Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Star Wars: Jyn, die Rebellin (eBook)

Roman zu Rogue One - A Star Wars Story

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
400 Seiten
Panini (Verlag)
978-3-7367-9998-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Star Wars: Jyn, die Rebellin -  Beth Revis
Systemvoraussetzungen
11,99 inkl. MwSt
(CHF 11,70)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Der neue Roman zum aktuellen Star Wars Kinoerfolg Rogue One. Im Fokus steht dabei die Vorgeschichte der jungen Titelheldin Jyn Erso. Als Jyn 5 Jahre alt war wurde ihre Mutter ermordet und ihr Vater entführt, um dem Imperium zu dienen. Der mürrische Einzelgänger Saw Gerrera nahm sich ihrer an und bildete sie zur Kämpferin aus. Der Beginn eines Lebens als Rebellin, die einst das Imperium in seinen Grundfesten erschüttern sollte.

1. KAPITEL

JYN ERSO, 8 JAHRE ALT

Jyn Erso versteckte sich im Dunkeln. Sie hatte keine Angst vor der Dunkelheit. Früher, da schon, aber jetzt nicht mehr. Dafür kannte sie diese Dunkelheit zu gut. Sie war schon seit Stunden hier – seit sie mitansehen musste, wie ihre Mutter ermordet worden war.

In der Höhle war es eng, aber nicht so eng, wie es nun eigentlich sein sollte. Sie und Mama und Papa hatten diese Dinge geübt, wieder und wieder, und als sie so taten, als würde das Imperium kommen, und es Zeit wurde, sich zu verstecken, versteckten sie sich gemeinsam. Doch nun war Jyn allein.

Sie hatte einen Tornister bei sich, in dem sich die wenigen Habseligkeiten befanden, die sie hastig in die Tasche gestopft hatte, als ihre Mama ihr sagte, dass die Zeit nun tatsächlich gekommen war. Abommy der Gig war nicht unter den Sachen. Sie hatte ihn unter dem Bett zurückgelassen, von wo aus er sie lange vor Monstern beschützt hatte, von denen sie mittlerweile wusste, dass sie überhaupt nicht existierten – mit ihren acht Jahren machte Jyn sich diesbezüglich nichts mehr vor. Dennoch wünschte sie, Abommy wäre jetzt bei ihr und sie hätte sein weiches, synthetisches Fell streicheln können, das nach Papas Nelkenrasierwasser roch.

Jyn schüttelte den Kopf. Nein, kein Spielzeug würde ihr jetzt, in dieser Situation, Trost spenden. Sich so etwas zu wünschen, war töricht. Sie musste sich zusammenreißen. Sie konnte es sich nicht leisten, sich wie ein Baby aufzuführen.

Jyn hielt die Halskette fest, die ihre Mutter ihr nur Minuten vor ihrem Tod gegeben hatte, und kniff die Augen zusammen. Sie fragte sich, ob es wohl wehtat zu sterben? Sie nahm an, dass es gar nicht anders ging.

Es war so dunkel. Jyn entzündete eine Laterne. Die Schatten tanzten über das felsige Innere der Höhle und erinnerten sie an die Truppler in ihren schwarzen Rüstungen. „Papa wird kommen“, sagte sie sich. In der Finsternis klang ihre Stimme dünn und brüchig.

„Vertraue der Macht“, hatte Mama zu ihr gesagt. Jyn versuchte es. Sie versuchte, daran zu glauben. Sie versuchte zu hoffen.

Die Luke über ihr klapperte. Jyn schluckte einen furchtsamen Schrei hinunter, als die Klappe aufging und das Gesicht eines Mannes zu ihr hinabschaute. Dann schluchzte sie. Saw! Er war gekommen, um sie zu retten! Sie … aber nicht Mama. Um Mama zu retten, war er zu spät gekommen.

„Mein Kind, komm!“, sagte Saw. „Eine lange Reise liegt vor uns.“ Er streckte seine Hand in die Höhe, um ihr nach oben zu helfen.

Jyn schaute Saw an und zögerte bloß einen Moment, ehe sie seine Hand ergriff. Als sie ihn das letzte Mal gesehen hatte, hatte er sie und ihre Familie nach Lah’mu gebracht, wo sie nach ihrer Flucht von Coruscant einen Neuanfang wagten. Mama und Papa hatten Jyn die verschiedenen Szenarien eingebläut, zu denen es kommen konnte, falls – wenn – das Imperium sie fand.

„Noch etwas“, hatte ihre Mama gesagt, als sie ihr zeigte, wie man den Kom-Turm bediente. „Falls es zum Schlimmsten kommt und du Hilfe brauchst, Papa und ich aber nicht zugegen sind, musst du nur diesen Knopf hier drücken und schon kommt Saw Gerrera.“

Jyn erinnerte sich, wie sie damals die Hand nach dem Knopf ausgestreckt hatte, begierig darauf, ihn auf der Stelle zu betätigen. „Er besucht uns nie!“, hatte sie trotzig gesagt, während ihre Mutter sie zurückzog und ihr deutlich machte, dass sie Saw nur in Notfällen rufen durfte.

Jetzt waren Saws Lippen ein einziger grimmiger Strich. Er lächelte nicht und in seinen Augen lag auch keine Heiterkeit wie beim letzten Mal, als sie einander gesehen hatten. Eine deutliche Narbe war an einem seiner Augen zu erkennen und ließ das Lid hängen. Die Augen wölbten sich auch ein wenig aus den Höhlen, die Mundwinkel wiesen nach unten und Regentropfen rannen ihm den kahlen Schädel hinab. Er wirkte zornig.

Jyn langte in die Höhe und ergriff mit ihrer kleinen, blassen Hand seine dunkle und schwielige. Er drückte sanft ihre Finger und sie erwiderte die Geste, ehe sie sich an ihm festklammerte, als sei sie am Ertrinken und er das Seil, das sie ans Ufer zog.

„Wir müssen gehen“, sagte Saw.

Jyn schluckte ihre Furcht und ihren Kummer hinunter. Sie nickte. Als sie und Saw durch das Feld auf Jyns Zuhause zuliefen, roch die Luft draußen nach dem kühlen Regen klar und frisch. Jyn kam es ausgesprochen seltsam vor, dass die Welt um sie herum schlief, schön und still, obwohl ihre Mama nicht mehr … „Da waren Soldaten“, sagte Jyn und zupfte an Saws Hand. Sie biss sich auf die Unterlippe, wie um sich selbst zu tadeln. Sie hätte zählen sollen, wie viele Soldaten zur Farm gekommen waren. Da war der Mann in Weiß, der Mann, für den Papa manchmal gearbeitet hatte. Und die Soldaten in ihren schwarzen Rüstungen. Und … Sie hätte aufmerksamer sein sollen, doch alles war so schnell passiert.

„Außer uns ist niemand hier“, sagte Saw.

Ihr Zuhause und die Farmausrüstung – ein Kom-Turm, Bewässerungsanlagen, ein Erntedroide – waren die größten Erhebungen in einem Meer sanft wogenden Himmelsmais. Die Brise ließ ein Hemd vom Boden in die Höhe flattern, das sich wie ein Geist vor dem nächtlichen Firmament abhob, ehe es wieder nach unten wogte.

Jyn war sich ziemlich sicher, dass das Hemd nicht ihrem Vater gehörte. Es war nicht das mit den ausgefransten Ärmeln, das immer nach ihm roch, eine Mischung aus Nelken, Erde und Schmiere und noch etwas anderem, etwas Kaltem und Hartem. Doch bevor sie sich das Hemd schnappen und um sich schlingen konnte, erfasste es der Wind und wehte es davon. Je näher sie dem Haus kamen, desto mehr Kleidungsstücke flatterten in der Brise, trieben über das Weideland und verschwanden in der Nacht. Dann sah sie den umgekippten Wäschekorb und daneben die blutbesudelte Mulde im Gras.

In Jyns Herz loderte Hoffnung auf. Die Leiche ihrer Mama war nirgends zu sehen! Doch tief drinnen, tief in ihrem Innern wusste sie, dass das nicht daran lag, dass ihre Mutter überlebt hatte. Einen solchen Blastertreffer mitten in die Brust überlebte niemand. Jyn biss sich in die Innenseite der Wange und schmeckte den metallischen, penetranten Geschmack von Blut, sagte jedoch kein Wort.

Saw bewegte sich zielstrebig, stieß die Tür des Farmhauses auf und Jyn folgte ihm schweigend – ein Hauch bitteren Rauchs ließ sie die Nase rümpfen. Die Truppen hatten im Gebäude ein Feuer gelegt, das noch immer in der Küche brannte und die helle Wand verkohlte, sodass sie ein rußiges Schwarz annahm. Saw wusste, wo er nachsehen musste – im Arbeitsschrank, in den verborgenen Winkeln und Ecken, unter den Dielenbrettern unter dem Teppich. Doch dort war nichts. Er fluchte. „Sie haben alles mitgenommen“, knurrte er.

Und sie haben ihn mitgenommen, dachte Jyn in dumpfem Schock. Sie haben Papa mitgenommen. Tränen stiegen ihr in die Augen, doch das hatte nichts mit dem Rauch zu tun. Auch wenn es nicht ihr Papa gewesen war, der sie aus der Höhle geholt hatte, sondern Saw, hoffte sie noch immer, dass er sich hier irgendwo aufhielt. Dass er sich irgendwo versteckt hatte und wartete – auf sie. Doch das tat er nicht. Er war fort.

Zerbrochenes Geschirr lag auf dem Boden verstreut. Jyn wusste, dass ihr Vater versucht hatte, seine Arbeit zu zerstören, bevor er ihr aufgetragen hatte wegzulaufen. Gewiss war nichts mehr übrig. Papa hätte nicht zugelassen, dass irgendetwas übrig blieb.

Saw kniff die Augen zu Schlitzen zusammen und drehte sich zu Jyn herum. „Hatte dein Pa irgendwelche geheimen Orte, wo er Dinge versteckt haben könnte, von denen er nicht wollte, dass sie dem Imperium in die Hände fallen?“

Ihr Zuhause war durchwühlt worden, und obwohl es Mama gelungen war, einen Teil von Papas Forschungsunterlagen zu vernichten, war das Imperium einfach zu unerwartet aufgetaucht. Sie deutete auf die Stelle im Schlafzimmer ihrer Eltern, wo der Safe verborgen war, doch auch der war leer. Das Tagebuch fehlte und auch Papas Datenspeicher war verschwunden. Sie schaute in ihr eigenes Zimmer. Auf der Suche nach Papas Arbeitsunterlagen hatten die Truppler in den schwarzen Rüstungen sogar ihr Bett umgedreht und ihre Puppen auf dem Boden verstreut. Sie war sich nicht sicher, ob sie dabei irgendetwas gefunden hatten. Das spielte allerdings auch keine Rolle – Papa hatte sowieso alles im Kopf. Und nun hatten sie ihn in ihrer Gewalt.

„Wir müssen diesen Planeten verlassen“, erklärte Saw schroff. „Denk nach, Jyn. Gibt es hier sonst noch irgendwelche Stellen, wo die Arbeit deines Vaters versteckt sein könnte?“

„Nein“, sagte sie mit leiser Stimme.

„Dann verschwinden wir jetzt von hier.“

Jyn wollte zu ihrem Zimmer hinübergehen, um noch einige Dinge einzupacken, aber Saw legte ihr eine schwere Hand auf die Schulter und hielt sie zurück.

Jyn schluckte und eine ihrer Hände fuhr in die Höhe, um sich an die Halskette mit dem Kristall zu klammern, die ihre Mutter ihr gegeben hatte. Sie hatte schon einmal alles aufgegeben, damals, als ihre Familie Coruscant verließ. Sie konnte es wieder tun. Wenigstens hatte sie ihren Tornister.

Jyn verließ das Haus als Erste. Bevor Saw die Tür hinter sich schloss, hörte sie drinnen etwas Schweres, Metallisches auf die hölzernen Bodenbretter fallen. Dann packte Saw sie am Ellbogen und zog sie mit sich – sie musste beinah rennen, um mit seinen großen Schritten mitzuhalten. Sie waren erst fünfzig Meter weit...

Erscheint lt. Verlag 10.10.2017
Reihe/Serie Star Wars
Verlagsort Stuttgart
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte George Lucas • Jyn Erso • Rebellen • Rebellion • Rebel Rising • Rogue One • Space Opera • Star Wars
ISBN-10 3-7367-9998-5 / 3736799985
ISBN-13 978-3-7367-9998-1 / 9783736799981
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75