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Eine gefährliche Patientin (eBook)

Kurfürstenklinik 66 - Arztroman
eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
100 Seiten
Blattwerk Handel GmbH (Verlag)
978-3-7409-2413-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Eine gefährliche Patientin -  Nina Kayser-Darius
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Mit den spannenden Arztromanen um die 'Kurfürstenklinik' präsentiert sich eine neue Serie der Extraklasse! Diese Romane sind erfrischend modern geschrieben, abwechslungsreich gehalten und dabei warmherzig und ergreifend erzählt. Die 'Kurfürstenklinik' ist eine Arztromanserie, die das gewisse Etwas hat und medizinisch in jeder Hinsicht seriös recherchiert ist. Nina Kayser-Darius ist eine besonders erfolgreiche Schriftstellerin für das Genre Arztroman, das in der Klinik angesiedelt ist. 100 populäre Titel über die Kurfürstenklinik sprechen für sich. »Morgen, Adrian!« Oberschwester Walli lächelte ihrem Chef kurz zu. »Gut, daß du schon ein bißchen früher gekommen bist. Könntest du mal kurz zu Norbert Scheunemann hochgehen? Er wirkte ziemlich deprimiert heute.« Dr. Adrian Winter seufzte. »Dazu hat er auch allen Grund. Es ist wirklich furchtbar... aber wir können einfach noch keine Spenderniere für Norbert auftreiben. Seine Blutgruppe ist ziemlich selten, dazu kommen noch alle anderen Werte, die auch völlig von der Norm abweichen.« »Geh zu ihm und bau ihn ein wenig auf«, bat Schwester Walli. Sie und alle anderen kannten Norbert schon seit anderthalb Jahren. Damals war der Sportstudent zum ersten Mal in die Kurfürsten-Klinik gekommen. Mit diffusen Beschwerden, die sich aber bald zu einer ganz akuten Krankheit herauskristallisiert hatten. Seither kam Norbert zwei Mal in der Woche zur Blutwäsche. Seinen geliebten Sport konnte er nicht mehr ausüben, das Studium mußte er abbrechen. Jetzt studierte er Informatik, ein interessantes und aktuelles Themengebiet, das ihn zwar auch fesselte, aber lange nicht so befriedigte wie es die körperliche Bewegung getan hatte. Dr. Winter konnte den jungen Mann gut verstehen, und er nahm sich vor, ihn nach besten Kräften aufzumuntern. In den Dialyseraum fiel das graue Licht eines Regentages. Norbert schloß die Augen. Er dachte an Sonne, Wind, Meeresrauschen. Jetzt surfen können! Oder mit dem Boot hinausfahren, irgendwohin, in eine kleine Bucht, wo man ungestört war, wo man baden und tauchen konnte, ohne von Hunderten von Touristen gestört zu werden. Vor ein paar Jahren war er für ein paar Wochen auf Hawaii gewesen... und die herrlichen Bilder dieser

Nina Kayser-Darius ist eine besonders erfolgreiche Schriftstellerin für das Genre Arztroman, das in der Klinik angesiedelt ist. 100 populäre Titel über die Kurfürstenklinik sprechen für sich, in denen zugleich die Entstehung einer romantischen Liebesgeschichte mit filigranem Geschick und großer Empathie gestaltet wird. Als versierte Kennerin medizinischer Sachverhalte berichtet Nina Kayser-Darius auf unterhaltsame Weise quasi aus dem Nähkästchen.

Nina Kayser-Darius ist eine besonders erfolgreiche Schriftstellerin für das Genre Arztroman, das in der Klinik angesiedelt ist. 100 populäre Titel über die Kurfürstenklinik sprechen für sich, in denen zugleich die Entstehung einer romantischen Liebesgeschichte mit filigranem Geschick und großer Empathie gestaltet wird. Als versierte Kennerin medizinischer Sachverhalte berichtet Nina Kayser-Darius auf unterhaltsame Weise quasi aus dem Nähkästchen.

