Taste of Love - Mit Sehnsucht verfeinert (eBook)
304 Seiten
Lübbe (Verlag)
978-3-7325-5028-9 (ISBN)
Hayley liebt Scott, und Scott liebt Hayley. Ihre Traumhochzeit ist schon in Vorbereitung - doch plötzlich geben die beiden ihre Trennung bekannt. Während Freunde und Familie noch über die Gründe rätseln, sucht Hayley ihr Heil in der Flucht: Sie nimmt im weit entfernten Kalifornien eine Stelle als Gourmetköchin an. Doch sie kann Scott nicht vergessen, und so kehrt sie zurück in ihre Heimat Boston. Er hat mittlerweile eine steile Karriere hingelegt, gilt nun als einer der begehrtesten Junggesellen der Ostküste. Bekommt ihre Liebe trotzdem eine zweite Chance?
»Ab morgen ist das süße Leben vorbei, Frischling.«
»Ich will dir deine Illusionen nicht rauben, Nick, aber mit dir als Chef waren bereits die letzten Wochen nicht besonders süß.« Hailey nippte an ihrem Glas Champagner und maß Nick O’Reilly, der sie um Haupteslänge überragte, mit einem kurzen Blick. »Außerdem bin ich alles andere als ein Frischling. Das solltest du längst bemerkt haben, immerhin schlägt meine Bouillabaisse deine um Längen.«
Dass ihr Chefkoch Humor besaß, bewies er, als er glucksend lachte. »Oho – klingt das nur in meinen Ohren wie eine Kriegserklärung?«
Hailey verdrehte die Augen und wandte sich an die Frau an seiner Seite: »Benimmt er sich immer so?«
»So?« Claire, die rothaarige Journalistin, die schon den ganzen Abend stolz neben ihrem Freund stand und die Neueröffnung seines Restaurants feierte, war bestens gelaunt. »Mit so meinst du sicherlich selbstgefällig, selbstbewusst, übergriffig …«
»Hey«, beschwerte Nick sich prompt. »Baby, jetzt liefere meiner neuen Souschefin keine Munition gegen mich. Du solltest auf meiner Seite sein.«
Amüsiert verfolgte Hailey Sinclair, wie die beiden miteinander flirteten, sich neckten und nicht die Augen voneinander lassen konnten. Obwohl Hailey erst seit ein paar Wochen für ihren neuen Chef arbeitete, hatte sie längst erkannt, dass er bis über beide Ohren in seine Freundin verliebt war, auch wenn er gerne den coolen Typen spielte.
Und dabei war er wirklich cool.
Hailey hatte bereits in einigen Spitzenküchen gearbeitet und nicht selten ihre Ellenbogen einsetzen müssen, weil sie sich als Frau in einer typisch männlichen Domäne befand, in der sie nicht immer herzlich willkommen war. Es gab jede Menge Küchenchefs des alten Kalibers, die Frauen in ihrem Reich nicht gerne sahen. Nick gehörte glücklicherweise nicht dazu.
Ihr machte es Spaß, mit ihm zu arbeiten, obwohl sie natürlich noch nicht wusste, wie es sein würde, wenn das Bonfire seine Tore öffnete. In den letzten Wochen hatten sie an Rezepten gefeilt, das neue Küchenteam eingearbeitet, die Gerichte immer und immer wieder gekocht, bis sie perfekt waren, und sich die Nächte um die Ohren geschlagen, damit der Ablauf in der Küche reibungslos klappte, sobald sie Gäste bewirten würden. Was ab morgen offiziell der Fall sein würde.
Ehrlich gesagt konnte Hailey es gar nicht erwarten.
Sie liebte den Stress in einer Restaurantküche, liebte die Hektik und liebte die anspruchsvollen Aufgaben, die auf sie warteten. Alles in ihr brannte darauf, wieder am Herd zu stehen, die Hitze der Küche zu spüren und kleine Kunstwerke zu erschaffen. Als Souschefin war sie die rechte Hand des Küchenchefs und würde ihn vertreten, wenn er nicht auf seinem Posten war. Und sie würde mit ihm zusammen das Bonfire zu einem vollen Erfolg führen.
Endlich hatte sie die Chance, allen zu beweisen, was wirklich in ihr steckte! Ganz besonders die Aussicht darauf, sich nicht einfach in ein bestehendes Küchenteam einarbeiten zu müssen, sondern es von Anfang an mitgestalten zu können, hatte sie gereizt. Sie war ein ehrgeiziger Mensch, und ihre Freunde behaupteten gerne, sie wäre stur. Hailey beschrieb sich selbst lieber als durchsetzungsfähig und ambitioniert. Und ihre Ambitionen waren, das Bonfire zum besten Restaurant der Szene zu machen und irgendwann selbst Küchenchefin zu werden.
