Verführerische Verwandlung (eBook)
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-7896-5 (ISBN)
Nach einer heißen Liebesnacht mit Sean hat Natalie schnell Lust auf eine Fortsetzung. Aber der sexy Detektiv scheint sich in den Kopf gesetzt zu haben, mit keiner Frau mehr als einmal zu schlafen. Also muss Natalie sich verwandeln: in die sinnliche Verführerin Rachel, das sexy Model Calli...
1. KAPITEL
Frühjahr 2005
Sean Mitchell war in seinem ganzen Leben noch nie von einer Frau besessen gewesen. Doch jetzt blickte er immer wieder zu Detective Natalie Gibbs, die ein Glas Weißwein trank. Er beobachtete, wie sie sich eine widerspenstige Haarsträhne hinter das Ohr strich. Die beiden Frauen, die neben ihr saßen, waren ebenso attraktiv, doch er hatte nur Augen für Natalie, seit er mit seinen Freunden im „Blue Pepper“ saß.
Um neun Uhr war das beliebte Lokal in Georgetown, einem Stadtteil von Washington, D. C., gerammelt voll. Eine große Traube von Gästen belagerte die Bar, und im Innenhof spielte eine Salsaband. Unbewusst nahm Sean das alles wahr, genauso wie die Unterhaltung an seinem Tisch, doch sein Hauptinteresse galt der faszinierenden Polizistin.
Die Haare fielen ihr über die Schultern, und in dem schwachen Licht des Bistros sahen die rotgoldenen Locken aus, als würden sie jeden Moment in Flammen aufgehen. Er sehnte sich danach, diese Locken zu berühren.
Sean trank einen großen Schluck von seinem kalten Bier, doch es half nicht, das Feuer, das in ihm brannte, zu löschen. O ja, er war verrückt nach Natalie, und er wollte wissen, warum.
Seit er sie das erste Mal gesehen hatte, war er scharf auf sie. Sie hatten beide undercover zusammengearbeitet – sie für die Polizei, er im Auftrag einer Versicherung. Und es hatte sofort zwischen ihnen gefunkt.
Bisher hatte er noch nichts unternommen, um ihr näher zu kommen. Während der drei Tage ihrer Zusammenarbeit hatte die kühle, reservierte Rothaarige ihn auf Abstand gehalten. Und er hatte es zugelassen, was völlig untypisch für ihn war. Normalerweise nahm er sich, was er wollte, doch bei Natalie Gibbs zögerte er wie ein unreifer Junge.
Vielleicht war es an der Zeit, endlich zu handeln. Heute Abend wirkte sie nicht so kühl und distanziert wie sonst. Wahrscheinlich lag es an der Kleidung. Bei der Arbeit trug sie Hosenanzüge, das Standardoutfit für eine Frau in einer Männerwelt. Doch heute Abend hatte sie eine ärmellose, tief ausgeschnittene Bluse gewählt, die ihre Kurven betonte und viel Haut zeigte.
Sein Blick fiel auf den V-Ausschnitt, der dort endete, wo die Mulde zwischen ihren Brüsten begann, und glitt dann über die winzigen Perlenknöpfe. Unwillkürlich stellte er sich vor, wie er sie einen nach dem anderen aufmachte.
Bei diesem Gedanken wurde er total heiß auf Natalie. Warum zum Teufel zögerte er noch?
Er trank noch einen Schluck von seinem Bier.
„Ist alles okay?“
Sean sah die beiden Männer an, die neben ihm saßen. Tracker McBride hatte die Frage gestellt, während Lucas Wainwright ihn nachdenklich betrachtete.
„Ich glaube, er interessiert sich für diese Polizistin“, bemerkte Lucas.
„Meinst du wirklich?“, gab Tracker zurück.
„Habt ihr, du und Sophie, schon ein Datum für die Hochzeit festgelegt?“, fragte Sean, um vom Thema abzulenken.
Trackers Blick fiel auf die große Blondine, die rechts neben Natalie saß.
Lucas grinste. „Von Mac habe ich gehört, dass Sophie im Herbst heiraten möchte.“
Sean lenkte seinen Blick auf die dritte Frau am anderen Ende des Tisches, Dr. MacKenzie Lloyd Wainwright. Mac und Lucas waren seit einem Jahr verheiratet und erwarteten ihr erstes Kind. Sean hatte sich früher nie vorstellen können, dass einer seiner Freunde einmal heiraten und sesshaft werden würde.
„Da Lucas und ich in festen Händen sind, bist du jetzt an der Reihe“, sagte Tracker.
Sean hob abwehrend beide Hände. „Keine Chance!“ Er lachte. Er war einfach kein Mann zum Heiraten.
Natürlich mochte er Frauen. Sehr sogar. Aber er hatte immer darauf geachtet, dass seine Beziehungen unkompliziert blieben. Dauerhaft war ein Wort, das in seinem Wortschatz nicht existierte.
„Ich weiß nicht“, sagte Tracker. „Sophie meint, zwischen dir und der Polizistin würde es heftig knistern.“
Ein Handy klingelte, und alle drei Männer griffen instinktiv in ihre Hosentaschen. Sean war gerettet. Lucas klappte sein Handy auf und verkündete eine Sekunde später: „Für den Anruf brauche ich etwas mehr Ruhe.“ Er stand auf und signalisierte Tracker, mit ihm zu kommen. Die beiden Freunde arbeiteten zusammen bei Wainwright Enterprises. Lucas leitete das Familienunternehmen, und Tracker war Chef des Sicherheitsdienstes.
Sean trank von seinem Bier und sah wieder zu Natalie. Ihre Blicke trafen sich, und alles andere um ihn herum schien zu verblassen. Die hitzige Diskussion am Nebentisch, das fröhliche Lachen an der Bar, selbst die Musik war nur noch ein leises Summen in seinen Ohren. Die Gesichter der beiden anderen Frauen am Tisch traten in den Hintergrund. Er sah nur noch Natalie.
„He“, sagte Tracker und riss Sean aus seiner Benommenheit, „wir beenden den Abend. Mac ist müde, Lucas und sie fahren nach Hause. Sophie und ich gehen zu Fuß. Soll Lucas dich zum Hotel bringen?“
„Nein.“ Sean stand auf. Morgen früh würde er nach London fliegen, vorher gab es jedoch noch etwas zu tun. Er ging zusammen mit Tracker an das andere Ende des Tisches.
„Tut mir Leid, dass ich so ein Partymuffel bin“, sagte Mac und gähnte herzhaft.
„Ich habe als Erste gegähnt“, sagte Sophie. „Die letzten Tage waren sehr hektisch.“ Sie lächelte Natalie an. „Aber du solltest bleiben. Sean ist ein irrer Tänzer, und die Musik ist toll.“
„Nein, ich …“, begann Natalie und stand auf.
„In einem Punkt hat Sophie Recht“, unterbrach Sean sie. „Die Musik ist klasse.“
„Bitte. Ich will euch nicht den Abend verderben.“ Mac nahm Natalies Hand und drückte sie. „Bleib hier und tanz wenigstens einmal. Wäre ich nicht zum Umfallen müde, würde ich auch tanzen. Es gibt nichts Romantischeres, als unter den Sternen zu tanzen.“
„Was ist schon ein Tanz?“, sagte Sophie leise und küsste Natalie auf die Wange.
Sean wartete, bis die beiden Paare gegangen waren. „Wir müssen nicht tanzen, wenn du Angst vor heißen Rhythmen hast.“
Natalie kniff die Augen zusammen und sah ihn an. „Ich kann zu der Musik tanzen. Aber was ist mir dir?“
Das war genau die Reaktion, auf die Sean gehofft hatte. Bei seiner Arbeit mit der schönen Polizistin hatte er gelernt, dass sie keiner Herausforderung auswich. Das ist der Schlüssel, dachte er, nahm ihre Hand und führte sie in den Innenhof. Wenn er es geschickt anstellte, würden sie noch einiges mehr gemeinsam erleben, bevor die Nacht vorbei war.
In dem Moment, als Sean ihre Hand nahm, wusste Natalie, dass sie einen Fehler beging. Es war nicht das erste Mal, dass er sie berührte. Er war ein Mann, der Körperkontakt suchte. Während der kurzen Zeit ihrer Zusammenarbeit hatte er oft ihren Arm genommen oder eine Hand auf ihren Rücken gelegt. Aber er hatte nie ihre Hand gehalten. Die Geste erregte sie.
Seit sie sich das erste Mal in Sophie Wainwrights Kunstgalerie begegnet waren, dachte sie darüber nach, wie es wäre, ihn näher kennen zu lernen. Sie sah ihn verstohlen von der Seite an, als er sie durch die Menge führte. Sean Mitchell war ein Mann, nach dem sich alle Frauen umdrehten.
Er war groß und schlank und trug einen Armani-Anzug mit der gleichen lässigen Eleganz wie verwaschene Jeans. Seine Haarfarbe changierte von Blond bis Braun, seine Augenfarbe lag irgendwo zwischen Rauchgrau und Blau. Und er hatte ein unglaublich sympathisches Lachen.
Aber in den drei Tagen, die sie Seite an Seite gearbeitet hatten, waren es seine Hände gewesen, die sie am meisten fasziniert hatten – Hände, die eine wertvolle Skulptur genauso geschickt hielten wie eine Waffe. Mehr als einmal hatte sie sich vorgestellt, wie diese wohl geformten langgliedrigen Finger eine Frau streichelten.
Aber die Tatsache, dass sie eingesetzt worden waren, um Sophie Wainwright vor einem skrupellosen Killer zu beschützen, hatte sie davor bewahrt, irgendwelche Fantasien auszuleben. Doch jetzt war Sophie in Sicherheit. Der Fall war abgeschlossen. Es gab nichts mehr, was sie von diesem Mann ablenken konnte. Und sie begehrte ihn mit einer Intensität, die sie noch nie verspürt hatte.
Warum?
Die Antwort bekam sie, als Sean sie in seine Arme zog. Ihr wurde heiß, und jeder Nerv in ihrem Körper schien zum Leben zu erwachen. Bei keinem anderen Mann war ihr das bisher passiert, und sie wusste, dass dies nur ein Vorgeschmack auf das war, was sie in seinen Armen erleben würde, wenn sie es zuließ. Warum zögerte sie überhaupt?
„Wir passen perfekt zusammen“, murmelte er.
Hatte sie das nicht immer gewusst? Sie war groß, doch er war größer. Sein Kinn streifte ihre Haare, und als er sie über die kleine Tanzfläche führte, presste er seinen Schenkel an ihren. Sie kam ins Stolpern, und Sean zog sie noch enger an sich.
„Entspann dich“, flüsterte er ihr ins Ohr und strich mit den Fingern über ihren Rücken. „Hör einfach auf die Musik, und lass dich gehen.“
Sich gehen lassen. Natalie unterdrückte einen Seufzer. Genau dagegen kämpfte sie an. Sie hatte sich immer etwas darauf eingebildet, sich in Bezug auf Männer unter Kontrolle zu haben. Zwei Jahre bei einer Sondereinheit der Polizei in Washington, D. C., hatten ihr genügend Gelegenheit gegeben, Erfahrungen im Umgang mit Männern zu sammeln, egal ob im Job oder im Schlafzimmer. Bei den zwei ernsthaften Beziehungen, die sie gehabt hatte, hatten beide Männer Probleme damit gehabt, dass sie Polizistin war, und sie hatte gelernt, nicht zu viel Gefühl in eine Beziehung zu investieren.
...| Erscheint lt. Verlag | 5.7.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Digital Edition |
| Digital Edition | Digital Edition |
| Übersetzer | Brigitte Marliani-Hörnlein |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Alles riskieren • bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Frech • Liebesgeschichte • Liebesroman • romantisch • Romantische Bücher • Sexy |
| ISBN-10 | 3-7337-7896-0 / 3733778960 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-7896-5 / 9783733778965 |
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