Folge 27/28 - Chronik der Sternenkrieger Doppelband (eBook)
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-1817-5 (ISBN)
NACHEINANDER MATERIALISIERTEN jetzt auch die anderen Einheiten, die zu dem kleinen Flottenverband aus fünf Schiffen gehörten, die in die mehr als 1500 Lichtjahre entfernte Region jenseits des K'aradan-Reichs aufgebrochen war, um das Geheimnis jenes Volkes zu entschlüsseln, das vor einer Million Jahren weite Teile der Galaxis beherrscht hatte. Die Fash’rar aus dem Tardelli-System hatten ihm den Namen ‚Die Alten Götter’ gegeben, der sich auch unter den Menschen mittlerweile großer Beliebtheit erfreute. Sich selbst hatten diese geheimnisvollen und zweifellos technisch unvorstellbar weit überlegenen Wesen den Namen ‚die Erhabenen’ gegeben, was wohl auch einiges über die Einstellung aussagte, mit der sie einst ihren Hilfsvölkern gegenüber gestanden hatten, von denen manche nur zur Erfüllung bestimmter Aufgaben geschaffen worden waren.
Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte hatten sich Angehörige verschiedener interstellarer Völker zu einer solchen gemeinsamen Mission zusammengefunden. Die K'aradan unterstrichen dabei ihren Führungsanspruch, in dem sie mit der STOLZ DER GÖTTER das mit Abstand größte Schiff des Verbandes stellten. Alle anderen Schiffe wirkten gegen den 1,5 km großen, tellerförmigen Riesen wie Winzlinge. Insbesondere natürlich das Raumboot der insektoiden Ontiden. Ansonsten gab es noch Einheiten von Qriid, Shani und Fulirr, die an dieser Expedition teilnahmen.
Uralte Feinde hatten sich vorgenommen, zusammen zu arbeiten.
Wie lange das gut gehen würde und ob es sich letztlich als effektiv genug erwies, um ein ähnliches Unternehmen wiederholen zu können, stand buchstäblich in den Sternen.
Letztlich ging es natürlich darum, sich die überlegene Technologie der Erhabenen anzueignen. Falls es je gelang, einen Zugang dazu zu finden, war es in Renas Augen fraglich, ob die bislang bestehende Harmonie länger anhielt – zumal die Vorstellungen über den Umgang mit dieser Technologie verschiedener nicht hätten sein können. So lehnten die Qriid die Nutzung dieser Technik aus theologischen Gründen vollkommen ab und sahen darin einen unverzeihlichen Frevel. Schließlich waren die Erhabenen für sie Gottes erstes Volk, dass von Hybris ergriffen letztlich verstoßen worden war, woraufhin Gott der qriidischen Überlieferung nach ganz bewusst ein mit geringeren Fähigkeiten ausgestattetes Volk erwählte, um seine Ordnung im Universum zu verbreiten - die vogelähnlichen Qriid nämlich.
Aber noch waren das alles Sorgen, die man sich gewiss in der Zukunft machen musste – aber noch nicht jetzt.
Die STERNENKRIEGER und die anderen Schiffe des Verbandes waren nach und nach den Hinweisen nachgegangen. Zuletzt waren das die Koordinaten dieses Systems gewesen. Sie waren aus dem Funkverkehr der Rax herausgefiltert worden, einer Spezies, die in der Nähe das System einer Doppelsonne besiedelte und mit der man bisher nicht in Kontakt getreten war, da man aufgrund der analysierten Kommunikationsdaten vermutete, dass sie Verbündete der Morrhm waren.
Zunächst war es unter den Expeditionsteilnehmern umstritten gewesen, ob man dieser Spur überhaupt folgen sollte. Rena hatte die Videokonferenz zu diesem Thema noch in lebhafter Erinnerung. Aber schließlich war die Neugier stärker gewesen alles andere. Wir hätten es uns nie verzeihen können, diesen Hinweis einfach links liegen gelassen zu haben, ging es Rena Sunfrost durch den Kopf.
„Soll ich den Morrhm eine Antwort senden?“, fragte Lieutenant Jamalkerim. Sie drehte sich in ihrem Schalensitz halb zum Captain herum.
Rena Sunfrost schlug die Beine übereinander. „Versuchen Sie einen direkten Kontakt hinzubekommen. Ich möchte eine reguläre Kom-Verbindung. Wenn jemand von mir verlangt, dass ich mich ergebe, noch bevor überhaupt ein Schuss gefallen ist, möchte ich gerne sehen, wer das ist!“
„Kommunikationsersuchen ist abgesetzt, Ma’am“, meldete Susan Jamalkerim.
„Rufen Sie Bruder Guillermo auf die Brücke. Falls es tatsächlich zum Kontakt kommen sollte, dann hätte ich gerne seine Meinung dazu.“
„Aye, aye, Captain“, bestätigter Jamalkerim.
Und vielleicht brauchen wir ja auch sein diplomatisches Geschick, setzte sie noch stumm hinzu.
Aber die andere Seite schien an einem Kontakt nicht interessiert zu sein. Jedenfalls erfolgte keinerlei Reaktion. Dasselbe galt für einen ähnlichen Kommunikationsversuch, der von der STOLZ DER GÖTTER aus unternommen wurde.
Kommandant Noris Salot wandte sich über eine Konferenzschaltung an die anderen Kommandanten der Expedition und gab bekannt, dass sein Ersuchen um Herstellung einer Kom-Verbindung ignoriert worden sei.
