Der Prinz, den ich heiraten musste (eBook)
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-5480-8 (ISBN)
Prinzessin Lili heiratet Prinz Alex einzig und allein, um der Pflicht gegenüber ihrem Land zu gehorchen. Als sie mit ihm zur Hochzeitsreise auf der Fürstenjacht aufbricht, hat sie all ihre romantischen Träume bereits begraben. Zu Unrecht? Schon bald erlebt sie eine Überraschung ...
<p>Christine Rimmers Romances sind für ihre liebenswerten, manchmal recht unkonventionellen Hauptfiguren und die spannungsgeladene Atmosphäre bekannt, die dafür sorgen, dass man ihre Bücher nicht aus der Hand legen kann. Ihr erster Liebesroman wurde 1987 veröffentlicht, und seitdem sind 35 weitere zeitgenössische Romances erschienen, die regelmäßig auf den amerikanischen Bestsellerlisten landen. Diese vielfach ausgezeichnete Autorin stammt ursprünglich aus Kalifornien und wollte unbedingt Schauspielerin werden, weshalb sie nach New York ging. Doch nicht als Schauspielerin, sondern als Autorin machte sie sich einen Namen, als sie wieder zurück nach Südkalifornien kam und Kurzgeschichten, Gedichte und Theaterstücke verfasste. 1984 begann sie, ihre erste Romance zu schreiben, und stellte fest, dass es ihr fast so viel Spaß machte wie einen Liebesroman zu lesen. Sie ist fest entschlossen, die nächsten Jahrzehnte dabei zu bleiben! Christine Rimmer lebt mit ihrem Mann und ihrem jüngsten Sohn im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma.</p>
2. KAPITEL
Den ganzen Tag über gab es geheime Meetings. Niemand stellte die Eheschließung infrage. Sie sollte in den nächsten zwei Tagen stattfinden. Darin waren sich alle einig. Bis auf Lili. Aber niemand hörte ihr zu, selbst wenn sie pausenlos redete. Über die Liebe. Über Beziehungen. Über ihre Rechte als Frau im einundzwanzigsten Jahrhundert.
„Es geht nur Alexander und mich etwas an“, betonte sie immer wieder. Oder: „Ich werde keinen Mann heiraten, der mich nicht liebt.“ Oder: „Wie könnt ihr einfach weiter planen, wenn ich schon wiederholt gesagt habe, dass Alex und ich zuerst allein miteinander sprechen müssen. Wir müssen eine gemeinsame Basis finden, bevor wir überhaupt so etwas Monumentales wie eine Hochzeit erwägen können.“
Jeder ließ sie reden, denn alle wussten, dass man sie nicht „abschalten“ konnte. Und Alex war ihr keine Hilfe. „Wir müssen uns allein unterhalten“, sagte sie mehrfach eindringlich zu ihm. Doch er blickte sie bei diesen Gelegenheiten nur stumm und ausdruckslos an, bis sie schließlich wegschaute.
Während der endlosen Meetings tätschelte Adrienne ihr zuweilen die Hand oder umarmte sie kurz. Danach berieten alle anderen weiter, was zu tun war. Alex machte zweifelsfrei klar, dass er Lili selbstverständlich heiraten würde und schwieg sich ansonsten aus.
Was sollte er auch sagen? Er stand immer noch unter Schock, dass die dumme Lili oder Silly Lili, wie er sie früher immer genannt hatte, schwanger von ihm war. Hätte er bloß ihren Brief gelesen oder auf ihre Anrufe reagiert! Aber er hatte angenommen, dass sie lediglich ihren Hang zum Dramatischen ausleben wollte, den sie von ihrem Vater geerbt hatte. Er war sicher gewesen, dass sie ihm etwas vorweinen und ihn beschimpfen würde, ein Schuft und Verführer unschuldiger Frauen zu sein.
Wie hatte er sich nur mit ihr einlassen können? Sein Verhalten widerte ihn selbst an. Er war kein Verführer unschuldiger Frauen! Jedenfalls nicht bis zu dem Tag vor zwei Monaten, als er jemanden vor der Tür seines Apartments im Palast hatte schluchzen hören. Noch immer wusste er nicht, was ihn bewogen hatte, nachzuschauen.
