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Die Gefangennahme des Paul Beck (eBook)

eBook Download: EPUB
2025 | 3., Überarbeitete Fassung
218 Seiten
Null Papier Verlag
978-3-96281-038-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Gefangennahme des Paul Beck - Matthias McDonnell Bodkin
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Hier treffen Sie aufeinander: die erste Polizistin der Kriminalliteratur, Geheimpolizistin Dora Myrl, und der 'Irisch Sherlock Holmes' Paul Beck. Spannend, witzig und voller Überraschungen. Beste britische, Pardon, irische Detektivgeschichten. Null Papier Verlag

Matthias McDonnell Bodkin (1850 - 1933) war ein irischer Nationalist, Politiker, Journalist und Schriftsteller. Neben seiner politischen Tätigkeit widmete er sich in nicht unbedeutendem Maße auch dem Schreiben von Kriminalgeschichten, Romanen, Dramen und politischen Kampfschriften. Bodkin zählt zu den populärsten Kriminalautoren des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Seine bekanntesten Geschichten kreisen um den privaten Ermittler Paul Beck. Diese Detektivfigur wird vielfach als der 'irische Sherlock Holmes' bezeichnet. Bodkin ist es, der mit der hier vorgestellten Dora Myrl die erste weibliche Ermittlerin präsentierte.

Matthias McDonnell Bodkin (1850 - 1933) war ein irischer Nationalist, Politiker, Journalist und Schriftsteller. Neben seiner politischen Tätigkeit widmete er sich in nicht unbedeutendem Maße auch dem Schreiben von Kriminalgeschichten, Romanen, Dramen und politischen Kampfschriften. Bodkin zählt zu den populärsten Kriminalautoren des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Seine bekanntesten Geschichten kreisen um den privaten Ermittler Paul Beck. Diese Detektivfigur wird vielfach als der "irische Sherlock Holmes" bezeichnet. Bodkin ist es, der mit der hier vorgestellten Dora Myrl die erste weibliche Ermittlerin präsentierte.

Erstes Kapitel – Ein Antrag
Zweites Kapitel – Ein Freund in der Not
Drittes Kapitel – Hausse und Krach
Viertes Kapitel – Aus den Klauen des Todes
Fünftes Kapitel – Eine Verwandlung
Sechstes Kapitel – Verloren und gefunden
Siebentes Kapitel – Die Vergeltung
Achtes Kapitel – Der Angriff
Neuntes Kapitel – Verteidigung
Zehntes Kapitel – Die Fotografie mit Namenszug
Elftes Kapitel – Der Lebensretter
Zwölftes Kapitel – Blinder Alarm
Dreizehntes Kapitel – Tischrücken
Vierzehntes Kapitel – Eine Warnung
Fünfzehntes Kapitel – Der Liebe holder Traum
Sechzehntes Kapitel – Eine Partie Bridge
Siebzehntes Kapitel – Ein Waffenstillstand
Achtzehntes Kapitel – Ein Komplott
Neunzehntes Kapitel – Gegenkomplott
Zwanzigstes Kapitel – Ein Zusammentreffen
Einundzwanzigstes Kapitel – Überlistet
Zweiundzwanzigstes Kapitel – Triumph
Dreiundzwanzigstes Kapitel – Waffenstillstand
Vierundzwanzigstes Kapitel – Weibes Wille
Fünfundzwanzigstes Kapitel – In die Falle gegangen
Sechsundzwanzigstes Kapitel – In Eile

Erstes Kapitel – Ein Antrag


»Sa­gen Sie nicht glatt­weg ›n­ein‹, das ist al­les, was ich er­bit­te. Ich be­dau­re schon, dass ich da­von an­fing, es ist reins­te Ver­mes­sen­heit, und ich weiß nur zu gut, dass ich nicht wert bin, Ih­nen die Schuhrie­men zu lö­sen. Ha­ben Sie Mit­leid mit dem ar­men Kerl, der den Mund nicht län­ger hal­ten konn­te. Wei­sen Sie mich nicht ganz ab, las­sen Sie mir ein Fünk­chen Hoff­nung; dass Sie ›ja‹ sa­gen, ver­lan­ge ich ja gar nicht.«

»Sie ver­lan­gen nicht, dass ich ›ja‹ sage?«

Die­se Wor­te klan­gen in ei­nem lei­sen spöt­ti­schen La­chen aus. Der jun­ge Mann, der sich zu ei­nem völ­lig un­über­leg­ten An­trag hat­te hin­rei­ßen las­sen, hob nun zum ers­ten Mal die Au­gen zu dem Ant­litz des jun­gen Mäd­chens. Die Wan­gen er­glüh­ten un­ter sei­nem hei­ßen Blick, die zar­ten, sü­ßen Lip­pen zit­ter­ten lei­se, aber in den Tie­fen der kla­ren brau­nen Au­gen lach­te neckisch ein Schelm.

Eine wil­de, tol­le Hoff­nung er­fass­te sein Herz.

»Nor­ma, Nor­ma, ist es mög­lich? Willst du mich?«

»Sie ver­lan­gen ja gar nicht, dass ich ›ja‹ sage,« noch lei­ser als vor­her klan­gen die­se Wor­te.

Das war ge­nug, er hol­te sich die Ant­wort von den fri­schen Lip­pen, die sich ihm wil­lig bo­ten. Ein Won­ne­ge­fühl von Lie­be und Tri­umph durch­rann sei­ne Glie­der. Er hat­te ge­siegt; das Mäd­chen, nach dem sei­ne See­le ver­lang­te, war sein. Die gan­ze Welt ver­sank um die­se zwei, die jetzt die höchs­te Se­lig­keit des ir­di­schen Da­seins kos­te­ten, die über­wäl­ti­gen­de Se­lig­keit der ers­ten Lie­be.

»Ach du dum­mer Jun­ge,« sag­te sie und strich ihm mit zag­haf­ter Hand das Haar aus der Stirn, »du hät­test doch wis­sen müs­sen, dass ich dich mehr lie­be, als du mich je lie­ben kannst. Ich war­te­te ja nur auf dei­ne Fra­ge, um dir das zu ge­ste­hen.«

Ihm schwin­del­te vor Ent­zücken. »Sie liebt dich, sie liebt dich,« flüs­ter­te es in ihm. Er um­schlang sie fest und küss­te sie wie­der und wie­der, und die Ge­wiss­heit ih­rer Lie­be er­füll­te ihn mit na­men­lo­ser Won­ne, und in weltent­rück­ter Se­lig­keit ge­nos­sen sie den Au­gen­blick. Der schwach be­leuch­te­te Sa­lon mit sei­nen ge­dämpf­ten rei­chen Far­ben war wie der Tem­pel ih­rer Lie­be. Der Mann er­wach­te zu­erst aus die­sem Rausch des Ent­zückens, in un­ge­dul­di­ger Er­war­tung noch grö­ße­rer Won­nen. Dem Mäd­chen ge­nüg­te die glück­li­che Ge­gen­wart.

»Nor­ma,« flüs­ter­te er ihr in das klei­ne Ohr, »wann wol­len wir hei­ra­ten?«

»Nie, nie, wenn du mich so fest hältst. Ich fürch­te mich vor dir. Wir sind noch nicht ein­mal rich­tig ver­lobt, und du re­dest schon vom Hei­ra­ten. Vi­el­leicht hei­ra­ten wir nie­mals.«

»Was!« rief er mit ei­nem Stich der al­ten qual­vol­len Angst. »Du scher­zest. Na­tür­lich sind wir ver­lobt, das will ich dir schon be­wei­sen. Na, sind wir’s, oder nicht?«

»Ich kann mich ja nicht weh­ren, du bist stär­ker als ich. Aber ehe nicht mein Va­ter da­von weiß, be­trach­te ich mich nicht als ver­lobt. Ich habe ja kei­ne Mut­ter,« setz­te sie sehn­süch­tig hin­zu. »Ich habe die Mut­ter wohl nie so ent­behrt wie ge­ra­de jetzt.«

»Nun bist du mein, Lieb­ling, und dei­nen Va­ter will ich gleich be­nach­rich­ti­gen. Willst du hier war­ten, bis ich wie­der­kom­me?«

»Ja, ich will war­ten. Ich bin für nie­mand heut zu Hau­se. Aber merk dir eins, Phil, wenn Va­ter dich nicht will, will ich dich auch nicht. Du musst also sehr lieb mit ihm sein.«

»Da­rum mach dir kei­ne Sor­ge,« ant­wor­te­te er ver­trau­ens­voll schon an der Tür, »dein Va­ter und ich sind gute Freun­de.«

Als er hin­aus war, mach­te sie Licht und trat an den Spie­gel. Ei­tel­keit? – Weit ge­fehlt! Sie woll­te das Mäd­chen se­hen, das er lieb­te. In dem brei­ten Glas sah sie ein jun­ges Ge­schöpf, das ihr zu­erst fremd er­schi­en; nie vor­her hat­te sie die­ses Ge­sicht ge­se­hen, die­ses selt­sam süße Ge­sicht, glü­hend von wil­den Küs­sen, mit Au­gen, in de­ren Tie­fen das Mor­gen­rot der Lie­be schim­mer­te. Sie er­schrak fast vor dem Leuch­ten in ih­ren Au­gen, dreh­te schnell das Licht aus und warf sich in einen der tie­fen Ses­sel, zit­ternd vor un­be­stimm­ter Freu­de und Angst. – –

»He­rein!« rief die schar­fe Stim­me des Mr. Theo­phi­lus Lee, und voll fro­her Zu­ver­sicht be­trat Phil Ar­mi­ta­ge das ge­räu­mi­ge, be­hag­li­che Ar­beits­zim­mer. Groß, ma­ger und eckig er­hob sich Mr. Lee von sei­nem Zy­lin­der­bü­ro, ihn zu be­grü­ßen; doch in dem Gruß lag kei­ne Wär­me. Die kal­ten grau­en Au­gen blick­ten höf­lich, aber kühl fra­gend auf den Ein­dring­ling. Mr. Lee trug eine gol­de­ne Bril­le tief auf sei­ner lan­gen, schma­len Nase, schau­te aber ganz un­er­war­tet häu­fig über die Glä­ser hin­weg ge­ra­de in die Au­gen sei­nes Be­suchs.

Phil Ar­mi­ta­ges fröh­li­cher Mut be­gann zu sin­ken. So hat­te ihn Mr. Lee noch nie be­han­delt. Selbst ste­hend und ohne sei­nen Gast zum Sit­zen auf­zu­for­dern, nahm er eine fra­gen­de Hal­tung an, die deut­li­cher als Wor­te sag­te: ›Was ha­ben Sie hier zu su­chen? Sa­gen Sie es und ge­hen Sie.‹

»Es han­delt sich um Ihre Toch­ter, Mr. Lee,« stot­ter­te Phil.

»Mei­ne Toch­ter! So? Und was ist mit mei­ner Toch­ter, Mr. Ar­mi­ta­ge?« Kein Laut ver­riet, dass er den Zweck des Be­su­ches ahn­te; nur höf­li­ches Er­stau­nen, dass der jun­ge Mann et­was über sei­ne Toch­ter zu sa­gen habe.

Sein Ton sta­chel­te den Mut des Be­wer­bers an. »Ich kom­me zu Ih­nen, Mr. Lee,« sag­te er sehr ru­hig, »um Sie um die Hand Ih­rer Toch­ter zu bit­ten.«

Das Ant­litz des Äl­te­ren blieb völ­lig aus­drucks­los, er strich mit der ma­ge­ren Hand über den spit­zen Bart, als streich­le er einen Lieb­lings­hund. Plötz­lich tra­fen die kal­ten grau­en Au­gen über die Bril­lenglä­ser hin­weg die des jun­gen Man­nes. »Sie ha­ben schon mit mei­ner Toch­ter ge­spro­chen?« frag­te er scharf.

»Jetzt eben, vor we­ni­gen Mi­nu­ten.«

»Sie hal­ten das na­tür­lich für eh­ren­haft?«

»Ich ver­ste­he Sie nicht.«

»Ver­mut­lich nicht. Sie wis­sen doch, dass mei­ne Toch­ter mein ein­zi­ges Kind und eine rei­che Er­bin ist?«

»Dar­über habe ich nie nach­ge­dacht.«

»Aber die Tat­sa­che war Ih­nen be­kannt, als Sie hier­her ka­men und ihr den Hof mach­ten, und nach­dem Sie ihr das Ver­spre­chen ab­ge­lockt ha­ben, kom­men Sie zu mir und bit­ten um ihre Hand und ihr Ver­mö­gen.«

»Nein, nein; ich ver­si­che­re Ih­nen, ich ver­lan­ge nicht einen Pfen­nig.«

»Sie brau­chen sich hier durch­aus nicht als Thea­ter­held auf­zu­spie­len, Mr. Ar­mi­ta­ge, das macht auf mich gar kei­nen Ein­druck. Sie wis­sen recht gut, dass mein Geld einst mei­ner Toch­ter ge­hö­ren wird.«

Bei den letz­ten Wor­ten klang ein wär­me­rer Ton in sei­ner Stim­me. »Ich weiß wohl, dass man mich für hart hält, weil ich schwer ge­ar­bei­tet habe und auf ehr­li­che Wei­se ein großes Ver­mö­gen er­warb, das ich nicht un­nütz aus­ge­be. Aber nie hat mich je­mand einen har­ten Va­ter ge­nannt. Jun­ger Mann, Sie sa­gen, Sie lie­ben mei­ne Toch­ter, aber Sie lie­ben sie nicht halb so sehr wie ich. Al­les, was ich bin und habe, ge­hört ihr. Wenn Nor­ma einen Bett­ler oder einen Lum­pen hei­ra­ten will, so än­dert das nichts dar­an; aber sie soll we­der einen Bett­ler noch einen Lum­pen hei­ra­ten, so lang ich es ver­hin­dern...

Erscheint lt. Verlag 1.7.2025
Reihe/Serie Krimis bei Null Papier
Krimis bei Null Papier
Übersetzer Berta Pogson
Verlagsort Neuss
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Krimi • Mord • Mörder • Serienkiller • Sherlock Holmes • Spannung
ISBN-10 3-96281-038-2 / 3962810382
ISBN-13 978-3-96281-038-2 / 9783962810382
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