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Der Hund des Unheils: Tatort Mittelalter 2 -  Alfred Bekker

Der Hund des Unheils: Tatort Mittelalter 2 (eBook)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Auflage
140 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-1880-9 (ISBN)
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Der Hund des Unheils Tatort Mittelalter Band 2 von Alfred Bekker Der Umfang dieses Buchs entspricht 113 Taschenbuchseiten. Kaspar - der Hund des Unheils? Abergläubische Bauern beschuldigen den zutraulichen Streuner, für die Krankheiten von Mensch und Tier verantwortlich zu sein. Das will Wolfram, Page auf Burg Wildenstein, nicht wahrhaben. Gemeinsam mit dem Knappen Ansgar, dem Küchenmädchen Maria und Pater Ambrosius sucht er nach den wahren Gründen für die Unglücksfälle, um den Hund vor dem mittelalterlichen Strafgericht zu bewahren.

Einige Tage später...

Die Schwerter krachten nur so gegeneinander. Wolfram konnte den Hieb seines Gegners gerade noch abwehren. Mit aller Kraft musste er dagegen halten. Immer wieder prasselten die Hiebe auf den Zehnjährigen ein und er versuchte ihnen so gut es ging auszuweichen oder sie mit Gegenschlägen abzulenken.

„Glück für dich, dass wir nur mit Holzschwertern kämpfen!“, rief Ansgar, sein Gegner. Ansgar war bereits vierzehn und dementsprechend größer und kräftiger als Wolfram. Die beiden Jungen waren trotz des Altersunterschiedes gut miteinander befreundet – aber das hieß nicht, dass einer von beiden bereit gewesen wäre, in einem Übungskampf auch nur einen Fußbreit zurückzuweichen.

Wolfram fasste nun den Griff seines Holzschwertes mit beiden Händen, nahm all seinen Mut zusammen und drosch auf Ansgar ein.

Dieser wehrte die Schläge mit seinem eigenen Holzschwert scheinbar mühelos ab.

Er ist einfach immer ein bisschen schneller als ich!, durchzuckte es Wolfram ärgerlich.

„So ein Kampf mit dem Holzschwert fordert mich gar nicht mehr richtig, seit ich Knappe bin und mit richtigen Waffen übe!“, meinte Ansgar mit gespielter Mühelosigkeit. Doch ein paar Schweißperlen standen ihm auf der Stirn und straften ihn Lügen. Ganz so einfach war es für den frisch gebackenen Knappen nämlich nicht, den Angriffen des Jüngeren standzuhalten.

„Angeber!“, rief Wolfram, nachdem es ihm sogar gelungen war, Ansgar ein paar Schritte zurückzudrängen.

Beide Jungen waren von ihren jeweiligen Eltern nach Burg Wildenstein gesandt worden, um dort zu Rittern ausgebildet zu werden. Mit sieben Jahren hatte Wolfram die Burg seines Vaters Ludwig von Hauenfels verlassen müssen, um bei dem befreundeten Baron Norbert von Wildenstein all das zu lernen, was ein voll ausgebildeter Ritter können und wissen musste. Während Wolfram mit seinen zehn Jahren noch immer ein Page war, so hatte Ansgar vor ein paar Monaten bereits die zweite Stufe der Ritterausbildung erreicht und war nun Knappe, der sich bereits im Umgang mit richtigen Waffen übte, die Ausrüstung seines Ritters und dessen Pferd in Ordnung hielt und diesen sogar in die Schlacht begleitete.

Ansgar war allerdings erst ganz am Anfang seiner Zeit als Knappe und noch weit davon entfernt, einen Ritter in die Schlacht begleiten zu dürfen. Doch das hinderte ihn nicht daran, gegenüber Wolfram und den anderen Pagen von Burg Wildenstein den kleinen Unterschied herauszustellen, der nun zwischen ihnen bestand.

Beide Jungen hielten im Kampf inne.

Sie rangen nach Luft.

