fenstersitz und miaute, und Bossy schrie: „Herein!“
Brynn seufzte, warf einen Blick durch den Spion, erkannte aber nichts, weil jemand zu dicht vor der Tür stand. „Wer ist da?“, fragte sie.
In dem einsetzenden Stimmengewirr fing sie nur einen Namen auf: MacKenzie. Neuigkeiten über Gregory? Ohne auch nur einen Moment logisch nachzudenken, nahm sie Lancelot auf den Arm und riss die Tür auf.
Verdutzt blickte Brynn in fünf Gesichter. Fünf Augenpaare musterten sie neugierig.
„Hallo“, sagte sie schließlich. „Was kann ich für Sie tun?“
„Ach, ist sie nicht reizend?“, rief eine Frau mittleren Alters, nahm Brynn an den Händen und zwang sie, Lancelot auf den Boden zu stellen.
„Ich weiß nicht …“
„Ja, Ruth, du hast recht“, versicherte eine andere Frau. „Sie sieht entzückend aus. Dabei haben wir sie völlig überrascht.“
„Nein, ich meine …“, setzte Brynn an.
„Doch, doch, das ist geradezu ein Überfall“, fiel ihr ein Mann ins Wort, dessen Stimme ziemlich matt klang. „Wir haben uns noch gar nicht vorgestellt. Wie sind die MacKenzies, Gregorys Familie.“
Brynn traute ihren Ohren nicht. War ihm womöglich etwas zugestoßen? Andererseits – wie kamen diese Leute auf sie? „Aber wie … ich meine …“ Sie holte tief Atem. „Kommen Sie doch bitte herein.“
Zuerst traten die Frauen ein, danach ein ungefähr vierzehn Jahre altes Mädchen und ein etwa neunjähriger Junge. Der Mann mit der matten Stimme bildete den Schluss.
„Ich bin Ruth MacKenzie“, erklärte die Frau, die zuerst gesprochen hatte. „Und das ist mein Mann Frank.“
Er reichte ihr sehr ernst die Hand.
Ruth machte sofort weiter. „Das ist Franks Schwester Miranda.“
„Ich bin ja so froh, dass wir uns endlich kennenlernen, Brynn“, versicherte Miranda. „Tut mir leid, dass wir so einfach hereinplatzen.“
„Nein, nein, schon gut, wirklich, aber …“
„Und das ist Heather“, fuhr Ruth fort, „Gregorys Schwester, aber das ist dir sicher alles bekannt. Gregory hat es dir bestimmt erklärt.“
Wie sollte er?
Die Vierzehnjährige strahlte übers ganze Gesicht. „Hi!“
„Hi“, erwiderte Brynn.
„Und das ist Andy, Gregorys Bruder“, fügte Ruth hinzu. „Eigentlich brauche ich niemanden vorzustellen. Es liegt auf der Hand, wie wir miteinander verwandt sind.“
Nicht so direkt … „Hey, Andy“, sagte Brynn, die nicht so recht wusste, wie man mit Kindern umgeht.
„Wieso lebst du nur in einem halben Haus?“, fragte der Junge.
„Schon gut“, meinte Brynn lächelnd, als Ruth ihm einen warnenden Blick zuwarf, und zeigte zur hohen Decke mit den kunstvollen Verzierungen. „Es ist ein altes Haus, wie du siehst, und der Eigentümer hat es in zwei Wohnungen unterteilt.“
„Das sieht hier aber nicht wie eine Wohnung aus“, stellte Andy fest. „Im Fernsehen sind Wohnungen immer neu und weiß.“
„Genau deshalb gefällt sie mir“, erwiderte Brynn lächelnd. „Diese ist anders.“
„Ja, das schon“, sagte er, streichelte Snookems und ging dann zum Zeichentisch.
„Ja, also, ich bin Brynn Magee“, sagte sie und lächelte verunsichert, während die anderen sie anstrahlten. „Ich kann mir nur nicht erklären, woher Sie das wissen.“
Ruth traten Tränen in die Augen. „Der Fotograf hat von Gregorys Entführung gehört und uns Kopien der Hochzeitsfotos geschickt. Er dachte, wir wollten sie gern haben, und wir waren natürlich begeistert.“
Frank legte seiner Frau tröstend den Arm um die Schultern. „Wenn Ruth ehrlich ist, hat sie den Fotografen dazu gebracht, uns deinen Namen und deine Adresse zu geben.“
„Selbstverständlich wollten wir die junge Frau kennenlernen“, sagte Miranda, „die endlich Gregorys Herz erobert hat.“
Brynn lief es heiß und kalt über den Rücken. Gregorys Angehörige sorgten sich um ihn, und jetzt glaubten sie, seine heimliche Braut vor sich zu haben. Was hatte sie da bloß angerichtet!
„Natürlich verstehen wir, dass ihr beide uns überraschen wolltet, und es tut uns auch leid, dass wir euch das verdorben haben“, fuhr Miranda fort. „Aber nach Gregorys Entführung war es für uns wichtiger, dass wir alle in dieser schweren Zeit zusammenhalten. Diesen Lauf der Dinge konnte schließlich niemand vorhersehen.“
Das könnt ihr laut sagen, dachte Brynn und holte tief Atem.
„Ich muss es wissen“, rief Ruth. „Wie habt ihr euch denn kennengelernt?“
Brynn öffnete zwar den Mund, brachte jedoch keinen Ton heraus.
„Und warum habt ihr eure Hochzeit geheim gehalten?“, fuhr Ruth fort. „Ich verstehe ja, dass ihr eine Trauung in aller Stille haben wolltet, aber ich möchte wissen …“
„Ruth!“, fiel Miranda ihr ins Wort. „Du siehst doch, wie verstört sie wegen Gregory ist. Sie kann jetzt nicht über diese Dinge sprechen.“
Ruth griff wieder nach Brynns Händen. „Tut mir leid, ich rede zu viel. Wir sprechen später darüber. Jetzt denkst du natürlich nur an Gregory.“
„Gibt es Neuigkeiten?“, brachte Brynn schließlich hervor.
Frank schüttelte besorgt den Kopf. „Das Außenministerium vermutet keine politischen Motive. Gregory war nur als Vertreter von Drake Chemical in Südamerika, und in diesem Land wünscht man sich amerikanische Firmen.“
...| Erscheint lt. Verlag | 9.5.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Digital Edition |
| Digital Edition | Digital Edition |
| Übersetzer | M. R. Heinze |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Frech • Liebesgeschichte • Liebesroman • romantisch • Romantische Bücher • Sexy |
| ISBN-10 | 3-7337-5701-7 / 3733757017 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-5701-4 / 9783733757014 |
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