»Morgen, Adrian!« Oberschwester Walli lächelte ihrem Chef kurz zu. »Gut, daß du schon ein bißchen früher gekommen bist. Könntest du mal kurz zu Norbert Scheunemann hochgehen? Er wirkte ziemlich deprimiert heute.«

Dr. Adrian Winter seufzte. »Dazu hat er auch allen Grund. Es ist wirklich furchtbar... aber wir können einfach noch keine Spenderniere für Norbert auftreiben. Seine Blutgruppe ist ziemlich selten, dazu kommen noch alle anderen Werte, die auch völlig von der Norm abweichen.«

»Geh zu ihm und bau ihn ein wenig auf«, bat Schwester Walli. Sie und alle anderen kannten Norbert schon seit anderthalb Jahren. Damals war der Sportstudent zum ersten Mal in die Kurfürsten-Klinik gekommen. Mit diffusen Beschwerden, die sich aber bald zu einer ganz akuten Krankheit herauskristallisiert hatten.

Seither kam Norbert zwei Mal in der Woche zur Blutwäsche. Seinen geliebten Sport konnte er nicht mehr ausüben, das Studium mußte er abbrechen. Jetzt studierte er Informatik, ein interessantes und aktuelles Themengebiet, das ihn zwar auch fesselte, aber lange nicht so befriedigte wie es die körperliche Bewegung getan hatte.

Dr. Winter konnte den jungen Mann gut verstehen, und er nahm sich vor, ihn nach besten Kräften aufzumuntern.

In den Dialyseraum fiel das graue Licht eines Regentages. Norbert schloß die Augen. Er dachte an Sonne, Wind, Meeresrauschen. Jetzt surfen können! Oder mit dem Boot hinausfahren, irgendwohin, in eine kleine Bucht, wo man ungestört war, wo man baden und tauchen konnte, ohne von Hunderten von Touristen gestört zu werden. Vor ein paar Jahren war er für ein paar Wochen auf Hawaii gewesen... und die herrlichen Bilder dieser traumschönen Insel gingen ihm immer durch den Kopf, wenn er mal wieder hier lag und an die Maschine angeschlossen war.

Urlaub am Meer... sportliche Aktivitäten, die einen bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit brachten... damals war das für ihn völlig normal gewesen. Damals hatte er diese Wirklichkeit gar nicht zu schätzen gewußt, hatte sie als das Selbstverständlichste der Welt angesehen.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem seine Nieren ihre Arbeit fast ganz aufgegeben hatten. Da war sein Leben von einem Augenblick zum andern völlig auf den Kopf gestellt worden. Er war zum Sklaven eines Gerätes gemacht worden, an das er zwei Mal in der Woche gefesselt wurde.

Vom Funktionieren des Dialyseapparates hing sein Leben an den übrigen Tagen ab. Ohne die regelmäßig vorgenommene Blutwäsche wäre sein Organismus von den Abfallstoffen seines Körpers überschwemmt und langsam vergiftet worden. Norbert wußte das alles ganz genau, und er war sich auch bewußt, daß er dank der modernen Apparate-Medizin ein relativ gutes Leben führen konnte. Aber... es war so unendlich schwer, sich mit den Einschränkungen abzufinden, die die Krankheit mit sich brachte!

»Ach, Sie sind es, Herr Dr. Winter!« Ein kleines Lächeln glitt über sein blasses Gesicht. »Wollen Sie mir die Langweile vertreiben?«

»Würde ich gern, aber in wenigen Minuten beginnt mein Dienst in der Unfallabteilung, und Sie wissen ja selbst genau, was da immer los ist.«

»Ich weiß. Schließlich haben wir uns da zum ersten Mal gesehen.« Norbert grinste ein wenig schief. Er dachte nicht gern an jenen Tag zurück, an dem er in die Kurfürsten-Klinik eingeliefert worden war. Es war nach einem langen Wochenende mit Karla gewesen. Sie waren damals beide 22 Jahr alt gewesen, jung, lebenshungrig. Und sie hatten die Tage in einem kleinen Ferienhaus an der Ostsee sehr genossen. Bis er sich immer elender gefühlt hatte, bis die Schmerzen schier unerträglich geworden waren...