Er hatte die Tür ein wenig geöffnet und Lili entdeckt, die im Flur auf dem Boden kniete. Die langen goldblonden Haare hatten ihr hübsches Gesicht verborgen, und ihre schmalen Schultern hatten in einem fort gezuckt. Sie musste etwas gehört haben, denn sie hatte aufgesehen und ihn angeschaut.
„Oh, Alex!“, hatte sie gerufen und war aufgestanden. „Etwas Schreckliches ist geschehen! Dein Bruder Rule hat eine andere Frau geheiratet.“
Anstatt sich schnell in sein Apartment zurückzuziehen, hatte er die Tür weiter geöffnet. Was Lili wohl als Aufforderung verstanden hatte. Sie hatte sich schluchzend in seine Arme gestürzt, bis sein Hemd von ihren Tränen ganz durchnässt war.
Statt sie abzuwimmeln, hatte er sie mit in sein Wohnzimmer genommen, wo sie ihm auf dem Sofa weinend ihr Leid geklagt hatte. Dass Rule sie nicht heiraten würde. Dass er sie nicht liebte und nie geliebt hatte. Dass sie für ihn immer nur eine kleine Schwester gewesen wäre.
Als sie irgendwann Atem geholt hatte, hatte er ihr ein Taschentuch gereicht und ihr erklärt, dass es auf der Welt so viel wirkliches Leid gab. „Siehst du nicht, wie unwichtig deine Probleme im Vergleich dazu sind?“, hatte er sie gefragt. Da hatte sie empört aufgeschrien und mit der Hand ausgeholt, um ihn zu ohrfeigen.
Ach, hätte er sie nur machen lassen! Dann hätte sie ihren Frust wenigstens abreagieren können. Stattdessen hatte er sie daran gehindert und ihr Handgelenk ergriffen. Und genau da war es passiert. Er wusste noch immer nicht, wie und warum.
Plötzlich hatte sie in seinen Armen gelegen und so bezaubernd geduftet wie die gleichnamige Blume. Ja, Silly Lili hatte ihn … überwältigt. Sie in den Armen zu halten hatte sich angefühlt, als würde es wieder Hoffnung, Licht und all die guten Dinge des Lebens geben, die für ihn verloren gewesen waren.
Ihre Haut hatte sich samtweich angefühlt, und ihre Augen waren so faszinierend blau wie ein Lapislazuli. Ihre Lippen waren ganz nah an seinem Mund gewesen. Sie hatte sie geöffnet und geseufzt – da hatte irgendetwas bei ihm ausgehakt.
Dann war es passiert, und es war perfekt und sehr schön gewesen.
Mit Lili – ausgerechnet mit Lili.
Danach hatte sie ihn zärtlich und zufrieden angelächelt und ihre Hand auf seine Wange gelegt.
„Alex“, hatte sie geflüstert, als wäre sein Name etwas Wunderbares.
Er hatte es genauso wenig ertragen können wie ihren Blick. Sie sollte ihn nie wieder so ansehen! Also hatte er sie aufgefordert, zu gehen. Was sie gemacht hatte. Sie hatte sich stumm angezogen und das Apartment verlassen, ohne ihn noch einmal anzuschauen.
Als er wieder allein gewesen war, hatte er geflucht und sich zu Recht einen Narren gescholten. Anschließend hatte er sich gesagt, es sei für Lili das Beste, wenn sie diese unglückselige Begegnung einfach vergessen würden. Wenn sie weiter ihr Leben führen würden, als wäre nichts passiert.
Das hatte er jedenfalls versucht. Doch dann war der Brief eingetroffen, den zu öffnen er sich verboten hatte. Danach hatte sie ihn zweimal telefonisch zu erreichen versucht und ihn um Rückruf gebeten. Da sie keinen Grund genannt hatte, war er der Bitte nicht nachgekommen.
Inzwischen war ihm klar, warum sie ihn kontaktiert hatte. Jetzt ergab das alles einen Sinn.
Natürlich konnten sie nicht mehr so tun, als wäre zwischen ihnen nichts geschehen. Nun galt es, die Situation auf die bestmögliche Art und Weise zu retten. Was hieß, dass er und Lili schnellstens heiraten sollten. Nicht zuletzt, damit das ungeborene Kind seinen Namen erhielt.
Jahrelang hatte alle Welt geglaubt, dass aus Rule und Lili irgendwann einmal ein Paar werden würde. Aber sein Bruder hatte sich in eine andere verliebt. In politischer Hinsicht machte es keinen Unterschied, ob Lili mit ihm oder Rule den Bund fürs Leben schloss. Die Beziehungen zwischen Montedoro und Alagonien würden in beiden Fällen gestärkt.
