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Ein gefährlicher Gegner (eBook)

Ein Fall für Tommy & Tuppence
eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
224 Seiten
Atlantik Verlag
978-3-455-17123-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Ein gefährlicher Gegner -  Agatha Christie
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»Zwei junge Abenteurer suchen Beschäftigung. Bereit zu allem, gleich wo. Gute Bezahlung Voraussetzung. Unvernünftige Angebote werden berücksichtigt.« Mit dieser Anzeige suchen der vorsichtige Tommy und die unerschrockene Tuppence Arbeit, und sie müssen nicht lange auf ihren ersten Fall warten: Beim Untergang des Luxusschiffes S.S. Lusitania sind hochsensible Regierungspapiere verloren gegangen. Gleichzeitig müssen sie auch die mysteriöse Jane Finn suchen. Mehrmals gerät das ungleiche Paar in Gefahr und stößt auf eine abgründige Verschwörung ...

Agatha Christie begründete den modernen britischen Kriminalroman und avancierte im Laufe ihres Lebens zur bekanntesten Krimiautorin aller Zeiten. Ihre beliebten Helden Hercule Poirot und Miss Marple sind - auch durch die Verfilmungen - einem Millionenpublikum bekannt. 1971 wurde sie in den Adelsstand erhoben. Agatha Christie starb 1976 im Alter von 85 Jahren.

Agatha Christie begründete den modernen britischen Kriminalroman und avancierte im Laufe ihres Lebens zur bekanntesten Krimiautorin aller Zeiten. Ihre beliebten Helden Hercule Poirot und Miss Marple sind - auch durch die Verfilmungen - einem Millionenpublikum bekannt. 1971 wurde sie in den Adelsstand erhoben. Agatha Christie starb 1976 im Alter von 85 Jahren.

Cover
Titelseite
All denen,
Prolog
1 Die Junge-Abenteurer-GmbH
2 Mr Whittingtons Angebot
3 Ein Rückschlag
4 Wer ist Jane Finn?
5 Mr Julius P. Hersheimmer
6 Ein Schlachtplan
7 Das Haus in Soho
8 Tommys Abenteuer
9 Tuppence geht in Dienst
10 Sir James Peel Edgerton tritt auf
11 Julius erzählt eine Geschichte
12 Ein Freund in der Not
13 Die Nachtwache
14 Sprechstunde
15 Tuppence erhält einen Antrag
16 Tommys weitere Abenteuer
17 Annette
18 Das Telegramm
19 Jane Finn
20 Zu spät
21 Tommy macht eine Entdeckung
22 In der Downing Street
23 Ein Wettlauf mit der Zeit
24 Julius macht einen Stich
25 Janes Geschichte
26 Mr Brown
27 Eine Dinner-Party im Savoy
28 Und danach
Über Agatha Christie
Impressum

1 Die Junge-Abenteurer-GmbH


»Tommy, alter Knabe!«

»Tuppence, altes Haus!«

Die zwei jungen Leute begrüßten sich herzlich und verstopften vorübergehend den U-Bahn-Ausgang Dover Street. Das Adjektiv »alt« war irreführend. Sie hätten gemeinsam kaum fünfundvierzig Jahre zusammengebracht.

»Hab dich ja seit Ewigkeiten nicht gesehen«, fuhr der junge Mann fort. »Wo wolltest du hin? Gehen wir doch zusammen einen Happen essen. Wir machen uns hier allmählich unbeliebt – wie wir sozusagen die Gangway blockieren. Lass uns hier verschwinden.«

Das Mädchen erhob keine Einwände, und sie schlugen die Dover Street in Richtung Piccadilly ein.

»So«, sagte Tommy, »und wo gehen wir jetzt hin?«

Die leise Spur von Beklommenheit in seinem Tonfall blieb dem scharfen Gehör von Miss Prudence Cowley (die in ihrem Freundeskreis aus unerfindlichen Gründen als »Tuppence« bekannt war) nicht verborgen. Sie legte sofort den Finger auf die Wunde.

»Tommy, du bist abgebrannt!«

»Nicht die Bohne«, behauptete Tommy wenig überzeugend. »Ich schwimme in Zaster.«

»Du warst schon immer ein miserabler Lügner«, sagte Tuppence streng, »auch wenn es dir damals gelungen ist, Sister Greenbank einzureden, der Arzt hätte dir Bier als Stärkungsmittel verschrieben, nur leider vergessen, das auf deiner Krankenkarte zu vermerken. Weißt du noch?«

Tommy gluckste.

»Na, und ob ich das noch weiß! Was ist die alte Schachtel fuchsig geworden, als sie das rausgefunden hat! Aber sie war schon keine üble Type, die alte Mutter Greenbank. Das gute alte Lazarett – ›ins Zivilleben entlassen‹, vermute ich mal, wie alles andere auch?«

Tuppence seufzte.

»Ja. Du auch?«

Tommy nickte.

»Vor zwei Monaten.«

»Abschiedssold?«, fragte Tuppence vorsichtig an.