Als ihr Chef leise auflachte und seiner Freundin etwas zuraunte, was diese lächeln ließ, sah Hailey diskret beiseite und nippte an ihrem Glas. Anstatt die beiden weiter zu beobachten, betrachtete sie nun lieber die Partygäste um sich herum.
Die Eröffnungsparty schien ein voller Erfolg zu sein. Das frisch renovierte und durchgestylte Restaurant, in dem vor allem Holz und Stein vorherrschten, erstrahlte im neuen Glanz, überall unterhielten sich die Gäste angeregt und der Champagner floss in Strömen.
Der Anblick so vieler gut gekleideter und anscheinend extrem betuchter Menschen auf einem Haufen war nichts Neues für Hailey. Zu solchen Gelegenheiten trugen die Damen der Gesellschaft gerne ihren besten Schmuck zur Schau, während ihre Ehemänner nicht nur die Gunst der Stunde nutzten, um mit dem jüngst erworbenen Sportwagen zu prahlen, sondern auch, um Networking zu betreiben. Die meisten Geschäftsabschlüsse fanden nicht hinter Konferenztüren statt, sondern auf Partys wie der heutigen, auf denen sich das Who is Who der Elite von Boston traf.
Hailey bekochte die Superreichen nicht nur, im Grunde gehörte sie selbst zu ihnen. Immerhin war ihr Dad Bill Sinclair. Der Bill Sinclair. Als seine Tochter kannte sie die Gepflogenheiten der Upperclass sehr gut und war froh, dass ihr Dad stets auf dem Boden geblieben war. Dank dieser Bodenständigkeit war auch sie nie abgehoben, sondern arbeitete hart für ihren Lebensunterhalt, selbst wenn sie es nicht musste. Und sie verfolgte ihre eigenen Ziele ohne das Geld und den Einfluss ihres Dads. Sie liebte ihren Vater, aber sie wollte es selbst schaffen. Glücklicherweise hatte er vollstes Verständnis dafür.
»Natürlich stehe ich auf deiner Seite, Nick, aber Hailey besitzt alle meine Sympathien, schließlich weiß ich, wie anstrengend du in der Küche sein kannst.«
Claires Worte rissen Hailey aus ihren Gedanken. Möglichst gelassen wandte sie sich wieder dem Paar zu und ignorierte Richard Summers, den derzeitigen Bürgermeister Bostons, der lediglich ein paar Meter entfernt mit seiner grauenvollen Schwiegermutter Alma Fletcher stand. Sie konnte nur hoffen, dass keiner der beiden auf die Idee kam, herüberzukommen und sie zu begrüßen, weil Hailey nun wirklich nicht der Sinn danach stand, sich mit ihnen zu unterhalten. Sie hatte bereits mit neunzehn Jahren weder Richard noch Alma leiden können, die sich beide bei ihrem Dad eingeschleimt hatten, damit der eine nicht unbeträchtliche Summe für Richards politischen Werdegang spendete. Aber heute, mit neunundzwanzig Jahren war sie regelrecht abgestoßen, als sie Almas protzigen Schmuck und die Luxusuhr am Handgelenk des Bürgermeisters funkeln sah.
Patek Philippe.
Da schien es jemand zu etwas gebracht zu haben, überlegte sie zynisch und nippte ein weiteres Mal an ihrem Glas.
»Ich bin ganz und gar nicht anstrengend in der Küche«, echauffierte sich gerade der Küchenchef empört. »Ich besitze Durchsetzungsvermögen, Claire. Das ist etwas völlig anderes.«
»Hailey«, warf Claire ein, die im Gegensatz zu Nick die Gelassenheit in Person war. »Was ist der Unterschied zwischen einem Küchenchef mit Durchsetzungsvermögen und Nick?«
Hailey verdrehte die Augen. »Hey, ich hänge an meinem Job, Claire, und halte lieber die Klappe, bevor mich Nick feuert, ehe ich überhaupt zu kochen anfangen konnte.« Weil ihr Chef zufrieden nickte und anscheinend glaubte, dass er gegen seine Liebste hatte punkten können, setzte Hailey versonnen hinzu: »Und deshalb würde ich auch niemals verraten, wie tief seine Zornesfalte auf der Stirn wird, wenn der Gewürzhändler keine Guadeloupe-, sondern nur Tahiti-Vanille bekommen hat.«
Während Nick brummte, lachte Claire hell auf. Sie schnalzte mit der Zunge und tadelte ihn. »Du bist so ein Kontrollfreak!«
Das liebevolle Necken der beiden versetzte Hailey für eine Sekunde einen Stich, der ihr mitten ins Herz fuhr.
