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Böses Spiel in Oxford (eBook)

Ein Kate-Ivory-Krimi
eBook Download: EPUB
2017 | 1. Aufl. 2017
304 Seiten
beTHRILLED (Verlag)
978-3-7325-3467-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Böses Spiel in Oxford - Veronica Stallwood
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Kate Ivorys neue Nachbarn scheinen auf den ersten Blick ganz normale Leute zu sein. Der eine, Jeremy Wells, ist ein zurückhaltend wirkender Oxforder Gelehrter. Die anderen, Edward und Laura Foster, sind ein älteres Ehepaar, das seinen Ruhestand genießt. Der Friede wird jäh zerstört, als die Senioren erschossen werden. Erst sieht es aus, als wären die beiden einer Verwechslung zum Opfer gefallen. Doch schon bald findet Kate heraus, dass nichts so ist, wie es scheint. Ihre Nachbarn haben offenbar ein gefährliches Doppelleben geführt ...
Ein neuer Fall für die ermittelnde Schriftstellerin Kate Ivory. Eine atmosphärische Kriminalserie mit einer besonderen Heldin, deren scharfe Beobachtungsgabe und ungewöhnliche Methoden die gemütliche britische Stadt Oxford ordentlich durchwirbeln. Perfekt für Liebhaber von intelligenter und charmanter Cosy Crime, für Leser von Martha Grimes und Ann Granger.



<p><b>Veronica Stallwood</b> kam in London zur Welt, wurde im Ausland erzogen und lebte anschließend viele Jahre lang in Oxford. Sie kennt die schönen alten Colleges in Oxford mit ihren mittelalterlichen Bauten und malerischen Kapellen gut. Doch weiß sie auch um die akademischen Rivalitäten und den steten Kampf der Hochschulleitung um neue Finanzmittel. Jedes Jahr besuchen tausende von Touristen Oxford und bewundern die alten berankten Gebäude mit den malerischen Zinnen und Türmen und dem idyllischen Fluss mit seinen Booten. Doch Veronica Stallwood zeigt dem Leser, welche Abgründe hinter der friedlichen Fassade lauern.<br></p>

Veronica Stallwood kam in London zur Welt, wurde im Ausland erzogen und lebte anschließend viele Jahre lang in Oxford. Sie kennt die schönen alten Colleges in Oxford mit ihren mittelalterlichen Bauten und malerischen Kapellen gut. Doch weiß sie auch um die akademischen Rivalitäten und den steten Kampf der Hochschulleitung um neue Finanzmittel. Jedes Jahr besuchen tausende von Touristen Oxford und bewundern die alten berankten Gebäude mit den malerischen Zinnen und Türmen und dem idyllischen Fluss mit seinen Booten. Doch Veronica Stallwood zeigt dem Leser, welche Abgründe hinter der friedlichen Fassade lauern.

2


Kate öffnete. Vor ihr stand eine Frau, die sie noch nie gesehen hatte.

»Mein Name ist Laura Foster«, stellte die Frau sich vor. »Willkommen daheim in der Agatha Street.«

Sie war etwa ebenso groß wie Kate und ungefähr sechzig Jahre alt. Ihren erstaunlich kleinen Kopf zierte eine glatte Kurzhaarfrisur, die Kate an die dreißiger Jahre erinnerte. Mit ihren auffallend rot geschminkten Lippen lächelte sie Kate strahlend an. Die weit geöffneten Augen, die Kates Erscheinungsbild geradezu aufzusaugen schienen, waren blau und wirkten dank eines ebenfalls blauen Lidschattens und viel Mascara auf den Wimpern wie Puppenaugen. Laura Foster hatte sich in ein schwarz-rotes Umschlagtuch gehüllt, das mit Perlen und Spiegelstückchen bestickt und mit Fransen verziert war und die Tatsache betonte, dass ihr taillenloser Körper von den schmalen Schultern angefangen, bis hin zu den ausladenden, in einem glockenförmigen Rock steckenden Hüften immer breiter wurde. Kate fühlte sich an ihre Nachttischlampe erinnert, zumal der Rock vom gleichen Blau war. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie an der Reihe war, etwas zu sagen.

»Das ist aber wirklich freundlich von Ihnen«, brachte sie hervor. Immerhin war es das erste Mal, dass jemand sie in ihrem eigenen Haus willkommen hieß.

»Wissen Sie, Edward und ich sind der Meinung, dass Sie gleich heute noch zu uns herüberkommen sollten. Eigentlich wollten wir Sie schon vor Ihrem Urlaub kennen lernen, aber Sie waren ja kaum zu Hause, als Sie auch schon wieder abgereist sind. Deshalb möchten wir gern heute auf Ihre Rückkehr anstoßen.«

»Ist es dazu nicht ein wenig zu spät?«, fragte Kate.

»Es ist gerade einmal viertel nach neun«, erwiderte Laura. Ihr spitzes Gesicht verzog sich zu einem heiteren Lächeln. »Der Abend hat doch gerade erst angefangen.«

Eigentlich hatte sich Kate darauf gefreut, eine schöne Tasse Tee aufzubrühen, sich auf ihr Sofa zu kuscheln und noch ein bisschen zu lesen, doch Lauras Lächeln wirkte ansteckend. Kate lächelte zurück und sagte: »Gut. Ich hole nur schnell meine Handtasche. Schließlich möchte ich mich nicht gleich am ersten Abend nach dem Urlaub aus dem Haus aussperren.«

»Es muss ganz schön hart für Sie sein, nach einer Partnerschaft wieder ganz allein zu leben«, sagte Laura mitleidig, während sie Kate von einem Garten in den nächsten vorausging. Ihr Gang wirkte ein wenig steif und erinnerte Kate an eine mechanische Puppe. Obwohl Laura eine Pause einlegte, als wolle sie Kate ermuntern, Stellung zu nehmen, behielt Kate ihre Gedanken über das Ende ihrer Partnerschaft geflissentlich für sich.

»Heute Abend sind wir nur zu viert«, fuhr Laura fort, »doch normalerweise steht unser Haus allen Freunden und Nachbarn offen. Wir haben es gern, wenn die Leute einfach mal vorbeischauen.« Und gerade, als Kate sich fragte, wie Laura so viele Leute bewirten wollte, fügte die neue Nachbarin hinzu: »Natürlich sind wir in solchen Fällen dankbar, wenn die Leute eine Kleinigkeit mitbringen – ein paar belegte Brötchen, einen Topf Hummus oder auch eine Tüte Chips.«

»Leider habe ich …«, begann Kate.

»Oh nein, heute Abend erwarte ich nicht, dass Sie etwas beisteuern«, unterbrach Laura sie. »Heute laden wir Sie ein.« Sie war kurz vor der Haustür stehen geblieben und senkte die Stimme. »Es tut mir so leid, dass es mit Ihnen und George Dolby nicht geklappt hat – oder sollte ich lieber sagen ›in die Hose gegangen ist‹?« Sie musste über den Ausdruck lachen. »Wir wollen auf keinen Fall, dass Sie einsam zu Hause sitzen und Trübsal blasen, meine Liebe. Wenn Sie das Gefühl haben, am Boden zu sein, kommen Sie einfach rüber zu uns.«

»Dann wissen Sie also von George und mir«, stellte Kate fest, während Laura die Haustür öffnete.

»Ich hoffe, das stört Sie nicht. Schließlich kennen Sie Fridesley – im Grunde geht es hier zu wie in einem Dorf. Wir wohnen zwar erst wenige Monate hier, aber wir wissen wirklich über alle und jeden Bescheid. Der Laden von Mrs Clack übernimmt hier sozusagen die Funktion des Dorfbrunnens.«

Kate, die seit ungefähr sieben Jahren in der Agatha Street wohnte, hatte nie etwas über die anderen Anwohner erfahren. Eine Ausnahme waren ihre früheren Nachbarn. Und auch in diesem Fall kannte sie die meisten Einzelheiten aus dem ereignisreichen Leben der Venns nur, weil sie sie durch die gemeinsame Hauswand gehört hatte.

»Als die Venns noch hier wohnten, war ich schon einmal in diesem Haus«, sagte sie, als sie den schmalen Flur betraten. Ein intensiver Geruch nach in Blätterteig gebackenen Würstchen hüllte Kate ein. Außerdem meinte sie, etwas mit Hefe zu riechen, das sie aber nicht einordnen konnte. Der Flur kam ihr kleiner und voller vor als zu Zeiten der Venns, was verwunderlich war, bedachte man, wie viel Energie Tracey Venn damit vergeudet hatte, die Kinder lautstark dazu zu bewegen, endlich aufzuräumen. Das Gefühl der Enge wurde noch verstärkt durch eine große Menge Bilder, die dicht nebeneinander an den Wänden hingen.

»Mit Harley Venn war ich sozusagen befreundet«, fügte Kate hinzu, um deutlich zu machen, dass auch sie eine eingebundene und interessierte Bürgerin Fridesleys war.

»Er scheint sich gut zu machen und bereitet sich gerade auf die mittlere Reife vor«, sagte Laura. »Außerdem hat er eine sehr nette Freundin.«

Kate kannte also noch nicht einmal die letzten Neuigkeiten von Harley.

Als sie sich umsah, wurde ihr bewusst, dass das Haus genau- so geschnitten war wie ihr eigenes – nur spiegelverkehrt. Bei näherem Hinsehen entpuppten sich die Bilder, die an den in einem warmen Goldton gestrichenen Wänden hingen, als kunstvoll gemalte Buchillustrationen.

»Haben Sie das gemacht?«, fragte Kate und blieb vor einem besonders hübschen Exemplar stehen: kräftige Farben, klare Linien, witzige Gestalten.

»Oh ja! Ich bin Kinderbuchillustratorin und hatte als solche immer viel zu tun«, antwortete Laura, die unmittelbar neben ihr stand.

»Die Bilder sind wunderschön«, erklärte Kate. Sie meinte es ehrlich.

»Danke sehr! Mir gefällt die Vorstellung, dass sie Kindern in der ganzen Welt Freude gemacht haben.«

»Haben Sie selbst auch Kinder?«

»Nein, leider nicht. Sie wissen sicher, wie das ist – man plant den Nachwuchs für irgendwann, wenn man beruflich auf festen Beinen steht. Nachdem wir uns dann jahrelang nur um die Karriere und unser Haus gekümmert hatten, war es plötzlich zu spät. Die Zeit war uns davongelaufen.«

Kate schwieg.

»Passen Sie auf, dass Sie nicht den gleichen Fehler machen«, sagte Laura traurig. Dann setzte sie mit sichtlicher Anstrengung ihr gewohntes Lächeln wieder auf und fügte hinzu: »Natürlich sehe ich die Kinder, die sich an meinen Bildern erfreuen und durch sie in eine Welt finden, die ich erschaffen habe, in gewisser Weise als meine Kinder an. Zumindest in Gedanken.«

»Malen Sie noch immer?«

»Ich illustriere auch heute noch Bücher. Edward war Lehrer und ist inzwischen pensioniert. Was mich angeht, so glaube ich jedoch nicht, dass ich meine Arbeit je aufgeben möchte. Ich habe gerade einen neuen Auftrag auf den Schreibtisch bekommen und will morgen mit der Arbeit anfangen. Es ist immer noch spannend!«

Kate überlegte, wann sie zum letzten Mal so viel Enthusiasmus für ihre eigene Arbeit an den Tag gelegt hatte. Vielleicht sollte sie sich ein Beispiel an Laura Foster nehmen!

Während Kate ihrer Gastgeberin ins Wohnzimmer folgte, stellte sie fest, dass unter Lauras blauem Rock kurze, dicke Beine hervorschauten. Sie trug grüne Söckchen und gelbe Clogs und sah damit aus wie eine Gestalt von den fröhlichen Bildern an der Wand. Kate begann, sich für ihre neue Nachbarin zu erwärmen. Allerdings war ihr klar, dass sie darauf achten musste, gewisse Bereiche ihres Lebens abzuschotten.

»Hallo Kate!«

»Das ist mein Mann Edward«, stellte Laura vor.

Edward überragte seine Frau um ein gutes Stück, hatte schütteres, graues Haar, einen Spitzbart, sehr blaue Augen und ein ziemlich rotes Gesicht. Er trug ein bunt gestreiftes Hemd zu roten Baumwollhosen und lächelte ebenso breit wie Laura. Er erinnerte Kate an einen Gnom, doch sie musste fairerweise gestehen, dass der Ursprung dieser Vorstellung eher bei den Gemälden im Flur als beim Aussehen des Mannes zu suchen war. »Hallo Edward«, grüßte sie freundlich.

Edward nahm ihre Hand in beide Hände und schüttelte sie herzlich. Sein Gesichtsausdruck war derart warm und freundlich, um nicht zu sagen aufrichtig, dass Kate am liebsten sofort mit einem gebrochenen Herzen aufgewartet hätte, damit er es flicken konnte. Allerdings waren seine Hände klein, weiß und dick; es bereitete Kate gewisse Schwierigkeiten, sich vorzustellen, dass er damit überhaupt etwas flicken konnte.

»Und das hier ist Jeremy Wells, ebenfalls ein Nachbar.«

»Ich habe vorhin bei ihm geklingelt und ihn auf einen Drink eingeladen«, erklärte Edward und ließ endlich Kates Hand los.

Kate schätzte den schwächlich wirkenden Jeremy Wells auf etwa Mitte dreißig. Als Kate ihm gegenübertrat, stand er auf, schüttelte ihr wohlerzogen die Hand und erkundigte sich höflich nach ihrem Befinden. Seine Hände waren lang und dünn und sein Handschlag längst nicht so fest, wie Kate es mochte. Er hatte so helles Haar, dass es fast grau wirkte, und seine haselnussbraunen Augen blitzten vor Intelligenz. Wahrscheinlich war er mit seinem leichten Körperbau und den hellen Farben ein sehr hübsches Kind gewesen, doch sein Kinn war für einen Mann zu weich und seine Züge zu unbestimmt für einen Erwachsenen. Er trug die...

Erscheint lt. Verlag 1.8.2017
Reihe/Serie Kate Ivory
Kate Ivory
Übersetzer Ulrike Werner-Richter
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Original-Titel Oxford Double
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte 20. - 21. Jahrhundert • Ann Granger • Cosy Crime • Dedektiv • Detektiv • Deutsche Krimis • England • England Bücher • England / Großbritannien • England Roman • Ermittler • Großbritannien • Kate Ivory • Kate Ivory, Cosy Crime • Komissar • Kommisar • Kommissar • Krimi • Krimi Bestseller • Krimi England • Krimi England, Krimi Oxford • Kriminalroman • Krimi Oxford • Krimis • Miss Marple • Mord • Mord Buch • Mord England • Mörder • Mystery • Polizei • Polizist • Serienkrimi (Serienermittler) • Spannung • Spannungsroman • Tatort • Tatort Universität • Thriller • Universität • Verbrechen
ISBN-10 3-7325-3467-7 / 3732534677
ISBN-13 978-3-7325-3467-8 / 9783732534678
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