»Ausgegeben.«

»Ach, Tommy!«

»Nein, altes Haus, nicht für zügellose Ausschweifungen. Schön wär’s! Ich weiß ja nicht, ob du dir bewusst bist, was das bloße Leben, das ganz gewöhnliche Feld-, Wald- und Wiesenleben, heutzutage so kostet, aber …«

»Mein lieber Junge«, unterbrach ihn Tuppence, »es gibt nichts, was ich über Lebenshaltungskosten nicht wüsste. Komm, wir gehen hier ins Lyons’, und jeder zahlt für sich. Fertig, aus!« Und Tuppence stieg vor ihm die Treppe hinauf.

Das Lokal war voll, und während sie auf der Suche nach einem Tisch herumwanderten, schnappten sie hier und da einzelne Gesprächsfetzen auf.

»Und wissen Sie, was? Wie ich ihr sagte, dass sie die Wohnung doch nicht haben könnte, da hat sie sich hingesetzt und losgeweint!« »Es war einfach ein Schnäppchen, meine Liebe! Exakt wie der, den Mabel Lewis aus Paris mitgebracht hat …«

»Komische Sachen, die man so zu hören bekommt«, murmelte Tommy. »Heute bin ich auf der Straße an zwei Burschen vorbeigegangen, die sich über eine gewisse Jane Finn unterhielten. Hast du je einen solchen Namen gehört?«

Aber gerade in dem Moment standen zwei ältere Damen auf und sammelten ihre Pakete ein, und Tuppence okkupierte geschickt einen der frei gewordenen Stühle.

Tommy bestellte Tee und Rosinenbrötchen. Tuppence bestellte Tee und Buttertoast.

»Und dass Sie den Tee ja in getrennten Kannen bringen!«, fügte sie streng hinzu.

Tommy nahm ihr gegenüber Platz. Jetzt ohne Hut, zeigte er einen dichten, tadellos glatt pomadisierten roten Schopf. Sein Gesicht war von einer sympathischen Hässlichkeit – ohne besondere Kennzeichen, aber unverwechselbar das Gesicht eines Gentleman und Sportsmanns. Sein brauner Anzug war gut geschnitten, hatte aber ganz entschieden schon bessere Tage gesehen.

Wie sie da zusammensaßen, waren sie das Inbild des modernen Paares. Tuppence konnte keinen Anspruch auf Schönheit erheben, aber in den elfenhaften Zügen ihres Gesichts mit dem entschlossenen Kinn und den großen, weit auseinanderstehenden Augen, die unter geraden schwarzen Brauen hervorsahen, lagen Charakter und Charme. Auf dem schwarzen Bubikopf trug sie eine kleine knallgrüne Toque, und ihr extrem kurzer und ziemlich abgetragener Rock offenbarte zwei ungewöhnlich wohlgeformte Waden. Ihre Erscheinung stellte einen tapferen Versuch zum Schicksein dar.

Endlich kam der Tee, und Tuppence raffte sich aus einem Anfall von Verinnerlichung auf und schenkte ein.

»Also dann«, sagte Tommy und biss herzhaft in ein Rosinenbrötchen, »bringen wir uns auf den neusten Stand. Und denk dran, ich hab dich seit damals im Lazarett, 1916, nicht mehr gesehen.«

»Schön.« Tuppence bediente sich großzügig vom Buttertoast. »Kurzbiographie Miss Prudence Cowley, fünfte Tochter von Erzdiakon Cowley von Little Missendell, Suffolk. Miss Cowley gab schon im ersten Kriegsjahr die Freuden (und Plagen) ihres Elternhauses auf und kam nach London, wo sie in einem Offizierslazarett den Dienst aufnahm. Erster Monat: spült täglich sechshundertachtundvierzig Teller. Zweiter Monat: rückt zum Abtrocknen obenerwähnter Teller auf. Dritter Monat: rückt zum Kartoffelschälen auf. Vierter Monat: rückt zum Portionieren von Brot und Butter auf. Fünfter Monat: rückt einen Stock höher zu den Pflichten eines Dienstmädchens mit Schrubber und Putzeimer auf. Sechster Monat: rückt zur Kantinenbedienung auf. Siebter Monat: rückt infolge eklatant ansprechenden Äußeren und ebensolcher Manieren zur Bedienung der Schwestern auf! Achter Monat: Karriere erleidet geringfügigen Rückschlag. Sister Bond hat Sister Westhavens Eier aufgegessen! Riesentrara! Schuld eindeutig beim Dienstmädchen! Unaufmerksamkeit in derlei wichtigen Dingen nicht streng genug zu ahnden: Zurück zu Schrubber und Eimer! Sic transit und so weiter! Neunter Monat: rückt zur Stationsschrubbkraft auf, in welcher Eigenschaft sie in Lieutenant Thomas Beresford (verbeug dich, Tommy!) einen Freund aus Kindertagen wiederfindet, den sie seit fünf langen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Das Wiedersehen war herzergreifend! Zehnter Monat: wird von Oberin wegen Kinobesuchs in Begleitung eines Patienten, nämlich des obengenannten Lieutenant Thomas Beresford, gerügt. Elfter und zwölfter Monat: Putzmädchenpflichten mit vollem Erfolg wiederaufgenommen. Verlässt am Ende des Jahres das Lazarett mit Glanz und Gloria. Im Anschluss daran chauffierte die talentierte Miss Cowley nacheinander einen Lieferwagen, einen Lastkraftwagen und einen General. Letzterer war am angenehmsten. Es war ein sehr junger General!«

