Vergeben, nicht vergessen (eBook)
512 Seiten
beTHRILLED (Verlag)
978-3-7325-4490-5 (ISBN)
Wenn Hilfe zur tödlichen Gefahr wird ...
Richter Ramsey Hunt sucht nach einer Schießerei in seinem Gerichtssaal Zuflucht in der Einsamkeit der Berge. Dort findet er ein schwerverletztes Mädchen, das er in seiner Hütte gesund pflegt. Doch die Wildnis bietet keinen Schutz vor der Vergangenheit, denn plötzlich bedrohen nicht nur zwei Killer sein Leben, sondern auch die Mutter des kleinen Kindes will ihn erschießen. Eine tödliches Katz-und-Maus-Spiel beginnt ...
eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!
<p>Catherine Coulter wuchs auf einer Ranch in Texas auf und schrieb nach ihrem Uniabschluss Reden an der Wall Street, bevor sie sich voll und ganz dem Schreiben widmete. Inzwischen hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht - darunter viele Regency Romances, aber auch einige Thriller. Ihre Bücher stürmen regelmäßig die Bestsellerlisten der New York Times. Catherine Coulter lebt mit ihrem Ehemann und drei Katzen in Nordkalifornien.<br></p>
Catherine Coulter wuchs auf einer Ranch in Texas auf und schrieb nach ihrem Uniabschluss Reden an der Wall Street, bevor sie sich voll und ganz dem Schreiben widmete. Inzwischen hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht - darunter viele Regency Romances, aber auch einige Thriller. Ihre Bücher stürmen regelmäßig die Bestsellerlisten der New York Times. Catherine Coulter lebt mit ihrem Ehemann und drei Katzen in Nordkalifornien.
1
Rocky Mountains, im Frühling
Er stand am Rande des Bergabhangs, der gute siebzig Meter abfiel, ehe er in den von Bäumen bestandenen Tälern und weichen, von wilden Blumen bewachsenen Hügeln zwischen den auseinanderklaffenden Kämmen mündete. Er atmete die frische Luft ein, die so rein war, dass ihm davon die Lunge brannte. Um der Wahrheit Genüge zu tun, brannte sie heute bereits weniger als gestern noch. Schon bald würde die reine Bergluft in zweitausend Meter Höhe ihm völlig normal erscheinen. Gestern erst war ihm aufgefallen, dass er den ganzen Tag nicht einen Gedanken an Telefon, Fernseher, Radio, Faxgerät und die Geräusche aus den umliegenden Büros verschwendet hatte, aus denen heraus Menschen ihn mit Fragen überhäuften. Und an diese grässlich blendenden, ständig gegenwärtigen Blitzlichter. Endlich begann er abzuschalten und zumindest ab und an das zu vergessen, was vorgefallen war.
Er blickte über das Tal hinweg auf das raue Bergmassiv, das sich endlose Kilometer weit in der Form unregelmäßiger Zähne ausdehnte. Herr Goudge, der Besitzer der Union-Gas-Tankstelle unten in Dillinger, hatte ihm erzählt, dass viele der hier Ansässigen, darunter zahlreiche Ursiedler, die Ansammlung zackiger Bergspitzen als Ferengi-Massiv bezeichneten. Der höchste Gipfel brachte es auf viertausend Meter und kippte ein wenig Richtung Süden ab, was ihm das Aussehen eines verunglückten Phallus verlieh. Er hatte nicht die Absicht, einen Berg mit einer so offensichtlichen Form zu besteigen. Die Leute unten in Dillinger witzelten über diesen Gipfel und erzählten, was für ein prachtvoller Anblick es sei, wenn im Frühjahr der Schnee herunterrutschte.
Wie so oft zuvor wurde er sich der Tatsache bewusst, dass er ganz und gar alleine war. Auf der Erhöhung, auf der er sich befand, wuchsen dichte Koniferenwälder, hauptsächlich Birken und Tannen und mehr Ponderosakiefern, als man hätte zählen können. Auch Zittergras gab es reichlich. Nicht eine einzige der Holzrodungsfirmen hatte jemals dieses Land überfallen. Auf der anderen, noch höher gelegenen Seite des Tals wuchsen weder Bäume noch Blumen, so wie auf seiner Alpenwiese. Dort gab es nur Schnee und unberührte Natur, jede Menge wilder Schönheit, die von keiner Menschenhand jemals angefasst worden war.
Er blickte in Richtung des kleinen Ortes Dillinger am Ende des Tals, das sich unter ihm von Osten nach Westen streckte. Tausenfünfhundertdrei Menschen lebten dort. In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatten die Silberminen es zu einer rasch expandierenden Ortschaft gemacht. Damals hatten annähernd dreißigtausend Menschen das Tal fast zum Bersten gebracht – Bergarbeiter, Prostituierte, Ladeninhaber, Verbrecher, dann und wann ein Sheriff und ein Priester, wenig Familien. Das gehörte schon lange der Vergangenheit an. Die Nachfahren der Leute, die nach dem Schließen der Silberminen geblieben waren, kümmerten sich heute um den kärglichen Zugang der Sommertouristen. Im Tal weideten zwar einige Rinderherden, doch boten sie einen kümmerlichen Anblick. Er hatte Bergziegen und Steinböcke in unmittelbarer Nähe der Rinderherden beobachtet. Gabelantilopen grasten auf den unteren Hängen, und Kojoten streiften ab und zu herum.
Er war mit seinem Allradjeep nur ein einziges Mal seit seiner Ankunft hinuntergefahren, um seine Lebensmittelvorräte in Clements Laden aufzustocken. War das am Dienstag gewesen? Vor zwei Tagen? Er hatte ein Paket tiefgekühlter Erbsen gekauft und dabei vergessen, dass er kein Tiefkühlfach hatte, sondern lediglich einen kleinen, sehr modernen Kühlschrank, der von dem vor der Hütte stehenden Generator gespeist wurde. Also hatte er die Erbsen auf seinem Holzkohleofen gekocht und die ganze Packung im Schein einer hellen Lampe aufgegessen, die ebenfalls von dem Generator betrieben wurde.
Er streckte sich, sah zwei Beute suchende Falken vorüberfliegen, nahm seine Axt und ging zum Baumstumpen neben der Hütte, wo er Holz spaltete. Es dauerte nicht lange, ehe er seine Daunenjacke auszog, dann sein Flanellhemd, gefolgt von seinem Unterhemd. Immer noch schwitzte er. Er steigerte seinen Rhythmus. Die Sonne fühlte sich heiß und angenehm auf seiner Haut an und wärmte seine Muskeln. Er fühlte sich kräftig und gesund, es ging ihm gut. Er wusste, dass er mehr Holz spaltete, als er in der nächsten Woche würde aufbrauchen können, aber er behielt den schnellen, geschmeidigen Rhythmus bei, spannte und entspannte die Muskeln, die sich kraftvoll zusammenzogen, um sich dann wieder zu lockern.
Kurz hielt er inne, um sich mit dem Hemdsärmel den Schweiß von der Stirn zu wischen. Selbst der Schweiß roch frisch, als ob sein Körper innerlich rein wäre.
Er hörte ein Geräusch.
Ein kaum wahrnehmbares Geräusch. Es musste ein Tier sein. An die Eulen und Rotfalken, an die Backenhörnchen, Stinktiere und die Wölfe hatte er sich gewöhnt. Dies aber war ein anderes Geräusch. Hoffentlich wollte sich nicht ein weiteres menschliches Lebewesen auf diesem Hügel niederlassen. Seine Hütte stand auf der erhöhten Ebene ganz allein. Es gab noch andere Hütten, doch sie lagen etwas tiefer und mindestens eine halbe Meile entfernt. Außer im Sommer zum Wandern kam niemand bis hierher. Jetzt war es Mitte April. Noch gab es keine Wanderer. Er hob erneut seine Axt. Mitten in der Bewegung hielt er inne, als er das Geräusch erneut vernahm.
Es hörte sich wie ein verzweifelter Schrei an – von einem jungen Kätzchen? Aber das wäre absurd. Dennoch zog er sich sein Flanellhemd und die Daunenjacke über. Er beugte sich vor und hob die Axt auf. Das Gewicht fühlte sich gut an. Hatte ein Fremder seinen Berg erklommen?
Er stand bewegungslos und ließ die Stille auf sich wirken, bis er mit ihr zu verschmelzen schien. Er fühlte die kühle Nachmittagsbrise in seinem Haar. Dann hörte er es wieder, ein leises, wimmerndes Geräusch, etwas undeutlicher dieses Mal, mittendrin unterbrochen, als ob man es gespalten habe.
Als ob das Lebewesen dem Tod nahe sei.
Er rannte über die flache Wiese vor seiner Hütte, rannte in den Kiefernwald, der seine hoch gelegene Wiese umsäumte, verlangsamte wegen des Unterholzes und hoffte, sich in die richtige Richtung zu bewegen, war sich aber noch während des Rennens unsicher.
Er hörte nur seinen eigenen Atem. Spärlich drangen Sonnenstrahlen durch die dichten Bäume. Es war jetzt später Nachmittag und im dichten Wald schon fast dunkel. Keinerlei Geräusche. Nichts. Er hörte ein gleitendes Scharren. Er wirbelte herum und erblickte eine Prärieklapperschlange, die sich ihren Weg unter einen moosbewachsenen Felsen bahnte. Selten verirrten sich Schlangen in diese Höhe der Berge.