„Warum sollte ich Alex heiraten?“, fing Lili am Nachmittag wieder mit dem alten Thema an. „Wir lieben uns nicht und mögen uns nicht einmal. Wenn wir überstürzt vor den Altar treten, steuern wir geradeswegs in eine Katastrophe herein.“
Böse sah Leo sie an, aber wenigstens brüllte er nicht. „Er ist der Vater deines Kindes, Liliana. Du bist schon im zweiten Monat. Wir dürfen keine Zeit mehr verschwenden, und du hast keine andere Wahl.“
„Wie bitte? Natürlich habe ich eine Wahl. Wir leben nicht mehr im Mittelalter. Heutzutage hat selbst eine Prinzessin das Recht …“
„Pst, Lili, beruhige dich.“ Die Fürstin tätschelte ihr die Hand. „Alles wird gut. Du wirst sehen.“
„Aber Adrienne …“
„Denk doch mal nach.“ Alex’ Mutter strich ihr über die Wange. „Das Ganze könnte eine Monarchiekrise in Gang bringen. Was natürlich niemand will. Selbstverständlich ist das in vieler Hinsicht engstirnig und rückständig, aber für uns gelten nun einmal andere Regeln. Man legt bei uns höhere Maßstäbe an. Weder dein noch Alex’ Vater oder ich möchten, dass unsere Namen durch den Schmutz gezogen werden oder das Ansehen unserer Familien verunglimpft wird. Du willst doch nicht, dass dein Baby unehelich zur Welt kommt, oder? Dieses Kind wird laut Erbfolge einmal Alagonien regieren. Niemand darf dieses Recht infrage stellen.“
„Ich … ich …“ Lilis Lippen begannen, verdächtig zu zittern.
Adrienne breitete die Arme aus, und Lili flüchtete sich in sie hinein. Zärtlich streichelte die Fürstin ihr über den Rücken. „Dann ist es also beschlossen. Für die Öffentlichkeit seid ihr beide bereits seit einer Weile heimlich verliebt und habt schon geheiratet. So dürfte es keine Spekulationen geben, was die rechtmäßige Stellung des Kindes betrifft“, sagte sie in die Runde. Lili schluchzte kurz auf, hielt aber ausnahmsweise einmal den Mund.
Offiziell würde es heißen, dass Alex und Lili ihren Familien erst jetzt von der Hochzeit erzählt hätten, die vor über zwei Monaten stattgefunden hatte. Und dass Alex nach seinen schrecklichen Erlebnissen in Afghanistan keine große Feier ertragen hätte, weshalb sie den Treueschwur vor einem mitfühlenden Priester in aller Stille abgelegt hatten. Die beiden Familien waren darüber zwar sehr überrascht, freuten sich jetzt aber sehr über die Verbindung.
Stunden später waren die nötigen Verträge endlich unterschrieben, sodass die tatsächliche Trauung morgen heimlich stattfinden konnte. Nach einem informellen Abendessen in Adriennes Räumen war Alex dann froh, sich für heute verabschieden zu dürfen.
Er würde für immer an Lili gebunden sein. Wenn er in ihrem Tränenstrom nicht ertrank, würde er höchstwahrscheinlich in ihrem Redefluss untergehen. Aber irgendwann würde sie es leid sein, gegen eine Tür zu trommeln, die er nie aufmachen würde. Sie würde ihn in Ruhe lassen und sich um ihr gemeinsames Kind kümmern. Um ihr Kind und um ihre Pflichten als zukünftige Königin von Alagonien.
An diesem Abend konnte er einfach keine Ruhe finden. Also zog er Sportsachen an und ging zu den Männern der neuen montedorischen Spezialeinheit, die maßgeblich auf seine Initiative hin aufgebaut wurde. Über ein Tunnelsystem unterhalb des Palasts konnte er die Unterkünfte und Trainingseinrichtungen dieser geheimen Kommandotruppe jederzeit unbehelligt erreichen.
Lili blickte auf den Wecker auf ihrem Nachttisch. Es war jetzt kurz nach eins. Seit...
| Erscheint lt. Verlag | 15.1.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Digital Edition |
| Digital Edition | Digital Edition |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
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| ISBN-10 | 3-7337-5480-8 / 3733754808 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-5480-8 / 9783733754808 |
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