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Dr. Stefan Frank 2400 (eBook)

Doch wirst du mich auch morgen lieben?

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Aufl. 2017
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-4748-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Dr. Stefan Frank 2400 - Stefan Frank
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Sarah Pfeiffer ist verzweifelt. Gerade hat Dr. Stefan Frank ihr eröffnet, unter welcher Krankheit sie leidet. Schon seit Wochen wird die Journalistin von einer rätselhaften Müdigkeit und ständigen Schwindelanfällen geplagt. Nun also hat sie endlich Gewissheit. Doch diese Gewissheit fühlt sich alles andere als erleichternd an, denn obwohl der Grünwalder Arzt versucht hat, die junge Frau zu beruhigen, ist doch nur eine Erkenntnis zu ihr durchgedrungen: Ihr Leben wird nie mehr so sein, wie es einmal war. Mit der Unbeschwertheit früherer Jahre ist es ein für alle Mal vorbei.


Als sie an ihren Freund denkt, durchfährt Sarah ein schmerzhafter Stich. Sie liebt Vincent so sehr, doch wie soll eine glückliche Beziehung unter diesen Umständen aufrechterhalten werden?
Spätestens, wenn er sein Leben durch ihre Krankheit einschränken muss, werden Vincents Gefühle schnell erkalten. Und Sarah weiß genau, dass sie es nicht ertragen wird, dabei zuzusehen, wie ihre Liebe langsam stirbt.

„Einen Kaffee, bitte!“ Aufatmend ließ sich Sarah Pfeiffer auf den Hocker am Tresen fallen und stellte ihren Thermobecher ab. Sie schob ihre langen braunen Locken aus der Stirn und sah den Besitzer des Coffeeshops bittend an.

„Kommt sofort.“ Auch nach den fünf Jahren, die er inzwischen in München lebte, hörte man Jack Morgan noch an, dass er ursprünglich aus England stammte. Genauer gesagt, aus einem kleinen Dorf in den Cotswolds. Er war seiner Freundin zum Studium nach Deutschland gefolgt.

Ihre Beziehung hatte das erste Jahr nicht überstanden, aber Jack hatte sich in die bayerische Metropole verliebt, war geblieben und hatte nach dem Abschluss seines Studiums sein eigenes Geschäft eröffnet.

Sarah und Jack hatten sich in einem Kochkurs kennengelernt, zu dem sie sich beide eingeschrieben hatten. Während der Sommermonate, in denen sie mit mehr oder weniger großem Erfolg gemeinsam gelernt hatten, wie man Steaks briet und ein Soufflé hinbekam, das nicht gleich wieder in sich zusammenfiel, waren sie Freunde geworden.

Jack spähte zu Sarahs Becher. Dann stemmte er die Hände in die Hüften.

„Du bringst einen Kaffee mit in meinen Coffeeshop?“

„Der Becher ist schon lange leer.“ Sarah rutschte unruhig auf ihrem Platz herum. „Ich brauche dringend Nachschub!“

Jack stellte einen Becher vor sie hin und schenkte ihr aus einer großen Kanne ein.

„Der Wievielte ist das heute?“

„Der … zweite?“

„Sarah?!“

„Na gut, der fünfte.“

„Ist nicht dein Ernst.“

„Du hast gefragt.“

„So viel Koffein kann unmöglich gesund sein. Dein Magen ist nicht mit Eisen ausgekleidet, weißt du? Nun, ich werde dir dazu ein paar Waffeln machen.“

„Musst du nicht“, wehrte Sarah ab. „Ich habe keinen Hunger.“

„Um Waffeln zu essen, braucht man keinen Hunger, sondern lediglich eine Gabel“, belehrte Jack sie. Er heizte das Waffeleisen auf und goss Teig auf die Platten. Es zischte, und wenig später verbreitete sich der süße Duft von frischen Waffeln in dem Lokal.

Im Hintergrund sang James Morrison I wont’t let you go.

Jack arrangierte die Waffeln auf einem Teller, fügte frische Erdbeeren hinzu und bestreute alles mit Puderzucker.

„Gönn deinem Magen mal etwas Abwechslung.“

„Vom Magen direkt auf die Hüften“, murmelte sie seufzend.

„Auf welche Hüften?“ Stirnrunzelnd sah er sie an. „Du Hungerhaken hast doch gar keine. Dass Vincent sich nicht ständig blaue Flecken an dir holt, ist mir ein Rätsel.“

„Falls das ein Kompliment sein sollte: Daran musst du noch arbeiten.“

„Ich habe nur eine Tatsache festgestellt.“

„Wenn das so ist, brauchst du eine Brille.“

„Mit meinen Augen ist alles in Ordnung.“

„Dann guck lieber noch mal hin.“

„Ich glaube nicht, dass das deinem Freund so recht wäre.“ Jacks meergrüne Augen funkelten. Der Schlagabtausch schien ihm sichtlich Spaß zu machen. „Iss“, mahnte er dann.

