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Der Bergdoktor 1901 (eBook)

Zum zweiten Mal verlassen
eBook Download: EPUB
2017 | 1. Aufl. 2017
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-5796-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Bergdoktor 1901 - Andreas Kufsteiner
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Sie waren einmal ein echtes Traumpaar: Skiass Peter Staudinger und die zauberhafte Hoftochter Lena Angermaier. Doch kurz vor dem großen Verlobungsfest verschwand Peter und ließ nur einen lapidaren Abschiedsbrief zurück ...

Ein Jahr ist seither vergangen. Lena hat den Schock und die Enttäuschung noch längst nicht überwunden. Sie leidet unter allerlei nervösen Beschwerden, die Dr. Burger auf den Verlust des geliebten Burschen zurückführt. Der Bergdoktor ist sicher: Die beste Medizin für Lena wäre Peter.
Da taucht der Vermisste urplötzlich wieder in St. Christoph auf. Allerdings ist er sehr darauf bedacht, dass seine Liebste nichts von seiner Rückkehr erfährt ...

»Vielen Dank, Herr Doktor. Ich fühl mich schon wieder ganz fit. Fein haben Sie das hingekriegt!«

»Aber net gleich übertreiben«, mahnte Dr. Martin Burger seinen jungen Patienten.

Der Feist-Ernstl war ein passionierter Skiläufer und konnte es nach einem Schienbeinbruch kaum abwarten, wieder auf die Bretter zu kommen. Für den Jungbauern gab es im Winter nämlich nichts Schöneres, als die Pisten rund um St. Christoph im malerischen Zillertal hinunterzusausen. Dass er seine sportlichen Fähigkeiten dabei manchmal ein wenig überschätzte, hatte er zu Winterbeginn recht schmerzhaft erfahren müssen.

»Dein Bein darfst du net gleich wieder überlasten, sonst können Schmerzen auftreten.«

»Ich geh’s langsam an, Herr Doktor, keine Sorge. Und so ein Ass wie der Staudinger-Peter wird aus mir eh nimmer.«

»Wie kommst du jetzt ausgerechnet auf den?«, fragte Dr. Burger überrascht. »Der Peter hat unser schönes Zillertal doch schon vor einer ganzen Weile verlassen.«

»Ich weiß. Und ich find es schad. Wie der am Feldkopf hinuntergesaust ist, so schnell hat man kaum schauen können. Er war schon ein bisserl ein Vorbild für mich. Daran musste ich eben denken, als ich im Wartezimmer die Lena Angermaier gesehen hab. Sie war doch sein Schatz, net wahr?«

»Mag sein«, murmelte Dr. Burger knapp, denn er beteiligte sich nicht am Dorfklatsch.

Der Feist-Ernstl war in dieser Hinsicht kaum zu stoppen, wenn er mal loslegte. Über einen jeden in St. Christoph wusste er bestens Bescheid. So manches, was er gern weitererzählte, hätte vermutlich die Betreffenden selbst überrascht …

»Dann nochmals vielen Dank für alles«, lenkte der gesprächige Bursche ein, als er merkte, dass mit dem Bergdoktor, wie Martin Burger von seinen Mitmenschen respektvoll genannt wurde, nicht gut ratschen war.

Schließlich hatte er eben im Wartezimmer einen Spezl getroffen, mit dem er gleich noch einmal ausführlich über alle Bekannten herziehen konnte. Denn das war, außer dem Skilaufen, nun mal sein liebstes Hobby …

Dr. Martin Burger war noch damit beschäftigt, die Patientenkarte des Burschen zu aktualisieren, bevor der nächste Patient an die Reihe kam.

Im Doktorhaus in der Kirchgasse von St. Christoph ging es niemals hektisch zu, denn Dr. Burger nahm sich für einen jeden Patienten viel Zeit. Der große, sportliche Mediziner, dem man nicht ansah, dass er die fünfzig bereits überschritten hatte, war Landarzt mit Leib und Seele.

Vor mehr als fünfzig Jahren hatte sein Vater Dr. Pankraz Burger das Doktorhaus in St. Christoph im schlichten Gebirgsstil errichtet.

