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Die Lady und der Wüstenprinz (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
256 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-6801-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Lady und der Wüstenprinz - Marguerite Kaye
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Wie ein Prinz aus 1001 Nacht sieht Scheich Kadar aus! Bebend tritt Lady Constance Montgomery dem attraktiven Herrscher in seiner prunkvollen Marmorhalle entgegen. Aufgrund eines Unglücks ist sie an den Gestaden seines Königreichs gestrandet. So schnell wie möglich müsste sie das nächste Schiff nach Indien nehmen, wo ihr unbekannter Verlobter auf sie wartet. Doch unter Kadars sinnlichem Blick spürt Constance ein pikantes Verlangen. Und der betörende, wenn auch skandalöse Vorschlag des stolzen Wüstenprinzen führt die junge Schönheit in nie gekannte Versuchung ...



<p>Marguerite Kaye ist in Schottland geboren und zur Schule gegangen. Ursprünglich hat sie einen Abschluss in Recht aber sie entschied sich für eine Karriere in der Informationstechnologie. In ihrer Freizeit machte sie nebenbei einen Master - Abschluss in Geschichte. Sie hat schon davon geträumt Autorin zu sein, als sie mit neun Jahren einen Wettbewerb in Poesie gewann. 30 Jahre später hatte sie mit einem Historical Roman den Durchbruch. <br/></p>

1. KAPITEL

Königreich Murimon, Arabien – Mai 1815

Das Sonnenlicht begann gerade zu verblassen, als Kadar das Ziel seiner Reise erreichte. Er führte seine bescheidene Karawane, die lediglich aus dem Kamel, auf dem er saß, und zwei bepackten Maultieren bestand, durch die breite Talebene, in der Murimons größte Oasen die Felder und Obstgärten tränkten. Die dicht nebeneinander wachsenden Dattelpalmen mit ihren reifenden Früchten schützten sie vor der erbitterten Hitze der Wüstensonne. Hoch über ihnen emporragend, schenkten ihnen die schroffen Felswände der Berge Murimons, die er gerade überquert hatte, weiteren Schutz. Die silbergrauen Felsen glitzerten in der Sonne wie Ocker, Gold und Bernstein.

Die kleine Stadt, die die Oase versorgte, war an den Ausläufern dieser Berge gebaut – ein abschüssiger Wirrwarr von Häusern und Dächern, die sich unsicher an den Hang klammerten, um jedes kostbare Stückchen ebenen Landes für den notwendigen Anbau freizulassen. Das köstliche Aroma von gebratenem Ziegenfleisch wehte auf einer sanften Brise zu ihm herüber, ebenso wie gedämpftes Stimmengemurmel. Es war kaum wahrscheinlich, dass er erkannt werden würde. Dafür würde schon sein erst kürzlich beendetes, selbst auferlegtes, sieben Jahre langes Exil sorgen, ebenso wie der allgemeine Zustand der tiefen Trauer, die im Königreich herrschte. Dennoch wendete er den Blick ab und führte sein Kamel und die Maultiere an der Stadt vorbei und auf den letzten Bergpass zu, den er noch überwinden musste. Dabei hatte er die Kufiya, das traditionelle Kopftuch, weit ins Gesicht gezogen, sodass nur die Augen frei blieben.

Sein Bruder hätte nie auch nur in Betracht gezogen, auf eine solch unauffällige Weise zu reisen. Butrus wäre in königlicher Pracht geritten und am Kopf einer Karawane ebenso prachtvollen Ausmaßes, dazu gedacht, allen seine Erhabenheit kundzutun. Seine Untertanen sollten dazu ermutigt werden, ihrem Führer Ehre zu erweisen, ihn zu bestaunen und zu verehren und sich im üppigen Glanz seiner fürstlichen Persönlichkeit zu sonnen. Butrus jedoch war tot. Er, Kadar, war jetzt Prinz von Murimon. Und ein solcher Pomp verursachte ihm Unbehagen, wenn er auch allmählich erkannte, dass seine persönlichen Ansichten sich recht oft von denen seiner Untertanen unterschieden und von dem, was sie von ihm erwarteten.

Drei kurze Monate regierte Kadar jetzt, und die ganze Bandbreite und Last seiner Verantwortung waren ihm während dieser Zeit immer klarer geworden. Eine Verantwortung, die er niemals gezwungen gewesen wäre anzunehmen, wenn das Schicksal sich nicht so grausam gewendet hätte. Er war aus seinem Exil zurückgekehrt, um als geehrter Gast an der Hochzeit seines Bruders teilzunehmen. Stattdessen hatte er zur Beerdigung seines Bruders gehen müssen. Kadars Bereich war jetzt nicht mehr die Palastbibliothek, in der er mehr oder weniger gelebt hatte, als er hier aufgewachsen war, sondern das gesamte Reich. Menschen, nicht Bücher, waren jetzt sein täglich Brot. Statt zu studieren und sich mit den komplexen Gesetzen sowohl der antiken, als auch der modernen Welt zu beschäftigen, oblag nun ihm als Herrscher Murimons persönlich die Rechtsprechung in seinem Reich.

Nachdem er den schmalen Pass hinter sich gelassen hatte und auf dem Plateau angekommen war, brachte er sein Kamel zum Stehen. Unter ihm lag der Palast, dessen großzügig angelegter Hof bereits beleuchtet wurde. Unzählige Laternen hingen in den vielen Palmen, die in zwei Reihen von fast militärischer Genauigkeit bis zur Eingangspforte des Palastes führten. Der gewundene Weg, der sich die Klippen hinab bis zum Hafen entlangwand, wurde ebenfalls von Lampen erleuchtet, die wie Sterne, die die Abenddämmerung begrüßten, im schwächer werdenden Licht aufblinkten. Dahinter konnte man die zwei Arme des Hafens erblicken, den dunklen Schatten der Schiffe und den weit ausholenden Bogen des Arabischen Meeres.

Die Sonne ging am Horizont unter, eine goldene Kugel, prächtig umgeben von Blutrot, Scharlach und Dunkelrosa. Das rhythmische Rauschen der Wellen gegen die Küste hörte sich an wie ein geflüstertes Wiegenlied. Es war dieses Meer, das ihm in all den Jahren gefehlt hatte. Kein anderes war so strahlend blau und parfümierte die Luft mit dieser einzigartigen Mischung aus Salz und Hitze. Kadar atmete mehrere Male tief ein. Das Ergebnis der kurzen Reise zu einem nachbarlichen Königreich, die er gerade hinter sich hatte, sein erster offizieller Staatsbesuch, hatte ihn ein für alle Mal verändert. Jetzt zwang er sich zu akzeptieren, dass seine eigenen Wünsche und Begierden nicht mehr von Bedeutung waren. Er war zuerst ein Prinz und erst dann ein Mensch und Mann. Sein ungewolltes Erbe hatte jetzt vor allem anderen Vorrang. Kadar konnte sich zwar damit abfinden, das Königreich zu übernehmen, das er schon immer geliebt hatte. Aber was die Fremde anging, die er als Braut sozusagen geerbt hatte …

Nein! Alles in ihm begehrte dagegen auf. Echos aus der Vergangenheit, dunkle, schmerzliche Erinnerungen, denen zu entkommen er versucht hatte, als er um die halbe Welt gereist war, besaßen noch immer die Macht, ihm das Herz zu zerreißen. Er konnte es nicht ertragen. Und doch musste er …

Er durfte keine Vergleiche ziehen zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Und auf keinen Fall durfte er bei den Ähnlichkeiten verweilen, sondern musste sich auf die Unterschiede konzentrieren. Außerdem hatte diese bestimmte Frau ihre Gleichgültigkeit ihm gegenüber nur allzu deutlich gemacht – ein Gefühl übrigens, das er trotz ihrer eindrucksvollen Schönheit vollkommen erwiderte. Das sollte eigentlich alles vereinfachen. Und es gab auch keinen Grund, etwa Gefühle vorzutäuschen, die er nun einmal nicht fähig war zu empfinden. Weder jetzt noch sonst irgendwann wieder.

Das sollte es vereinfachen, und dennoch konnte er sich einfach nicht dazu durchringen, sich mit diesem leidenschaftslosen Kontrakt abzufinden. Aber er musste sich wappnen. Er musste daran denken, dass sein Volk diese Hochzeit brauchte. Auf diese Weise würde er das Andenken seines Bruders ehren, indem er Butrus’ Vision einer neuen königlichen Dynastie und eines Erben erfüllte. Noch wichtiger war Kadar jedoch die Aussicht auf eine großzügige Mitgift, mit der er Murimon verwandeln würde, es in das neunzehnte Jahrhundert versetzen und seinem Volk eine goldene Zukunft sichern würde.

Ja, das konnte er tun. Es war ein enormes persönliches Opfer, das sich jedoch auf lange Sicht mehr als lohnen würde.

Arabisches Meer – drei Wochen früher

Das Unwetter braute sich bereits seit einer Weile unheilvoll am Horizont zusammen. Lady Constance Montgomery stand an ihrem gewohnten Platz an Deck des Ostindien-Segelschiffs Kent und beobachtete, wie die grauen Wolken sich sammelten und zu vermehren schienen, als wären sie einer unhörbaren Aufforderung gefolgt.

Sie befanden sich nun bereits seit neun Wochen auf See. Captain Cobb glaubte, sie würden noch weitere drei Wochen brauchen, um Bombay zu erreichen. Nur noch drei Wochen, bis Constance zum ersten Mal dem Ostindien-Händler begegnen würde, der ihr Mann werden sollte. So sehr sie sich auch bemühte, es wollte ihr einfach nicht gelingen, die Übelkeit zu unterdrücken, die sie jedes Mal überkam, wenn sie an die Verpflichtung dachte, die sie um die halbe Welt hatte reisen lassen.

Constance hatte sich gegen diese Heirat gewehrt, die für jeden außer ihr selbst so viele Vorteile zu bringen schien. Sie hatte argumentiert, sie hatte sich in ihrer Verzweiflung jede Menge anderer Alternativen einfallen lassen. Und zu ihrer Schande hatte sie am Ende sogar Zuflucht zu Tränen genommen. Aber nachdem all ihre Kriegslisten versagt hatten, und als ihr klar geworden war, dass ihr Schicksal endgültig besiegelt war, hatte sie sich gefügt. Beim Betreten der Kent hatte sie jedoch eher das Gefühl gehabt, gleich von einer Klippe zu springen, und das Gefühl war so lebendig gewesen, dass sie unwillkürlich die Augen zusammengekniffen hatte, um die Erde nicht auf sich zurasen zu sehen. Doch die Erde, also die arrangierte Ehe mit dem reichen Händler, raste zwar nicht auf sie zu, kam aber dennoch unaufhaltsam näher, während der Ostindienfahrer den Ozean mithilfe der launischen Winde überquerte und Bombay in immer greifbarere Nähe rückte. Constance graute inzwischen vor der Ankunft. Diese Ehe – eigentlich jede Ehe – ging vollkommen gegen ihre Neigungen.

Ach, herrje! Sie hatte sich doch geschworen, nie wieder über alles nachzugrübeln. Der Vertrag war abgeschlossen – denn diese sogenannte Heirat war nicht viel mehr als ein Geschäftsabkommen. Die enorme Summe Geldes, die Papa gebraucht hatte, um die Güter zu retten, war pünktlich von Mr. Gilmour Edgbaston geschickt worden. Die Ware in Form von Constance musste nun also ebenfalls geliefert werden. Es hat keinen Zweck, dass du ständig dein Schicksal beklagst, sagte sich die wohl teuerste „Ware“ auf diesem Schiff. Dir bleibt nur noch, das Beste daraus zu machen.

Ein ausgezeichneter Vorsatz, den sie sich fest vorgenommen hatte, bevor die Reise begann. Aber da war sie auch noch von Mamas glücklichem Lachen und deren zuversichtlicher Behauptung gestärkt worden, dass sie das einzig Richtige tue. Doch jetzt, so weit von daheim entfernt, und mit viel zu viel Zeit zu ihrer Verfügung, in der sie sich die Endgültigkeit ihrer Situation deutlich machen konnte, war Constance sich gar nicht mehr so sicher, dass Mamas schlichte Philosophie, Geld sei die Quelle allen Glücks, auch wirklich stimmte. Nicht, dass sie je so etwas geglaubt hätte. Sie hatte nur ganz einfach nicht die Wahl gehabt, sich...

Erscheint lt. Verlag 27.6.2017
Reihe/Serie Historical MyLady
Historical MyLady
Historical MyLady
Übersetzer Eleni Nikolina
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Historische Romane
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Adlig • bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora historical • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • glamourös • heldenhaft • Historical MyLady • Historische Liebesromane • historisch roman • Hot Arabian Nights • Liebesgeschichte • Liebesroman • Regency • Romantische Bücher • Sommer der Liebe • SpringSale24_2 • viktorianisch
ISBN-10 3-7337-6801-9 / 3733768019
ISBN-13 978-3-7337-6801-0 / 9783733768010
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