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Eine Bibliothek der Weltliteratur - Hermann Hesse

Eine Bibliothek der Weltliteratur

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(Autor)

Buch | Softcover
1986
Reclam, Philipp (Verlag)
978-3-15-007003-1 (ISBN)
CHF 6,90 inkl. MwSt
"Ehe die Meisterwerke sich an uns bewähren, müssen wir uns erst an ihnen bewährt haben." Hermann Hesse betrachtete es als eine seiner vornehmsten Aufgaben, seine Leser an die Werke großer Dichtung heranzuführen.
Dieses in Reclams Universal-Bibliothek seit 1929 lieferbare Bändchen beruht auf einem Zeitungsartikel, den Hesse 1927 als Ratgeber zur Gründung einer 'Bibliothek der Weltliteratur' geschrieben hatte. Er behandelt um die 150 bis zum 19. Jahrhundert erschienene Werke, in denen uns die "Dichter und Denker vieler Völker einen ungeheuren Schatz von Gedanken, Erfahrungen, Symbolen, Phantasien und Wunschbildern hinterlassen" haben. Hesse bietet damit "einen bei aller Knappheit imponierenden Überblick über die Dichtung der Völker" (Bernhard Zeller).

Hermann Hesse, geb. am 2.7.1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen, starb am 9.8.1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.

"Aus jeder Buchkritik Hesses kann man etwas lernen, sehr viel sogar. Und wie diese kleine Anweisung, sich eine Bibliothek zusammenzustellen, gemacht ist, das ist nun zum Entzücken gar. Sie ist ganz subjektiv, und nur so ist auf diesem Ungeheuern Gebiet so etwas wie Sachlichkeit zu erzielen. Wer sich nach diesem Bändchen richtet –: der tut wohl daran. Es steht wolkenkratzerhoch über den gangbaren Literaturgeschichten.

Was die Leute nur mit diesen dicken Wälzern haben ...! Es gibt doch keinen Menschen, der über alles gleichmäßig Bescheid weiß; es kann also, wer eine Literaturgeschichte verfaßt, bestenfalls eine saubere Bibliographie geben, um grade solch eine Literaturgeschichte, die mich vor allem einmal klar und sorgfältig und ohne Schmus über Tatsachen unterrichtet, von denen ich etwas wissen möchte –: die kenne ich nicht. Ich kenne anständige, wie die von Wiegler, ich kenne Scheul und Greul wie die von Bartels, der außerdem noch ein Schludrian ist; den hausbacknen und dumm-dreisten Eduard Engel, den lächerlichen Soergel ... Es gibt da eine sehr einfache Art, Stichproben zu machen.

Man suche sich in solchen Literaturgeschichten jene Dichter, die man liebt und wirklich kennt. Da wird man sein hellblaues Wunder erleben. Meist auch nicht der Schimmer einer Idee – sie lieben sie nicht, sie hassen sie nicht, und sie geben nicht einmal eine ganz und gar vollständige Bibliographie. Was soll das also alles –?

Das soll den Bildungsfimmel des deutschen Durchschnitts-Lesers befriedigen. Diese Brillenkerle lesen viel lieber etwas über einen Dichter, als etwas von einem Dichter; der Konsum in Literaturgeschichten ist ungeheuer. Es muß wohl so sein, dass sogar den Lebenden dieser Ausblick auf eine imaginäre Unsterblichkeit imponiert; wie wäre es sonst zu erklären, dass eine Reihe Schriftsteller, darunter achtbare Männer, diesem leeren und kindischen Albert Soergel, der nie gewußt hat, wo der Gott der Dichtung wohnt, eine Festschrift zum Geburtstag überreicht haben? Wahrscheinlich zu seinem 150. Geburtstag, nach seiner Literaturgeschichte zu schließen, in der die Dichter nach völlig wahnwitzigen Kategorien antreten müssen: »Seele als Ausdruck – Wiener Halbexpressionismus – Angstträumer und Gottsucher – Einzelgänger ... « Kurz und gut: Kauft euch für die paar Pfennig das Bändchen Hesses, und ihr werdet gut bedient sein. Wer das wirklich gelesen hat, was er dort fordert –: der hat etwas hinter sich gebracht." (Kurt Tucholsky)

"Eine künftige Ausrottung des Buches brauchen wir dennoch keineswegs zu befürchten, im Gegenteil: je mehr mit der Zeit gewisse Unterhaltungs- und gewisse volkstümliche Belehrungsbedürfnisse durch andere Erfindungen werden befriedigt werden können, desto mehr wird das Buch an Würde und Autorität zurückgewinnen."

Reihe/Serie Reclams Universal-Bibliothek ; 7003
Verlagsort Ditzingen
Sprache deutsch
Gewicht 28 g
Einbandart kartoniert
Themenwelt Literatur Essays / Feuilleton
Literatur Klassiker / Moderne Klassiker
Schlagworte 20. Jahrhundert • Belletristik • gelb • gelbe bücher • Klassenlektüre • Klassische Belletristik • Lektüre • Literatur • Literatur Klassiker • Literatur /Ratgeber • Prosa • Reclam Hefte • Reclams Universal Bibliothek • Schullektüre • Taschenbuch / Belletristik/Essays, Feuillton, Literaturkritik, Interviews • TB/Belletristik/Essays, Feuillton, Literaturkritik, Interviews • Weltliteratur
ISBN-10 3-15-007003-1 / 3150070031
ISBN-13 978-3-15-007003-1 / 9783150070031
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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