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G. F. Unger Sonder-Edition 134 (eBook)

Sonora-Amigos

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-5956-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

G. F. Unger Sonder-Edition 134 - G. F. Unger
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Schwerverletzt sind sie der Hölle von Sonora entronnen und haben sich mit letzter Kraft über den Rio Grande nach Texas gerettet: Virgil Quade und Vance Masterton, die beiden unzertrennlichen Revolvermänner. Doch ihre Freundschaft, gehärtet im Feuer zahlloser Kämpfe, zerbricht, als sie in Rio Bend im Haus der schönen Fay Morgan Aufnahme und Pflege finden. Denn zum ersten Mal wollen sie etwas, was nur einer von ihnen besitzen kann: die Liebe einer Frau...

Nachdem wir den vereinbarten Revolverlohn erhalten hatten, machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Aber es hatte sich wohl in ganz Sonora herumgesprochen, dass die letzten zwei Revolvermänner einer Fehde mit ihrem Revolverlohn auf dem Heimweg waren. Wir entkamen zwar mit viel Glück einigen Hinterhalten, wurden jedoch nach Osten gejagt. Überall war uns der Weg nach Norden verlegt.

Doch jetzt – am Rio Grande –, da waren wir unseren Verfolgern wohl entkommen.

Denn die Nacht war schwarz.

Und drüben lag Texas.

Wir mussten nur noch durch den Fluss auf die andere Seite.

Dort drüben in der Stadt, deren Lichter so freundlich blinkten, war gewiss Sicherheit – so hofften wir wenigstens.

Vance Masterton lachte leise. Obwohl er leicht angeschossen war und vom langen Reiten gewiss böse Schmerzen hatte, war er nun voller Triumph. Er sagte lachend: »Das war’s wohl, Sonora-Amigo, nicht wahr? Nur noch eine Viertelmeile durch diesen Fluss, der zu dick ist, um daraus trinken, und zu dünn, um darin pflügen zu können. Ich freue mich schon auf ein paar süße Sünden. Also, vorwärts!«

Er ritt an.

Und ich folgte ihm mit unserem Packtier, das für rund zehntausend Dollar Silberbarren trug.

Er hatte mich Sonora-Amigo genannt, aber das war natürlich nicht mein Name. Auch ich nannte ihn manchmal Sonora-Amigo, denn wir waren in Sonora Freunde geworden.

Mein Name ist Quade, Virgil Quade.

Es gab ein paar Leute auf dieser Erde, die fluchten, wenn sie meinen Namen hörten.

Nun, wir ritten also in den schlammigen Fluss und verließen uns in der so verdammt schwarzen Nacht darauf, dass dies hier die Furt war und wir nicht in Treibsand geraten würden. Als Richtungsziel dienten uns nur die Lichter der Stadt.

Als das Wasser unseren Tieren bis unter die Bäuche reichte, hielten wir an und lauschten. Wir machten unsere Ohren so richtig auf.

Zuerst hörten wir nur das Keuchen unserer armen Tiere, die wahrhaftig aus dem letzten Loch pfiffen.

Dann vernahmen wir das Plätschern des Flusses. Ein paar Fische sprangen.

Irgendwo am Ufer schrie ein Nachtvogel.

Ich wünschte mir in diesem Moment die Augen eines Uhus. Dann hätte ich mich in der schwarzen Nacht mitten im Fluss nicht so hilflos gefühlt. Die Lichter der Stadt reichten nicht bis zum Rio Grande. Denn weil dieser nach jedem Hochwasser immer wieder sein Bett veränderte, hatte man die Stadt weit genug vom Fluss entfernt errichtet.

Wir hörten dann plötzlich noch etwas.

Es war Hufschlag. Ja, da ritt eine Mannschaft. Es waren unsere Verfolger. Auch ihre Pferde stolperten. Man hörte es. Sie waren also trotz der schwarzen Nacht immer noch auf unserer Fährte. Aber das war kein Wunder. Denn sie hatten ein paar Hunde dabei, die einmal für die Sklavenjagd abgerichtet worden waren.

Nun, sie kamen also, und sie hatten uns fast erwischen können.

Vance Masterton lachte wieder leise.

