Frontiersmen: Höllenflug nach Heaven's Gate (eBook)
beBEYOND (Verlag)
978-3-7325-5697-7 (ISBN)
An den Grenzen der bekannten Galaxis geht's rau zu ...
Manche bezeichnen sie als Verbrecher, andere als Helden der Randplaneten. Sie selbst nennen sich Frontiersmen: furchtlose Männer und Frauen, die Fracht und Flüchtlinge dorthin schmuggeln, wo der Weltraum noch frei und wild ist. John Donovan ist einer von ihnen und chronisch knapp bei Kasse, sodass er auch riskante Jobs übernimmt. Etwa einen Passagiertransport zur rauen Koloniewelt Heaven's Gate. Der Weg dorthin führt mitten durch das Raumterritorium der Peko - eine Rasse, die jeden menschlichen Eindringling erbarmungslos zur Strecke bringt.
Das rasante Science-Fiction-Western-Crossover von Wes Andrews (alias Bernd Perplies) - jetzt als eBook bei beBEYOND! Pflichtlektüre für Space Cowboys!
eBooks von beBEYOND - fremde Welten und fantastische Reisen.
<p>Wes Andrews (alias Bernd Perplies) saß schon auf dem Rücken eines Pferdes, trug einen Colt an der Hüfte und hat nächtelang in Stiefeln geschlafen. Wenn er nicht gerade Romane schreibt, schaut er sich alte Filme an, streift durch die Natur oder spielt mit rauen Männern Karten. Er lebt mit Frau, Kind und Tieren in einem verschlafenen Städtchen in den Südstaaten.</p>
Wes Andrews (alias Bernd Perplies) saß schon auf dem Rücken eines Pferdes, trug einen Colt an der Hüfte und hat nächtelang in Stiefeln geschlafen. Wenn er nicht gerade Romane schreibt, schaut er sich alte Filme an, streift durch die Natur oder spielt mit rauen Männern Karten. Er lebt mit Frau, Kind und Tieren in einem verschlafenen Städtchen in den Südstaaten.
– 1 –
Zwölf Uhr mittags … Warum musste es immer zwölf Uhr mittags sein?
John Donovan kniff die Augen zusammen und blinzelte hinauf in die gleißende gelbweiße Sonne von Briscoll. Es herrschte das, was die Einheimischen hier einen milden Frühlingstag nannten: etwa dreißig Grad im Schatten. Ein leichter Ostwind wehte und trieb Staub über die felsige Einöde, in der nichts lebte außer den übermannshohen braunen Kakteengewächsen, die in Gruppen beisammenstanden und dem kargen Boden das letzte Wasser entzogen. Und ob in denen wirklich Leben steckte, konnte man sich auch nicht sicher sein.
»Warum habe ich mich bloß auf diesen Mist eingelassen?«, murmelte John. Die Worte richteten sich an niemanden, denn er war der einzige Mensch weit und breit.
Sein Blick wanderte zu dem Fargo-Ti27, dem zweisitzigen Landgleiter mit der kleinen Ladefläche zwischen kegelförmigen Außentriebwerken, der etwa zwei Dutzend Meter hinter ihm parkte und sich langsam in der Sonne aufheizte. John war versucht, hinüberzugehen, einzusteigen und einfach wieder zu verschwinden. Aber das ging nicht. Er musste diese Angelegenheit mit Benson regeln. Hier und jetzt. Wie ein Mann. Um zwölf Uhr mittags.
Johns Hand glitt am Saum des grauen, knielangen Mantels hinunter und schlug die rechte Hälfte des Kleidungsstücks zur Seite, um den Revolver freizulegen, der in dem braunen Lederholster an Johns Hüfte hing. Seine Finger strichen über den glatten Griff. Es war eine gute Waffe, etwas älter, zugegeben, doch das bedeutete in Johns Augen nichts Schlechtes, im Gegenteil. Er hätte sich niemals eine moderne Pistole mit Lasermarkiersystem und automatischer Magnetfeldkorrektur gekauft. Damit konnte selbst ein Affe schießen, vorausgesetzt, die empfindliche Elektronik fiel nicht aus, was regelmäßig passierte, wie John zu Ohren gekommen war.
Unzuverlässige Spielsachen waren nichts für ein Leben auf den Randwelten. Wenn hier draußen etwas kaputtging, das man nicht mit einem normalen Werkzeugkasten und ein paar Kenntnissen in Elektronik und Mechanik reparieren konnte, war man aufgeschmissen. Aus genau diesem Grund setzte John auf traditionelle Wertarbeit – was wiederum der Grund dafür war, dass er den zwölfschüssigen Santhe-CG bei sich trug. Und warum er noch immer einen Frachter der Cambria-Klasse flog.
Manch einer nannte John deswegen altmodisch. Vielleicht war er das. Er vertraute auf Waffen, Raumschiffe und moralische Prinzipien, die sich im Laufe der Zeit bewährt hatten. Bis heute hatte er sein Ziel damit immer erreicht – auch wenn es ihn gelegentlich zu gewissen Umwegen zwang, beispielsweise dem, sich um zwölf Uhr mittags in der Wüste mit einem Mann wie Benson herumzuschlagen.
Zwischen den Felsformationen am Horizont, die in den wolkenlosen Himmel aufragten, als habe sie jemand mit einem riesigen Hammer von unten durch den hart gebackenen Erdboden getrieben, wurde eine Staubwolke sichtbar, die rasch näher kam. Ein schwaches Dröhnen begleitete sie, der Antrieb eines schweren Gleiters. Dem unregelmäßigen Auf- und Abschwellen des Geräuschs nach zu urteilen, war die Maschine nicht in bestem Zustand.
Die Staubwolke verschwand in einer Senke, und als sie wieder daraus hervorkam, erkannte John das Fahrzeug, das dafür verantwortlich war. Es handelte sich um ein robust aussehendes, geschlossenes Modell mit Scheiben, die hinter behelfsmäßig aufgesetzten Metallblenden verborgen waren, sodass Fahrer und Passagiere nur durch schmale Schlitze nach draußen schauen konnten. Benson gehörte offensichtlich zu der Sorte Mensch, die hinter jedem Felsen einen Hinterhalt erwartete.
Allerdings gehörte er augenscheinlich nicht zu der Sorte Mensch, die ihre Ausrüstung pfleglich behandelte. Eine Kruste aus Staub und Ölflecken bedeckte den Gleiter, und das Heulen des Motors legte den Verdacht nahe, dass die Filteranlage verstopft war und dringend ausgetauscht werden musste. Außerdem schien der vordere, aus Fahrerperspektive rechts liegende Prallfeldprojektor beschädigt zu sein, denn das bullige Gefährt wippte leicht, während es über die Ebene glitt. Alles in allem wunderte sich John über den Zustand des Fahrzeugs. So hätte er Benson nicht eingeschätzt. Aber womöglich gehörte der Gleiter gar nicht ihm – oder es war das Modell in seinem Fuhrpark, mit dem er schmutzige Angelegenheiten wie diese hier regelte.
Mit einem letzten Aufröhren des Antriebs schob sich der Gleiter zwischen ein Kakteen-Trio und ein paar Felsbrocken, die am Fuß der Hügelkette lagen, die hinter Johns Rücken aufragte. Die Uhrzeit mochte Benson festgelegt haben, aber der Ort war Johns Entscheidung gewesen. Als zumindest gelegentlich um seine Gesundheit besorgter Mann hatte er sich für einen Schauplatz mit einem Rückzugsweg entschieden, der etwas mehr Deckung bot als die flache Einöde.
Das Motorengeräusch des Gleiters veränderte sich, als das Fahrzeug in den Leerlauf geschaltet wurde. Die Fahrertür klappte auf, und Benson stieg aus. Dem stämmigen Mann mit dem dunkelgrauen Haar und den grobschlächtigen Zügen gehörte ein großes Erdölfeld auf dem Hauptkontinent von Briscoll. Das machte ihn nicht automatisch zu einem unsympathischen Menschen. Dass John ihn nicht ausstehen konnte – und diese Antipathie beruhte auf Gegenseitigkeit – lag vielmehr daran, dass Benson sich, wo immer er in Erscheinung trat, aufführte, als gehöre diese Welt ihm.
So war es auch gestern Abend in Makos Taverne gewesen, in der John zusammen mit seinen Leuten ein gemütliches Bier hatte trinken wollen. Bedauerlicherweise war ihm das nicht mehr möglich gewesen, nachdem Benson aufgetaucht war und offenbar schlecht gelaunt angefangen hatte, das Personal zu schikanieren.
Vielleicht hätte John sich raushalten sollen. Letzten Endes war es Makos Problem, was Benson in seinem Etablissement trieb. Aber in diesen Dingen war John gleichermaßen altmodisch wie in der Wahl seiner Waffen oder Raumschiffe: Wenn ein Mann sich in einer Bar, in der alle ihre Ruhe haben wollten, wie ein Idiot aufführte, musste er damit rechnen, eine Faust ins Gesicht zu kriegen. Genau so eine Faust – nämlich Johns – hatte Benson zu spüren bekommen. Drei Bier und ein mies gelaufener Job mochten dabei Johns Motivation befördert haben, den ungehobelten Industriellen in seine Schranken zu weisen, dennoch war es richtig gewesen, Benson das kantige Kinn zurechtzurücken. Auch wenn es John diesen unerfreulichen Termin zur besten Mittagszeit eingehandelt hatte.