„Na, was ist, gibst du auf?“, fragte Ansgar herausfordernd.

„Darauf wartest du vergeblich!“, erwiderte Wolfram. „Gib es zu, die neuen Kampftechniken, die dein Ritter dir beigebracht hat, nützen dir gegen mich nichts!“

„Das wollen wir doch mal sehen!“

Ansgar holte zu ein paar wuchtigen Hieben aus und trieb Wolfram damit mehrere Schritte zurück. Um ein Haar wäre der Zehnjährige gestolpert. Im letzten Moment konnte er dem Holzschwert ausweichen. Ansgars Schlag ging ins Leere.

Da lenkte das Bellen eines Hundes Wolfram für einen kurzen Moment ab. Es war Kasper, einer der vielen herrenlosen Hunde, die es auf Burg Wildenstein gab. Wolfram hatte den Hund längst ins Herz geschlossen und oft genug beleitete er ihn auf seinen Streifzügen in der Umgebung von Burg Wildenstein.

Während die beiden Jungen mit den Holzschwertern aufeinander eindroschen, hatte Kasper ganz ruhig dagesessen. Die Trainingskämpfe zwischen den beiden Jungen waren für Kaspar kein Grund, sich aufzuregen. Sein Bellen musste also einen anderen Anlass haben. Kaspar begann zu knurren und die Zähne zu fletschen.

Diesen Moment nutzte Ansgar. Mit einem wuchtigen Hieb schlug er Wolfram das Holzschwert aus der Hand. In hohem Bogen flog es ins Gebüsch.

Ansgar richtete die Spitze seiner eigenen Übungswaffe auf Wolfram und meinte:

„Jetzt wärst du tot, wenn wir uns in einer richtigen Schlacht gegenübergestanden hätten!“

Wolfram lief dunkelrot an. Er war wütend. Wütend darüber, dass er sich hatte ablenken lassen – und wütend auf Ansgar, der das schamlos ausgenutzt hatte. Entsprach das vielleicht den Idealen des Rittertums von Fairness und Ehre?

Aber weder Wolfram noch Ansgar kamen dazu, irgendetwas zu entgegnen, denn in diesem Augenblick preschte ein Reiter aus dem Unterholz des nahen Waldes auf die Lichtung zu, wo der Kampf stattgefunden hatte.

An seiner Kleidung und Bewaffnung war dieser Reiter unschwer als Ritter zu erkennen. Er trug Helm und Harnisch und darunter ein Gewand aus Wolle, das Wams genannt wurde. Zwei Schwerter nannte er sein eigen. Eines war von normaler Größe und hing an seinem Gürtel, wo sich auch noch ein längerer Dolch befand. Die andere Klinge war enorm lang und sehr breit, sodass der Ritter sie in einer Lederscheide auf dem Rücken tragen musste. Der Griff war so lang, dass man ihn mit zwei Händen fassen konnte.

Wolfram hatte solche Waffen auch bei den Rittern von Burg Wildenstein schon gesehen. Es handelte sich um einen so genannten Beidhänder.

Am Sattel hing der hölzerne Schild, auf den das Wappen des Ritters aufgemalt war: Eine schwarze Rose in einem roten Kreis. Nie zuvor hatte Wolfram dieses Wappen gesehen. Außer auf dem Schild war es auch auf der Satteldecke und dem Gewand.

Das Pferd des Ritters stellte sich auf die Hinterbeine, während Kasper den Fremden weiter ankläffte. Um ein Haar wäre der hohe Herr aus dem Sattel gerutscht. Das Ross wieherte laut und im letzten Moment gelang es dem Ritter, es doch noch unter Kontrolle zu bekommen.

Wolfram war inzwischen zu Kaspar geeilt und versuchte den Hund zu beruhigen. Er kraulte ihm das graubraune Fell und redete auf ihn ein.

Kaspar ließ noch ein düsteres Knurren hören.

