Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de
Killer ohne Skrupel -  Alfred Bekker

Killer ohne Skrupel (eBook)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Auflage
260 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-1683-6 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
2,99 inkl. MwSt
(CHF 2,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Killer ohne Skrupel von Alfred Bekker Der Umfang dieses Buchs entspricht 186 Taschenbuchseiten. Eine brutale Gang kontrolliert das Drogengeschäft in der Bronx - und führt einen erbarmungslosen Krieg gegen die Konkurrenz. Eine Serie von Morden scheint mit diesem Drogenkrieg in Zusammenhang zu stehen - aber FBI Agent Jesse Trevellian hat Zweifel... Cover: STEVE MAYER

Mit Hilfe unserer Innendienstspezialisten und einiger Computerabfragen hatten wir bis zum Abend herausgefunden, wer der Mann auf dem Foto war, das Paul Morales uns gegeben hatte.

Es handelte sich um Jose Donato, der sich selber Joe Donato nannte. Er hatte ein Dutzend kleinerer Vorstrafen, war in East Harlem großgeworden, hatte sich angeblich als Söldner bei der Contra-Guerilla in Nicaragua verdingt, ehe sich seine Spur im Nichts verlor.

Und jetzt war er offenbar back in town - vorausgesetzt, das Foto war nicht schon uralt.

Im Moment lag nichts gegen ihn vor.

Neben dem amerikanischen Pass besaß er auch einen Kolumbianischen.

"Fragt sich nur, ob dieser Kerl identisch ist mit dem Mann, der in der South Bronx Killer-Joe genannt wird", meinte Milo skeptisch. "Sichergehen können wir da nämlich keineswegs..."

"Das wird sich herausfinden lassen", meinte ich.

Es waren eine Menge Gerüchte dort im Umlauf. Und es war gut möglich, dass jemand dieses Foto über Morales lanciert hatte, um mit Joe Donato eine ganz andere Rechnung zu begleichen, die mit unserem Fall nicht das Geringste zu tun hatte.

Von unserem Kollegen Max Carter von der Fahndungsabteilung bekamen wir dann einen wertvollen Hinweis.

In der 150. Straße wohnte ein gewisser Greg Rooney, mit dem zusammen Joe Donato eine Zelle geteilt hatte, als man ihn wegen Drogenvergehens und Verstoßes gegen das Meldegesetz für Waffen eine Weile aus dem Verkehr gezogen hatte. Rooney und Donato waren unzertrennlich gewesen, wie ein Anruf beim Direktor der Strafvollzugsanstalt ergab.

"Wenn Donato in der Bronx ist, hat er sich garantiert bei Rooney gemeldet", war der Direktor überzeugt. "Rooney war eine Art Vaterfigur für Donato. All die Gemeinheiten, die Donato bis dahin noch nicht drauf hatte - und das kann nicht viel gewesen sein! - hat Rooney ihm beigebracht."

Milo und ich ließen uns von der Fahrbereitschaft einen möglichst unauffälligen Wagen geben. Ein Chevy, der sogar ein paar Roststellen besaß. Wie ein richtiger Gebrauchtwagen.

"Stell dir mal vor, du würdest mit deinem Sportwagen dort oben in der South Bronx parken", meinte Milo, während wir uns auf dem Weg zur 150. Straße befanden.

Ich grinste.

"Das gäbe einen mittleren Menschenauflauf!"

"Und vermutlich wäre er auch dann weg, wenn wir ihn mit einer langen Kette am nächsten Laternenpfahl anschließen würden!"

Ich fuhr ziemlich schnell. Gerade noch an der oberen Grenze des Erlaubten.

Rooneys Adresse war nicht mehr aktuell. Wir verbrachten einige Zeit damit, uns in der Gegend nach ihm zu erkundigen und zeigten dabei auch Donatos Bild herum. Keinen von beiden wollte irgend jemand kennen.

Rooney fanden wir schließlich doch.