Karla hatte auf einen Arztbesuch bestanden. Der Dorfarzt im hohen Norden hatte rasch erkannt, daß eine Nierenschädigung vorlag. Er hatte gemeint: »Ich kann hier kaum etwas für Sie tun. Fahren Sie heim und lassen Sie sich in eine gute Klinik einweisen. Dort wird man Sie gründlich durchchecken – und kann ihnen dann bestimmt optimal helfen.«

So war er in die Kurfürsten-Klinik gekommen. Und so hatte er Karla verloren, die sich nicht mit einem kranken Freund belasten wollte. Sie hatte ihm unter einem fadenscheinigen Vorwand schon wenig später den Laufpaß gegeben und war nach Frankreich gegangen, wo sie ihre Studien beendete.

Was aus ihr geworden war, wußte er nicht. Karla schien alle Kontakte zur Heimat abgebrochen zu haben...

»Wie fühlen Sie sich?« erkundigte sich Adrian Winter und nahm kurz neben dem Dialyse-Bett Platz.

»Wie soll ich mich schon fühlen? Besser bestimmt als mancher Ihrer Patienten – und elender als viele Gesunde. Ich...« Er biß sich auf die Lippen, dann gestand er: »Ich komme einfach nicht mit diesem Leben klar! Die Vorstellung, für immer und ewig so eingeschränkt zu sein, ist entsetzlich! Und was werden wird, wenn die Dialyse mal nicht mehr ausreicht, wage ich gar nicht zu denken.«

»Das sollen Sie auch nicht«, erwiderte Adrian. »Sie wissen doch, daß ganz intensiv nach einem Spenderorgan für Sie gesucht wird.«

»Ich weiß. Nur – wann findet man endlich eins?« Er drehte den Kopf zur Seite. »Außerdem ist der Gedanke, daß ein Mensch sterben mußte, nur damit mir geholfen werden kann, auch nicht angenehm.«

»Darüber dürfen Sie ja auch nicht nachgrübeln. Es ist das Schicksal von uns allen, daß wir eines Tages – und meist unerwartet abtreten müssen. Jeden kann es in jeder Minute treffen. Und wenn es dann Menschen gibt, die so vorausschauend sind und möchten, daß einem Kranken mit einem ihrer Organe geholfen wird, so sollte der Empfänger nichts als Dank empfinden.«

»Sie haben ja recht. Schade nur, daß sich gerade in Deutschland so wenige Menschen dazu durchringen können, einen Organspender-Ausweis anzufordern.«

»Stimmt. Ich plädiere sehr dafür. Aber jetzt muß ich wieder los. Möchten Sie noch irgend etwas? Kann ich Ihnen was geben oder Ihnen was besorgen lassen?«

»Danke, nicht nötig. Ich hab mir den neuesten Bestseller von Janine Miller mitgebracht. Tolle Schriftstellerin. Ihre Krimis sind super durchdacht und von einer geschliffenen Sprache, daß es die reinste Freude ist, sie zu lesen.« Während er es sagte, wies er auf ein Buch in einem giftgrünen Umschlag, das auf der linken Seite des Bettes lag.

Adrian Winter warf nur einen kurzen Blick darauf. Er hatte kaum Zeit, mal in Ruhe ein Buch zu lesen, er war schon froh, wenn er all die medizinischen Fachzeitschriften durcharbeiten konnte, die er abonniert hatte. Und auf dem neusten Stand zu sein, war ihm immens wichtig.

»Dann viel Spaß bei ihrer gruseligen Lektüre«, wünschte er lächelnd und zog sich zurück.

An der Tür wäre er fast mit einer jungen Frau zusammengestoßen, die sich rasch abwandte und davoneilte. Kopfschüttelnd sah Adrian ihr nach, doch noch ehe er sich besondere Gedanken über ihr seltsames Verhalten machen konnte, war die junge Frau schon verschwunden.

Und der Arzt selbst wurde im nächsten Moment abgelenkt, denn auf der Unfallstation ging es gleich hoch her. Zwei Bauarbeiter mit Quetschwunden mußten behandelt werden, eine alte Dame, die auf der Straße zusammengebrochen war, kam gleich auf die Innere, da starke Herz-Rhythmus-Störungen vorlagen. Und ein kleiner Junge, der unter starken Bauchschmerzen litt, mußte notoperiert werden, denn die Bauchschmerzen waren in Wirklichkeit ein stark entzündeter Blinddarm, der sofort entfernt werden mußte.

»Soweit ich es beurteilen kann, drohte der Appendix jeden Moment zu platzen«, sagte Adrian zu der besorgten Mutter.

»Aber... das kann doch nicht sein! Volker hat noch nie über Blinddarmschmerzen geklagt! Und gestern hatte er auch zum ersten Mal Bauchschmerzen. Ich hab ihm natürlich eine Wärmflasche gemacht und...«

»Und damit die Entzündung des Wurmfortsatzes noch beschleunigt«, vervollständigte Adrian den Satz. »Glauben Sie mir, oft sind Blinddarmschmerzen nicht genau zu lokalisieren. Aber die Tastuntersuchung, die ich durchgeführt habe, und die Leukozytenbestimmung sagen eindeutig aus, daß es sich um eine akute Appendizitis handelt. Sie sollten die Einwilligung zur Operation rasch geben. Ist der Wurmfortsatz erst einmal geplatzt und hat sich der Eiter in die Bauchhöhle ergossen, dann kommt es leicht zu Komplikationen und das Leben des Patienten gerät in Gefahr. Dahingegen ist so ein einfacher Eingriff wie die Blinddarmentfernung nur ein Klacks.«

Er sprach absichtlich ebenso drastisch wie einfach, damit die Frau ihn verstehen konnte. Sie wirkte auf ihn völlig gehemmt und unselbständig. Doch darauf konnte er nicht länger Rücksicht nehmen, das Leben des Kindes geriet in Gefahr, wenn die OP länger hinausgezögert wurde.

Also insistierte er noch einmal, und diesmal nickte Frau Grabert. »Also gut, operieren Sie. Ich hoffe nur, daß mein Mann nicht mit mir schimpft, weil ich so eigenmächtig entschieden habe.«

»Wo ist Ihr Mann denn?« wollte Adrian wissen, der nur mit Mühe die Ruhe bewahren konnte.

»Auf Montage in Norwegen. Er arbeitet auf einer Bohrinsel.«

»Na, da können wir wirklich nicht warten, bis wir ihn erreicht haben.« Adrian schob ihr die Unterlagen hin. »Bitte unterschreiben Sie Ihre Einwilligung zur Operation. Sie wollen doch sicher nicht, daß Ihr Sohn länger leiden muß?«

»Nein.« Sie nickte, dann setzte sie endlich ihren Namen unter das Blatt – und der Eingriff konnte vorbereitet werden.

Erleichtert atmete Dr. Winter auf.

»Wenn wir uns mit jedem Patienten und jedem Angehörigen so lange aufhalten müßten, kämen wir gar nicht mehr dazu, die Kranken optimal zu behandeln«, meinte er zu Schwester Walli. »Zum Glück war das eine große Ausnahme.« Walli wies auf einen alten Herrn, der langsam über...

Erscheint lt. Verlag 12.12.2017
Reihe/Serie Kurfürstenklinik
Kurfürstenklinik
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Arzt • Chefarzt • Doktor • Dr. Daniel • Dr. Laurin • Dr. Norden • Fortsetzungsroman • Klinik • Krankenhaus • Krankenschwester • Landdoktor • Martin Kelter Verlag
ISBN-10 3-7409-2413-6 / 3740924136
ISBN-13 978-3-7409-2413-3 / 9783740924133
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