Denen man nicht vergibt (eBook)
456 Seiten
beTHRILLED (Verlag)
978-3-7325-4494-3 (ISBN)
Dies wird seine letzte Beichte sein ...
Pater Michael hat unzähligen Sündern die Beichte abgenommen. Doch dies wird seine letzte sein. Der Mann hinter der Trennwand gesteht, dass er zwei Menschen getötet hat - und der Geistliche wird der nächste sein. Der ermordete Pater hat einen Zwillingsbruder, der die FBI-Agenten Dillon Savich und Lacey Sherlock um Hilfe bittet. Sie finden eine Zeugin: die geheimnisvolle Obdachlose Nicola Jones. Doch auch sie steht auf der Liste des Killers ...
eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!
<p>Catherine Coulter wuchs auf einer Ranch in Texas auf und schrieb nach ihrem Uniabschluss Reden an der Wall Street, bevor sie sich voll und ganz dem Schreiben widmete. Inzwischen hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht - darunter viele Regency Romances, aber auch einige Thriller. Ihre Bücher stürmen regelmäßig die Bestsellerlisten der New York Times. Catherine Coulter lebt mit ihrem Ehemann und drei Katzen in Nordkalifornien.<br></p>
Catherine Coulter wuchs auf einer Ranch in Texas auf und schrieb nach ihrem Uniabschluss Reden an der Wall Street, bevor sie sich voll und ganz dem Schreiben widmete. Inzwischen hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht - darunter viele Regency Romances, aber auch einige Thriller. Ihre Bücher stürmen regelmäßig die Bestsellerlisten der New York Times. Catherine Coulter lebt mit ihrem Ehemann und drei Katzen in Nordkalifornien.
2
Washington D.C.
Spezialagent Dane Carver sagte zu seinem Boss, dem Leiter der Abteilung, Dillon Savich: »Ich hab da ein Problem, Savich. Ich muss nach Hause. Mein Bruder ist letzte Nacht gestorben.«
Es war noch früh, erst halb sieben an einem eiskalten Montagmorgen, gerade mal zwei Wochen nach Neujahr. Savich erhob sich langsam aus seinem Sessel, den Blick unverwandt auf Danes Gesicht geheftet. Der Mann war bleich, und unter seinen Augen lagen so tiefe Schatten, dass man meinen könnte, er habe eine Sauftour hinter sich. Auf seinen Zügen lag ein Ausdruck von Schock und tiefer Verzweiflung. »Was ist passiert, Dane?«
»Mein Bruder –« Einen Moment lang konnte Dane nicht weitersprechen, nur stumm im Türrahmen verharren. Er hatte das todsichere Gefühl, wenn er es jetzt laut aussprach, würde es Wirklichkeit werden, und das wäre so furchtbar, dass er einfach zusammenklappen und sterben müsste. Er schluckte schwer und wünschte, es wäre noch gestern Nacht, vor vier Uhr morgens, bevor er diesen Anruf von Inspektor Vincent Delion vom SFPD, dem Polizei-Department von San Francisco, erhalten hatte.
»Schon gut«, sagte Savich ruhig, trat zu ihm und nahm ihn sanft beim Arm. »Komm rein, Dane. Ja, genau, machen wir die Tür zu.«
Dane stieß die Tür mit einem Fußtritt zu und meinte dann mit betäubter, hohler Stimme: »Man hat ihn ermordet. Mein Bruder wurde ermordet.«
Savich war entsetzt. Schlimm genug, wenn einem der Bruder durch natürliche Ursachen wegstarb, aber das? Savich sagte: »Mein tiefstes Beileid. Ich weiß, dass du deinem Bruder sehr nahe standest. Bitte setz dich doch, Dane.«
Dane schüttelte den Kopf, aber Savich führte ihn kurzerhand zu einem Stuhl und drückte ihn sanft darauf nieder. Dane saß mit kerzengeradem Rücken da und blickte ins Leere, dorthin, wo man vom Fenster aus einen Blick auf das Justizgebäude hatte.
