Dr. Stefan Frank 2429 (eBook)
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-5807-0 (ISBN)
Lena Molden ist Single und darüber ausgesprochen glücklich. Beziehungen engen sie ein. Wie viel schöner ist es doch, ein ungebundenes Leben zu führen!
Als sie auf einer Party Jannik kennenlernt, erkennt sie schnell, mit was für einer Art Mann sie es hier zu tun hat: Der Schönling ist bekannt dafür, dass er eine Frau nach der anderen aufgabelt, seinen Spaß mit ihr hat und sie dann wieder fallen lässt. Gefühle spielen dabei keine Rolle, ihm geht es nur um den 'Kick'.
Eines Abends benötigt Jannik dringend medizinische Hilfe, und Lena ist vor Ort und versorgt ihn.
Der gemeinsame Abend führt dazu, dass sich die beiden miteinander anfreunden. Für Jannik ist es eine ganz neue Erfahrung, regelmäßig eine Frau zu treffen und mit dieser nicht mal ins Bett zu gehen. Lena wiederum genießt die unkomplizierte Art ihres neuen besten Freundes, dessen häufige Anwesenheit sie merkwürdigerweise gar nicht einengt.
Ihre Bekannten wittern gleich mehr hinter der vermeintlichen Freundschaft, doch Jannik und Lena widersprechen dem entschieden. Sexuell sind sie nicht aneinander interessiert, um Liebe geht es auch nicht. Außerdem entsprechen sie nicht mal dem Typ des jeweils anderen! Nein, dass aus ihnen jemals mehr werden könnte, ist nun wirklich ausgeschlossen ...
„Fertig?“, fragte Lena Molden ihre Freundin Cara Beckmann, als diese ihr die Tür öffnete. Lena grinste breit bei ihrer Frage, denn die Antwort war offensichtlich, da Cara außer einem Slip und einem BH nichts am Leib trug.
Die Ironie der Frage entging Cara jedoch.
„Noch nicht ganz“, antwortete sie ernsthaft. „Eine Minute.“ Und schon war sie wieder in ihrem Schlafzimmer verschwunden.
Lena schloss gemächlich die Wohnungstür hinter sich. Sie hatte nichts anderes erwartet. Cara machte immer einen großen Aufstand wegen ihres „Outfits“. Waren sie zu einer Party eingeladen – wie an diesem Abend –, war es sogar noch schlimmer als an einem gewöhnlichen Wochenende.
Sie überlegte lange, was sie anziehen sollte, verwarf ihre Wahl in letzter Minute aber jedes Mal wieder, was dazu führte, dass sie mit schöner Regelmäßigkeit viel zu spät kamen.
Lena hegte den Verdacht, dass einige von Caras Beziehungen auch daran gescheitert waren, denn kaum ein Mann wartete gerne stundenlang, bis seine Liebste sich endlich fertig angezogen und geschminkt hatte.
Sie selbst regte sich nicht darüber auf, dass sie warten musste. Ob sie nun zwei Stunden früher oder später zu einer Party kam, war ihr nicht so wichtig. Der Vorteil bei spätem Erscheinen lag schließlich auf der Hand: Man sparte sich die etwas steife Anfangsatmosphäre und kam erst an, wenn sich alle schon ein bisschen lockergemacht hatten. Dann konnte man sich gleich mitten ins Getümmel stürzen.
Im Augenblick hatte Cara keinen Freund. Lena selbst hatte gerade erst eine etwas längere Beziehung hinter sich und war froh, wieder ungebunden zu sein. Nach der ersten Verliebtheit hatte sie bald angefangen, sich unbehaglich zu fühlen. Ihr war alles zu viel geworden: die Nähe, die Liebe, die Ansprüche an sie als Person.
Da war das Leben als allein lebende Frau mit großem Freundeskreis doch sehr viel angenehmer.
„Ich kriege meine Haare einfach nicht hin!“, erklang Caras Jammern aus dem Schlafzimmer.
Lena reagierte nicht. Das war die einzige Methode, die Sache zu beschleunigen, wie sie wusste. Sie machte es sich auf Caras Sofa bequem und griff nach einer der Zeitschriften, die auf dem Beistelltisch lagen.
Wie konnte man nur Woche für Woche Geschichten über Prominente lesen? Das war etwas, was sie nicht verstand. Gut, es gab schon ein paar Berühmtheiten, für die sie sich ebenfalls interessierte – ein paar Schauspieler gehörten dazu –, aber doch nicht ständig! Und sie musste auch nicht unbedingt wissen, wie diese sich ernährten und was sie zu dieser oder jener Frage geäußert hatten.
Sie gähnte, streifte ihre Stiefel ab und legte die Füße auf die Lehne des neben dem Sofa stehenden Sessels, als Cara an der Tür erschien. Immerhin war sie bereits vollständig angezogen, stellte Lena fest. Und natürlich sah sie super aus, vor allem super sexy. Cara war mittelgroß, schlank, aber kurvig. Sie hatte ein niedliches Gesicht mit Stupsnase und Schmollmund und schöne, lange blonde Haare.
Nicht zum ersten Mal dachte Lena, dass sie der Fleisch gewordene Männertraum war. Sie dachte es ohne jegliches Neidgefühl, denn sie fand, dass sie selbst glücklicher war als ihre Freundin, die immer bei den falschen Männern landete und sich mit schöner Regelmäßigkeit selbst die Schuld daran gab, wenn eine weitere Beziehung gescheitert war.
Viele, die Cara nicht näher kannten, fragten Lena irgendwann, wieso sie mit Cara befreundet war.
„Ihr passt doch überhaupt nicht zusammen!“
Lena machte sich meistens nicht mehr die Mühe, zu erklären, dass Cara von den meisten Menschen falsch eingeschätzt wurde. Sie kapierten es ja doch nicht. Klar, Cara hatte Macken – ihre „Outfits“, das Getue um ihr Aussehen, die blöden Illustrierten, ihr Essverhalten – aber wer hatte die nicht?
Wenn man sich die Mühe machte, Cara näher kennenzulernen, entdeckte man jedenfalls eine sensible, kluge junge Frau, die das Pech hatte, wie eine Hollywoodsirene auszusehen. Das jedenfalls war in Lenas Augen Caras Tragik.
„Ich kriege die Haare nicht aufgesteckt, Lena!“
„Dann lass sie doch offen. Sieht super aus.“
„Spinnst du? Offene Haare zu dem kurzen Rock sehen einfach ordinär aus. Außerdem will ich die Kreolen tragen, die sieht man nicht, wenn die Haare offen sind.“
Lena blätterte gelassen weiter in einer der Illustrierten.
„Du weißt, ich kann dir nicht helfen, ich verstehe nichts vom Aufstecken von Haaren. Einen Pferdeschwanz könnte ich dir machen. Zur Not auch noch einen Zopf flechten.“
Cara schoss einen mörderischen Blick auf sie ab und verschwand wieder. Eine weitere halbe Stunde später erschien sie mit scheinbar nachlässig hochgesteckten Haaren erneut an der Tür. In Wirklichkeit steckte viel Arbeit dahinter, dass sich einzelne Strähnen so „zufällig“ aus dem Gesamtgebilde lösten, wie Lena mittlerweile wusste. Cara hatte vorher schon großartig ausgesehen, jetzt war sie eine geradezu atemberaubende Erscheinung.
Lena rührte sich trotzdem noch nicht. Sie kannte ihre Freundin.
„Was fehlt noch?“, fragte sie.
„Ich wechsle lieber die Unterwäsche noch mal. Falls … also, es könnte ja sein, dass Kevin da ist und …“
Lena setzte sich augenblicklich gerade hin.
„Der hat dich wochenlang schlecht behandelt, und du denkst darüber nach, wieder mit ihm ins Bett zu gehen?“, fragte sie. „Spinnst du, Cara? Hast du vergessen, wie die letzte Zeit mit ihm war? Wie oft du heulend hier gesessen hast – seinetwegen? Wenn du dich noch einmal mit ihm einlässt, sind wir die letzte Zeit Freundinnen gewesen, das schwöre ich dir.“
Sie griff nicht gern zu solchen Drohungen, und sie tat es auch nur äußerst selten, aber manchmal ließ es sich einfach nicht vermeiden.
Cara stieß hörbar die Luft aus.
„Schon gut“, sagte sie eingeschüchtert. „Dann … also, dann bin ich fertig.“
Lena sprang auf und zog ihre Stiefel wieder an. Sie war einen Kopf größer als ihre Freundin und ebenso schlank wie diese, aber anders als Cara eher der sportliche, schlaksige Typ. Das betonte sie noch durch ihre Kleidung. Nie wäre sie auf die Idee gekommen, sich so herauszuputzen, wie Cara es tat.
Man sah sie in der Regel in Jeans und T-Shirts oder, jetzt im Winter, mit warmen Kapuzenjacken. Sie trug gerne Stiefel und hatte eine Schwäche für schöne Lederjacken, von denen sie mehrere besaß, auch solche in knalligen Farben. Sie schminkte sich nicht, ihre braunen Haare waren lang und glatt. Oft band sie sie einfach im Nacken zusammen, damit sie ihr nicht ins Gesicht hingen und sie bei der Arbeit störten.
