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Dr. Karsten Fabian 206 - Arztroman (eBook)

Von jetzt an sag ich Mama zu dir!
eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-6034-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Dr. Karsten Fabian 206 - Arztroman - Sybille Nordmann
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Dr. Werner Ladewig ist Tierarzt in dem Heidedorf Altenhagen und ein Freund des Landarztes Dr. Fabian. Vor einigen Jahren hat Werner seine Frau Erika verloren, worunter er lange sehr gelitten hat. Doch jetzt ist er mit Anneke Fleck befreundet, einer ehrgeizigen jungen Frau, die ein Tierheim in der Heide leitet. Die beiden führen eine ganz lockere Beziehung. Anneke denkt nicht im Traum daran, ihre kranken Vierbeiner zu verlassen, und Werner würde nie seine Praxis in Altenhagen aufgeben. Ihr Verhältnis könnte ewig so weitergehen, wenn es nicht Werners kleinen Sohn gäbe, für den Anneke längst die neue Mama ist.

Und während die Erwachsenen über ihre Probleme diskutieren, nimmt die Seele des Jungen bald größten Schaden ...

Über dem Fleck-Hof, der zum Kirchdorf Altenhagen in der Lüneburger Heide gehörte, lag strahlender Sonnenschein. Das alte, strohgedeckte Wohnhaus war weiß getüncht und die Fachwerkbalken braun gebeizt.

Rechts neben dem Wohnhaus erstreckte sich das neue Tierheim, das Dr. Anneke Fleck großzügig hatte errichten lassen. Es wurde heute Morgen eingeweiht. Die Gäste standen in Gruppen, mit Champagnergläsern in den Händen.

»Du hast es geschafft«, sagte Margarethe Fleck zu ihrer Tochter Anneke. »Dein Traum hat sich erfüllt. Ich freue mich für dich.«

»Danke«, erwiderte die Tierärztin Anneke Fleck nachdenklich.

»Fehlt dir etwas?«, fragte ihre Mutter besorgt. »Machst du dir Gedanken um Werner Ladewig? Du solltest ihn nicht so abweisend behandeln. Jedes Kind weiß, dass er dich liebt, und jeder Altenhagener wundert sich, dass ihr zwei immer noch nicht heiratet.«

»Mama, du weißt, dass ich nicht darüber sprechen möchte. Er hat mir vorgeschlagen, ich soll mit ihm die Tierarztpraxis betreiben. Ich könnte bei ihm wohnen, immer in seiner Nähe sein, seinen reizenden, kleinen Jungen Karsten bemuttern … Nur von Liebe hat er noch kein Wort gesagt. Als was sollte ich wohl in sein Haus ziehen? Als Haushälterin, als Kompagnon oder als Kindermädchen für Karsten?«

»Du übertreibst.« Ihre Mutter lächelte.

***

Währenddessen stand Tierarzt Dr. Werner Ladewig mit Florentine Fabian zusammen.

»Was ist eigentlich mit dir und Anneke los? Ich dachte, ihr beide seid euch lange einig«, erkundigte sich die Frau des Landarztes in ihrer direkten Art.

»Du meinst heiraten?«

»Richtig«, sagte Florentine. »Woran hapert es denn?«

»An diesem Tierheim, zum Beispiel«, erklärte Werner. »Was will sie hiermit, wenn sie bei mir zu Hause wohnt und wir uns die Praxis teilen?«

»Wohnt sie denn bei dir?«, fragte Florentine, obwohl sie ganz genau wusste, dass es nicht der Fall war.

Werner schüttelte den Kopf. »Nein«, erwiderte er traurig, »sie will ihre eigene Welt behalten.«

»Du machst einiges falsch«, stellte Florentine fest.

»Was denn? Ich habe ihr angeboten, dass sie zu mir zieht, dass wir uns die Praxis teilen, dass sie sich, wenn sie die Zeit finden sollte, ein wenig um den kleinen Karsten kümmert, weil er sie mag …«

»Und wahrscheinlich hast du ihr vorgerechnet, was sie bei aller Arbeit in eurer gemeinsamen Praxis verdienen wird«, bemerkte Florentine spöttisch.

»Sicher«, sagte er.

»Das dachte ich mir. Hast du schon mal mit Anneke einen Abendspaziergang gemacht? Hast du schon mal mit ihr in der ›Heidekate Robinson‹ gegessen? Hast du ihr schon mal deine Tierkinder gezeigt … Und vor allem, hast du sie schon einmal ganz fest in die Arme genommen?«

»Was soll das?«, fragte er. »Hat Anneke sich bei dir beklagt?«

»Quatsch. Du weißt, dass sie das niemals tun würde.«

»Wahrscheinlich hast du recht«, sagt er. »Aber das ist alles nicht so leicht, weißt du …«

»Sag mal, hattest du früher, als du Erika kennengelernt hattest, auch solche Hemmungen?«

Er starrte Florentine verwundert an. »Mit Erika ist Anneke doch nicht zu vergleichen. Du weißt, dass Anneke … Erika war nicht so … sie hatte nicht studiert … sie war ganz einfach eine Frau mit sehr viel Herz. Außerdem möchte ich nicht an Erika erinnert werden …«

»Erika ist seit vielen Jahren tot. Fang endlich wieder an zu leben, Werner!«, fuhr Florentine ihn an.

Sie drehte sich um und ließ Dr. Werner Ladewig einfach mit seinem Teller in der Hand vor dem Buffet stehen.

Er sah ihr nachdenklich hinterher und ging dann zu den Gehegen unter dem offenen Dach des Neubaus.

Mitten auf dem Gang blieb er stehen. Anneke will etwas Eigenes, dachte er. Und sie will sich das Eigene bewahren, auch dann, wenn sie heiratet. Wie sollen wir je ein Paar werden? Ich sitze als Tierarzt mitten im Heidedorf Altenhagen, mitsamt den Praxisräumen, und sie mit ihrem Tierheim hier auf dem Fleck-Hof.

Er runzelte die Stirn und lachte leise in sich hinein, weil ihm einfiel, dass bisher noch nicht ein einziges Tier im Tierheim untergebracht war.

Er schaute hinüber zur Hofeinfahrt. Dort gab es eine gewisse Unruhe. Ein Wagen mit einem Pferdetransport-Anhänger fuhr in die Einfahrt. Dr. Werner Ladewig glaubte den Wagen zu kennen. Ein Fahrzeug vom Reiterhof Eckehard von Hartings.

***

»Hallo, Anneke«, hörte Werner den Reiterhofbesitzer rufen. »Ich muss dich stören. Werner Ladewig ist nicht zu erreichen. Ich habe hier ein halbjähriges Hengstfohlen. Es ist gestürzt und hat eine tiefe Risswunde am Hals und eine zweite an der linken Hinterhand. Es hat viel Blut verloren.«

»Bring es bitte um den Neubau herum. Der Operationsraum liegt an dessen Ende. Übrigens ist Werner auch hier.«

»Das trifft sich ja gut.« Eckehard von Harting kletterte wieder hinter das Steuer und fuhr sofort an.

Dr. Anneke Fleck drehte sich um und stand unmittelbar vor Werner Ladewig.

»Komm«, forderte sie ihn hastig auf. »Der Rittmeister hat dich nicht erreicht. Er hat ein Fohlen auf dem Hänger. Es hat sich verletzt. Zwei tiefe Risswunden. Hilfst du mir?«

»Klar.«

Er folgte Anneke und empfand diese Situation als typisch: Anneke tat was, und er, Werner Ladewig, trappelte hinter ihr her. Aber als sie beide von Harting erreichten, der gerade den Hänger öffnete, waren diese Gedanken schon wieder verflogen.

»Das Fohlen liegt«, sagte Anneke erschrocken.

»Es hat viel Blut verloren«, erklärte von Harting bedrückt. »Es ist ein hoch im Blut stehendes Pferd. Seine Mutter ist eine Araberstute.«

»Nur ruhig«, sagte Dr. Ladewig. »Fassen Sie mal mit an, wir legen das Fohlen auf die breite Fahre.«

Fünf Minuten später hatte Dr. Anneke Fleck das Herz des verletzten Fohlens abgehorcht und eine Lokalanästhesie an der Halswunde gemacht, weil diese Verletzung am gefährlichsten war.

»Wenigstens haben die Blutungen aufgehört«, stellte Werner Ladewig fest und desinfizierte die beiden Risswunden, während Anneke die Fellhaare neben den Verletzungen abrasierte.

Von Harting, der auch in einen weißen Kittel geschlüpft war und eine Gummischürze umgebunden hatte, stand hilflos daneben, während die Tierärzte die Wunden versorgten, sie nähten und reichlich Antibiotika in die Wunden gaben.

»Gleich können wir das Fohlen wieder auf den Hänger legen. Was es jetzt braucht, ist die Nähe seiner Mutter«, erklärte Anneke. »Wahrscheinlich wartet die Mutterstute schon auf ihren Sohn …«

»Bestimmt.« Von Harting half Werner, das Fohlen zum Hänger zu bringen.

»Ein wunderhübsches Tier.« Anneke tätschelte das Fohlen zwischen den Ohren.

»Wer von euch beiden wird denn nach dem Fohlen sehen?«, fragte von Harting schmunzelnd.

»Wir kommen diesmal gemeinsam«, erwiderte Anneke schnell.

»Salomonisch.« Von Harting hob grüßend die Hand und stieg in seinen Wagen.

Als von Harting vom Hof gefahren war, wandte sich Anneke an Werner, hakte sich gleichzeitig bei ihm ein und fragte ruhig. »Dir ist unser gemeinsamer Besuch auf dem Reiterhof doch recht?«

»Sicher«, erwiderte er und sah dem jungen Mädchen entgegen, das ihm schon früher aufgefallen war.

Anneke sah es und lächelte. »Das ist mein Au-pair-Mädchen Cornelia Kling. Sie kommt aus dem Spreewald. Sie macht den Haushalt und will Tierpflegerin werden.«

Anneke streifte die Gummischürze ab und sah Cornelia entgegen.

»Hallo, wo hast du denn gesteckt? Ich wollte dir Doktor Werner Ladewig vorstellen. Den Besitzer des Reiterhofes hast du verpasst. Wir mussten einem verletzten Fohlen helfen.«

»Oh, schade, aber ich war mit Johannes Bruhns zum ›Blechernen Krug‹ gefahren. Wir haben den Baurat Kröpelin hingebracht. Er hatte eine Kolik oder eine Magen-Darm-Grippe … Er konnte sich nicht so schnell helfen und ist hinter den alten Stall gelaufen … Na ja, ich fand im Geräteschuppen eine viel zu kurze Zimmermannshose … Und jetzt hat mich der Amtsrat gebeten, nach Hannover zu fahren und eine Hose und noch ein paar andere Sachen zu holen. Es war ihm wahnsinnig peinlich.«

»Und jetzt?«, fragte Dr. Ladewig.

»Oh, jetzt liegt er wahrscheinlich in der Badewanne in einem der Gästezimmer.«

»Na, also.« Werner grinste.

»Darf ich jetzt nach Hannover fahren?«, fragte Cornelia unruhig. »Ich würde gern so schnell wie möglich die Wünsche des Herrn Kröpelin erfüllen.«

»Karl Ludwig Kröpelin«, sagte Anneke nachdenklich und lachte auf. »Ausgerechnet er kriegt eine Kolik, obwohl er es war, der mir immer weitere Auflagen machte. Vor allem bestand er darauf, dass hier im Neubau mindestens vier Toiletten eingebaut würden. Als ob die Tiere aufs Klo gehen! Ja, fahr du nur. Ich höre wieder von dir, sobald du deinen Auftrag beendet hast, nicht wahr?«

»Ganz bestimmt«, versprach Cornelia und lief im langen Neubaugang zwischen den Gehegen zum Hof zurück.

***

In der Löwenvilla, wie das Domizil der beiden Landärzte Altenhagens im Volksmund genannt wurde, herrschte abendlicher Friede.

Das Abendessen war vorbereitet, die Haushälterin Gerlinde Semmelweiß hatte mal wieder hervorragend gekocht, und die ganze Familie Fabian saß zusammen mit...

Erscheint lt. Verlag 27.2.2018
Reihe/Serie Dr. Karsten Fabian
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Anna Basener • Arzt • Arztromane • Baccara • Bahnhofsroman • Bergdoktor • Bergpfarrer • Bestseller • Bianca • Cora • Der Bergdoktor • Der Bergpfarrer • Deutsch • dr daniel • Dr. Daniel • dr laurin • Dr. Laurin • dr norden • Dr. Norden • Dr Stefan Frank • Dr. Stefan Frank • eBook • eBooks • für Frauen • Groschenheft • Happy End • Hedwig Courths-Mahler • Heft • Heftchen • Heftchen-Roman • Heftroman • Heft-Roman • Heimatroman • Historical • Julia • Kelter • Kindle • Klassiker • Klinik • Landarzt • Liebe • Liebesroman • Liebesromane • Mira • Patient • Pulp • Pulp Ficition • Romance • Romanheft • Roman-Heft • romantisch • Schwarzwaldklinik • serial content • Serial Novel • Serial Novels • Serie • Serien • Seriennovellen • Tiffany
ISBN-10 3-7325-6034-1 / 3732560341
ISBN-13 978-3-7325-6034-9 / 9783732560349
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