Ein ehemaliger Hausmeister verriet uns, dass er ein paar Blocks weitergezogen war. Vor einem halben Jahr.

Rooneys neue Wohnung lag in einem heruntergekommenen Block, der bestimmt schon einmal bessere Zeiten gesehen hatte. Die Fassade blätterte von den Wänden.

In der unteren Etage waren früher einmal Geschäftsräume gewesen. Das war deutlich zu sehen.

Jetzt war das Erdgeschoss mit Brettern vernagelt.

Die kleinen Geschäftsleute waren aus der Gegend geflohen.

Sie hatten einfach die Nase voll davon, dauernd überfallen zu werden oder das Fell von Schutzgelderpressern über die Ohren gezogen zu bekommen, die dafür oft noch nicht einmal den versprochenen Schutz gewährleisten konnten.

Für viele war das einfach auch finanziell nicht durchzuhalten gewesen. Wenn sich die Schadensfälle häuften, kündigten die Diebstahlversicherungen ihre Verträge. Und dann wurde es eng. Jeder weitere Vorfall konnte dann den Ruin bedeuten.

"Trostlos, zu sehen, wie so ein Straßenzug vor sich hinstirbt", meinte Milo.

Es war wirklich deprimierend.

Wir stiegen aus.

Ich blickte mich um. An der nächsten Ecke lungerten ein paar Kids herum und beobachteten uns mit Gesichtern, die voller Misstrauen waren.

Ein paar hundert Meter weiter befand sich ein Grundstück, das von einem großen Trümmerhaufen gekennzeichnet wurde.

Große Betonbrocken lagen auf einem riesigen Haufen, der wie eine bizarre Skulptur der Zerstörung wirkte. Offenbar war hier einer der Blocks vor kurzem abgerissen worden. Mit welchem Hintergedanken auch immer.

Jetzt brannte dort ein Feuer.

Ein paar Obdachlose saßen auf rostigen Fässern um das Feuer herum und wärmten sich die Finger.

Auch ihre Blicke waren auf uns gerichtet.

Wir gehörten nicht hier her und darüber konnten auch noch so viele Rostbeulen in unserem Dienstwagen nicht hinwegtäuschen.

Hier waren wir Outsider, denen man mit einer Mauer des Schweigens begegnete. Für gewöhnlich jedenfalls.

Der Eingang war offen. Das Türschloss herausgebrochen. Milo und ich betraten das Treppenhaus. Der Aufzug war defekt. Auf dem dritten Absatz lag eine benutzte Spritze auf dem Boden.

Rooney wohnte im 5. Stock.

Jedenfalls war das die letzte Adresse, die wir von ihm hatten.

Ich klopfte an seiner Tür. Das Türschild war kaum zu lesen, die Klingel defekt.

"Mr. Rooney! Bitte machen Sie auf."

Es kam keine Antwort.

"Mr. Greg Rooney! Hier spricht der FBI! Machen Sie die Tür auf! Wir wollen Ihnen nur ein paar Fragen stellen..."

Jetzt waren Geräusche von der anderen Seite der Tür zu hören.

Das Schloss wurde geöffnet.

Dann rief einen Augenblick später eine brüchige, heisere Stimme: "Drücken Sie die Klinke herunter. Sie können hereinkommen..."

Ich öffnete die Tür.

Der Raum, den wir betraten, war mit ziemlich heruntergekommenem Mobiliar ausgestattet. Abgewetzte Polstermöbel, eine klobige Couch und Schränke aus Spanplatte.

Die Tapete hatte noch ein poppiges Blumenmuster, wie es vielleicht in den Siebzigern populär gewesen war.

Schimmelpilz fraß sich an einigen Stellen die Wände empor.

Und es war lausig kalt.

In der Tür zum Nebenraum stand ein Mann in den Sechzigern mit einer abgesägten Schrotflinte in der Hand.

Aus den Augenwinkeln heraus hatte ich ihn hervorspringen sehen und eine Sekunde zu langsam reagiert. Meine Hand war zur Hüfte gegangen, um die Pistole vom Typ Sig Sauer P226 aus dem Gürtelholster herauszureißen.

Milo war schneller gewesen.

Er hatte seine Waffe in Anschlag gebracht und auf den Kerl in der Tür gerichtet.

Es war Greg Rooney.

Ich erkannte ihn sofort von den Fotos wieder, die ich auf dem Computerbildschirm von ihm gesehen hatte. Allerdings musste man schon genau hinsehen. In der letzten Zeit hatte er sich nicht gerade zum Positiven verändert. Er wirkte ungepflegt und ziemlich vernachlässigt. Graue Bartstoppel standen ihm im Gesicht. In der ganzen Wohnung hing ein penetranter Geruch nach Bier und Erbrochenem.

Rooney zitterte.

"Die Waffe weg", sagte Milo. "Es liegt nichts gegen Sie vor. Außer ein paar Fragen, wollen wir nichts von Ihnen!"

"FBI?" Er lachte heiser. In seinen Augen flackerte es unruhig. Er machte einen nervösen Eindruck. Und angesichts der Tatsache, dass er mit seiner abgesägten Schrotflinte vermutlich alle, die sich im Raum befanden einschließlich seiner eigenen Person schwer verletzten konnte, sobald er den Abzug betätigte, war es das beste, ihn nicht unnötig zu reizen.

Milos Waffe und die Schrotflinte.

Das war eine Pattsituation.

Keiner der Läufe senkte sich.

"Na, los!", schrie Rooney. "Runter damit!"

"Haben Sie nicht verstanden?", erwiderte ich. "Wir sind..."

Er lachte heiser. "Was glauben Sie, mit welchen Tricks schon versucht wurde, hier einzubrechen. Ist aber keinem gut bekommen."

"Ich hole meinen Ausweis, Mr. Rooney..."

"Glauben Sie, dass Sie mich damit beeindrucken können?"

Ich griff in die Tasche. Vorsichtig und langsam genug, dass er alles mitverfolgen konnte.

Und dann hielt ich ihm das Ding so hin, dass er es deutlich sehen konnte.

"Bis jetzt ist nichts passiert", gab ich zu bedenken. "Aber falls sie hier Theater machen, könnte man das als Angriff auf zwei Bundesbeamten werten. Und das würde bedeuten, dass Sie den Rest Ihrer Tage hinter Gittern verbringen würden."

Er zögerte noch.

Nervös blickte er von einem zum anderen. Er schien es nicht so recht glauben zu können. Dann ließ er schließlich die Schrotflinte sinken.

Aber er behielt sie in der Hand, bereit sie jederzeit wieder hochzureißen.

Milo senkte die P 226 etwas.

Aber auch er blieb auf der Hut.

"Was wollen Sie?", fragte er.

Ich steckte den Ausweis wieder weg.

Stattdessen holte ich einen Computerausdruck heraus. In kalendergroßem Format war darauf das Gesicht von Joe Donato zu sehen.

"Kennen Sie den Mann?"

"Nie gesehen!"

Ich sandte ihm einen eisigen Blick zu. "Wenn Sie glauben, Sie können uns nach Lust und Laune belügen, Mr. Rooney, dann sind Sie schief gewickelt. Wir können die Sache auf mehrerlei Weise regeln. Eine Möglichkeit wäre, Ihnen erstmal die Rechte vorzulesen und Sie mit in die Federal Plaza zu nehmen."

"Weswegen zum Beispiel?"

"Ich wette zum Beispiel, dass Ihr selbstgebastelter Schießprügel nicht registriert ist! Und wer...

Erscheint lt. Verlag 22.1.2018
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
ISBN-10 3-7389-1683-0 / 3738916830
ISBN-13 978-3-7389-1683-6 / 9783738916836
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)
Größe: 1,7 MB

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich