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Liebeswunder mit dem Earl (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
256 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-6804-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Liebeswunder mit dem Earl - Louise Allen
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Hat er ihre Schreie gehört? Ein breitschultriger Fremder in eleganter Kleidung betritt die Hütte, in der Kate Schutz gefunden hat. Fast ohnmächtig ist sie vor Schmerzen, denn während draußen die Christnacht anbricht, kommt ihr Kind zur Welt! Doch Grant Rivers, Earl of Allundale, wird zu ihrem rettenden Engel. Er ist nicht nur Mediziner, sondern macht der ledigen Mutter auch einen Antrag, kaum dass sie ihr Weihnachtsbaby glücklich in den Armen hält. Kate sagt Ja - und schwört sich, dass Grant niemals erfahren wird, warum und vor wem sie in die Dezembernacht geflohen ist ...



<p>Louise Allen lebt mit ihrem Mann - für sie das perfekte Vorbild für einen romantischen Helden - in einem Cottage im englischen Norfolk. Sie hat Geografie und Archäologie studiert, was ihr beim Schreiben ihrer historischen Liebesromane durchaus nützlich ist.</p>

1. KAPITEL

24. Dezember 1819, im schottischen Grenzgebiet

Es war so leicht, ja verhängnisvoll einfach gewesen, in diese verzweifelte Lage zu geraten. Ein ungewohntes Glas Champagner, ein paar schmeichelhafte Worte, eine Mondnacht, und schon war sie von der Tugendhaftigkeit in den Ruin gestürzt.

Und ein Kind zur Welt zu bringen, war viel schwerer, als sie sich jemals vorgestellt hatte. Es liegt nur daran, dass ich allein bin, friere und Angst habe, redete Kate sich gut zu. Sobald die Schmerzen aufhören, werde ich mich wieder stärker fühlen, aufstehen und Feuer machen. Falls ich es schaffe, bis zu der Feuerstelle zu gehen, und falls es noch einen trockenen Kienspan gibt, und falls es mir gelingt, einen Funken zu entfachen …

„Hör sofort damit auf!“ Sie sprach die Worte laut aus, und ihre Stimme hallte in der frostigen Leere des verfallenen Häuschens wider. „Ich werde es schaffen, weil ich es schaffen muss. Ich bin es meinem Baby schuldig.“ Schließlich war es ihre Schuld, dass ihr Kind an einem kalten Wintertag in dieser erbärmlichen Umgebung zur Welt kommen würde. Sie hatte die Lage falsch eingeschätzt und war zu spät fortgelaufen. Vor dem Gasthof hatte ihr ein Taschendieb die Geldbörse aus dem Retikül gezogen, sodass sie ohne jeden Penny dastand. Vermutlich hätte sie besser in ein Armenhaus gehen sollen, anstatt den Weg fortzusetzen. Hatte sie wirklich geglaubt, dass ein Wunder geschah und sie am Ende der lehmigen Straße einen sicheren und warmen Zufluchtsort finden würde?

In den vergangenen Tagen hatte ihr Verstand ausgesetzt. Sie hatte nur noch ein Ziel vor Augen: Ich muss fliehen, bevor Henry mir das Baby wegnehmen kann! Sie würde alles, alles nur Erdenkliche tun, um zu verhindern, dass dieses Kind ihrem Bruder in die Hände fiel. Sie musste sich aufraffen, solange der düstere Winterhimmel noch ein wenig Licht gewährte. Vergeblich bemühte sie sich, von dem Haufen moderigen Strohs aufzustehen. „Reiß dich zusammen, Catherine Harding! Frauen gebären jeden Tag unter weit schlimmeren Bedingungen.“ Es gelang ihr, sich auf den Händen abzustützen und auf die Feuerstelle zuzukriechen.

Doch schon nach kaum einem Meter verließen sie die Kräfte. Es musste daran liegen, dass sie so lange nichts mehr gegessen hatte. Zitternd bohrte sie die Finger in den dreckigen Boden und schnappte nach Luft. Wenn sie sich einen Moment ausruhte, würde sie es vielleicht bis zur Feuerstelle schaffen. Die Geburt eines Kindes konnte schließlich nicht lange dauern, oder doch? Jungen Frauen ein paar grundlegende Tatsachen über das Leben zu erzählen, erschien ihr weit wertvoller, als sie in Aquarellmalerei oder Harfespielen zu unterrichten. Über die Listen hartgesottener Verführer und die Folgen eines mondbeschienenen Stelldicheins aufgeklärt zu werden, war sogar von noch größerem Nutzen. Und auch dass man nicht einmal der engsten Verwandtschaft trauen durfte, war eine Lektion, die sie viel zu spät gelernt hatte.

Vielleicht, wenn ihre Mutter, an die sie sich nicht mehr erinnern konnte, Henrys Geburt überlebt hätte … Nein. Sie riss sich zusammen, damit kein verträumtes Wunschdenken ihre Entschlossenheit schwächte und die lähmende Furcht vor dem eigenen Schicksal ihr nicht die letzte Kraft raubte. Sie befand sich noch immer in der Mitte des Zimmers. Wie viel Zeit war vergangen, seit sie das Feuer hatte entfachen wollen? Stunden? Das unverändert schummrige Licht, das in das armselige Häuschen drang, ließ auf wenige Minuten schließen. Kate kroch ein Stückchen auf den Feuerrost zu.

Von draußen war ein Knirschen zu vernehmen, gefolgt von Schritten – durch den matschigen Boden gedämpft. Dann hörte sie das Schnauben eines Pferdes und die Stimme eines Mannes.

„Weiter schaffen wir es heute nicht mehr. Du lahmst, ich habe die Orientierung verloren, es beginnt zu schneien, und dies ist das erste Dach, das ich seit zehn Meilen erblicke.“

Ein Engländer, nicht alt, nicht jugendlich, die Sprechweise eines gebildeten Gentleman. Versteck dich!

Unbeholfen und von Angst getrieben, kroch sie so schnell wie möglich zurück zu dem Strohhaufen. Sie verbarg sich hinter einer umgefallenen Tischplatte. Die Beine des Möbels waren wahrscheinlich von Ratten verspeist oder der Feuchtigkeit zum Opfer gefallen. Der Atem wich wie ein Schluchzen aus ihren Lungen. Kate ballte die rechte Hand zu einer Faust, presste sie in den Mund und biss darauf.

„Wenigstens mangelt es uns nicht an Wasser.“ Grant Rivers zog einen Eimer mit verbogenem Griff aus dem Müllhaufen vor dem verfallenen Cottage und tauchte ihn in den kleinen Bach, der gurgelnd am Weg vorbeirauschte. Das rechte Ohr seines neuen Pferdes, das er in Edinburgh erworben hatte, zuckte. Offenbar war das Tier nicht an Konversation gewöhnt.

Grant trug den Eimer in den Teil des Gebäudes, der einmal ein Kuhstall gewesen sein musste. Das Häuschen hatte aus zwei kleinen Räumen bestanden: die eine Hälfte für das Vieh, die andere für die Familie. Die Wärme der Tiere hatte den Bewohnern dieser ärmlichen Unterkunft sicher dabei geholfen, die harten Winter des schottischen Grenzlands zu überstehen. Noch immer bot das mit Heidekraut bedeckte Dach im Stallbereich ausreichend Schutz für ein Pferd und war über dem Wohnbereich sogar noch halbwegs intakt. Fensterscheiben oder eine Tür waren zwar nicht mehr vorhanden, aber die soliden Steinwände schützten immerhin vor dem heftigen Wind. Hier konnte er sich aufwärmen und sich ein wenig ausruhen. Er war Arzt genug, um zu wissen, dass er die Kopfschmerzen und den gelegentlichen Schwindel nicht ignorieren durfte, die ihn seit dem schweren Unfall vor einer Woche plagten.

Es war noch gerade hell genug, um die Hufe zu reinigen und den spitzen Stein zu entdecken, der sich im hinteren Teil des rechten Vorderhufs festgeklemmt hatte. Das Tier musste unter starken Schmerzen gelitten haben. Er strich dem Hengst entschuldigend über das weiche Maul. Es war seine Schuld, denn er hatte unbedingt weiterreiten wollen, obgleich er längst davon ausging, den Großvater nicht mehr lebend anzutreffen. Wenigstens hatte er es noch geschafft, dem Mann, der ihn großgezogen hatte, einen Brief zu schreiben und ihm aus tiefstem Herzen zu versichern, dass nur widrige Umstände ihn davon abhielten, an seinem Sterbebett zu sitzen.

Auch wenn der Großvater wahrscheinlich schon tot war, musste Grant um Charlies Willen so schnell wir möglich zurück nach Abbeywell. Es war zwar der letzte Ort, an dem er sein wollte, doch der Junge brauchte seinen Vater – und er brauchte seinen Sohn. Die Aussicht auf das diesjährige Weihnachtsfest war angesichts des Gesundheitszustands des Großvaters von Anfang an düster gewesen. Grant hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass es so schlimm kommen würde. Er hatte Edinburgh bereits am siebzehnten Dezember verlassen wollen. An diesem Tag war der verhängnisvolle Unfall passiert. Einem unachtsamen Arbeiter war in New Town eine Gerüstplanke aus den Händen geglitten. Das hätte mich beinahe das Leben gekostet, dachte Grant grimmig. Die offene Kopfwunde hatte ihn tagelang ans Bett gefesselt, während Charlie mit seinem sterbenden Urgroßvater in Abbeywell allein war. Sobald Grant das Bewusstsein wiedererlangt hatte und feststellen musste, dass er nicht einmal das Zimmer durchqueren, geschweige denn weiterreisen konnte, hatte er den Brief geschrieben. Vor zwei Tagen war die Antwort des Verwalters eingetroffen: Es stehe zu befürchten, dass der Earl die Nacht nicht überstehen werde.

Grant hatte gehofft, am Weihnachtstag bei seinem Sohn zu sein. Jetzt konnte er es immerhin noch bis zum morgigen Abend schaffen, wenn der verletzte Huf des Pferdes sich nicht entzündete und das Wetter nicht wechselte. „Wir ruhen uns aus und bleiben über Nacht hier, wenn es mir gelingt, ein Feuer zu entfachen.“ Mit einem Pferd zu reden, mochte zwar auf eine Gehirnerschütterung hindeuten, doch wenigstens war auf diese Weise noch etwas anderes zu hören als das Heulen des Windes, der durch das abgeholzte Grenztal fegte. Bis die Windrichtung wechselte, bot das verfallene Häuschen einen brauchbaren Schutz, und der Hengst war das schottische Wetter gewohnt.

Für ihn selbst waren diese Temperaturen ebenfalls nichts Neues. Er kannte die harten Winter von Northumberland, die sich von denen des schottischen Grenzlandes kaum unterschieden. In der Nähe des Cottages lag genug brennbarer Abfall herum. Er würde also ein Feuer machen, essen, was sich noch in den Satteltaschen befand, und sich ein Schlückchen Brandy aus seinem Flachmann genehmigen oder aus der Flasche mit schwarz gebranntem Whisky, die James Whittaker ihm bei ihrer gestrigen Verabschiedung in Edinburgh in die Hand gedrückt hatte.

Irgendetwas liegt in der Luft … Grant, trockene Äste in Händen, straffte die Schultern und hob die Nase. Blut? Es roch nach Blut und nach Angst. Nur zu gut hatte er diesen Geruch aus dem Sommer 1815 in Erinnerung – jene mörderischen Tage, in denen seine Freunde und er sich freiwillig in die letzte Schlacht gegen Napoleon begeben hatten.

Ein leises Ächzen war zu vernehmen, und das Pferd wurde unruhig. War es der Wind oder ein wildes Tier? Nein, dieser kaum vernehmbare Klagelaut hatte nach einem Menschen geklungen. Grant glaubte nicht an Geister. Also musste sich hier jemand aufhalten, der wahrscheinlich verletzt war und unter Schmerzen litt. Oder es handelte sich um eine Falle. Wegelagerern bot das alte Häuschen gewiss einen brauchbaren Unterschlupf. „Das werdet ihr bereuen“, murmelte er, warf das Brennholz in hohem Bogen in eine Ecke und zog das Messer aus seinem linken...

Erscheint lt. Verlag 24.10.2017
Reihe/Serie Historical MyLady
Historical MyLady
Historical MyLady
Übersetzer Mira Bongard
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Historische Romane
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Adlig • bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora historical • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • glamourös • heldenhaft • Historical MyLady • Historische Liebesromane • historisch roman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Regency • Romantische Bücher • viktorianisch
ISBN-10 3-7337-6804-3 / 3733768043
ISBN-13 978-3-7337-6804-1 / 9783733768041
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