»Donovan«, begrüßte Benson ihn, als er den breitkrempigen Hut aufsetzte, den er beim Aussteigen in der linken Hand gehalten hatte. Er trug Hemd, Jacke und robuste Hosen, an seinem breiten Gürtel hing ein Revolver. Benson mochte ein Unternehmer sein, aber auf Planeten wie Briscoll hieß das nicht, dass man schicke Anzüge anhatte und zierliche Aktenkoffer spazieren führte.
»Benson«, erwiderte John. Seine Hand lag auf dem Griff des Santhe-CG. Er war für diese Konfrontation so bereit, wie er nur sein konnte.
»Ich bin überrascht, dass Sie gekommen sind«, sagte Benson.
John taxierte ihn mit zusammengekniffenen Augen. »Warum? Halten Sie mich für einen Feigling?«
»Ihre Leute und Sie sind Tramps«, gab Benson achselzuckend zurück. »Und wir alle wissen doch, wie Tramps sind. Erst spucken sie große Töne. Dann schleichen sie sich schnell an Bord des nächstbesten Frachters und machen sich aus dem Staub.«
»Tut mir leid, Sie enttäuschen zu müssen.«
»Mir nicht. Es erspart mir die Mühe, Sie jagen zu lassen.« Der Industrielle rieb sich übers glattrasierte Kinn. »Letzte Gelegenheit, Donovan. Wenn Sie mich um Verzeihung für Ihr Benehmen in der Bar bitten wollen, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt.«
Wie um seine Worte zu unterstreichen, gingen die hinteren Klappen des Gleiters auf, und zwei weitere Männer stiegen aus. Einer war von hagerer Gestalt, hatte ein stoppelbärtiges Gesicht und einen lauernden Blick in den wasserblauen Augen. Der andere schleppte einige Pfunde zu viel auf den Rippen herum und fing in der heißen Mittagssonne umgehend an zu schwitzen. Beide hielten Gewehre in den Händen.
»Drei gegen einen, hm?«, knurrte John, während sein Blick prüfend über die Männer glitt. »Nicht sehr sportlich.«
»Ich bin auch nicht zum Vergnügen hier, sondern um Genugtuung zu erhalten«, gab Benson zurück.
»Tja, ich schätze, das sieht schlecht aus.«
Bensons Miene verfinsterte sich. »Das heißt, Sie wollen nicht einlenken?«
»Das heißt, Sie hätten ein paar mehr Männer mitbringen sollen.« John gestattete sich ein dünnes, spöttisches Lächeln.
»Knallt ihn ab!«, fauchte Benson und riss seinen Revolver aus dem Gürtel. Seine Männer richteten ihre Gewehre auf John. Der hatte damit gerechnet und seinen Revolver bereits gezogen, bevor auch nur ein Lauf auf ihn deutete.
Zwei rasch aufeinanderfolgende Schüsse peitschten. Benson zuckte zusammen und ließ seinen Revolver fallen, als Johns Kugel ihn am rechten Arm traf. Der Hagere stürzte mit einem Aufschrei zu Boden, als ihn die zweite Kugel am linken Oberschenkel erwischte.
Der Schwitzende erwiderte das Feuer, aber John warf sich bereits zur Seite in Deckung. Er kam auf dem staubigen Boden auf, rollte sich ab und landete hinter einem der zähen braunen Kakteen. Weitere Schüsse knallten, und Teile des dicken Stammes flogen John um die Ohren. Er erwiderte das Feuer blind, während er den Kopf einzog und den linken Arm hob, um in den Kommunikator zu sprechen, der an einem Armband um sein Handgelenk befestigt war. »Hobie? Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt. Hobie!«
Er bekam keine Antwort. Leise fluchend ging er in die Hocke und schielte hinter dem...
| Erscheint lt. Verlag | 12.12.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Frontiersmen |
| Frontiersmen | |
| Frontiersmen | Frontiersmen |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Bernd Perplies • Christian Humberg • Crossover • Die unheimlichen Fälle des Lucius Adler • Drachenjäger • Firefly • Han Solo • Joss Wheadon • millennium falcon • Millennium Falke • Prometheus • Schmuggler • Science Fiction Romane • Sci-fi • SciFi • SERENITY • SF • Shuttle • Space Opera • Star Trek • Star Wars • Tarean • Wächter • Weltall • Weltraumoper • Western • Wilder Westen • Wildwest • Zukunft |
| ISBN-10 | 3-7325-5697-2 / 3732556972 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-5697-7 / 9783732556977 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich