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Commander Reilly #15: Die Weisen vom Sirius: Chronik der Sternenkrieger -  Alfred Bekker

Commander Reilly #15: Die Weisen vom Sirius: Chronik der Sternenkrieger (eBook)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
140 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-1176-3 (ISBN)
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2,99 inkl. MwSt
(CHF 2,90)
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Commander Reilly #10: Das Imperium der Arachnoiden Chronik der Sternenkrieger Science Fiction Roman von Alfred Bekker Der Umfang dieses Buchs entspricht 123 Taschenbuchseiten. Im Jahr 2234 übernimmt Commander Willard J. Reilly das Kommando über die STERNENKRIEGER, ein Kampfschiff des Space Army Corps der Humanen Welten. Die Menschheit befindet sich im wenig später ausbrechenden ersten Krieg gegen die außerirdischen Qriid in einer Position hoffnungsloser Unterlegenheit. Dem ungehemmten Expansionsdrang des aggressiven Alien-Imperiums haben die Verteidiger der Menschheit wenig mehr entgegenzusetzen, als ihren Mut und ihre Entschlossenheit. Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jonas Herlin, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell.

2


Wenig später traf Reilly auf der Brücke der STERNENKRIEGER ein.

Anstatt der Normal-Ansicht des Panorama-Schirms war dort im Moment eine Positionsansicht zu sehen, die einen schematischen Überblick über das Braden-System und seine nähere kosmische Umgebung bot.

Eine Raumkugel von etwa 40 Astronomischen Einheiten Durchmesser wurde dargestellt. Der äußere Radius entsprach dabei dem Abstand der Bahn, die Braden-Triple um das Zentralgestirn zog. Bei Braden-Triple handelte sich um einen Dreifach-Planeten. Ale drei Himmelskörper von etwa anderthalbfacher Größe des Erdmondes umkreisten einen gemeinsamen Schwerpunkt, der wiederum eine vierzig Prozent gegen die Systemebene geneigte Bahn um die Sonne Braden zog und dazu 786 Standard-Jahre brauchte. Über die Entstehungsgeschichte dieses Dreifachplaneten gab es ein paar Theorien, aber davon hatte sich bisher noch keine als wissenschaftlich gesichert durchsetzen können. Vielleicht führten ja die Beobachtungen, die von den Observatorien der Olvanorer-Station gemacht wurden, dazu, dass man in dieser Frage bald Gewissheit hatte.

Lieutenant Commander Thorbjörn Soldo nahm Haltung an, als er Reilly bemerkte. Der blonde, an einen Wikinger erinnernde Erste Offizier der STERNENKRIEGER ließ sich seit einiger Zeit einen Bart stehen. Reilly hatte den Verdacht, dass Soldo das deshalb tat, um etwas älter zu wirken und damit seiner Autorität etwas mehr Fundament zu geben. Zwar war Soldo mit Anfang dreißig keineswegs ungewöhnlich jung für seine Position, aber sein glattes Gesicht wirkte leicht etwas jungenhaft.

„Willkommen auf der Brücke, Sir. Ich übergebe das Kommando.“

„Danke, I.O.“

„Sandström-Austritt in drei Minuten.“

„Machen Sie weiter.“

„Ja, Sir.“

Commander Reilly ließ sich im Sessel des Captains nieder und schlug die Beine übereinander.

„Waffen?“, wandte sich Thorbjörn Soldo an Lieutenant Chip Barus, den Waffenoffizier.

„Ja, Sir?“

„Sorgen Sie für volle Gefechtsbereitschaft, sobald wir den Sandström-Raum verlassen. Notfalls muss sogar eine sofortige Übertragung der Steuerkontrollen an Sie erfolgen. Schließlich wissen wir nicht, was uns im Normalraum erwartet“. 

„Gefechts- und Feuerbereitschaft hergestellt“, meldete Barus. „Die Steuerkontrolle kann sofort übernommen werden.“

An den Kontrollen des Rudergängers saß momentan noch Fähnrich Noel Sakur. Zwar bestand an den Fähigkeiten des Fähnrichs kein Zweifel, aber in kritischen Flugphasen war es eigentlich üblich, dass die Stamm-Crew während besonders kritischer Flugphasen oder Manöver auf der Brücke Dienst tat.

„Wo ist Lieutenant Rajiv?“, fragte Commander Reilly.

In diesem Moment öffnete sich eine Schiebetür und Abdul Rajiv betrat die Brücke.

Der eher zierlich wirkende Rudergänger der STERNENKRIEGER hatte leicht gelocktes Haar, was nur in Ansätzen erkennbar war, da er es recht kurz trug. Rajiv stammte von dem zum Bund der Humanen Welten von Sol gehörenden Planeten New Pakistan, die Mitte des 22. Jahrhunderts – noch vor Erfindung des Sandström-Antriebs – besiedelt worden war. Vor dem Beitritt New Pakistans zum Bund der Humanen Welten von Sol war es nur Muslimen erlaubt gewesen, sich auf dem Planeten dauerhaft anzusiedeln. Zurzeit gehörte seine planetare Regierung zu den stärksten Kritikern der von den Drei Systemen unter Führung des Planeten Genet und dem TR-Tec-Konzern in Szene gesetzten Versuchen, die ziemlich restriktiven Gentechnik-Gesetze auf Bundesebene zu liberalisieren. Dass man sich auf Genet und im Einflussbereich der Drei Systeme schon lange nicht mehr um die Einhaltung dieser Gesetze scherte, war ein offenes Geheimnis. Ein Zustand der bislang stillschweigend toleriert wurde, da im Moment niemand die Macht hatte, ihn zu ändern. Schließlich war es schon allein angesichts der außenpolitischen Bedrohung durch das Qriid-Imperium undenkbar, etwa das Space Army Corps nach Genet zu schicken, um die Einhaltung der Bundesgesetze zu erzwingen.

Aber anstatt mit diesem Zustand faktischer Toleranz zufrieden zu sein, unternahm der hinter den Bestrebungen der Drei Systeme stehende TR-Tec-Konzern immer wieder Vorstöße, um einer Mehrheit der Bundeswelten eine Aufhebung der gegenwärtigen Gesetze schmackhaft zu machen.

Während die Stimmung auf einigen wichtigen Mitgliedswelten durchaus je nach lokaler politischer Wetterlage wechselhaft war, so war New Pakistan im Rat schon fast traditionell Anführer der Ablehnungsfront und wurde in dieser Funktion öffentlich vor allem vom Vatikan unterstützt.

Rajiv begann irgendeine Begründung dafür herunterzustammeln, dass er zu spät dran war.

Aber Commander Reilly wollte davon nichts hören.

„Gehen Sie einfach auf Ihren Posten, Lieutenant. Der einzige, der sich nicht darüber freut, dass Sie doch noch auf die Brücke gekommen sind, wird Mister Sakur sein, der auf diese Weise um die Chance gebracht wird, einen Sandström-Austritt unter Gefechtsbedingungen zu fliegen.“

Rajiv setzte sich an seinen Platz. Sakur stand hingegen auf. Rajiv war sofort in seinem Element und nahm ein paar Schaltungen vor. Ein paar Minuten waren es noch bis zum Eintritt.

Rajiv atmete tief durch.

Sakur nahm die Gelegenheit wahr, Rajiv – der noch vor kurzem selbst Fähnrich gewesen war, über die Schulter zu blicken.

Dass Rajiv ein außergewöhnliches Pilotentalent war, hatte Reilly schnell erkannt. Allerdings hatte er sich bislang  durch eine eher überdurchschnittliche Disziplin  ausgezeichnet. Welcher Teufel ihn allerdings heute geritten hatte, wusste Reilly nicht. Er nahm sich vor, den Rudergänger später danach zu fragen. Aber das stand nicht gerade ganz oben auf der Prioritätenliste des Captains.

Rajivs Finger schnellten über den Touch Screen seiner Konsole. Letzte Modifizierungen wurden vorgenommen.

Dann meldete er den Eintritt ins Normaluniversum. „Die Geschwindigkeit beträgt 0,4001 LG“, stellte er fest.

Ein nahezu perfekter Wert!, ging es Reilly durch den Kopf. Ob man ihn traf, hing im Wesentlichen davon ab, sie man das Sandström-Aggregat kalibriert hatte. Wesentlich unter 0,4 LG zu bleiben war unmöglich, aber wenn ein Raumschiff mit einer Geschwindigkeit ins Normaluniversum stürzte, die sehr viel höher lag, konnte es sein, dass die Außenhülle des betreffenden Schiffs das nicht mitmachte. Außerdem verwandelte sich durch die Stauchung des Raums bei sehr hohen Geschwindigkeiten harmloses sichtbares Licht in harte Gamma-Strahlung, sodass man verdampft wurde. Aber vor derartigen Folgen schützten einen in der Regel automatische Schaltungen des Sandström-Aggregats.

Willard Reilly war der Sohn eines Raumschiff-Reeders. Die Sirius-Linie war von den Reillys seit Jahrzehnten befahren worden. Der Captain der STERNENKRIEGER konnte sich noch gut daran erinnern, dass während seiner Kindheit noch häufig Sandström-Aggregate in Betrieb gewesen waren, bei denen die Regulierung der Austrittsgeschwindigkeit noch sehr unzuverlässig war. Erst im Lauf der Jahre entdeckte man die Zusammenhänge zwischen bestimmten Quantenzuständen innerhalb des Sandström-Raums und der Geschwindigkeit beim Eintritt ins Einsteinuniversum, die sich nicht nur zu einer besseren Bestimmung der Austrittsgeschwindigkeit, sondern auch zu einer exakteren Navigation innerhalb des Sandström-Raums benutzen ließ. Bis dahin waren die Austrittspunkte nur mit einer Abweichung vorhersagbar, die etwa der dreifachen Entfernung Erde-Mond entsprach.

Die schematische Übersicht auf dem Hauptbildschirm machte jetzt der üblichen Panorama-Ansicht Platz.

Das Zentralgestirn war deutlich zu sehen. Eine helle Scheibe aus gelblicher Glut, deren Licht in der Darstellung des Bildschirms so abgemildert war, dass es nicht alle anderen überstrahlte. Einer der inneren Gasriesen hatte sich vor das Zentralgestirn geschoben und verdunkelte etwa ein Drittel von dessen Oberfläche. Das war natürlich eine optische Täuschung denn das Volumenverhältnis beider Himmelskörper entsprach dem nicht.

„Ortung?“, fragte Commander Reilly.

Von Lieutenant Majevskys Bericht hing jetzt ganz wesentlich ab, was nun zu geschehen hatte.

„Keine feindlichen Einheiten im Erfassungsbereich der Nahortung“, meldete Majevsky.

„Dann sollte der Bremsvorgang eingeleitet und der Rendezvouspunkt bei Braden Triple angesteuert werden“, erklärte Reilly. „Mister Rajiv, veranlassen Sie als nötige.“

„Ja, Sir!“

Acht Stunden brauchte die STERNENKRIEGER, ehe sie von vierzig Prozent der Lichtgeschwindigkeit auf null heruntergebremst haben würde.

„Captain, wir erhalten eine ID-Kennung der PLUTO“, erklärte Majevsky nun.

„Antworten Sie!“, befahl Reilly.

„Aye, aye, Sir.

Die Position der PLUTO erschien nun ebenfalls auf der schematischen Übersicht. Sie war offenbar auch erst vor kurzem aus dem Sandström-Raum ins Normaluniversum zurückgetaucht. Dafür sprach, dass ihre Geschwindigkeit noch bei 0,31 LG lag. Nach und nach trafen nun auch Ortungsdaten aus dem Bereich bis zu einer Lichtstunde ein, der von den Sensoren der...

Erscheint lt. Verlag 19.7.2017
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
ISBN-10 3-7389-1176-6 / 3738911766
ISBN-13 978-3-7389-1176-3 / 9783738911763
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