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G. F. Unger Western-Bestseller 2357 (eBook)

Seit jenem Tage ...

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-6414-9 (ISBN)

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G. F. Unger Western-Bestseller 2357 - G. F. Unger
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Morg Shannon musste mit ansehen, wie Ben Campifer seine Braut aus dem reißenden Fluss rettete. Doch statt ihm dankbar zu sein, hasste er ihn seit jenem Tage ...


Als Luke Babsy den Fluss zu sehen bekommt, hält er sein mageres Pferd an und nimmt den Hut ab. Dieser Hut sieht so alt aus wie Babsy, und viele Reiter der Lone-Star-Mannschaft behaupten, dass Luke mit diesem Hut schon auf die Welt gekommen wäre.

Nun lässt Luke Babsy seine siebzehn Haare im Winde flattern und schüttelt dazu seinen Kopf wie ein störrischer Gaul.

»Du lieber Vater«, sagt er, »jetzt muss ich doch wahrhaftig heute noch ein Bad nehmen. Und dabei habe ich erst vor zwei Monaten am Saline River gebadet und versucht, den Fluss leer zu trinken. Seht euch das an, Jungs! Das nennt sich White River! Habt ihr schon mal einen schmutzigeren Fluss gesehen?«

Er blickt die anderen Reiter an, und er ist ein eierköpfiger, chinesenbärtiger und falkenäugiger Bursche, der wie ein Comanche auf dem Pferd sitzt und den Revolver auf eine Art in der Tasche seiner abgenutzten Chaps stecken hat, die so selbstverständlich wirkt wie der Federhalter hinter dem Ohr eines Buchhalters, wenn dieser mal eine Pause macht.

Und auch die beiden anderen Reiter wirken schon auf den allerersten Blick wie reinblütige Gentlemen der Texasweide.

Doch hier ist das Dakota-Territorium. Hier ist nicht Texas. Es war ein weiter Weg von Texas herauf. Man sieht es den Reitern an.

Babsy seufzt.

Die beiden Männer zu seiner Linken betrachten den angeschwollenen Fluss schweigend und prüfend. Sie schätzen ihn ab, und in Morg Shannons grauen Augen erscheint für einen Moment der Ausdruck einer leichten Unruhe. Auch er denkt gewiss an den Flussübergang vor zwei Monaten am Saline River. Dort war die Herde mitten im Fluss in Panik geraten und er, Morg Shannon, wäre fast ertrunken.

Ben Campifer hat ihn herausgeholt – mitten aus dem Hexenkessel der verrückten Longhorns.

Und jetzt? Er nimmt seinen Blick von dem Hochwasser führenden Fluss und richtet ihn auf Ben Campifer.

Der Vormann der Lone-Star-Mannschaft ist nur zwei Jahre älter als er. Er wirkt stiller und ruhiger, ernster und bedächtiger. Ben Campifer ist rotblond, hager, sehnig und grauäugig. Er hat ein ziemlich unregelmäßiges und ganz bestimmt nicht hübsches Gesicht.

Morg Shannon aber ist dunkelhaarig, auf eine männlich verwegene Art hübsch und wirkt auf alle Menschen sehr anziehend. Er ist ein Mann von jener Sorte, die überall Freunde hat und die es gewöhnt ist, stets zu gewinnen.

Sie sind also äußerlich sehr verschieden, diese beiden Männer.

Doch sie beide sind groß und hart. Sie sind die besten Männer einer Texas-Mannschaft, die daheim in Texas einen gewissen Ruf besitzt.

Ben Campifer erwidert Morg Shannons Blick ruhig und sagt dann: »Wir müssen hinüber, Morg. Wir müssen die Herde hinüberbringen. Der Fluss steigt noch an. Wir müssen hinüber, auch wenn es uns einige Dutzend Rinder kostet.«

Er grinst und nickt Luke Babsy zu. »Da du den Fluss nicht leer trinken kannst, Luke, kannst du zurück zur Herde reiten. Die Jungs sollen die Longhorns bremsen und die Herde in vier oder fünf Gruppen von je achthundert oder tausend Tieren aufteilen. Ich will zwischen diesen einzelnen Abteilungen einen Zwischenraum von zweihundert Yards haben. Die Biester sollen sich nicht von hinten stoßen können. Los, Luke!«

Der nickt, setzt seinen alten Hut auf und wirkt damit wie ein chinesischer Flusspirat. Aber er zwingt sein Pferd mit einer geschmeidigen Bewegung herum und reitet zurück.

Morg Shannon und Ben Campifer bleiben noch nebeneinander und betrachten den Fluss.

»Du sorgst dafür, Morg, dass die Wagen und die Pferderemuda gut auf die andere Seite kommen«, sagt Ben dann schlicht. In seiner Stimme ist keinerlei andere Bedeutung enthalten. Seine Worte sind nur eine schlichte und fast nur der Ordnung halber ausgesprochene Anweisung.

Doch Morg Shannon zuckt leicht zusammen.

»Das kannst du nicht machen, Ben«, sagt er gepresst. »Nein, das kannst du mir nicht antun. Gewiss, ich bin am Saline River fast ertrunken – ja, ich war schon so gut wie erledigt, doch ich fürchte mich nicht vor einem Fluss. Und auch nicht vor verrückten Rindern! Ich werde auch nicht die Nerven verlieren, wenn die Furt hier wieder zu einem Hexenkessel wird. Du kannst mich nicht auf ein Nebengleis abschieben, Ben, mein Junge. Ich bin immer mit an der Spitze, wie es sich gehört. Ich bin immer dort, wo der beste Mann nötig ist. Und das ist nicht bei den Wagen und der Pferderemuda!«

Seine Worte enthalten zuletzt eine Menge Stolz, und in seiner Stimme schwingt ein spröder Klang.

Ben Campifer betrachtet ihn forschend. Er kann es nicht erkennen, doch er spürt instinktiv, dass Morg Angst hat vor dem angeschwollenen Fluss.

Oh, sie haben seit dem Saline River viele Flüsse durchfurtet. Doch keiner führte Hochwasser. Alle waren sie zahm. Und immer war Morg Shannon sehr froh darüber.

Die ganze Zeit hat er sich gewiss vor dem nächsten Fluss mit Hochwasser gefürchtet.

Jetzt ist es so weit.

Dort unten ist ein schlimmer Flussübergang.

Und hier oben ist ein Mann, der zwischen verrückt gewordene Longhorns geriet, die sich gegenseitig verletzten und sich auf den Grund des Flusses trampelten.

Auch Morg Shannon ist verletzt und von den Rindern auf den Grund getrampelt worden. Er war schon so gut wie tot. Ben Campifer rettete ihn.

Doch seit jenem Tage hatte er Furcht vor verrückt gewordenen Longhorns in einem gefährlichen Fluss.

Ben Campifer weiß das. So etwas gehört zu den Dingen, die ein guter Vormann, der eine fünftausendköpfige Herde von halbwilden Texasrindern tausendfünfhundert Meilen weit nach Norden bringen soll, wissen muss.

Nun sagt er zu Morg Shannon: »Bruderherz, du solltest nicht so stolz sein. Es gibt immer irgendwelche Dinge, vor denen ein Mann Respekt hat und denen er deshalb aus dem Weg gehen sollte. Du hast ein schreckliches Erlebnis gehabt. Also vergiss es erst einmal.«

»Nein«, sagt Morg Shannon hart.

»Na gut.« Ben Campifer nickte, und seine Stimme klingt nun noch ausdrucksloser. »Dann beteilige dich da an dem ganzen Spaß, wo du glaubst, dass dort der beste Mann nötig ist.«

Er will zur Furt hinunter.

»Und noch etwas«, hält Morg Shannon ihn auf.

»Ja?« Ben Campifer fragt es ernst, und nun wirken auch seine grauen, weit auseinander stehenden Augen ebenfalls ausdruckslos. Alles was in ihm ist, bleibt tief in ihm verborgen.

»Ich verdanke dir mein Leben, Ben«, sagt Morg. »Und ich werde das nie vergessen – bis ich diese Schuld bezahlt habe. Doch wenn ich nochmals in einem Fluss unter die Rinder geraten sollte, dann komm mir nicht wieder zu Hilfe. Ich will es nicht haben, hörst du! Ich will nicht noch einmal vor den Augen der Mannschaft von dir gerettet werden. Ich möchte, dass du es richtig begreifst!«

»Ich begreife es«, sagt Ben Campifer. Dann reitet er zum Fluss hinunter.

Morg Shannon blickt ihm nach und sieht dann zu, wie Ben Campifer ohne zu zögern seinen großen, wohl an die sechzehn Hand hohen, zwölfhundert Pfund schweren roten Wallach ins Wasser lenkt.

Der lehmgelbe Fluss strömt und rauscht, gurgelt und schmatzt, und er bringt immer wieder losgerissenes Gestrüpp, Astwerk und sogar Bäume mitsamt ihren Wurzeln mit. Er ist jetzt gefährlich, dieser Fluss, voller Strudel und anderer Tücken.

Als Ben Campifers Pferd den Boden unter den Hufen verliert und schwimmen muss, werden Reiter und Pferd sofort von der Strömung erfasst und abgetrieben.

Morg Shannon beobachtet, wie sich Ben Campifer flach ins Wasser legt und vom Rücken seines Pferdes gleitet. Er hält sich nun am Schwanz des Tieres fest, rudert mit dem rechten Arm kräftig mit und macht mit den Beinen Schwimmbewegungen wie ein Frosch. Erst als das große Tier wieder Boden unter die Hufe bekommt, zieht sich Ben Campifer wieder auf den Rücken und rutscht in den Sattel.

Und dann sind Reiter und Tier drüben.

Ben Campifer reitet den Uferhang hinauf, sicherlich, um noch ein Stück nach Norden zu reiten, zu erkunden.

Morg Shannon seufzt. Er betrachtet wieder den Fluss. Und dann hört er Hufschlag hinter sich.

Big Jim Quartermane, der Boss der Herde, kommt da mit seiner Tochter herangeritten. Und Chris, die geschmeidig und lebendig neben ihrem Vater reitet, ist Morg Shannons Braut.

Er genießt das Bild, sie so reiten zu sehen, und er ist wieder sehr stolz auf sich, dass er dieses Mädchen erringen konnte.

Sie reitet nun schneller zu ihm und lässt ihren Vater ein Stück hinter sich. Sie ist mittelgroß und geschmeidig, und ihr Haar ist so gelb wie reifer Weizen. Sie hat blaue Augen und ein lebendiges Gesicht, mit einer kurzen Nase, großen, etwas schräg gestellten Augen und einem vollen und ausdrucksvollen Mund. Sie ist ein impulsives Mädel, froh darüber, auf dieser Welt voller Abenteuer und sehr lebendig zu sein.

»Hoii, Cowboy«, sagt sie, »dies ist aber kein sauberes Badewasser!«

Sie lacht und schüttelt ihren zusammengebundenen Haarschopf über die Schulter. Sie späht über den Fluss und sagt: »Aaah, Ben ist schon auf der anderen Seite. Und nass ist er! Oho, heute werden wir alle nass wie die Biber! Ich werde mit meinem Pferd ebenfalls hinüberschwimmen. Sieh, Morg, ich habe mir Hosen angezogen.«

»Das sehe ich.« Er lächelt und fügt etwas anzüglich hinzu: »Das habe ich sofort gesehen. Nichts an dir entgeht mir, Chris.«

Sie wird etwas rot, doch ihre Augen funkeln. Sie können jedoch nicht länger miteinander reden.

Jim Quartermane ist nun bei ihnen angelangt. Er ist schon weißhaarig, und er wirkt verwittert und etwas zerzaust von einem...

Erscheint lt. Verlag 2.5.2018
Reihe/Serie Western-Bestseller
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Bestseller • bud-spencer • buffalo-bill • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Country • Cowboy • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Serie • sonder-edition • Western • Western-roman • Westernromane • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp
ISBN-10 3-7325-6414-2 / 3732564142
ISBN-13 978-3-7325-6414-9 / 9783732564149
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