„Es scheint, dass man von vorn herein davon auszugehen scheint, dass es gar keinen Sinn hat, mit uns anderen Kontakt als einen kriegerischen aufzunehmen“, erklärte er. „Wir sollten uns also alle darauf einstellen, dass diese Drohungen auch in die Tat umgesetzt werden.“
„Wir werden unser Kommunikationsersuchen im permanenten Modus weitersenden“, erklärte Rena Sunfrost. „Es könnte ja sein, dass dieser Morrhm-Stamm in der Lage ist, dazu zu lernen und wir doch noch Kontakt bekommen.“
Noris Salot erklärte, ebenfalls in seinen Bemühungen um Herstellung einer direkten Verbindung fortzufahren. Die Konferenzschaltung wurde unterbrochen.
Lieutenant Riggs meldete, das Aussetzen mehrerer hundert Beiboote der gigantischen Morrhm-Mutterschiffe, die jetzt eine Formation bildeten, die einer Phalanx nicht unähnlich war. „Die greifen auf breiter Front an“, erklärte er. „Anders ist das nicht zu erklären.“
„Mister Ukasi, stellen Sie Gefechtsbereitschaft her“, befahl Captain Sunfrost an Lieutenant Commander Robert Ukasi gewandt. Der Waffenoffizier und insgesamt in der Hierarchie des Schiffes die Nummer drei an Bord, nickte und begann an seiner Konsole herumzuschalten, um den Einsatz der zehn schwenkbaren Gauss-Geschütze zu koordinieren, die sich an Bord des Sondereinsatzkreuzers STERNENKRIEGER befanden.
In diesem Augenblick erschien Bruder Guillermo auf der Brücke. Wie üblich trug der immer etwas vergeistigt und recht schüchtern wirkende junge Mann eine dunkle Mönchskutte, wie es unter Angehörigen des Wissenschaftler-Ordens der Olvanorer üblich war, der sich der Erforschung des Universums und seiner Völker verschrieben hatte.
Bruder Guillermo diente als wissenschaftlicher Berater an Bord des Sondereinsatzkreuzers, was einen gewissen Widerspruch in sich darstellte. Schließlich war der Olvanorer-Orden absolut pazifistisch ausgerichtet. Man sollte das Fremde zwar erforschen, aber keinesfalls unterjochen.
„Captain“, meldete er sich.
„Ich brauche Ihre fachmännische Einschätzung, sobald wir Kontakt zu den Morrhm-Verbänden haben, die gerade im Begriff sind, uns anzugreifen“, erklärte Sunfrost.
Wiley Riggs meldete sich zu Wort.
„Es materialisieren insgesamt vier Morrhm-Mutterschiffe einer halbe Astronomische Einheit achtern, Captain.“
„Offenbar nehmen sie uns als Gegner sehr ernst“, glaubte Van Doren. „Sonst würden sie nicht auch die in der Umgebung dieses Systems befindlichen Einheiten zurückziehen und hier her springen lassen.“
„Es ist auch denkbar, dass die Raumsprünge direkt aus dem Objekt heraus durchgeführt wurden“, äußerte Riggs eine Vermutung. Die schematische Darstellung des Objekts, die bisher nur einen verschwindend geringen Anteil an der Oberfläche des großen Panorama-Schirms auf der Brücke der STERNENKRIEGER hatte, wuchs jetzt so weit an, dass sie fast ein Drittel ausmachte.
Riggs hatte sie so herangezoomt.
Er ließ die Finger über die Sensorpunkte seines Touch Screen gleiten und markierte auf diese Weise einen bestimmten Bereich des Objekts. „Hier orte ich einen beträchtlichen Hohlraum. Wenn man des Weiteren bedenkt, wie riesig die Hangar-Tore waren, die sich dort auftaten, dann haben wir da wohl noch einiges zu erwarten.“
Unterdessen erfragte Ukasi der Reihe nach die Gefechtsbereitschaft der einzelnen Gauss-Geschütze, deren Leitstände jeweils von einem Waffenoffizier besetzt wurden.
„Überall werden jetzt Sturm Shuttles und Jäger von den Mutterschiffen ausgesetzt“, meldete Ortungsoffizier Lieutenant Wiley Riggs.
„Zumindest scheinen sich die hiesigen Morrhm in ihrer bevorzugten Kampftaktik nicht von denen zu unterscheiden, auf die wir bisher getroffen sind“, äußerte sich Steven Van Doren. Der Erste Offizier nahm ein paar Schaltungen am Touch Screen seiner Konsole vor und holte sich die Ortungsdaten direkt auf das Display. Dann ließ er sich dazu eine schematische Positionsübersicht zeigen, die deutlich machte, was die Morrhm bezweckte. „Sie kreisen uns ein und werden uns wohl einfach von allen Seiten angreifen.“
„Wir behalten den Kurs bei, solange das irgendwie möglich ist“, entschied Sunfrost. „Wir müssen die STERNENKRIEGER so nahe wie möglich an dieses künstliche Objekt heranbringen.“
Jede Lichtsekunde, die...
| Erscheint lt. Verlag | 6.3.2018 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| ISBN-10 | 3-7389-1817-5 / 3738918175 |
| ISBN-13 | 978-3-7389-1817-5 / 9783738918175 |
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