Ich werde sie wieder sehen! (eBook)
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-5454-9 (ISBN)
Lord Nicholas Chapman ist erregt und beunruhigt: Bald wird er der Frau gegenüberstehen, der er vor elf Jahren das Herz gebrochen hat. So sehr war er damals von der amerikanischen Studentin Megan bezaubert, dass er sie zu einer leidenschaftlichen Affäre verführte - obwohl er wusste, dass er bald eine andere heiraten würde. Ob ihm Megan verziehen hat? Nicholas ahnt nicht, dass bald eine ergreifende Begegnung auf ihn wartet, die sein ganzes Leben verändert ...
<p>Elizabeth Harbison kam erst auf Umwegen zum Schreiben von Romances. Nach ihrem Abschluss an der Universität von Maryland, ihrem amerikanischen Heimatstaat, arbeitete sie zunächst in Washington, D.C. als Gourmet-Köchin. 1993 schrieb sie ihr erstes Backbuch, danach ein Kochbuch, wie man besonders romantische Mahlzeiten zubereitet, dann ein zweites Backbuch und schließlich ein Buch für Kinder über die Geschichte des Brotes, für das sie mehrfach ausgezeichnet wurde. 1994 wandte sie sich Romances zu und schreibt seitdem wundervolle Liebesgeschichten, in denen den Heldinnen eines gemeinsam ist: Sie sind alle fabelhafte Köchinnen. Elizabeth Harbison lebt mit ihrem Mann John, einem Musiker, und ihren beiden Kindern Paige und Jack in Germantown, Maryland. www.ElizabethHarbison.com</p>
1. KAPITEL
Zehn Jahre später
Er konnte es nicht fassen.
Nicholas Chapman, Earl of Shrafton, starrte auf das Blatt Papier, das vor ihm auf seinem Schreibtisch lag.
Am liebsten hätte er den Brief zerknüllt und in den Papierkorb geworfen, aber er war wie gelähmt. Dort stand, dass er sie wiedersehen würde. Die einzige Frau, die er jemals wirklich geliebt hatte.
Es hätte nichts Schlimmeres passieren können.
Megan Anne Stewart würde in diesem Semester nach London kommen, um Englisch zu unterrichten – so stand es dort. Und das im Rahmen desselben Programms, das Nicholas selbst entworfen hatte. Nichts auf der Welt hätte ihn so völlig unerwartet treffen können.
Er hätte sich einen Schutzwall für seine Gefühle bauen sollen, doch er hatte nicht im Traum daran gedacht, dass er sie je wiedersehen würde.
Es war jedoch keine Reue, die er bei dieser Konfrontation mit der Vergangenheit empfand. Als er damals ihre Beziehung beendete, war er sich sicher gewesen, das Richtige zu tun, und auch heute noch lebte er in der Gewissheit, dass es kein Fehler war. Der einzige Fehler, den er begangen hatte, war, dass er sich erlaubt hatte, zu viel für diese junge Frau zu empfinden, obwohl er von Anfang an wusste, dass sie nie zusammenbleiben konnten.
Das Summen der Gegensprechanlage auf seinem Schreibtisch schreckte ihn auf. Ohne hinzuschauen, drückte er auf den Knopf. „Ja, Monica?“, sagte er in gereiztem Ton.
„Ihre ehemalige Frau ist auf Leitung vier.“
Verflixt, heute kam aber auch wirklich alles zusammen. „Nicht jetzt, Monica.“ Er fuhr sich mit der freien Hand durch das dunkelblonde Haar. „Sagen Sie ihr, ich sei nicht da.“
„Ja, Sir.“
Nicholas nahm die Hand von der Gegensprechanlage. Das konnte er nun wirklich gar nicht gebrauchen, an seine kurze, unglückliche Ehe erinnert zu werden. Allerdings konnte er auch nicht an Megan denken, ohne an seine Ehe erinnert zu werden.
Er konzentrierte sich wieder auf das Problem, das sich mit Megans Kommen stellte. Vielleicht konnte er ihren Vertrag ja noch lösen. Er sah kurz auf den Kalender, obwohl er wusste, dass es dafür zu spät war. Die Vorstellungsparty für die Mitarbeiter war schon heute Abend, und die Kurse sollten bereits Montag beginnen. Sie war also bereits in London.
