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G. F. Unger Sonder-Edition 128 (eBook)

Gold River

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-5881-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

G. F. Unger Sonder-Edition 128 - G. F. Unger
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Sie ist die schönste Frau von Fort Buford und der Traum eines jeden Mannes. Kein Wunder, dass der schwer angeschossene Goldgräber sich zu Ester Moris flüchtet und ihr sterbend sein millionenschweres Geheimnis anvertraut. Aber der Fundort am Gold River liegt mitten in den Rockys, und allein wäre Ester den Goldwölfen, die der Alte auf seiner Fährte hatte, schutzlos ausgeliefert.

Eigentlich kennt sie nur einen Mann, der erfahren, vertrauenswürdig und furchtlos genug ist, um mit ihr den Ritt zum Gold River zu wagen: den Pelztierhändler John Caine. Aber dem hat sie erst vor wenigen Stunden einen Korb gegeben...

Er ist ein Bursche, der nach einem langen Jagdwinter eine ganze Menge Edelpelze nach Fort Buford brachte und überdies auch noch seinen Skalp behielt.

Und um dieses Glück zu feiern, ging er in dieses Etablissement.

Wer kann das einem Bergläufer und Trapper verdenken, der viele Monate in der Einsamkeit zubringen musste?

Aber zu seinen letzten Worten schüttelt sie den Kopf.

»Nicht mit mir, mein Freund.« Sie lächelt gnädig. »Ich bin hier die Chefin. Ich empfange die Gäste und nehme mit ihnen einen Begrüßungsdrink. Ich unterhalte mich mit ihnen und stelle dabei fest, ob sie dem Niveau meines Etablissements entsprechen. Wenn das zutrifft, mache ich sie mit einer der Gesellschafterinnen bekannt. Dies hier, mein Freund, ist kein Bordell.«

Er staunt.

Dann sieht er sich um. Im großen Empfangsraum sitzen da und dort einige Paare beisammen. Eines der Mädchen spielt auf einem Klavier wie eine echte Künstlerin. Aber es wird auch viel getrunken und gelacht.

John Caine sieht Mädchen aller Rassen.

Und alle sind wunderschön und haben tatsächlich etwas Besonderes.

Er sieht aber auch, dass jetzt ein Paar nach oben geht.

Nun richtet er den Blick wieder auf die angebliche Gräfin Natascha, von der man sagt, dass sie aus Alaska nach Fort Buford gekommen sei.

Und hier sammelte sie dann all die Schönen, die von Saint Louis mit den Dampfbooten heraufkamen. Man sagt, dass sie bald mit dieser Truppe hinauf nach Fort Benton und von dort ins Goldland zum Gallatin Valley oder in die Last Chance Gulch gehen werde, um die zehntausend Goldgräber zu erfreuen, die inzwischen das ganze Land nach Gold durchwühlen.

»Aha.« John Caine nickt. »Sie sind also die Chefin, Ma’am. Und Sie gehen nicht mit Ihren Gästen ins separate Zimmer hinauf. Aber nachdem ich Sie kennengelernt habe, Ma’am, möchte ich keine andere Lady kennenlernen.«

Er hat seine ganze Ausdrucksweise plötzlich geändert, nennt sie Ma’am und benimmt sich so respektvoll, als wäre sie tatsächlich eine Gräfin und echte Lady.

»Ich kann Sie wirklich nicht umstimmen, Gräfin Natascha?«

Auf ihrem Gesicht erscheint einen Moment der Ausdruck von Misstrauen, so als befürchtete sie, dass er sich über sie lustig machte. Doch in seinen rauchgrauen Augen erkennt sie nicht den geringsten Spott.

Noch bevor sie auf seine Frage antworten kann, werden sie gestört.

Zwei Männer kommen herein und treten zu Natascha und John Caine. Sie wirken sehr selbstbewusst, fast sogar herausfordernd und drohend, auf jeden Fall so, als gehörte ihnen das Etablissement.

Einer sagt: »Wo ist er? Bei welchem Mädchen hat er sich verkrochen? Komm schon, Grünauge, führe uns hin. Wir wollen nicht erst das ganze Haus durchsuchen. Na los, komm, komm!«

Der Sprecher tritt bei seinen Worten vor und will Natascha aus dem Sessel hochziehen. Doch sie erweist sich nun nicht als vornehme Dame, denn sie tritt ihm mit aller Kraft gegen das Schienbein, so dass er vor Schmerz unwillkürlich aufjault, dann jedoch böse flucht und zugreifen will, um sie an den Haaren hochzuziehen.

Doch da tritt ihn John Caine mit seinem langen Bein vom anderen Sessel aus gegen den Hüftknochen. Der Mann taumelt zur Seite und fällt aufbrüllend über den dritten Sessel der Sitzgruppe.

Sein Begleiter will sich nun einmischen. Sie kamen ja beide bewaffnet herein, tragen also Colts in den Holstern und Messer am Gürtel. Der Mann schnappt nach seinem Colt.

Doch als er ihn heraus hat, steckt ein Messer in seiner Schulter. John Caine zauberte es hinter seinem Nacken hervor und warf es im selben Sekundenbruchteil. Der Mann lässt den Colt fallen, indes Schrecken und Panik sein Gesicht verzerren. John Caine aber ist schon unterwegs zu dem anderen Kerl, der nun, hochkommt und dabei ebenfalls den Colt herausholen will. Er trifft ihn mit der Stiefelspitze unters Kinn, so dass der Bursche abermals zu Boden geht.

Und dann ist es vorbei.

John Caine wendet sich an Natascha, die sich inzwischen erhoben hat.

»Dieses Etablissement mag ja sehr vornehm sein«, sagt er und grinst sie an, »doch es gibt in diesem Land eine Menge Burschen, die darauf keine Rücksicht zu nehmen scheinen.«

Er tritt zu dem stöhnenden Mann, aus dessen Schulter das Green-River-Messer ragt, fasst es blitzschnell und reißt es heraus. Er wischt die blutende Klinge am Oberärmel des halb bewusstlosen und wie betrunken schwankenden Burschen ab und lässt das Messer wieder verschwinden.

»Siehst du, meine liebe Gräfin, wenn du mit mir auf dein Zimmer gegangen wärest, dann würde das alles nicht geschehen sein.«

Nach diesen Worten geht er.

Er bedauert sehr, dass er sich mit den beiden Kerlen in einen Streit einließ. Er kennt die Sorte zu gut. Sie gehören zu dem Abschaum, der nach dem Krieg nach Norden kam. Die meisten werden gesucht – entweder vom Gesetz oder von irgendwelchen Feinden oder Rächern.

Denn hier im Norden gibt es kein Gesetz. Die Armee mischt sich in Zivilangelegenheiten nicht ein. Sie hat auch alle Hände voll mit den Indianern zu tun.

Und eigentlich ist das hier alles noch Indianerland, den Roten durch Friedensvertrag garantiert.

Fort Buford sichert den Missouri hier an der Yellowstone-Mündung. Und in seinem Schutz bauten Händler eine Siedlung. Inzwischen wurde schon eine kleine Stadt daraus mit Saloons, Tingeltangels, Hotels. Es gibt Landebrücken für die Schiffe und einen großen Holzplatz mit einer Sägemühle.

Wenn die Dampfboote hier Brennholz übernehmen, gehen die Passagiere an Land, um sich zu amüsieren.

Von diesen Passagieren und von den Soldaten und Trappern lebt die kleine Stadt. Außerdem kommen noch einige friedliche Indianerstämme zum Handeln nach Fort Bufort.

John Caine tritt hinaus in die Nacht.

Vom Fort leuchten die Lichter herüber. Auch hier im Ort brennen noch viele Lichter. Alle Lichtbahnen fallen aus den Fenstern der Saloons und der Spielhallen.

Langsam schlendert er in den Saloon hinüber und denkt dabei: Aaaah, ich werde mir einen Rausch antrinken und mein Glück beim Poker versuchen. Vielleicht sollte ich mir, wenn ich wieder in die Berge gehe, eine Squaw kaufen. Für zwei oder drei Pferde und ein wenig anderes Zeug bekomme ich eine Augenweide, die mich warmhält, wenn der Blizzard um meine Hütte orgelt. Was mögen diese beiden Pfeifen wohl für einen Mann gesucht haben – und warum? Aber sie hat ihnen nichts verraten. Oha, sie hat den Kerl vor die Schienbeine getreten, dass es nur so krachte. Was für ein Weib! Ob sie wirklich eine russische Gräfin ist – oha?

Er vermag es nicht zu glauben, obwohl sie mit der Klangfarbe einer echten Russin sprach.

Nun, er verschwindet im Saloon und lässt sich von Hanky Scott einen Drink einschenken. »Wenn der nach einem toten Hund schmeckt, Hanky«, sagt er trocken, »dann lass ich dich die ganze Flasche leer trinken.«

Darauf bekommt der Barmann und Wirt kleine Augen. Sein bärtiges Gesicht zuckt und verzerrt sich.

»Das bringst du fertig, du verdammter Witwentröster«, sagt er. »Wie war das eigentlich mit der schönen Witwe von Captain Jennison, die du aus dem Indianerdorf holtest? Hast du sie wirklich …«

»Das geht dich nichts an«, knurrt John Caine und wirkt nun sehr gefährlich. Er ist ein großer, hagerer, indianerhafter Bursche. Und vielleicht hat er auch ein Achtel Indianerblut in sich.

Der Barmann sagt nichts mehr. Überdies muss er nun am anderen Ende der Bar andere Gäste bedienen.

John Caine lehnt sich mit dem Rücken an die Bar, behält das Glas in der Hand und sieht sich im großen Raum um.

Da man mit den Dampfbooten verhältnismäßig billig jede Fracht herschaffen kann, ist der Saloon fast nobel eingerichtet. Er ist ziemlich gefüllt, denn an den Landebrücken liegen zwei Dampfboote, die Holz übernahmen für ihre Kesselfeuerungen und dann wegen der schwarzen Nacht nicht mehr weiterzufahren wagten.

Die Passagiere kamen an Land, und die meisten davon sind jetzt im Saloon. Denn hier wird doch etwas Abwechslung geboten. An Bord ist alles enger, und man kennt sich untereinander schon zu gut.

Auch wird hier jede Art von Glücksspiel gespielt, und es sind auch einige Mädchen da. Eine Kapelle spielt – und die vielen ausgelassenen Stimmen täuschen Fröhlichkeit vor. Außer den Passagieren der Schiffe sind auch noch Soldaten, Frachtfahrer, Flussschiffer, Trapper und all die anderen Sorten von Menschen da, denen man nicht sofort ansieht, von welchen Einkünften sie leben und was sie in diesem Land tun. Da sind getarnte Spieler, die fast wie ehrenwerte Prediger wirken und dennoch eiskalte Haie sind. Da sind Handelsreisende und Banditen auf der Flucht.

Und auch Frauen sind dabei, Glücksjägerinnen, Abenteuerinnen, die nach jeder Chance greifen und zu allem bereit sind, um zu überleben.

Nun, John Caine betrachtet sie aufmerksam, beobachtet sie mit dem Glas in der Hand, aus dem er manchmal einen kleinen Schluck nimmt.

An einem Tisch sieht er eine bemerkenswerte Frau sitzen und mit vier sicherlich sehr hartgesottenen Männern Poker spielen. Einer dieser Spieler ist Morg Lassalle, ein Mörder und Bandit, der sich darauf spezialisiert hat, Trappern, die nach einem langen und mühevollen Jagdwinter mit ihrer Fell- und Pelzbeute nach Fort Bufort kamen, die Beute abzunehmen.

John Caine weiß das ziemlich sicher.

Obwohl er es nicht beweisen könnte. Dennoch hat er sich vorgenommen, diesen Morg Lassalle zur Hölle zu schicken, wenn der ihm einmal in der Einsamkeit über den Weg...

Erscheint lt. Verlag 9.1.2018
Reihe/Serie G. F. Unger Sonder-Edition
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Anna Basener • Bahnhofsroman • Bestseller • Cassidy • Cora • Country • Cowboy • Deutsch • Die Abenteurer • eBook • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • g f barner • G. F. Barner • G. F. Unger • Groschenheft • Heft • Heftchen • Heftchen-Roman • Heftroman • Heft-Roman • Indianer • Jugend • Karl May • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • Lassiter • Männer • Mira • Pulp • Pulp Ficition • Reihe • Ringo • Romanheft • Roman-Heft • serial content • Serial Novel • Serial Novels • Serie • Serien • Seriennovellen • Western • Western-roman • Westernromane • Wilder Westen • Wyatt Earp
ISBN-10 3-7325-5881-9 / 3732558819
ISBN-13 978-3-7325-5881-0 / 9783732558810
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