»Wer war der Kerl?«, erkundigte sich Tommy. »Absolut degoutant, wie diese Lamettaträger ständig zwischen Savoy und Kriegsministerium hin und her zu pendeln pflegten!«

»Der Name will mir momentan nicht einfallen«, gestand Tuppence. »Aber er stellte in gewissem Sinne den Höhepunkt meiner Karriere dar. Als Nächstes war ich Tippse in Staatsdiensten. Wir veranstalteten mehrere sehr vergnügliche Teegesellschaften. Ich hatte eigentlich vorgehabt, zur Abrundung meiner beruflichen Laufbahn noch Landhelferin, Postbotin und Busfahrerin zu werden – aber da kam mir der Waffenstillstand dazwischen! Viele Monate lang klammerte ich mich wie eine Klette an meinen Büroposten, doch ach, zuletzt wurde ich doch ausgekämmt. Seitdem bin ich auf Arbeitssuche. Und jetzt bist du dran.«

»In meiner Geschichte kommen nicht so viele Beförderungen vor«, sagte Tommy bedauernd. »Und erheblich weniger Abwechslung. Wie du weißt, bin ich damals wieder nach Frankreich zurück. Dann hat man mich nach Mesopotamien abkommandiert, und ich wurde zum zweiten Mal verwundet und kam dort in ein Lazarett. Dann blieb ich in Ägypten hängen, bis der Waffenstillstand kam, drehte dort noch eine Weile Däumchen und wurde schließlich, wie schon gesagt, aus der Armee entlassen. Und seit zehn langen, ermüdenden Monaten laufe ich mir die Hacken nach einer Stelle ab! Es gibt keine Stellen! Und selbst wenn’s welche gäbe, würde man mir keine geben! Wozu tauge ich schon? Was weiß ich vom Geschäftsleben? Gar nichts.«

Tuppence nickte düster.

»Wie steht’s mit den Kolonien?«, schlug sie vor.

Tommy schüttelte den Kopf.

»Die Kolonien wären mir nicht so recht – und ich bin mir absolut sicher, dass ich ihnen auch nicht recht wäre!«

»Reiche Verwandte?«

Wieder schüttelte Tommy den Kopf.

»Ach Tommy, nicht mal eine Großtante?«

»Ich hab einen alten Onkel, der in Moneten mehr oder weniger schwimmt, aber der kommt nicht infrage.«

»Warum nicht?«

»Wollte mich seinerzeit adoptieren. Hab dankend abgelehnt.«

»Ich meine, davon gehört zu haben«, sagte Tuppence langsam. »Du hattest es wegen deiner Mutter abgelehnt …«

Tommy errötete.

»Ja, es wäre ziemlich schofel gegenüber der alten Dame gewesen. Wie du weißt, war ich alles, was sie hatte. Der alte Knabe konnte sie nicht ausstehen – wollte mich von ihr trennen. Aus purer Gehässigkeit.«

»Deine Mutter ist tot, nicht?«, sagte Tuppence sanft.

Tommy nickte.

Tuppence’ große graue Augen verschleierten sich.

»Du bist ein anständiger Kerl, Tommy. Hab ich schon immer gewusst.«

»Quatsch!«, sagte Tommy hastig. »Tja, so sieht’s also mit mir aus. Ich steh kurz vor dem Strick.«

»Geht mir genauso! Ich hab so lange durchgehalten, wie ich konnte. Ich hab Klinken geputzt. Ich habe auf Annoncen geantwortet. Ich habe alles Menschenmögliche versucht, und noch ein bisschen extra. Ich hab gespart und geknausert und gedarbt! Aber es führt zu nichts. Ich werd wohl nach Hause zurückmüssen!«

»Willst du das nicht?«

»Natürlich nicht! Was sollen die Gefühlsduseleien?...

Erscheint lt. Verlag 18.7.2017
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Christie • detective • Detektiv • England • Ermittler • Ermittlungen • Geheimdienst • Kommissar • Krimi • Kriminalpolizei • Kriminalroman • Kriminalromane • Krimis • Krimiserie • London • Polizei • Polizist • Privatdetektiv • Spannungsroman • Thriller • Tommy Beresford • Tuppence Beresford • Verbrechen • Verschwörung
ISBN-10 3-455-17123-0 / 3455171230
ISBN-13 978-3-455-17123-5 / 9783455171235
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