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Schottische Märchen (Schottland) (eBook)

Erich Ackermann (Herausgeber)

eBook Download: EPUB
2017
Anaconda Verlag
978-3-7306-9159-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Schottische Märchen (Schottland) -
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Schottische Märchen sind von einer wechselhaften Geschichte und einer wild-romantischen Landschaft geprägt. Sie vereinen die Mystik des Landes mit den uralten Mythen keltischer Vorzeit. Dem Ozean entsteigen Meerfrauen, die Menschen in die Tiefe ihres geheimnisvollen Reiches locken. In dunklen Seen hausen Ungeheuer, die sich ihre Opfer suchen. In Mooren wimmelt es von dämonischen Wesen. Vor allem aber bevölkern wunderschöne Feen und Elfen die Hügel und erscheinen den Menschen, um ihnen zu helfen oder sie zu bestrafen. Früher besuchten Geschichtenerzähler die Häuser der Highlands und unterhielten ihre Bewohner am Torffeuer mit ihren Sagen und Liedern.

Die Highlands sind eine mythische und mystische Landschaft, vor deren Hintergrund sich Feen und Elfen, Kobolde und allerhand andere Wesen und Unwesen zu Wasser und zu Lande tummeln. Da die Highlands dem englischen Einfluss weniger ausgesetzt waren als die Lowlands, haben sie den eigenen kulturellen Charakter stärker bewahrt. Das Gebot und die Herrschaft der Obrigkeit waren dort schwerer durchzusetzen als in dem tiefer gelegenen Landesteil. Das liegt auch an der Struktur der Clans, die hier trotz des Verbots der Engländer nach ihrem endgültigen Sieg bei Culloden (1746) im Untergrund weiter lebten und immer bestehen blieben. Die Clans, ein schottisch-gälisches Wort für »Kinder«, waren große Familiengruppen, die ihren Ursprung auf einen gemeinsamen, oft sagenhaften Urahnen zurückführten und auf einem abgegrenzten Gebiet lebten. Im Gegensatz zu einem Stamm, der sich durch das Zusammenleben auf einem gemeinsamen Territorium bestimmt, entscheiden bei einem Clan die Blutsbande über die Zugehörigkeit. Fast alle Highland-Clans haben ihren Ursprung in Irland und lassen sich meist bis auf einen gewissen Loarn zurückführen, der im 5. Jahrhundert das kleine irisch-schottische Königreich Dalriada gegründet hat.

Die Geschichte Schottlands ist ein ständiger Kampf um die Eigenständigkeit und wurde besonders durch den jahrhundertelangen Kampf gegen England um die Herrschaft im Land geprägt. Schon um 400 v. Chr. siedelten sich Kelten aus Irland auf dem nördlichen Festland Britanniens an, das erst mit dem Eroberungsdrang der Römer Beachtung in der Geschichtsschreibung erlangte. Die Römer nannten die Bewohner, die sie vorfanden, Kaledonier oder auch Pikten, d. h. Bemalte, da die Mitglieder dieses Stamms ihre Körper zu bemalen und zu tätowieren pflegten. Nachdem die Römer um 43 n. Chr., den Süden besiedelt hatten, versuchten sie nach Norden vorzudringen, doch die Kaledonier leisteten erbitterten Widerstand. So gelangten die Römer nur bis in den Süden von Schottland, wo sie den Hadrianswall zum Schutz gegen die hartnäckigen Gegner im Norden errichteten; weitere Vorstöße nach Norden scheiterten, bis die Römer sich schließlich um 410 ganz aus Britannien zurückzogen. Den freien Platz nahmen dann die Scoti, die Schotten, ein, ein keltischer Stamm, der im 5. Jahrhundert aus Irland über die See kam und das Königreich Dalriada im Südwesten Schottlands gründete. Sie brachten die gälische Sprache mit, verbanden sich schließlich mit den Pikten und gaben dem Land den Namen ihres Stammes. Im Süden des Landes siedelten sich zur gleichen Zeit die ebenfalls keltischen Britannier an, die von der angelsächsischen Invasion aus England vertrieben worden waren. Diese Volksstämme, die Pikten, die Skoten, die Britannier und später die Angelsachsen, vereinten sich im Laufe des frühen Mittelalters zu der Nation der Schotten, wobei eines der wichtigsten Verbindungselemente das Christentum war, das schon Ende des 4. Jahrhunderts vom Heiligen Ninian im südlichen Piktenland eingeführt worden war. Doch die Christianisierung erfolgte zögerlich, denn die irischen Missionare, die Mitte des 6. Jahrhunderts eintrafen, mussten gegen den alten heidnischen Glauben der Kelten ankämpfen, der tief im Land verwurzelt war. Der Glaube an Feen, Wassergeister, Hexen und Geister der Toten, die ganze keltische Anderswelt überdauerte, und so blieb der christliche Glaube durchsetzt mit alten heidnischen Götterund Geistervorstellungen und Ritualen. Bis heute leben in vielen kirchlichen Feiertagen die alten keltischen weiter, wie z. B. an den Jahreskreisfesten Samhaim, Imbolc und Beltaine.

Einen Grund zum Zusammenschluss der Volksstämme stellte der Druck von außen dar: Vom Ende des 8. Jahrhunderts an begannen die Wikinger Schottland anzugreifen, und fassten allmählich Fuß auf den Inseln und in den nördlichen Küstengebieten. Nach langen Kämpfen zwischen den unterschiedlichen Volksgruppen gab es schließlich ein gemeinsames Königreich unter dem Namen Kingdom of Scotia. Durch den Zusammenschluss konnte sich die neue Nation effektiver gegen die Angriffe der Wikinger wehren. Nach der Eroberung Englands durch die Normannen 1066 war auch der angelsächsische Adel nach Norden geflohen und bedrängte die gälischen Traditionen der Kelten.

Die Ursprünge der schottischen Sagen und Mythen liegen in diesem Geflecht unterschiedlicher Stämme und Kulturen, deren kulturelle Überlieferungen sich zu einem reichen Netz von Geschichten vermischten, das seinen Ursprung in mythischer Vorzeit hat; hinzu kamen die großen Gestalten der schottischen Geschichte, die durch ihren Kampf für die Unabhängigkeit des schottischen Reiches zu Legenden und dadurch mit dem alten Mythos verwoben wurden.

Die weitere Geschichte Schottlands ist die der blutigen Kämpfe um die Unabhängigkeit und des dauernden Zwists mit der englischen Krone: Da die gälisch-keltische Kultur zugunsten der angelsächsischen im Süden immer mehr zurückgedrängt wurde und die Herrschaft in die Hände einer weitgehend frankofonen Aristokratie fiel, mussten sich die Schotten immer wieder gegen den Andrang der Engländer zur Wehr setzen. Über lange Zeiten konnten sie dabei ihre Freiheit behaupten, wobei sich Robert the Bruce und William Wallace besonders als Nationalhelden hervortaten. Doch die Machtübernahme der Könige aus dem Haus der Stuarts gefährdete diese Unabhängigkeit; auch nach der Hinrichtung der Königin Maria Stuart (1587), die von ihrer großen Widersacherin Queen Elizabeth I veranlasst wurde, trat keine Ruhe ein. So wurde nach dem Tod von Elizabeth König James VI., Marias Sohn, zum König James I. von England gekrönt, sodass Schottland und England nun von einem einzigen Monarchen regiert wurden.

Von da an spaltete vor allem der Religionskonflikt das Land: Die Clanchefs im Hochland blieben katholisch und bekennende Anhänger der Stuart-Könige (Jakobiten), der übrige schottische Adel war dagegen protestantisch. Als das Land wirtschaftlich am Boden lag, beschlossen die schottischen Adligen gegen den Willen der Bevölkerung die politische Union mit England, und das schottische Parlament löste sich auf; dies war der Beginn des Vereinigten Königreichs.

Wirklicher Widerstand gegen die völlige Vereinnahmung durch England war nur durch die Clanchefs in den Highlands zu erwarten. In der Schlacht im Moor von Culloden bei Inverness (1746) kämpfte eine schottische Clanarmee unter Bonnie Prince Charlie für die Rückkehr der entmachteten Stuarts auf den schottischen Thron. Doch die Aufständischen erlitten eine vernichtende Niederlage, Bonnie Prince Charlie entkam der Gefangennahme knapp und irrte anschließend fünf Monate durch die Highlands. Durch diese legendäre Flucht, mit der er sich nach Frankreich rettete, sollte er zum letzten Helden eines freien Schottlands werden. Als Nationalheldin wird auch seine Fluchthelferin Flora MacDonald gefeiert: Diese hübsche Schottin steckte den Prinzen in Frauenkleider, schmuggelte ihn auf die Insel Skye und floh dann mit ihm nach Frankreich. Die Engländer ermordeten nach ihrem Sieg systematisch alle Stuart-Anhänger, und viele Highländer wurden verbannt. Es brach eine dunkle Zeit für Schottland an, alle Träume einer erneuten Unabhängigkeit waren zunichte gemacht. Die Clans, ihre traditionelle Kluft, der Tartan, der Kilt und sogar der Dudelsack wurden verboten. Das Verbot betraf besonders die gälische Sprache, denn mit dem Verlust der heimatlichen Sprache sollten die kulturelle und nationale Identität vernichtet werden. Es blieb nur die romantisch verklärte Erinnerung an den letzten Spross der katholischen Stuarts, den die Schotten wegen seines schönen Aussehens und eleganten Auftretens Bonnie Prince Charlie, den hübschen Prinzen Charles, nannten.

Nach der verlorenen Cullogen-Schlacht begannen aber auch die Clearances, die systematische Entvölkerung der Highlands im späten 18. und gesamten 19. Jahrhundert; an die Stelle der Menschen traten Schafe. Die Vertriebenen siedelten sich später in den Slums der Industriegebiete an oder wanderten nach Amerika aus. Geblieben ist bis heute eine fast menschenleere Landschaft, die natürlich mit zum Reiz der wilden Highlands beiträgt. Die gälische Identität ging nach der Niederlage fast überall verloren, und auch das schützende Clansystem verlor mehr und mehr an Kraft. Doch es gab bald eine Gegenbewegung, die eine neue kulturelle Identität stiftete und der gälischkeltischen Kultur zu einer Renaissance verhalf. Bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert gab es sogenannte keltomanische Erscheinungen, die ihren Höhepunkt in den von MacPherson gefälschten Gedichten des mythischen Barden Ossian fanden. Diese Sehnsucht nach dem ursprünglich Keltischen verstärkte sich noch in den Romanen und Balladen des schon erwähnten schottischen Schriftstellers Walter Scott, der alles Schottische idealisierte und ihm den bis heute folkloristischen, romantischen Highland-Hintergrund mit Clans, Tartan, Dudelsack und Whisky verliehen hat, wobei er uralte keltische Sagen in seine Geschichten einwob wie etwa die geheimnisvolle Lady of the...

Erscheint lt. Verlag 21.7.2017
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Märchen / Sagen
Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7306-9159-7 / 3730691597
ISBN-13 978-3-7306-9159-5 / 9783730691595
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