Wenn es doch einmal nötig war, dass sie sich „anständig“ anzog, wie ihre Oma das nannte, staunten immer alle über ihre wundersame Verwandlung. Manche erkannten sie nicht einmal. Sie fand das jedes Mal lustig, aber nie kam sie in Versuchung, ihren Stil grundsätzlich zu ändern.
Sie fühlte sich nun einmal in Röcken und mit Pumps an den Füßen wie verkleidet und war froh, wenn sie wieder in ihre gewohnte Kleidung schlüpfen konnte.
„Dann lass uns mal gehen und uns amüsieren!“, sagte sie.
Mit Micky Arnold, der sie an diesem Abend eingeladen hatte, waren sie schon seit ein paar Jahren befreundet. Er war wie Lena siebenundzwanzig Jahre alt – Cara war ein Jahr jünger – und hatte wie Lena Tiermedizin studiert. Jetzt arbeiteten sie beide an einer großen Tierklinik.
Cara hingegen hätte gern „etwas mit Mode“ gemacht, war dann aber von einem ihrer Freunde zum Fernsehen geschleppt worden, wo sie tatsächlich ein paar kleinere Rollen ergattert hatte. Aber sie wusste selbst, dass sie nicht sonderlich talentiert war und nur wegen ihres Aussehens engagiert wurde, und so sprach sie in letzter Zeit wieder öfter davon, sich auf einer Modeschule zu bewerben.
Lena bestärkte sie in dieser Absicht. Sie hielt Caras „Schauspielkarriere“ für einen Irrweg.
Micky wohnte, wie die beiden Freundinnen auch, in Schwabing, sie hatten es also nicht weit bis zu seiner Wohnung. Dennoch brauchten sie recht lang für den kurzen Weg, was an Caras Schuhen lag. Es war Lena nach wie vor ein Rätsel, wie Cara es schaffte, auf diesen bleistiftdünnen, endlos erscheinenden Absätzen mehr als drei Schritte zu laufen.
Zudem war es empfindlich kalt, und sie trug nur eine dünne Strumpfhose. Allerdings hatte sie sich wenigstens in einen langen warmen Mantel gehüllt, aber die Füße wurden davon natürlich nicht gewärmt.
Aber Cara beklagte sich nicht. Sie wusste, dass ihr schnell wieder warm werden würde – unter den bewundernden Blicken sämtlicher Männer, die Micky zu seiner Party eingeladen hatte. Dennoch seufzte sie erleichtert auf, als sie ihr Ziel erreicht hatten.
Der Lärm aus Mickys Wohnung drang bis auf die Straße, die Stimmung war also bereits ausgelassen.
„Auf in den Kampf!“, sagte Lena vergnügt. Sie ging gerne auf Partys. Es gab immer viel zu beobachten, was ihr das größte Vergnügen bereitete. Aber sie tanzte auch gern oder unterhielt sich. Am Trinken lag ihr weniger, am Flirten überhaupt nichts. Im Grunde war sie fest entschlossen, ihr Leben lang allein zu bleiben. Zum Glücklichsein brauchte sie keinen Mann, diese Lektion hatte sie gelernt.
Micky begrüßte sie überschwänglich, vor allem Cara strahlte er an wie ein Honigkuchenpferd. Nach Lenas Ansicht wären sie ein gutes Paar gewesen, aber Cara hatte ja ihren letzten Freund Kevin leider noch immer nicht ganz überwunden. Zum Glück schien er nicht hier zu...
| Erscheint lt. Verlag | 9.1.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Dr. Stefan Frank |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Anna Basener • Arzt • Arztromane • Baccara • Bahnhofsroman • Bergdoktor • Bergpfarrer • Bestseller • Bianca • Cora • Der Bergdoktor • Der Bergpfarrer • Deutsch • dr daniel • Dr. Daniel • dr laurin • Dr. Laurin • dr norden • Dr. Norden • Dr Stefan Frank • Dr. Stefan Frank • eBook • eBooks • Frauen • für • Groschenheft • Happy End • Hedwig Courths Mahler • Hedwig Courths-Mahler • Heft • Heftchen • Heftchen-Roman • Heftroman • Heft-Roman • Heimatroman • Historical • Julia • Kelter • Kindle • Klassiker • Klinik • Landarzt • Liebe • Liebesroman • Liebesromane • Mira • Patient • Pulp • Pulp Ficition • Romance • Romanheft • Roman-Heft • romantisch • Schwarzwaldklinik • serial content • Serial Novel • Serial Novels • Serie • Serien • Seriennovellen • Tiffany |
| ISBN-10 | 3-7325-5807-X / 373255807X |
| ISBN-13 | 978-3-7325-5807-0 / 9783732558070 |
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