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Leonardo und die Bruderschaft des heiligen Schwerts -  Alfred Bekker

Leonardo und die Bruderschaft des heiligen Schwerts (eBook)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Auflage
120 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-1886-1 (ISBN)
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Band 6 von 6 der mysteriösen Abenteuer des jungen Leonardo da Vinci Der Wanderprediger Bartolo kommt ins Dorf mit einem sensationellen Fund: das Schwert des Apostels Petrus! Alle wollen das Schwert berühren, denn es soll heilende Kräfte besitzen. Doch Leonardo ist misstrauisch. Bartolo verlangt viel Geld von seinen Anhängern und droht mit den Flammen der Hölle, wenn man nicht an das Schwert glaubt. Für Leonardo ist schnell klar: Bartolo ist ein Betrüger.

Gefährliches Florenz

„Vorsicht! Tritt da nicht hinein, Leonardo!“, sagte Carlo. Im letzten Moment konnte Leonardo dem Pferdehaufen mitten auf der Straße ausweichen.

„Das kommt davon, wenn man nur in der Gegend herumschaut, anstatt auf den Weg zu achten!“, meinte Carlo.

Im selben Moment mussten die beiden Jungen zur Seite springen. Carlo packte seinen Freund an der Schulter und zog ihn ruckartig einen Schritt zurück. Ein Pferdewagen raste dicht an ihnen vorbei. Die Pferde wieherten laut auf und um ein Haar wären die Räder Leonardo über den Fuß gefahren.

„Meine Güte, das war aber knapp!“, sagte Carlo. „Ja, das kommt davon, wenn man träumt, anstatt aufzupassen! Florenz ist eine große Stadt! Da muss man schon auf der Hut sein!“

„Ja, ja...“

„Aber eigentlich weißt du das doch! Du warst doch schon viel öfter hier als ich, seit dein Vater als Notar für Cosimo de’ Medici arbeitet!“

„Ich habe nur über etwas nachgedacht“, meinte Leonardo. „Sieh dir diese engen Straßen an! An den Brücken, die über den Arno führen, gibt es regelmäßig Staus und die Fuhrleute schreien sich so lange an, bis einer nachgibt und Vorfahrt bekommt! Und dann erst das Chaos auf dem Markt bis jeder Händler an seinen Standplatz gelangt ist!“

Sie schlenderten weiter, hielten sich dabei aber mehr am Rand der gut gepflasterten Straße, um nicht noch einmal mit einem Pferdefuhrwerk aneinander zu geraten.

„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was du willst, Leonardo! So ist das nun mal in einer Stadt! Zu Hause in Vinci, wo zweimal am Tag ein Pferdewagen über den Dorfplatz fährt, kann man sich natürlich auf die Straße legen und ein Mittagsschläfchen halten, wenn man will! Aber hier ist eben sehr viel mehr los!“

„Vinci ist ja auch ein Dorf...“

„Eben!“

„Aber hier in Florenz, da treffen sich die Handelswege, dahin kommen Händler aus der ganzen Welt, da werden Geschäfte mit Stockfisch aus Norwegen, Gewürzen aus Indien und Teppichen aus Persien gemacht...“

Carlo grinste. „Und nachgemachten Teppichen aus England, die nur die Hälfte kosten.“

„Genau!“

„Und all die Menschen wollen auf dieselben Marktplätze – es ist doch logisch, dass es da Gedränge gibt!“

Leonardo nickte. „Ja, und ich habe eben darüber nachgedacht, wie man das viel besser organisieren könnte! Verstehst du? Eine Stadt, in die alle schnell auf die Marktplätze oder zu den Banken und Geldwechselstuben gelangen können, ohne, dass sie dabei gleich in Lebensgefahr sind!“

Carlo seufzte gut hörbar. „Die Lösung ist ganz einfach, Leonardo.“

„Ach, ja?“

„Augen auf und aufpassen! Dann passiert einem nichts! Da braucht man keine deiner Erfindungen zu!“

„Oh, das denke ich aber schon!“, widersprach Leonardo. „Zu dumm, dass ich kein Papier dabei habe, dann würde ich es schnell aufzeichnen!“

Carlo runzelte die Stirn. Das konnte Leonardo ja wohl unmöglich ernst meinen! „Jetzt? Hier? Mitten im dichtesten Florentiner Marktverkehr? Leonardo, du bist nicht ganz dicht!“ Aber das sah seinem gleichermaßen wunderlichen wie erfindungsreichen Freund mal wieder ähnlich. Carlo seufzte und setzte noch hinzu. „Gut, dass du weder Papier noch Bleistift dabei hast!“

Der Händler Maldini – Carlos Vater – fuhr mit seinem Pferdewagen regelmäßig nach Florenz, um seine Waren auf dem dortigen Markt zu verkaufen. Aber auch deshalb, weil er dort neue Ware einkaufte, die er dann in den Dörfern der Umgebung weiter zu verkaufen pflegte.

Ab und zu begleiteten Carlo und Leonardo ihn, wenn er nach Florenz fuhr.

Leonardo nutzte inzwischen jede Gelegenheit, die sich ihm bot, diese faszinierende Stadt zu besuchen. Hier gab es einfach so viel mehr zu sehen als in dem kleinen Dorf Vinci, aus dem er stammte und wo er im Haus seines Großvaters lebte.

Da sein Vater Ser Piero inzwischen des Öfteren als Notar für Cosimo de’ Medici, den Stadtherrn von Florenz arbeitete, hatte Leonardo auch ihn schon häufiger begleitet, sodass er in letzter Zeit ziemlich häufig in Florenz gewesen war.

Der Gedanke, dass man eine solche Stadt besser anlegen könnte, geisterte ihm schon eine ganze Weile durch den Kopf.

„Siehst du die Kuppel des Doms dort hinten?“, fragte Leonardo und streckte dabei den Arm aus.

„Natürlich sehe ich die!“, erwiderte Carlo verständnislos. Wie hätte er die auch übersehen können? Der Dom war schließlich das mit Abstand größte Gebäude der Stadt und überragte alle anderen Häuser bei weitem. „Aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was diese Kuppel im Moment mit uns und deinen seltsamen Stadtverbesserungsplänen zu tun hat“, gestand Carlo nach einer kurzen Pause, als Leonardo etwas abwesend wirkte. So, als wäre er gerade von einem Gedanken erfasst worden. Carlo kannte das schon. Meistens hatte Leonardo danach irgendeine Idee, von denen dann die eine Hälfte gefährlich war und man sich bei der anderen dreckig machte.

„Die Kuppel des Doms ist die größte ihrer Art in der ganzen bekannten Welt! Stell dir vor, man hat diesen Dom gebaut, weil man die größte Kathedrale der Welt erschaffen wollte. Aber als man beim Dach war, stellte man fest, dass man so eine große Kuppel gar nicht bauen kann, weil sie wieder einstürzt.“

„Wer hat dir das denn erzählt?“

„Cosimo de’ Medici. Du weißt doch, dass mein Vater für den Stadtherrn mehr oder weniger regelmäßig arbeitet und ich auch schon mal in seiner Bibliothek sein durfte...“

Carlo runzelte die Stirn. „Aber was erzählst du denn für einen Quatsch. Jeder sieht doch die Kuppel!“

„Ja! Heute gibt es da eine Kuppel! Aber zuerst musste man den Bau aufgeben. Hundert Jahre hat der Dom ohne Dach dagestanden, weil niemand wusste, wie man es bauen sollte. Kannst du dir das vorstellen? Generationen sind jeden Tag an dieser Kirche vorbeigekommen und haben sich gefragt, ob es denn nicht doch irgendwie möglich ist, dass der Dom von Florenz ein Dach bekommt! Und dann war es schließlich soweit und ein Architekt hat eine Möglichkeit gefunden, wie man doch eine so große Kuppel bauen kann! Und mir geht es genauso, verstehst du?“

„Nö“, sagte Carlo. „Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ein Wort von dem, was du sagst.“

„Na, es ist doch ganz einfach! Ich war jetzt schon so oft in Florenz. Mir geht genauso wie all den Leuten, die hundert Jahre lang an dieser Kirche ohne Dach vorbeigehen mussten und darüber nachgegrübelt haben, wie man sie doch noch vollenden könnte.“

„Oh, ich glaube, die meisten dieser Leute werden nur gehofft haben, dass es während des Gottesdienstes nicht regnet“, gab Carlo zurück.

Aber das wollte Leonardo nicht hören. Er machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ich wollte darauf hinaus, dass ich genauso oft durch diese unvollkommene, schlecht organisierte Stadt gegangen bin, in der die Pferdehaufen auf der Straße liegen und man kaum einen Schritt machen kann, ohne in diesen Dreck hinein zu treten. Eine Stadt, in der es dauernd Staus gibt und die Diebe sich das Gedränge zu Nutze machen können, weil es in all dem Chaos doch viel leichter für sie ist, unerkannt zu entkommen! Immer wieder habe ich mir das alles angesehen und heute ist mir eine Idee gekommen, wie man all das verbessern könnte!“

„Ach, Leonardo...“

„Weißt du, es ist gar nicht so kompliziert. Man müsste nur unter der Stadt ein Netz von Tunneln bauen. Durch diese Tunnel würden dann Pferdewagen die Lasten transportieren, während es auf den Straßen verboten wäre, mit Pferdewagen zu fahren.“

„Und was wäre dadurch gewonnen?“, fragte Carlo. „Dann gäbe es die Pferdewagen-Staus eben in den Tunneln.“

„Oh nein! Die unterirdischen Pferdewagen würden strikt nach einem Fahrplan fahren. Außerdem könnte man immer mehrere Wagen an ein Gespann hängen. Also nehmen wir mal an, dein Vater wollte seine Waren zum Markt transportieren, dann würde er seinen Wagen an einem der Stadttore abstellen. Dort müsste man natürlich einen Platz zum Abstellen für Pferdewagen errichten, der auch bewacht wird. Aber wenn Florenz nicht gerade angegriffen wird, hat die Stadtwache ja sowieso fast nichts zu tun, da wäre das ja wohl kein Problem!“

Carlo machte ein zweifelndes Gesicht. „Die werden nicht gerade begeistert davon sein!“, glaubte er.

„Jedenfalls würde die Ware deines Vaters schon am Tor ausgeladen und mit Lastenaufzügen in die Tiefe gebracht, wo sie auf die Wagen in den Tunneln verladen werden.“

„Und wer soll das alles machen, Leonardo?“

„Na, es gibt doch viele Leute in Florenz, die keine Arbeit haben und froh wären, wenn sie sich ein paar Florin verdienen könnten. Das hätte auch für Händler wie deinen Vater Vorteile...

Erscheint lt. Verlag 27.3.2018
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Historische Romane
Kinder- / Jugendbuch
ISBN-10 3-7389-1886-8 / 3738918868
ISBN-13 978-3-7389-1886-1 / 9783738918861
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