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Das Berghotel 159 (eBook)

Kein Madel war ihm gut genug
eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-5990-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Berghotel 159 - Verena Kufsteiner
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Der Winkler-Peter ist in St. Christoph und Umgebung als Schürzenjäger und Herzensbrecher bekannt. Die Madeln können seinem Charme nicht widerstehen, und sie laufen ihm in Scharen hinterher. Mal flirtet er mit der einen, dann mit der anderen. So ist er es seit Jahren gewohnt. Warum soll er sich auch festlegen, wenn die Welt so viele Versuchungen bereithält?

Seinem Vater ist das ein Dorn im Auge. Er findet, Peter müsse allmählich erwachsen werden. Der Bursche soll den Hof übernehmen, ein patentes Madel heiraten und eine Familie gründen. Er stellt Peter ein Ultimatum: Wenn er nicht heiratet, wird er enterbt - basta!

Widerwillig begibt sich Peter also auf Brautschau. Doch keines der Madeln im Dorf lässt sein Herz höherschlagen, keine ist dem stolzen Burschen gut genug. Da begegnen ihm die hübschen Moser-Schwestern Katharina und Vicky. Die beiden Madeln aus der Stadt sind so erfrischend anders. Peter findet die Großstadtpflanzerln ganz reizend, und so treibt er das Spiel weiter, aber diesmal hat er seine Rechnung ohne Amor gemacht ...

Die Sonne ging über dem Zillertal auf und warf ihre ersten wärmenden Strahlen auf das taubedeckte Gras. Frühmorgendlicher Nebel hing noch wie hauchfeine Spinnweben zwischen den Ästen und Zweigen, und ein tiefer Frieden lag wie eine behagliche Decke über dem Land. Irgendwo in der Ferne krähte ein Hahn, und wie ein Echo stimmten einige Hähne auf den umliegenden Höfen mit ein.

Man hätte meinen können, jedermann schliefe zu dieser frühen Stunde noch, doch der Winkler-Thomas war längst auf den Beinen. In seinen Latzhosen und Gummistiefeln stapfte er über den Hof, schleppte zwei große Eimer mit Kraftfutter für die Kühe.

Er hatte die Tiere bereits gemolken. Obwohl ihm heutzutage eine Melkmaschine die Arbeit erleichterte, hatte der Bauer freilich nach wie vor genug zu tun. Jetzt ging es ans Füttern, dann ans Stallausmisten, und das war erst der Anfang eines arbeitsreichen und anstrengenden Tages, der vor ihm lag.

Er blieb kurz stehen, stellte die schweren Kübel ab und streckte die müden Knochen. Früher war ihm die körperliche Arbeit leichter gefallen, das musste er sich insgeheim eingestehen. Er tat es immer noch gerne, aber freilich wurde man nicht jünger. Vor ein paar Jahren war ihm das alles noch leichter von der Hand gegangen.

Sein Sohn Peter trat aus dem Haus und blinzelte verschlafen ins Licht. Er strich sich durch sein lackschwarz glänzendes Haar, dann gähnte er herzhaft.

Thomas wurde warm ums Herz, als er seinen lieben Jungen sah, der sein ganzer Stolz war – auch wenn ihm freilich nicht entging, dass der Peter längst kein kleiner Bub mehr war, sondern ein stattlicher junger Mann. Doch sofort wurden Stolz und Zuneigung von Sorge überschattet. Der Bursche war wieder die halbe Nacht feiern gewesen! Das sah man ihm an der Nasenspitze an.

»Hat’s der feine Herr auch schon aus den Federn geschafft?«, brummte Thomas missmutig. »Ich will gar net wissen, wie spät du gestern heimgekommen bist.«

»So zwei oder drei Uhr wird’s wohl gewesen sein«, gab Peter trotzdem fröhlich Auskunft.

Thomas verdrehte die Augen. »So kann das net weitergehen, Bub«, mahnte er. »Dauernd die Nacht zum Tag machen, den Madeln hinterhersteigen … Denk doch an die Arbeit! Was soll aus dem Hof werden, wenn du net mit dem nötigen Ernst bei der Sache bist?«

Peter schmunzelte. Noch einmal streckte er sich genüsslich, dann lief er seinem Vater entgegen und hob die beiden Futtereimer mit einer Leichtigkeit hoch, als sei nur Watte darin.