Er verharrte ebenso reglos wie die Bäume um ihn herum. Er spürte einen Krampf in seinem rechten Oberarm. Langsam setzte er die Axt auf dem Boden ab.
Plötzlich hörte er erneut das Geräusch, ziemlich in der Nähe, erstickt und schwach, ein Geräusch, das fast wie sein eigenes Echo schien, wie eine Erinnerung an etwas, was bereits vergangen war.
Mit weit ausgreifenden Schritten und die Augen geradeaus gerichtet, ging er weiter und kam an eine kleine Lichtung. Dort schien die Nachmittagssonne immer noch hell. Üppiges hohes Gras wogte im Wind. Taubenblaue Akelei, das Wahrzeichen Colorados, blühte wild und zart und hieß jetzt schon den Frühling willkommen. Es war ein schöner Platz und einer, den er bisher auf seinen täglichen Wanderungen noch nicht entdeckt hatte.
Er blieb stehen, sein Gesicht lauschend zu der schräg einfallenden Sonne erhoben. Ein Eichhörnchen kletterte einen Baum hinauf, ein eindeutiges Geräusch, das er schnell einzuordnen gelernt hatte. Das Eichhörnchen huschte einen dünnen Ast entlang, der sich dabei nach unten bog, wobei die Blätter unter dem Gewicht und der Bewegung raschelten.
Dann war nichts mehr, außer Stille.
Die Sonne würde nicht mehr lange scheinen. Die Schatten begannen bereits lang zu werden und schluckten das Licht. Schon bald würde der Wald so dunkel sein wie Susans Haar. Nein, er wollte nicht an Susan denken. Es war schon lange her, dass er an Susan gedacht hatte. Es war Zeit nach Hause zu gehen, zurück zu seiner Hütte, wo er im Kamin bereits am Morgen das Holz ausgelegt hatte, das nur noch auf ein Streichholz wartete. Im Schichten von Holz in Kamin und Herd hatte er sich einiges Geschick erworben. Er würde sich ein paar frische Tomaten aufschneiden und etwas von dem Eisbergsalat, den er vor zwei Tagen bei Clement gekauft hatte, darunter mischen und dazu etwas Gemüsesuppe aufwärmen. Er trat wieder in den Kiefernwald.
Aber was hatte er gehört?
Es war jetzt dunkler als noch vor zwei Minuten. Er musste vorsichtig laufen. Sein Ärmel verfing sich in einem Ast. Um sich loszumachen, musste er die Axt abstellen.
In diesem Augenblick bemerkte er zu seiner Rechten etwas Gelbes. Einen Augenblick starrte er das helle Gelb an. Es bewegte sich nicht, genauso wenig wie er.
Schnell hob er seine Axt auf. Er bewegte sich auf den gelben Flecken zu und strengte seine Augen an zu erkennen, um was es sich handelte.
Es war ein Häufchen Etwas.
Aus einem Meter Entfernung erkannte er, dass es ein Kind war, ein reglos auf dem Bauch...
| Erscheint lt. Verlag | 9.1.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Ein FBI Thriller mit Dillon Savich und Lacey Sherlock | Ein FBI Thriller mit Dillon Savich und Lacey Sherlock |
| Übersetzer | Inez Meyer |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | The Target |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Krimi / Thriller |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 20. - 21. Jahrhundert • Andrea Kane • Anne Frasier • blutig • Blutlinie • Cody McFadyen • Cynthia eden • Dan Brown • Das gestohlene Juwel • Dedektiv • Detektiv • Deutsche Krimis • Erica Spindler • Ermittler • Erotik • ethan cross • feelgood • Fitzek • Gänsehaut • Gefühle • Happy End • Herzschmerz • Hollywood • J.D.Robb • J.T. Ellison • Karin Slaughter • Komissar • Kommisar • Kommissar • Krimi • Krimi Bestseller • Kriminalroman • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Lisa Jackson • Marie Force • Maya Banks • Mord • Mörder • New-York-Times-Bestseller • Nicholas Sparks • Polizei • Polizist • PS ich liebe dich • Psycho • Psychothriller • Romance • Romantic Thrill • Romantic Thriller / Suspense • romantisch • Romantische Komödie • romantische Spannung • Sandra Brown • Schlitzer • Serienmörder • Sex • Spannung • Spannungsroman • Tatort • tatsächlich liebe • Thriller • todeskünstler • USA • Vatikan • Verbrechen • Verschwörung • wohlfühlen |
| ISBN-10 | 3-7325-4490-7 / 3732544907 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-4490-5 / 9783732544905 |
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