Seit sie zurück in Boston war, fiel es ihr zunehmend schwer, nicht an das zu denken, was drei Jahre zuvor passiert war und weshalb sie aus der Stadt geflohen war. Ja, Boston war ihre Heimat, der Ort, in dem sie aufgewachsen war und in dem sie die große Liebe gefunden hatte. Boston war aber auch der Ort, an dem sie es einfach nicht mehr ausgehalten hatte, morgens wach zu werden und sich zu fühlen, als hätte man ihr das Herz aus der Brust gerissen.
Dass sie anschließend fortgezogen war, um erst in San Francisco und dann in Dubai zu arbeiten, war für sie eine logische Konsequenz gewesen. Sie hatte Abstand dringend gebraucht, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Wenn sie geblieben wäre, dann wäre sie vermutlich durchgedreht.
Nach so langer Zeit war Hailey davon ausgegangen, dass es ihr nichts mehr ausmachen würde, zurück in Boston zu sein, schließlich besagte doch schon ein Sprichwort, dass die Zeit alle Wunden heilte. Nun ja … in ihrem Fall traf dies offenbar leider nicht zu. Zwar lenkte sie sich mit Arbeit ab und stürzte sich förmlich in ihre neuen Aufgaben, um keine Zeit zu haben, großartig nachzudenken – aber insbesondere in Momenten wie diesem, wenn sie ein Paar dabei beobachtete, wie es miteinander lachte, bekam sie einen Kloß im Hals. Und dann fragte sie sich, was geworden wäre, wenn damals nicht alles den Bach hinuntergegangen wäre.
Leider war diese Frage schmerzhaft.
»Wenn du glaubst, dass ich ein Kontrollfreak bin, solltest du mal Hailey erleben.« Nick grunzte laut. »Unser Gemüsehändler hat mir bereits damit gedroht, uns nicht mehr zu beliefern, wenn weiterhin Hailey die Abnahme durchführt. Anscheinend kontrolliert sie jedes einzelne Stück Gemüse, untersucht jedes Salatblatt und befragt dabei den armen Mann so forsch, dass der sich wie bei der CIA vorkommt.« Nicks Mundwinkel zuckten. »Carl denkt, du würdest bei ihm am liebsten einen Lügendetektortest machen, weil du ihm nicht glauben wolltest, dass die Zitrusfrüchte aus Israel kamen.«
Nicht schon wieder diese Geschichte!
»Sie kamen auch nicht aus Israel«, beharrte sie. »Die Form war viel zu perfekt. Man konnte sehen, dass sie gespritzt waren.«
»Himmel, Hailey!« Nick verdrehte gut gelaunt die Augen.
Verächtlich rümpfte sie die Nase. »Der Mann wollte dich übers Ohr hauen und dir Gewächshausobst andrehen.«
»Ich kenne Carl seit...
| Erscheint lt. Verlag | 21.12.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Die Köche von Boston | Die Köche von Boston |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | 20. - 21. Jahrhundert • Annie Stone • Chicklit Bestseller • chicklit Roman • Frauenroman Bestseller • Frauenroman deutsch • Frauenroman kindle • Frauenroman Neuerscheinung • Gleich und gleich küsst sich gern Poppy J. Anderson • Jojo Moyes Ein ganzes halbes Jahr • Jojo Moyes Ein ganz neues Leben • Liebesroman deutsch • Liebesromane • Liebesroman Kindle • Mary Kay Andrews Die Sommerfrauen • Mary Kay Andrews Kein Sommer ohne Liebe • Nur ein Kuss Poppy J. Anderson • Poppy J. Anderson Bestseller • Prickelnde Küsse Poppy J. Anderson • Rachel Gibson • Romantic Comedy • Second Chance • Spiel ins Herz Poppy J. Anderson • Susan Elizabeth Phillips • Susan Mallery • Taste of Love Küsse zum Nachtisch Poppy J. Anderson • Taste of Love Zart verführt Poppy J. Anderson • USA |
| ISBN-10 | 3-7325-5028-1 / 3732550281 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-5028-9 / 9783732550289 |
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