Der Ritter stieg aus dem Sattel und tätschelte seinem Pferd den Nacken.

„Das scheint ja ein wahrer Teufelshund zu sein, so finster, wie der mich anknurrt!“, meinte der Mann, dessen Gesicht von einem schwarzen Bart umrahmt wurde. „Sieh dir nur seine Augen an! So als wollte er mir jeden Augenblick an die Kehle springen, um mich zu zerreißen.“ Er lachte.

„Eigentlich ist er nicht so!“, erwiderte Wolfram. „Ich weiß auch nicht, was mit ihm los ist!“

„Er wird sich schon beruhigen. Manchmal wünschte ich, wir würden die Sprache der Tiere verstehen, dann wäre manches leichter!“ Der Ritter machte sein Pferd an einem Strauch fest und näherte sich. Nachdem er sich umgesehen hatte, deutete er auf Ansgars Holzschwert. „Wie ich sehe, haben sich hier zwei zukünftige Ritter im Kampf gemessen.“

„O ja!“, bestätigte Ansgar. „Und ich bin der Sieger des Wettstreits gewesen.“ Er lief rot an und verbarg das Holzschwert hinter seinem Körper. Der Grund dafür, dass die beiden Jungen an diesen abgelegenen Ort geritten waren, um miteinander zu kämpfen, war nämlich der Umstand, dass es Ansgar inzwischen peinlich war, mit einer hölzernen Waffe gesehen zu werden – einem Spielzeug, wie er es empfand. Schließlich war Ansgar bereits ein Knappe und trainierte mit Waffen aus Metall. Es wäre nicht auszudenken gewesen, wenn einer der anderen Knappen ihn mit einer Holzwaffe gesehen hätte! Er wäre zum Gespött der ganzen Burg geworden, glaubte er. Dass dieser Fremde ihn damit sah, war ihm daher äußerst unangenehm, obwohl der Ritter seinerseits keinerlei Geringschätzung dafür erkennen ließ.

„Er hat mich mit unfairen Mitteln bekämpft!“, behauptete Wolfram.

„Unfair? Was soll unfair daran gewesen sein, dass du dein Schwert nicht richtig festhalten konntest?“

„Ich war abgelenkt durch die Geräusche im Wald und Kaspars Gebell!“

„Pah! Du willst nur nicht zugeben, dass du der Verlierer bist!“

„Sollten sich zwei edle Männer von morgen derart ehrlos über den Sieg in einem Übungskampf streiten?“, griff der fremde Ritter ein. „Das kann ich nicht glauben!“ Die beiden Jungen sahen ihn erstaunt an und er lächelte überlegen.

„Sagt ihm das, edler Herr!“, knurrte Ansgar und deutete auf Wolfram.

„Wieso mir? Ich habe mich richtig verhalten!“, protestierte der Zehnjährige.

Ehe sich erneut ein hitziges Wortgefecht zwischen den beiden Freunden entwickeln konnte, hob der fremde Ritter seine Hand und brachte die Jungen damit zum Schweigen.

„Ich sage euch beiden etwas“, erklärte er und wandte sich zunächst an Ansgar. „Du bist der Ältere von euch und wenn dein jüngerer Freund meint, du hättest ihn nur durch unglückliche Umstände besiegen können, sei großzügig und biete ihm die Chance der Revanche an.“ Er wandte den Kopf in Wolframs Richtung und fuhr fort: „Und dir möchte ich sagen, dass man als Ritter von Ehre anerkennen sollte, wenn man im ehrlichen Kampf bezwungen wurde. Auch dann, wenn vielleicht Umstände geherrscht haben, die den anderen begünstigten! Dein Freund kann schließlich nichts dafür, dass ich ausgerechnet...

Erscheint lt. Verlag 27.3.2018
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Historische Romane
Kinder- / Jugendbuch
ISBN-10 3-7389-1880-9 / 3738918809
ISBN-13 978-3-7389-1880-9 / 9783738918809
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