Nicholas stand auf und ging zum Fenster. Er lehnte sich gegen die Fensterbank und legte eine Hand flach an die kühle Scheibe. Regentropfen liefen wie Tränen am Glas hinunter – wie Megans Tränen, die er nie vergessen hatte.
Megan. Der Name ging im einfach nicht aus dem Kopf. Sie war nun schon so lange fort, dass … dass was? Dass er sie vergessen hatte? Nein, wohl kaum. Aus seiner Erinnerung schoben sich Bilder in seine Gedanken: Er sah das gertenschlanke Mädchen, wie es unter dem kitschig rosafarbenen Abendhimmel von London auf einer Bank im St. James’s Park saß. Ihr dunkles, kastanienbraunes Haar hatte sie im Nacken zu einem Zopf geflochten. Sie sah in ihrem Schlaf sehr friedlich aus und bemerkte weder die um sie herum pulsierende Stadt noch den hingerissenen jungen Mann, der sie aus der Ferne bewunderte. Dieses Bild war in den letzten zehn langen Jahren nicht verschwunden, es hatte sich für immer in sein Gedächtnis eingebrannt.
Nicholas atmete tief durch. Er hätte sie an diesem Tag in Ruhe lassen sollen. Er hätte damals gut auf sie verzichten können. Er hätte sogar auf sie verzichten müssen!
Durch die Zeit mit Megan war ihm besonders deutlich, wie leer seine spätere Ehe gewesen war. Nicht, dass diese Ehe ein Fehler gewesen wäre. Sie hatte eine sehr wichtige Fusion mit sich gebracht. Und auf diese Weise hatte er eine Stufe des Erfolgs erreicht, von der sein Vater immer nur geträumt hatte.
Was das Ganze jedoch absurd erscheinen ließ, war die Tatsache, dass er hier mitten in seinem Reich in einem elegant eingerichteten Büro herumstand, unbequeme Kleidung trug und Mühe hatte, den Aufruhr in einem Herzen zu bekämpfen, das sich nun so lange ruhig verhalten hatte. Ganz zu schweigen von der körperlichen Erregung, die ihn ergriffen hatte. Megan – mit ihrer Frische, ihrem weiblichen Duft, ihrer weichen, samtigen Haut – hatte ihn auch sexuell mehr erregt als je eine Frau vor oder nach ihr.
Das Fenster war von seinem Atem beschlagen und hüllte die Straße unter ihm in Nebel ein. In der Ferne konnte er die Kuppel der St. Paul’s Cathedral erkennen, und bei diesem Anblick zog sich ihm der Magen zusammen. Wie oft war er mit Megan damals dort gewesen? Wie oft war er noch dorthin gegangen, als sie schon längst fort war? Wann hatte er eigentlich damit aufgehört?
Vor allem musste er jetzt aufhören, daran zu denken. Aber warum nur war Megan eine Erinnerung, die er einfach nicht loswerden konnte?
Nicholas ging zu seinem Schreibtisch zurück und warf sich in den Sessel, bevor er die Papiere wieder zur Hand nahm, um Megans kurze Biografie zu lesen. Sie hatte 1995 ihr Examen an der Universität von Maryland abgelegt. 1995? Dann musste sie ihr Studium wohl unterbrochen haben. Denn als sie damals zurückging, hatte sie nur noch zwei Semester zu absolvieren. Er las weiter. Sie hatte ihren Magister an der George-Washington-Universität gemacht und seitdem an der Hochschule von Maryland englische Literatur unterrichtet.
Und jetzt war sie wieder da. Auch wenn er sich noch so viel Mühe gab, er würde einer Begegnung nicht aus dem Weg gehen können.
Aber was sollte er ihr bloß sagen? Schön dich wiederzusehen. Ich habe es im Moment leider etwas eilig, aber wir sollten mal zusammen zu Mittag essen. Es tut mir übrigens leid, was da vor zehn Jahren passiert ist …
Ob sie sich überhaupt noch daran erinnerte? Es war schon so lange her! Vielleicht war die ganze Geschichte für sie längst verblasst. Wer wusste schon, was seither in ihrem Leben alles passiert war?
