Vier Pete Hackett Western Januar 2018 (eBook)
500 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-1599-0 (ISBN)
Unter dem Pseudonym Pete Hackett verbirgt sich der Schriftsteller Peter Haberl. Er schreibt Romane über die Pionierzeit des amerikanischen Westens, denen eine archaische Kraft innewohnt - eisenhart und bleihaltig. Seit langem ist es nicht mehr gelungen, diese Epoche in ihrer epischen Breite so mitreißend und authentisch darzustellen.
Mit einer Gesamtauflage von über zwei Millionen Exemplaren ist Pete Hackett (alias Peter Haberl) einer der erfolgreichsten lebenden Western-Autoren. Für den Bastei-Verlag schrieb er unter dem Pseudonym William Scott die Serie "Texas-Marshal" und zahlreiche andere Romane. Ex-Bastei-Cheflektor Peter Thannisch: "Pete Hackett ist ein Phänomen, das ich gern mit dem jungen G.F. Unger vergleiche. Seine Western sind mannhaft und von edler Gesinnung."
Hackett ist auch Verfasser der neuen Serie "Der Kopfgeldjäger". Sie erscheint exklusiv als E-book bei CassiopeiaPress.
Ein CassiopeiaPress E-Book
© by Author
© 2012 der Digitalausgabe 2012 by AlfredBekker/CassiopeiaPress
WIE FERNES DONNERGROLLEN waren die Hufschläge zu vernehmen. John Warner biss die Zähne zusammen. Seine Züge wurden kantig. In seine Augen trat ein entschlossener Ausdruck.
Wes Osborne hatte sein Versprechen wahrgemacht und schickte ein hartbeiniges Rudel Reiter. Warner griff nach der Winchester und repetierte. Er war nicht bereit, seinen Platz am Bow Creek kampflos zu räumen.
Er baute sich am Fenster des Ranchhauses auf. Es war aus Baumstämmen und Brettern errichtet und besaß nur einen einzigen Raum. Hier kochte Warner sein Essen, hier hielt er sich an den Abenden auf, hier schlief er. Cowboys zu beschäftigen hatte sich Warner bisher nicht leisten können. Er war allein auf der kleinen Pferderanch.
Das Hufgetrappel schlug heran wie ein Vorbote von Untergang und Tod...
Nach und nach wurden die Hufschläge deutlicher. Dann tauchte die Horde auf dem Kamm einer Bodenwelle auf. Es waren sieben Reiter. Sie kamen von Süden.
Das Rudel vermittelte einen überwältigenden Eindruck von Wucht und Stärke, von Entschlossenheit und Vernichtungswillen. So empfand es zumindest John Warner. Er packte das Gewehr fester. Den Kolben hatte er sich unter die Achsel geklemmt. Der Schaft lag in seiner Linken. Der Zeigefinger seiner rechten Hand krümmte sich um den Abzug. John Warners Züge waren wie aus Granit gemeißelt.
Der Pulk näherte sich in loser Ordnung. Gebissketten klirrten, Sattelleder knarrte, als die Reiter am Rand des Ranchhofes die Pferde zügelten. Dass die Kerle furchtlos vor die Mündung seiner Winchester ritten, zeigte, wie sehr sie sich ihrer Überlegenheit bewusst waren. Einer rief: "Warner, heh, bist du noch da?"
"Yeah", antwortete John Warner. Seine Stimme klang kratzig. "Ich sagte doch, dass ich mich von euch nicht einschüchtern und schon gar nicht vertreiben lasse."
"Wir werden dich mit der Peitsche aus dem Land jagen!"
"Du vergisst dabei völlig, dass ich dich vor der Mündung habe, Sherman. Verschwindet von meinem Grund und Boden. Ihr begeht Landfriedensbruch. Ich werde mich an den Sheriff wenden. Und dann..."
"Du bist ein Narr, Warner. Nun, du hast die Chance, die wir dir gaben, nicht genutzt. Jetzt wird es hart für dich."
Warner krümmte den Finger. Die Winchester peitschte. Die Kugel strich dicht über Dave Shermans Kopf hinweg. Der Vormann der Osborne Ranch war mit einem Satz vom Pferd. Der Knall zerflatterte. Sherman rief einen Befehl. Seine Begleiter sprangen von den Pferden und griffen nach den Waffen. Schießend rannten sie auseinander. Das Donnern der Gewehre und Revolver rollte hinaus in die Prärie und versickerte zwischen den Hügeln.
Dann befanden sich die Kerle in der Deckung von Schuppen und Scheunen. Sie hatten das Ranchhaus eingekreist. Das Dröhnen der Waffen endete. Dave Sherman ließ seine raue Stimme erklingen: "Deine letzte Chance, Warner. Komm waffenlos und mit erhobenen Händen aus dem Haus. Ich gebe dir zehn Sekunden Zeit. Solltest du diese letzte Warnung ignorieren, werden wir dich ausräuchern.
"Kommt nur, Sherman. Ich werde kämpfen bis zum letzten Tropfen Blut."
"Wie du willst, Warner."
Dann sprachen wieder die Waffen. Die Männer von der Osborne Ranch feuerten, was das Zeug hielt. Glas klirrte, es knirschte, und krachte, Querschläger jaulten. Und dann erhob sich plötzlich Rauch hinter dem Ranchhaus. Dunkel wölkte er zum Himmel. Jemand hatte Feuer gelegt. Die Flammen leckten an der Rückseite des Gebäudes in die Höhe. Schnell fing das trockene Holz Feuer...