»Wir sind schon zwei prächtige Burschen, Sonora-Amigo, nicht wahr? Das macht uns so leicht keiner nach. Wenn wir drüben sind, werden wir sie auslachen. Wir werden ihnen unser Gelächter über den Rio schicken, oha!«

Er ritt weiter in den Fluss hinein.

Ich sagte nichts, folgte ihm wortlos mit unserem schwer beladenen Packtier.

Und ich machte mir Sorgen, weil ich mich mit Pferden auskannte.

Es war mir schon einmal passiert, dass mir ein schweißnasses Pferd in einem kalten Fluss unter dem Sattel verreckte, weil es einen Herzschlag erlitt.

Auch diesmal waren unsere Tiere schweißnass, am Ende ihrer Kräfte und kreislaufmäßig gewiss ganz besonders labil.

Der Rio Grande war zwar nicht eiskalt, aber dennoch konnte er einen Schock verursachen.

Der Rio Grande führte zu dieser Zeit mehr Wasser als normal. Es war zwar noch kein Hochwasser, doch strömte er stärker und war er tiefer als sonst.

Wir merkten bald schon, dass wir in der schwarzen Nacht die Furt nicht genau gefunden hatten. Bei Tage war sie durch Stangen an beiden Ufern genau gekennzeichnet, zwischen denen man in gerader Linie reiten musste.

Wir waren etwas von der Furt abgekommen. Und so gerieten wir mit unseren völlig erschöpften Tieren auf schlammigen Grund. Oha, ich wusste, dass unter dem zähen Schlamm der Treibsand lauerte, besonders in der Flussmitte, wo die Strömung verhinderte, dass sich Schlamm auf dem Treibsand absetzt.

Ich spürte, wie unsere Pferde die Gefahr zu ahnen begannen und in Panik geraten wollten. Sie schnaubten nervös. Ihr Instinkt warnte sie.

Unsere Verfolger, angeführt von den Hunden, würden gleich am Fluss auftauchen. Und wenn sie anhielten und warteten, bis ihre Pferde sich beruhigt hatten, würden sie uns sicherlich im Fluss hören können.

Das Packpferd an der Leine begann plötzlich zu kämpfen. Nun war es von Panik erfasst. Es versuchte, von mir wegzukommen, zerrte an der Leine. Ich zerrte ebenfalls an der Leine, um es neben mir zu halten, und rief beruhigende Worte.

Vance Masterton, der vor uns durch den Fluss ritt, rief zurück: »Verdammt, was ist los mit dem Gaul? Bist du zu blöd, um ein Packpferd durch diesen verdammten Fluss zu führen?«

Oha, er war erschöpft, angeschossen mit einer bösen Wunde über einer Rippe, hatte Schmerzen und war am Ende seiner Kraft.

Ich konnte ihm seine Worte nicht übelnehmen.

Ja, ich achtete nicht einmal darauf, denn ich hatte zu viel mit dem verrückt gewordenen Tier zu tun.

Und dann sackte es plötzlich weg, es stand im Fluss nicht mehr auf seinen Beinen, aus welchen Gründen auch immer. Es legte sich auf die Seite und begann sich zu drehen, so dass es mit dem Bauch nach oben zu liegen kam.

Es lag gewiss an der schweren Last auf seinem Rücken. Diese Last zog mächtig. Ich begann zu begreifen, dass unser Packtier einen Schock erlitt, der es ohnmächtig werden ließ oder gar tötete.

Ich riss an der Leine, wollte es bei mir halten, nicht abtreiben lassen. Denn wir befanden uns jetzt mitten im Fluss. Mein Pferd verlor den Grund unter den Hufen und begann schnaubend zu schwimmen, selbst schon halb in Panik, als hätte es begriffen, was mit seinem Artgenossen geschah.

Nun fluchte ich wild.

Vance Masterton fluchte mit und rief irgendwelche Fragen. Er wusste, dass ich in der Klemme saß, konnte mir jedoch nicht helfen. Wahrscheinlich war es ihm unmöglich, sein schwimmendes Pferd in der Strömung zu wenden.

Ich zog wieder an der Leine, an der das abtreibende Packpferd hing.

Und da riss die Leine.

Ich heulte böse auf, versuchte mein schwimmendes Sattelpferd nach rechts zu ziehen, um dem abtreibenden Packpferd zu folgen.

Doch mein Sattelpferd gehorchte nicht – jedenfalls nicht sofort. Ich wusste, dass ich das abtreibende Packpferd in der schwarzen Nacht gewiss nicht finden würde.

Ich hatte keine Chance.

Und so ging uns in dieser Nacht mitten im Rio Grande für zehntausend Dollar Silber verloren.

Wir retteten nur unser nacktes Leben.

Als wir dann endlich auf unseren keuchenden Pferden das Texasufer erreichten, knickten den Tieren die Beine ein, und wir machten, dass wir aus den Sätteln kamen.

Wir hockten am Boden und sagten eine Weile nichts, keuchten nur.

Dann sprach Vance Masterton mit vor böser Wut zitternder Stimme: »So wird man vom Schicksal verarscht. Da reitet man hinüber nach Mexiko und entscheidet einen Krieg zwischen einem mächtigen Haziendero und einem nicht weniger mächtigen Minenbesitzer, bekommt für zehntausend Dollar Silber, weil der Minenbesitzer mit unserer Hilfe Sieger wurde, und fühlt sich so richtig großartig, und dann verreckt ein verdammter Gaul mitten im Fluss, reißt das verdammte Halteseil, und man steht wieder ganz am Anfang. Oder hast du die Hoffnung, dass wir morgen bei Tag den toten Gaul mit dem Silber irgendwo an den Ufern oder auf einer Untiefe finden?«

»Kaum«, erwiderte ich. »Die Nacht ist so schwarz wie der Orkus. Und der Gaul kann ebenso gut gleich hier festhängen wie fünfzig Meilen weiter flussabwärts. Doch wenn Letzteres der Fall sein sollte, wird er vielleicht von anderen Leuten gesehen, so dass diese früher an die Packlast herankommen als wir. Wir haben verdammt wenig Chancen. Und bevor wir morgen mit der Suche beginnen können, brauchen wir frische Pferde. Und vorher noch musst du zu einem Wundheiler, der sich auf Schusswunden versteht. Einen solchen Mann aber finden wir nur in der Stadt.«

Das sah er ein. Ich hörte es an seinem zustimmenden Knurren.

Dann lauschten wir über den Fluss.

Der war breit. Doch in der Nacht hörten wir drüben die Hunde kläffen, auch das Schnauben und Wiehern der Pferde. Wir konnten nichts sehen, doch wir wussten, dass unserer Verfolger jetzt berieten, ob sie uns nach Texas folgen oder aufgeben sollten.

Sie waren mexikanische Bandoleros, also Straßenräuber. Sie wussten, dass sie sich in keiner texanischen Stadt blicken lassen durften. Sonst würden sich die Bürger zusammenrotten und sie über den Rio Grande jagen. Kein Ort hier am Fluss durfte da irgendwelche Schwächen zeigen. Sonst hatte er ständig unter Bandoleros zu leiden. Vielleicht waren sie auch nicht mehr zahlreich genug, weil die meisten von ihnen die lange Jagd gar nicht durchgehalten hatten.

Wir verharrten noch eine Weile.

Dann sahen wir drüben ein Feuer leuchten. Sie hatten also ein Camp aufgeschlagen, um auszuruhen. Nein, sie würden nicht kommen. Die Jagd war aus.

Aber wir hatten dennoch unsere Silberbarren verloren.

Und wenn man es richtig bedachte, dann hatte...

Erscheint lt. Verlag 3.4.2018
Reihe/Serie G. F. Unger Sonder-Edition
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Anna Basener • Bahnhofsroman • Bestseller • bud-spencer • buffalo-bill • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Cora • Country • Cowboy • Deutsch • Die Abenteurer • eBook • E-Book • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • G. F. Barner • G. F. Unger • Groschenheft • Heft • Heftchen • Heftchen-Roman • Heftroman • Heft-Roman • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • Mira • pete-hackett • peter-dubina • Pulp • Pulp Ficition • Reihe • Ringo • Romanheft • Roman-Heft • serial content • Serial Novel • Serial Novels • Serie • Serien • Seriennovellen • Western-roman • Westernromane • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp
ISBN-10 3-7325-5956-4 / 3732559564
ISBN-13 978-3-7325-5956-5 / 9783732559565
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