Ein weiteres Mal ging er die Unterlagen durch. Was suchte er eigentlich? Etwas zwischen den Zeilen? Irgendeinen Bezug zu ihrer gemeinsamen Vergangenheit? Irgendetwas, das ihm mehr über sie sagte? Ihr Ausbildungsgang und die Auflistung ihrer Arbeiten gaben keinerlei Aufschluss über ihr Privatleben. Er wusste noch nicht mal, ob sie verheiratet war. Ihr Nachname war zwar immer noch derselbe, aber sie hatte immer betont, dass, sollte sie je heiraten, sie ihren Namen behalten würde, genauso wie ihre Unabhängigkeit. Daran konnte sich Nicholas noch sehr gut erinnern. Schließlich gehörte das zu den Dingen, die er sich immer dann ins Gedächtnis rief, wenn er sich ermahnen wollte, wie absolut ungeeignet sie für ein Leben als britische Gräfin gewesen wäre.
Erneut las er ihren Personalbogen und fragte sich, ob und wie sehr sie wohl ihre Ansichten geändert hatte. Vielleicht war sie ja glücklich verheiratet. Vielleicht hatte sie sogar Kinder. Vielleicht hatte sie ihn völlig vergessen, nachdem sie England verlassen hatte, oder spätestens nach dem einen Brief, den sie ihm noch geschrieben hatte.
Ein Brief für Sie, Sir. Das Hausmädchen – Nelly? Kelly? – hatte ihm auf einem Tablett einen Umschlag gereicht. Er spürte noch heute diese unangenehme Mischung von freudiger Erregung und Erschrecken, mit der er Megans Handschrift wieder erkannte.
Er hatte den Brief gelesen, obwohl es wahrscheinlich weniger schmerzhaft gewesen wäre, wenn er ihn ungeöffnet weggeworfen hätte. Sie schrieb, dass es noch Unerledigtes zwischen ihnen gäbe, und bat ihn, sie bitte anzurufen, damit sie darüber sprechen könnten. Er wusste natürlich, dass ein Anruf alles nur noch schlimmer gemacht hätte, als es ohnehin schon war. Vielleicht hatte sie sogar recht, und ihre Beziehung war „unerledigt“, aber dann musste sie es eben bleiben. Kein Reden und kein Nachtrauern konnten daran etwas ändern. Also hatte er den Brief zusammen mit der Telefonnummer vernichtet.
Kein Bedauern.
Er hatte das Richtige getan.
Er hatte keine Lust, sich damit jetzt verrückt zu machen. Er musste nur noch eins tun: Er musste mit ihr reden, wenn sie schon mal da war, und es vor allem bald hinter sich bringen.
Am nesten gleich heute Abend.
Er drückte auf den Knopf der Gegensprechanlage.
„Ja, Sir?“, antwortete seine Sekretärin.
„Sagen Sie bitte meine Termine für heute Abend ab. Wenn mich irgendjemand unbedingt sprechen will, kann er mich in der Universitätsbibliothek erreichen.“
Megan spürte einen ungewöhnlichen Frieden in sich, als sie am Abend in der Bibliothek stand. Entweder war sie endlich am richtigen Ort angelangt und tat das Richtige zur richtigen Zeit, oder sie litt mehr unter der Zeitverschiebung, als sie vermutet hatte. Ersteres hielt sie jedoch für wahrscheinlicher.
Sie freute sich auf die langen Monate, die sie vor sich hatte, und konnte es kaum erwarten, amerikanische Schüler für die englische Literatur zu begeistern, und das auch noch in einer Umgebung, in der man nur die Hand auszustrecken brauchte, um den Berühmtheiten nahe zu sein. Sie konnte mit ihren Schülern überall hinfahren, um die Literatur hautnah zu erleben, genauso wie sie es selbst einst getan hatte.
Nun, jedenfalls fast genauso. Ihre Schüler würden sich wahrscheinlich nicht mit einem attraktiven Aristokraten wie Nicholas einlassen, und das war auch gut so.
Der Gedanke an Nicholas ließ sie schaudern, weil sie ihrer Aufgabe, ihn zu finden und ihm von seinem Sohn zu erzählen, nicht mehr länger davonlaufen konnte.
Aber das musste ja nicht gleich heute Abend sein, beruhigte sie sich. Heute Abend wollte sie nur an die angenehmen Aufgaben denken, die vor ihr lagen, an...
| Erscheint lt. Verlag | 16.12.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Digital Edition |
| Digital Edition | Digital Edition |
| Übersetzer | Dagmar Mallett |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Frech • Liebesgeschichte • Liebesroman • romantisch • Romantische Bücher • Sexy |
| ISBN-10 | 3-7337-5454-9 / 3733754549 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-5454-9 / 9783733754549 |
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