Es sollte für ihn, seine Frau und den kleinen Martin zum Heim werden. Der frühe Tod der Arztfrau hatte dann einen schmerzhaften Einschnitt im Leben der Burgers markiert.

Damals, vor ungefähr vier Jahrzehnten, hatte die gute Seele des Doktorhauses, Zenzi Bachhuber, den Haushalt übernommen und sich auch liebevoll um den mutterlosen Buben gekümmert. Inzwischen war sie längst ein vollwertiges Familienmitglied.

Für Martin Burger hatte schon früh festgestanden, dass er einst in die Fußstapfen seines Vaters treten wollte. Das bedeutete nicht nur, Medizin zu studieren, sondern auch, eines Tages die Praxis in St. Christoph von seinem Vater zu übernehmen. Doch ganz reibungslos war dies nicht abgelaufen.

In jungen Jahren hatte Martin seine Jugendliebe Christl geheiratet. Als sie mit ihrem ersten Kind niedergekommen war, hatten unselige Umstände und nicht vorhersehbare Komplikationen das Leben von Mutter und Kind gefordert.

Nach dieser Tragödie war der junge Arzt lange nicht mehr er selbst gewesen. Fast wäre er am Leben verzweifelt, denn er hatte in nichts mehr einen Sinn gesehen, der schwere Verlust hatte ihm das Herz gebrochen. Schließlich hatte er einsehen müssen, dass nur ein harter Schnitt ihm Linderung verschaffen konnte.

Daher hatte er sein geliebtes Heimattal verlassen, um an der Münchner Uniklinik eine Fachausbildung zum Unfallchirurgen zu machen. Schließlich hatte Martin Burger in seinem Beruf wieder die Erfüllung gefunden, die ihm privat versagt geblieben war.

Erst als er die zauberhafte junge Anästhesistin Dr. Sabine Rodenwald kennengelernt hatte, war die Liebe wieder in sein Leben eingezogen. Seit acht Jahren waren sie nun verheiratet, und drei entzückende Kinder krönten ihr Glück.

Tessa, die Älteste, war ein kluges Schulmadel mit glutvollen Augen und einem ausgemachten Dickkopf.

Ihr jüngerer Bruder Philipp wurde von allen nur Filli genannt. Er ging noch in den Kindergarten, und es wurmte ihn manches Mal, dass Tessa schon so viel mehr wusste als er. Dafür hatte der Bub einen besonderen Draht zu Tieren und ärgerte seine ältere Schwester gern mit einem gruselig aussehenden Käfer oder einem langen Regenwurm, der »zufällig« über ihre Schulbücher krabbelte.

Die Jüngste im Reigen der Burgerschen Kinder war die kleine Laura, die eben zwei Jahre alt geworden war. Ein echter Sonnenschein, der seinen Eltern nur Freude machte.

Dr. Martin Burger wusste es sehr zu schätzen, dass seine Frau stets Geduld und Verständnis aufbrachte, wenn sein Engagement für die Patienten ihre privaten Pläne über den Haufen warf. Schließlich war Sabine selbst Ärztin. Und sie bewunderte das Wirken ihres Mannes aus ehrlichem Herzen. Gab es mal zu viel zu tun, sprang sie für ihn in der Sprechstunde ein.

***

Nun drückte der Bergdoktor den Knopf der Gegensprechanlage und bat seine Sprechstundenhilfe Bärbel Tannauer, den nächsten Patienten zu ihm zu schicken.

»Es ist die Lena Angermaier mit ihrer Mama«, sagte Bärbel.

Dr. Burger seufzte. Das Schicksal der hübschen Hoftochter ging ihm nah. Schließlich hatte er miterlebt, wie aus einer großen Liebe ein großes Unglück wurde. Und daran war Peter Staudinger, den der Feist-Ernstl eben noch bewundernd erwähnt hatte, nicht ganz unschuldig …

Lena und Peter kannten sich bereits seit ihrer Kindheit und hatten sich immer gut verstanden. Der fesche Hofsohn hatte schon in jungen Jahren seine Leidenschaft für den Skisport entdeckt und bald alle Preise in seiner jeweiligen Altersklasse abgeräumt. Lena war stets an seiner Seite gewesen, und irgendwann hatten die beiden begriffen, dass aus unschuldiger Freundschaft aufrichtige Liebe geworden war.