»Aber geh, Papa, jetzt übertreib aber net. Ich bin ein paar Jahre jünger als du, schon vergessen? Die paar durchgefeierten Nächte steck ich locker weg. Und ist das dein Ernst? Ich soll den Madeln hinterhersteigen?« Er lachte unbeschwert. »Das muss ich gar net, es ist ja genau umgekehrt. Die lauern mir ja nur so auf.«

Thomas schnaubte. Er wusste freilich, dass sein Sohn nicht übertrieb. Der Peter war fesch, stattlich und hatte ein Lächeln, das die Damenherzen reihenweise zum Schmelzen brachte. Nicht umsonst hatte er in St. Christoph einen Ruf als Schürzenjäger und Herzensbrecher. Die Madeln konnten seinem Charme und seinen strahlend blauen Augen nur schwer widerstehen. Es war wahr: Er musste sich gar nicht anstrengen, wenn ihm der Sinn nach weiblicher Begleitung und einer kleinen Turtelei stand.

Aber Thomas war das ein Dorn im Auge. Seit seine Frau, Peters Mutter, gestorben war, war er allein verantwortlich für den Jungen. Als alleinerziehender Vater tat er sein Bestes, um Peter zu einem verantwortungsbewussten Mann zu erziehen. Eines Tages würde der junge Mann den Hof übernehmen müssen. Je älter Thomas wurde, desto mehr Verantwortung und Aufgaben gab er notgedrungen an seinen Sohn ab.

Peter war tüchtig, stark und geschickt, aber manchmal hatte Thomas doch den Eindruck, dass es seinem Sohn an Ernst mangelte. Nur allzu gern ließ er sich ablenken, ging seinen Vergnügungen nach, saß bis in die frühen Morgenstunden beim Ochsenwirt, und verschlief am nächsten Morgen. Wenn ihm ein fesches Madel schöne Augen machte, stieg er oft bereitwillig darauf ein, und vergaß darüber ganz auf seine Pflichten.

Freilich konnte Thomas das verstehen, er war schließlich auch einmal jung gewesen. Der Peter musste sich halt ein bisserl austoben, sich die Hörner abstoßen. Aber trotzdem machte er sich Sorgen, wenn er an die Zukunft dachte. Was, wenn sein Sohn nicht rechtzeitig den Absprung aus seiner wilden Phase schaffte?

»Bub, wir müssen reden«, sagte er ernst.

Peter schmunzelte. »Oje, wenn du schon so anfängst, kann’s ja nix Erfreuliches sein.«

Thomas runzelte die Stirn. »So kann das net weitergehen. Du musst erwachsen werden«, kam er direkt zur Sache.

Peter lächelte immer noch unbeschwert.

»So? Und dabei bin ich das schon. Die Matura hab ich seit ein paar Jahren in der Tasche, genauso wie den Führerschein. Genau genommen geh ich in großen Schritten auf die Fünfundzwanzig zu. Wie erwachsen soll ich denn deiner Meinung nach bitteschön werden?«

An Thomas’ Stirn schwoll eine Ader an. Der Junge nahm ihn überhaupt nicht ernst! Vielleicht hätte er schon früher viel strenger sein und härter durchgreifen sollen.

»Grad das ist ja das Problem«, sagte er düster. »Du bist Mitte zwanzig, führst dich aber auf, als wärst du noch in der Pubertät. Peter, das Leben besteht net nur aus Jux und Tollerei! Du musst endlich aufhören, jeden Tag mit einem anderen Madel um die Häuser zu ziehen. Leg dich fest! Du musst ein patentes Madel heiraten, eine Familie gründen, den Hof übernehmen.«

»Ein patentes Madel heiraten«, prustete Peter los. »Na, freilich. Und hast du da auch schon eine Bestimmte im Kopf?«

Thomas kratzte sich am Kopf. Darüber hatte er sich noch keine Gedanken gemacht.

»Was ist mit der Uschi von nebenan?«, fragte er. »Die mag dich. Ihr kommt’s doch gut miteinander aus.«

»Die Uschi?« Peter verdrehte die Augen. »Die redet wie ein Wasserfall. Ich hab ja nix gegen ein Madel, das net auf den Mund gefallen ist, aber bei der schwirrt einem nach zehn Minuten der Kopf.«

Thomas überlegte. »Die Lugner-Resi ist hübsch …«

»… und net die hellste Kerze auf der Torte«, setzte Peter den Satz fort.

Die Furchen auf Thomas’ Stirn vertieften sich.

»Na fein, das mag stimmen. Aber was ist mit der Susi vom Eschner-Hof? Die ist ein tüchtiges Madel.«

Peter schnalzte mit der Zunge.

»Also echt, Papa. Ist das dein Ernst? Tüchtig mag sie ja sein, aber die rennt immer mit so einer sauertöpfischen Miene herum.«

»Jetzt reicht’s aber«, fuhr Thomas auf. »Dir ist wohl keine gut genug.«

Peter zuckte mit den Schultern.

»Jetzt sei halt net gleich sauer. Warum soll man sich festlegen? Es gibt so viele nette Madeln auf der Welt. Aber meine Freiheit aufgeben und mir eine aussuchen, mit der ich mein restliches Leben verbring?« Er schüttelte sich bei der Vorstellung. »Nimm’s mir net übel, aber das ist ein grauslicher Gedanke.«

»Trotzdem solltest du dich mit diesem Gedanken anfreunden«, entgegnete Thomas trocken. »Du lässt mir keine Wahl, Bub. Wenn du net heiratest, werd ich die Konsequenzen ziehen – und dich enterben.«

Jetzt erst erstarrte Peters gut gelauntes Lächeln, fassungslos starrte er seinen Vater an.

»Das meinst du ja wohl net ernst.«

Grimmig erwiderte Thomas Peters Blick.

»Todernst. Der Hof liegt mir am Herzen. Wenn du net beweist, dass du Verantwortung übernehmen kannst, dann geht der Bauernhof an jemand anders.«

»Du kannst mich net zwingen«, stieß Peter hervor. »Nein, das kannst du vergessen.«

Wütend stapfte er davon. Thomas schaute ihm kopfschüttelnd hinterher. Begriff der Bub denn nicht, dass er es nur gut meinte?

***

Mit großen Schritten eilte Peter zum Gasthof, der im Dorf nur als Ochsenwirt bekannt war. Den ganzen Tag hatte er auf dem Hof geschuftet, und dabei kein Wort mit seinem Vater gewechselt. Noch immer konnte er kaum glauben, was für ein Ultimatum ihm dieser gestellt hatte.

»Grüß dich! Was ist dir denn für eine Laus über die Leber gelaufen?«, rief ihm Lukas Einrieder gut gelaunt entgegen.

Lukas, der im Sporthotel »Am Sonnenhang« als Sporttrainer arbeitete, saß auf einem Hocker an der Bar. Er war selbst ein regelrechter Mädchenschwarm. Wenn jemand Peters Bedenken verstand, sich auf ein Madel festzulegen, dann war das sicherlich Lukas.

Peter ließ sich ebenfalls auf einen Hocker fallen, winkte ein Serviermadel heran und bestellte ein großes Bier.

»Rat einmal, was sich mein alter Herr überlegt hat«, begann er übellaunig.

Nachdenklich tippte sich Lukas ans Kinn.

»So wie du dreinschaust, muss es was Arges sein. Lass mich mal überlegen – was ist das Schlimmste, was mir einfällt?« Dann grinste er. »Vielleicht möchte er, dass du als Mönch ins Kloster gehst?«

»Fast«, seufzte Peter. »Da liegst du nur ganz knapp daneben. Heiraten soll ich!«

Lukas prustete los. »Du und heiraten? Du hast’s ja noch mit keinem Madel länger als eine Woche ausgehalten. Nimm’s mir net übel, Peter, du bist ein feiner Kerl und hast ein gutes Herz, aber als tauglichen Ehemann kann ich mir dich nun wirklich net vorstellen.«

»Wem sagst du das«, stöhnte Peter. »Aber er scheint’s ernst zu meinen. Er hat sogar angedroht, mich sonst zu enterben.«

Lukas schüttelte den Kopf. »Nur ein Madel für den Rest...

Erscheint lt. Verlag 6.2.2018
Reihe/Serie Das Berghotel
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7325-5990-4 / 3732559904
ISBN-13 978-3-7325-5990-9 / 9783732559909
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