John Warner stand in der Deckung der Wand neben dem Fenster. Von den Osborne-Männern war nichts zu sehen. Sie warteten und lauerten. Die Waffen schwiegen jetzt. Die Ruhe, die nach den Schüssen eingekehrt war, mutete bleischwer und erdrückend an. Warner hatte noch keine Ahnung, dass es an der Rückwand seines Hauses brannte. Er äugte um den Fensterstock. Vor seinem Blick lag der Ranchhof. Ein lauer Wind wirbelte manchmal Staubfontänen hoch und trieb sie ein Stück vor sich her. Im Corral, etwa 50 Yards von den Gebäuden der Ranch entfernt, tummelten sich an die drei Dutzend Pferde. Sie hatten die Köpfe erhoben, witterten und peitschten unruhig mit den Schweifen. Die Schüsse hatten die Tiere nervös werden lassen.
In der Rückwand des Ranchhauses gab es kein Fenster. Doch jetzt quoll Rauch durch die Ritzen zwischen den dünnen Baumstämmen. Und dann hörte Warner das Knacken des Holzes in der Hitze. Sein Herz übersprang einen Schlag. Ihm wurde schlagartig bewusst, dass er verloren hatte. Das Begreifen war von schmerzhafter Schärfe. Sein Zahnschmelz knirschte. Es war nur noch eine Frage von Minuten, bis er das Haus verlassen musste, um nicht bei lebendigem Leib geröstet zu werden.
Der Rauch, der in die Hütte drang, staute sich, legte sich auf Warners Atemwege und ließ seine Augen brennen. Der Mann konnte sich nicht entschließen. Draußen wartete der Tod. Die ersten Flammen leckten zwischen den Stämmen hindurch ins Innere der Hütte. Immer mehr Rauch entwickelte sich.
"Ich gebe auf!", schrie Warner und warf das Gewehr aus dem Fenster. "Nicht schießen! Ich komme jetzt hinaus."
Er lief zur Tür, schlug den Riegel zurück und zog sie auf. Dann trat er mit erhobenen Händen ins Freie. Sein Hals war wie zugeschnürt. Er war sich seiner Einsamkeit und Verlorenheit voll bewusst und glaubte den Anprall des Unheils, das ihn erwartete, geradezu körperlich zu spüren.
Die Reiter der Osborne Ranch traten aus ihren Deckungen. Über ein halbes Dutzend Gewehre und Revolver waren auf John Warner angeschlagen. Er hatte verloren. Hinter ihm hörte er das Brausen des Feuers, das sich rasend schnell ausbreitete und die ganze Hütte erfasste.
Wie von Schnüren gezogen setzte sich Warner in Bewegung. Er bewegte sich, dem Fegefeuer seiner Gedanken ausgesetzt, auf Dave Sherman zu. Als die Gewehrmündung des Vormannes fast seine Brust berührte, hielt Warner an.
In Shermans Mundwinkel hatte sich ein brutaler Zug eingekerbt. Kalt und starr fixierte er John Warner. "Du hast es dir selbst zuzuschreiben, Warner. Ich werde dich jetzt zerbrechen. Glaub es mir: du wirst auf allen Vieren aus dem Land kriechen. Du wirst ein Wrack sein, wenn ich mit dir fertig bin. – Bringt mein Pferd."
Einer der Cowboys führte Dave Shermans Pferd herbei. Der Vormann stieß die Winchester in den Scabbard, dann schwang er sich in den Sattel. Er nahm das Lasso zur Hand. John Warner ahnte, was ihn erwartete. Seine aufgewühlten Gedanken wirbelten. Er duckte sich und stand sprungbereit da. Aber angesichts der auf ihn drohend angeschlagenen Waffen war es sinnlos, an Widerstand zu denken.
Sherman warf das Lasso. Einen Sekundenbruchteil schien die Schlinge über Warners Kopf in der Luft zu hängen, dann senkte sich nach unten, ein Ruck, und sie zog sich um Warner Oberarme zusammen. Sherman wickelte das andere Ende um das Sattelhorn. Dann trieb er das Pferd an. Dass Lasso spannte sich, Warner wurde von den Beinen gerissen...
"AAAH, DER SCHOLLENBRECHER", stieß Lane Hunter spöttisch hervor und grinste niederträchtig.
Hunter und sein Gefährte Jack Bright waren stehengeblieben. Auf dem Gehsteig näherte sich ihnen Henry Crossett, einer der Farmer vom Walnut Creek. Sein Sohn Joey begleitete ihn. Joey war 10 Jahre alt. Ihre Schritte hämmerten auf den Gehsteigbohlen. Jetzt sah der Farmer die beiden hämisch grinsenden Kerle und blieb stehen. Auch Joey hielt an. Schlagartig brach das Gepolter ihrer Schritte ab.
"Wo willst du denn hin, Schollenbrecher?", fragte Lane Hunter und grinste hinterhältig.
Crossett schluckte. Ihm war es plötzlich ziemlich unbehaglich zu Mute. Er sah in die hämisch verzogenen Gesichter der beiden Weidereiter und ahnte, dass sie ihn nicht ungeschoren lassen würden.
"Zum Saloon", sagte Henry Crossett. "Es ist heiß und wir haben Durst."
"Da wollen wir auch hin", knurrte Jack Bright. "Doch wollen wir nicht die selbe Luft mit dir atmen. Stillt also euren Durst bei einer der Tränken. Das Wasser, das die Gäule saufen, ist auch gut genug für dich und deinen Ableger."
Henry Crossett atmete tief durch. Sein...
| Erscheint lt. Verlag | 1.1.2018 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| ISBN-10 | 3-7389-1599-0 / 3738915990 |
| ISBN-13 | 978-3-7389-1599-0 / 9783738915990 |
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