Etwas mehr als ein Jahr war es nun her, dass auf dem Erlenhof Verlobung gefeiert werden sollte. Peter hatte mit Josef Angermaier abgemacht, dass er nach Saisonschluss seine Skikarriere beenden und dann als Jungbauer auf dem Erlenhof mitarbeiten würde.

Doch daraus war nichts geworden. Peter war über Nacht verschwunden und hatte nur einen lapidaren Abschiedsbrief hinterlassen.

Er konnte und wollte seinen geliebten Sport nicht an den Nagel hängen, bevor er nicht alle Preise gewonnen hatte, die es gab. Ein paar fehlten ihm noch, und ehe er seine hochgesteckten Ziele nicht erreicht hatte, würde er nicht nach St. Christoph zurückkehren. Wie lange das dauern sollte, schien dabei ungewiss.

Für Lena war es ein grausamer Schock gewesen, und sie erholte sich einfach nicht von der herben Enttäuschung. Noch immer litt das schöne junge Madel unter quälenden Beschwerden. Die Eltern sorgten sich sehr um ihre Tochter, die furchtbar unglücklich war.

Auch an diesem sonnigen, kalten Spätwintertag war Lena sehr blass, als sie das Sprechzimmer in Begleitung ihrer Mutter betrat.

Die Bäuerin war eine kräftige Person von nahezu unverwüstlicher Natur. Doch die Sorge um ihre geliebte Tochter setzte auch ihr zu. In ihren hellen Augen spiegelte sich deutlich der Kummer.

»Grüß dich, Lena, Bäuerin.« Dr. Burger begrüßte die beiden freundlich und bat sie, sich zu setzen. »Wie geht es dir heut?«, fragte er das Madel dann.

Ihm fiel sofort auf, dass Lena stark abgenommen hatte. Und ihre himmelblauen Augen wirkten übergroß in ihrem schmal gewordenen Gesicht.

»Net so gut«, gab sie mit leiser Stimme zu.

»Sie hat wieder kaum geschlafen, Herr Doktor«, erzählte die Bäuerin. »Appetit hat sie auch keinen. Schwindlig war ihr nach dem Frühstück, und gestern hatte sie den ganzen Tag starkes Herzklopfen. Und Kopfweh. Gell, Lena?«

Die schöne Hoftochter nickte nur wortlos. Früher hatte Lena immer gern und herzhaft gelacht. Nun aber war sie meist still und in sich gekehrt und hatte an nichts mehr wirklich Freude.

Dr. Burger schickte ihre Mutter kurz hinaus, damit er seine Patientin gründlich untersuchen konnte.

»Es hat sich nix geändert«, sagte er nach der Untersuchung zu der Bäuerin. »Lenas Beschwerden haben keine organischen Ursachen. Es ist die vegetative Dystonie, die sie seit ein paar Monaten entwickelt hat und die ihr Befinden so beeinträchtigt.«

»Aber wie ist denn das möglich?«, wunderte Martha sich.

»Ich bild mir das doch net nur ein, es geht mir wirklich schlecht«, warf das Madel zutiefst bekümmert ein. »Ich wünschte, es wäre anders, aber es geht net …«

»Freilich bildest du dir die Beschwerden nicht ein«, pflichtete der Bergdoktor ihr bei.

Er erklärte der Mutter und Tochter nun ausführlich, um was es sich bei der vegetativen Dystonie handelte. Die Gegenspieler Sympathikus und Parasympathikus, die das vegetative Nervensystem steuern, waren durch Lenas seelische Belastung aus dem Gleichgewicht geraten.

»Wenn es einem schlecht geht und man nach Verlusten oder Schicksalsschlägen traurig...

Erscheint lt. Verlag 30.12.2017
Reihe/Serie Der Bergdoktor
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-13 978-3-7325-5796-7 / 9783732557967
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