Savich sagte: »Dein Bruder war Priester, nicht wahr?«
»Ja, das ist er – war er. Ich muss mich jetzt um alles Nötige kümmern, weißt du.«
Dillon Savich, Chef einer Spezialeinheit für besondere Täterermittlung beim FBI, nahm unweit von Dane auf der Schreibtischkante Platz. Er beugte sich vor, drückte Dane die Schulter und sagte: »Ja, ich weiß. Eine furchtbare Sache, Dane. Natürlich musst du hin und dich um alles kümmern. Du bekommst selbstverständlich bezahlten Urlaub. Er war dein Zwillingsbruder, nicht wahr?«
»Ja. Wir waren eineiige Zwillinge. Er ist mein Spiegelbild. Obwohl wir von der Art her sehr unterschiedlich waren, waren wir auf gewisse Weise doch sehr gleich.«
Savich konnte sich kaum vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man seinen Zwillingsbruder verliert. Dane war seit fünf Monaten bei der Einheit, hatte sich auf eigenen Wunsch und auf ausdrückliche Empfehlung von Jimmy Maitland, Savichs Vorgesetztem, von Seattle hierher versetzen lassen. Maitland hatte Savich erzählt, dass er den Mann schon eine ganze Weile im Auge gehabt habe. Ein guter Mann, meinte er, blitzgescheit, ohne falsche Skrupel, hartnäckig, wenn auch manchmal ein wenig draufgängerisch, was nicht allzu gut war, aber ansonsten das, was man als »treue Seele« bezeichnet. Wenn Dane Carver einmal sein Wort gab, konnte man die Sache als so gut wie erledigt betrachten.
Er hatte, wie Savich wusste, am 26. Dezember, zwei Stunden nach Mitternacht, Geburtstag. Auf der Betriebsweihnachtsfeier am dreiundzwanzigsten hatte er jede Menge alberner Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke bekommen. Er war dreiunddreißig geworden.
Savich sagte: »Wie gut sind die Cops dort? Haben sie schon was? Nein, Moment mal, ich weiß ja gar nicht, wo dein Bruder lebt.«
»In San Francisco. Ich habe heute Morgen kurz vor vier zwei Anrufe gekriegt, einen von einem Inspektor Delion vom SFPD, dann zehn Minuten später von meiner Schwester Eloise, unten aus San José. Delion sagt, man hat ihn spät nachts im Beichtstuhl ermordet. Kannst du dir das vorstellen, Savich?« Jetzt endlich sah Dane seinem Boss in die Augen, und dieser las darin eine Wut, die fast an Irrsinn grenzte. Außer sich schlug Dane mit der Faust auf die Stuhllehne. »Kannst du dir vorstellen, dass ihn irgend so ein Arschloch einfach im Beichtstuhl umgenietet hat? Um Mitternacht? Was musste er auch um Mitternacht noch die Beichte abnehmen!«
In diesem Moment fürchtete Savich, Dane würde zusammenbrechen. Er keuchte wie ein Blasebalg, die Pupillen geweitet, die Hände zu Fäusten geballt. Es war knapp, aber er fing sich wieder. Etwas wie ein Schluchzer entrang sich seiner Brust, dann hielt er einen Moment die Luft an, um dann ein paar Mal tief ein- und auszuatmen. Savich sagte: »Nein, unsereins kann so was nicht verstehen; das macht wohl bloß für den Mörder einen Sinn. Und wir werden rauskriegen, wer das getan hat, und warum. Nein, bleib ruhig noch einen Moment sitzen, Dane, und lass uns überlegen. Dein Bruder hieß Michael, ja?«
»Ja, Vater Michael Joseph Carver, so hieß er. Ich muss nach San Francisco. Ich kenne das dortige Revier vom Hörensagen. Haben einen guten Ruf, die Jungs, aber sie kannten meinen Bruder nicht. Nicht mal meine Schwester kannte ihn wirklich. Nur ich kannte ihn. Mein Gott, ich hätte nie gedacht, dass ich das je sagen würde, aber es ist wahrscheinlich besser, dass meine Mutter letztes Jahr gestorben ist. Sie hat sich immer gewünscht, dass Michael mal Priester wird, hat ihr Leben lang dafür gebetet, jedenfalls hat sie das immer gesagt. Das hätte sie zerstört, weißt du? Ihre Seele hätte es zerstört.«
»Ja, ich weiß, Dane. Wann hast du zuletzt mit ihm geredet?«
»Vorgestern Abend. Er – er war so happy, weil er einen Halbstarken beim Sprayen an die Kirchenmauer erwischt hat. Hat gemeint, er würde aus dem Jungen einen ordentlichen Katholiken machen, dann würde er das nie wieder tun, weil er die Schuldgefühle nicht ertragen könnte.« Der Hauch eines Lächelns huschte über Danes bleiche Züge, dann schwieg er wieder.
»Hattest du das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt?«
Dane schüttelte den Kopf, runzelte dann jedoch die Stirn. »Ich würde sagen, nein, mein Bruder war fast immer gut drauf, sogar als ihm mal ein Journalist einen unsittlichen Antrag machte.«
»Ein Journalist? Ein Mann?«
»Genau, ein Mann.«
Savich lächelte nur.
»Ist ihm nicht das erste Mal passiert, aber meistens kamen die Anträge doch von Frauen. Aber Michael ist immer freundlich geblieben, egal, ob es nun eine Frau oder ein Mann war, der sich an ihn ranmachte.« Dane verfiel in Schweigen.
»Jetzt, wo du so darüber nachdenkst, war wohl doch was?«
»Na ja, ich bin nicht sicher. Er sagte neulich was von wegen, er käme sich so hilflos vor und dass er das hasst. Sagte, er würde was dagegen unternehmen.«
»Hast du eine Ahnung, was er damit gemeint haben könnte?«
»Nein, mehr hat er dazu nicht gesagt. Vielleicht war’s eine besonders abscheuliche Beichte oder vielleicht ein Schäfchen, dem er nicht helfen konnte. Aber das war überhaupt nichts Ungewöhnliches. Michael hat über die Jahre mit jeder Menge Problemfällen und Irren zu tun gehabt.« Dane machte abermals eine Faust. »Vielleicht war da ja was, vielleicht hat ihm ja irgendwas Angst eingejagt, ich weiß nicht. Ich hätte ihn zurückrufen, hätte nachhaken sollen, als er nichts weiter sagte. Wieso, zum Teufel, hab ich das nicht getan?«
»Jetzt halt aber mal die Luft an, Dane. Mit unnötigen Schuldgefühlen kleisterst du dir bloß das Gehirn zu.«
»Du hast leicht reden. Du bist nicht katholisch so wie ich. Unsereinem werden die Schuldgefühle schon in die Wiege gelegt.«
Ein schwacher Witz; das war immerhin ein Anfang. Savich sagte: »Nichts davon war deine Schuld. Du musst rauskriegen, wer ihn getötet hat. Schuld daran ist nur dieses Schwein, dieser Killer, und sonst niemand, hörst du? Also, ich werde Millie veranlassen, dir ein Flugticket zu reservieren. Ach ja, wie hieß der Inspektor, der den Fall bearbeitet, noch mal?«
»Vincent Delion. Wie gesagt, er hat mich kurz vor Eloise angerufen und gemeint, er wüsste, dass ich beim FBI bin und wahrscheinlich alles über den Fall erfahren will. Viel hatten sie noch nicht. Er war sofort tot, Kopfschuss, mitten durch die Stirn. Sieht aus wie einer von diesen unschuldigen roten Punkten, die gläubige Hindus auf der Stirn tragen, weißt du?«
»Ja, ich weiß.«
»Aber am Hinterkopf war’s nicht bloß ein kleiner Punkt. Gott, nein, am Hinterkopf nicht.« Seine Augen wurden glasig.
Savich wusste genau, dass er nicht zulassen durfte, dass Dane sich diese Dinge allzu genau ausmalte, die schreckliche Wunde, die eine austretende Kugel am Kopf zurücklässt. Das würde ihn nur noch tiefer in die Verzweiflung stürzen. Deshalb sagte er langsam und deutlich, wobei er auch gestikulierte, um den Augenkontakt zu erzwingen: »Ich nehme nicht an, dass der Killer seine Waffe am Tatort zurückgelassen hat?«
Dane...
| Erscheint lt. Verlag | 1.4.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Ein FBI Thriller mit Dillon Savich und Lacey Sherlock | Ein FBI Thriller mit Dillon Savich und Lacey Sherlock |
| Übersetzer | Gertrud Wittich |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | Eleventh Hour |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 20. - 21. Jahrhundert • Andrea Kane • Anne Frasier • blutig • Blutlinie • Cody McFadyen • Cynthia eden • Dan Brown • Das gestohlene Juwel • Dedektiv • Detektiv • Deutsche Krimis • Erica Spindler • Ermittler • Erotik • ethan cross • feelgood • Fitzek • Gänsehaut • Gefühle • Happy End • Herzschmerz • Hollywood • J.D.Robb • J.T. Ellison • Karin Slaughter • Komissar • Kommisar • Kommissar • Krimi • Krimi Bestseller • Kriminalroman • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Lisa Jackson • Marie Force • Maya Banks • Mord • Mörder • New-York-Times-Bestseller • Nicholas Sparks • Polizei • Polizist • PS ich liebe dich • Psycho • Psychothriller • Romance • Romantic Thrill • Romantic Thriller / Suspense • romantisch • Romantische Komödie • romantische Spannung • Sandra Brown • Schlitzer • Serienmörder • Sex • Spannung • Spannungsroman • Tatort • tatsächlich liebe • Thriller • todeskünstler • USA • Vatikan • Verbrechen • Verschwörung • wohlfühlen |
| ISBN-10 | 3-7325-4494-X / 373254494X |
| ISBN-13 | 978-3-7325-4494-3 / 9783732544943 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopierschutz. Eine Weitergabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persönlichen Nutzung erwerben.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich