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Silvia-Gold 41 (eBook)

Hand in Hand ins Land der Liebe

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Aufl. 2017
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-5507-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Silvia-Gold 41 - Nina Gregor
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Wer weiß schon, wie einsam man sich neben einem Ehemann fühlen kann, den man zwar als Freund achtet, aber nicht liebt?

Beatrice kennt die Antwort, denn das Fundament ihrer Ehe ist längst nicht mehr Liebe, sondern Pflichtbewusstsein. Seit mehr als zwanzig Jahren sitzt ihr Mann im Rollstuhl, ist oft ungeduldig und verbittert. Doch den Wunsch, ihn zu verlassen und ein neues Leben zu beginnen, hat Beatrice immer weit von sich geschoben.

Einmal im Jahr jedoch nimmt sie sich eine Auszeit und fährt ans Meer. Immer in dasselbe kleine Ostfriesenörtchen - immer zu demselben Mann ...

»Du bist doch nicht böse, Bea?« Henrik griff über den Frühstückstisch hinweg nach Beatrices Hand und drückte sie zärtlich. »Aber ich habe das Treffen mit Peer schon lange vor deinem Besuch ausgemacht. Gesines Tod macht ihm immer noch schwer zu schaffen …«

»Wundert dich das? Die beiden waren über dreißig Jahre verheiratet.« Beatrice erhob sich und küsste ihn auf die Wange. »Natürlich habe ich nichts dagegen, wenn du Peer besuchst. Richte ihm liebe Grüße von mir aus.«

Auch Henrik war aufgestanden, und ehe sie damit beginnen konnte, den Tisch abzuräumen, zog er sie in seine Arme.

»Wir könnten unsere Silberhochzeit auch längst hinter uns haben«, erinnerte er mit rauer Stimme. Seine Augen verdunkelten sich.

»Ach, Henrik, das bringt doch nichts«, wehrte Beatrice ab. »Es ist lange her, und wir hatten doch auch so eine schöne Zeit, nicht wahr?«

»Es hätte aber noch viel schöner sein können«, beharrte er. »Wie oft habe ich mir in all den Jahren gewünscht, dich bei mir zu haben. Du hast mir in jedem Augenblick gefehlt, und sei es auch nur auf einem Spaziergang oder wenn ich dir spontan etwas erzählen wollte – und du warst nicht da …«

»Für mich war es auch nicht immer leicht, das darfst du mir glauben«, murmelte Beatrice bedrückt.

»Aber du hattest wenigstens Lena. Und dann ist da auch noch Johannes. Du warst nie wirklich allein.«

Ach, was wusste er schon davon, wie einsam man sich neben einem Ehemann fühlen konnte, den man zwar als Freund achtete, aber nicht mehr liebte? Nein, es machte keinen Sinn, jetzt darüber zu debattieren.

»Wir haben uns für diesen Weg entschieden, gemeinsam«, erinnerte Beatrice ihn sanft. »Im Übrigen habe ich nie darauf bestanden, dass du allein bleibst. Es wäre sicher nicht leicht für mich gewesen, wenn es da eine andere gegeben hätte, die dir mehr bedeutete als ich. Aber ich hätte es verstanden und damit umgehen können.«

»Eine andere als dich?« Henrik schüttelte den Kopf und sah ihr mit zärtlichem Lächeln in die Augen. »Seit wir einander begegnet sind, Bea, habe ich nie eine andere gewollt als dich. Ja, manchmal habe ich ihn gehasst, deinen Johannes, weil er trotz allem stärker war als ich. Ich habe ihm deine Liebe nicht gegönnt, ich …«

»Ach, Henrik, wusstest du denn nicht, dass ich immer nur dir gehört habe, auch wenn ich mit Johannes zusammen war?« Sacht nahm sie sein Gesicht in ihre Hände und küsste ihn so ungestüm, dass es sie selbst erschreckte.

»Das können nur Frauen …«, erwiderte Henrik ein wenig atemlos, als ihre Lippen sich endlich voneinander lösten. Und fügte auf ihren irritierten Blick hinzu: »Zwei Männer gleichzeitig lieben …«

»Es gibt viele Arten von Liebe, Henrik.« Beatrice lächelte gedankenverloren.

Er fuhr sich resigniert durchs eisgraue Haar.

»Für mich gab es immer nur eine Liebe«, beharrte er.

»Bitte, Henrik, lass uns nicht streiten«, bat Beatrice leise. »Es macht nach all den Jahren keinen Sinn mehr.«

»Nein, du hast recht, wir können die verlorenen Jahre nicht zurückholen«, seufzte er bitter auf.

»Es waren keine verlorenen Jahre, Henrik«, beharrte Beatrice. »Wir hatten uns, wenn auch immer nur für ein paar Tage oder Wochen. Ich habe dich an Lenas Leben teilhaben lassen, sooft es mir möglich war. Aber ich hatte und habe eben auch Johannes gegenüber eine Verpflichtung.«

»Ja, bis dass der Tod euch scheidet, so hast du es ihm vorm Altar geschworen, nicht wahr?« Er drehte ihr abrupt den Rücken zu.

»Henrik, bitte nicht.« Beatrice drängte gewaltsam die Tränen zurück, während sie ihm über den Arm strich.

»Du hast recht, es ist besser, wenn ich jetzt losfahre. Sonst geraten wir tatsächlich noch in Streit über Dinge, die wir doch nicht mehr ändern können.«

Er drückte ihr einen raschen Kuss auf die Wange, ehe er die Küche verließ. Vom Fenster aus sah Beatrice ihn über den kiesbestreuten Weg zur Garage laufen. Dann rollte sein Wagen auch schon aus der Einfahrt.

Mit einem Seufzer räumte sie das Geschirr in die Spülmaschine, brachte anschließend das Haus in Ordnung, ehe sie zu einem Spaziergang aufbrach.

Tief kuschelte sie sich auf dem Weg hinunter zum Strand in ihre wattierte Jacke. Die Sonne schien zwar strahlend vom samtblauen Frühlingshimmel, doch der Wind, der vom Meer über das Land strich, war eisig kalt.

***

Auch damals war Frühling gewesen, als sie Henrik kennengelernt hatte. Beatrice war an die See gefahren, um sich nach knapp siebenmonatiger Ehe klar darüber zu werden, wie es mit ihr und Johannes weitergehen sollte.

Denn etwas, was Beatrice nie für möglich gehalten hätte, war geschehen: Johannes hatte sie betrogen. Es war ein einmaliger Ausrutscher in Faschingslaune gewesen, wie er ihr verzweifelt geschworen hatte. Es würde nie wieder vorkommen.

»Wenn du einmal die Hemmschwelle überschritten hast, kann es auch ein zweites Mal geschehen«, hatte Beatrice ihm vorgehalten. »Und ein drittes, ein viertes Mal. Ach, Hannes, ich kann dir einfach nicht mehr vertrauen.«

Zwei Tage später hatte sie ihre Sachen gepackt.

»Bea, das kannst du doch nicht machen!« Johannes hatte sie entsetzt angestarrt.

»Ich verlasse dich nicht«, erwiderte sie mit einem traurigen Lächeln. »Jedenfalls nicht heute. Aber ich muss für eine Weile allein sein, um mir darüber klar zu werden, wie es weitergehen soll mit uns beiden.«

Sie war an die Nordsee gefahren, in jenen kleinen Küstenort, in dem sie schon als Kind so gern die Sommerferien verbracht hatte. In den ersten Tagen hatte es nur geregnet, der Himmel war ebenso trostlos verhangen gewesen, wie ihr zumute war.

Trotzdem war sie viele Kilometer am Strand entlanggelaufen oder hatte stundenlang in ihrem Lieblingsstrandcafé gesessen, um darüber nachzugrübeln, was sie für Johannes noch empfand.

Alle haben mich gewarnt, hatte sie verbittert gedacht. Einen Mann wie ihn hast du nie für dich allein, waren die Worte ihrer besten Freundin Nelly gewesen, ausgerechnet Nelly, mit der Johannes sie dann tatsächlich betrogen hatte.

Gerade in dem Moment, als Beatrice beschlossen hatte, zurück nach Düsseldorf zu fahren, war die Tür des Cafés aufgeflogen und er war hereingekommen – Henrik!

Er hatte sich ein wenig zögernd umgesehen, dabei waren seine stahlblauen Augen flüchtig über Beatrice und die wenigen übrigen Gäste geglitten, ehe sie erneut zu Beatrice zurückkehrten und ihre Blicke für atemlose Sekunden ineinander hängen blieben.

Warum hatte sie nur stumm genickt, als er zu ihr gekommen war und gefragt hatte, ob der Platz an ihrem Tisch noch frei sei? Es waren mindestens noch zehn andere Tische unbesetzt gewesen. Warum hatte sie nicht Nein gesagt? Schließlich hatte sie allein sein wollen, hatte keine Lust auf Höflichkeitsfloskeln wie: »Auch im Urlaub?«, oder: »Das Wetter geht einem schrecklich auf den Geist, nicht?«

Doch er hatte nichts von beidem gesagt, sondern sich einen Tee bestellt, die Kluntjes hineinsinken lassen und gedankenverloren in der Tasse gerührt. Erst als Beatrice der Bedienung gewinkt hatte, um zu zahlen, hatte er mit entwaffnendem Lächeln gebeten: »Darf ich Sie auf dem Heimweg begleiten?«

»Warum nicht?« Es hatte inzwischen aufgehört zu regnen, und sie hatten die wenigen Hundert Meter zu ihrer Pension in ein paar Minuten zurückgelegt.

»Ich würde Sie gern kennenlernen«, hatte er gesagt, als sie sich an der Eingangstür zögernd gegenübergestanden hatten. »Gehen Sie heute Abend mit mir essen?«

Sie waren zusammen essen gegangen, und danach in eine kleine Bar zum Tanzen. Es war irgendwie alles ganz selbstverständlich gewesen, und doch schrecklich verwirrend.

Ist das Liebe auf den ersten Blick, was hier mit mir geschieht?, hatte Beatrice sich gefragt. Doch als sie drei Tage später in seinem Häuschen in den Dünen in seinen Armen gelegen hatte, da hatten sich alle weiteren Fragen erübrigt.

Ja, sie hatte sich verliebt, und ja, sie wollte ihre Ehe beenden, um mit diesem Mann noch einmal von vorn anzufangen!

Doch dann war der Anruf aus Düsseldorf gekommen. Johannes war auf einem Fußgängerüberweg angefahren und schwer verletzt worden.

»Ich muss zu ihm«, war Beatrice sofort klar gewesen. »Hannes braucht mich jetzt. Aber wenn er wieder gesund ist, spreche ich mit ihm über uns.«

Zu diesem Gespräch sollte es nicht kommen, denn Johannes würde nie mehr der Alte sein, wie die Ärzte ihnen beiden klargemacht hatten. Johannes, der Lebenskünstler, der stets mit einem Lächeln und einem lockeren Spruch durchs Leben gegangen war, war querschnittsgelähmt …

Henrik hatte verstanden, dass Beatrice ihren Mann jetzt nicht allein lassen konnte, zumal wenig später auch noch klar war, dass sie ein Baby erwartete.

Seither führte Beatrice zwei Leben: eins mit Ehemann und Töchterchen Lena in Düsseldorf und eins mit Henrik in dem kleinen Haus am Meer …

***

Die Sonne hatte sich hinter einer schier undurchdringlichen Wolkendecke verkrochen, als Beatrice den Rückweg antrat. Trotzdem hätte sie noch endlos weiter am Strand entlanglaufen können. Aber sie hatte beschlossen, etwas Leckeres zu kochen, um sich so nach dem gerade noch verhinderten Streit am Vormittag versöhnlich zu zeigen.

Nur wenige einsame Strandläufer waren ihr unterwegs begegnet, und so fiel ihr der Mann sofort auf, der über den Plattenweg...

Erscheint lt. Verlag 24.10.2017
Reihe/Serie Silvia-Gold
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7325-5507-0 / 3732555070
ISBN-13 978-3-7325-5507-9 / 9783732555079
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