Sarah tauchte ihre Gabel in die Waffel und kostete. Sie fühlte sich müde und antriebslos – und das nicht erst seit diesem Tag. Das ging schon seit Wochen so. Morgens wusste sie kaum, wie sie aus dem Bett finden sollte. Seufzend schlang sie eine Hand um ihren Kaffeebecher.

„Ich bin so müde. Ohne Koffein bleibe ich stehen wie eine Uhr, bei der man vergessen hat, sie aufzuziehen.“

„Es gibt jetzt Uhren mit Solar-Batterien. Die laufen immer.“

„Davon bin ich leider Lichtjahre entfernt. Außerdem bräuchte es dazu Sonne, und davon haben wir im Moment nicht allzu viel.“

Sarah spähte über ihren Becher hinweg durch das Schaufenster des Coffeeshops nach draußen. München versank geradezu im Regen! Bleigraue Wolken ballten sich über der Stadt zusammen und entließen einen heftigen Regen, der von außen gegen die Scheiben trommelte.

Die Straße war übersät mit Pfützen. Dazu waberten Dunstschwaden durch die beliebte Münchner Einkaufsstraße. Bei schönem Wetter waren hier zahlreiche Menschen unterwegs. An diesem Nachmittag herrschte jedoch auffallend wenig Betrieb. Das Wetter hielt die meisten Menschen daheim. Es war so trübe, dass man hätte denken können, es wäre noch Februar und nicht schon Anfang Juni.

„Hast du für heute Feierabend?“, erkundigte sich Jack.

„Schön wär’s. Ich muss gleich noch zu einem Termin in den Tiergarten.“

„Du bist ständig am Arbeiten. Was sagt denn dein Freund dazu?“

„Vincent versteht das schon.“ Ihr Herz machte einen Satz, als sie an den geliebten Mann dachte. Vincent war Toxikologe und an der Universität angestellt. Mit seiner großen, kräftigen Statur und den braunen Augen war er ihr Traummann.

Er brachte sie zum Lachen und gab ihr das Gefühl, in seinen Armen sicher zu sein. Ganz egal, was das Leben für sie bereithalten mochte.

„In der Redaktion geht demnächst ein Kollege in den Ruhestand. Der Chef hat durchblicken lassen, dass er den Posten mit mir besetzen will. Ich träume schon lange von einer Festanstellung, und jetzt ist sie zum Greifen nah. Das will ich mir auf keinen Fall verbauen, indem ich Aufträge schleifen lasse.“

„Willst du dein Können wirklich an ein Anzeigenblatt verschwenden?“

„Die Arbeit macht mir Spaß. Außerdem ist das Leben als freie Journalistin kein Zuckerschlecken. Man weiß nie, ob man im nächsten Monat genügend Aufträge haben wird, um die Miete zu bezahlen. Ich habe diese Ungewissheit satt.“

„Trotzdem finde ich, dass du etwas Besseres verdienst. Du weißt mehr über Literatur und Politik als irgendjemand sonst, den ich kenne. Außerdem schreibst du großartige Texte. Du solltest für eine große Tageszeitung oder das Fernsehen arbeiten, nicht für ein Anzeigenblatt, das nur ein paar Platzfüller zwischen den Werbeseiten braucht, um sich den Anstrich einer Zeitung zu geben.“

„Ganz so ist es nicht. Unser Blatt veröffentlicht durchaus lesenswerte Artikel …“

Sarah unterbrach sich, als sich ihr Telefon mit der Melodie von Vom Winde verweht meldete. Sie sah Jack entschuldigend an. Er winkte begütigend ab und ging, um einen frei gewordenen Fenstertisch abzuräumen.

„Hallo?“ Sarah presste ihr Handy ans Ohr.

„Sarah? Du musst etwas für mich tun.“

„Vater, bist du das?“

„Sagte ich das nicht?“

„Noch nicht, aber jetzt weiß ich Bescheid. Schön, dass du anrufst.“

„Ja, nun.“ Ihr Vater schien kurz aus dem Konzept geraten zu sein. Er ging stets geradewegs auf sein Ziel zu und hielt sich nicht gern mit langen Vorreden auf. „Du musst mich heute Abend zu einem geschäftlichen Termin begleiten.“

„Heute? So kurzfristig?“

„Eigentlich sollte deine Mutter mitkommen, aber wie so oft hat sie mir in letzter Minute abgesagt. Sie fühlt sich nicht gut, mal wieder.“ Ihr Vater schnaufte. „Dabei weiß sie genau, wie wichtig dieser Abend für mich ist, aber das kümmert sie nicht.“

„Es kümmert sie bestimmt, aber wenn sie einen Schub hat, wäre der Abend vermutlich eine Qual für sie.“

„Schlag dich ruhig wieder auf ihre Seite. Was ist mit mir? Warum muss ich immer alle Bedürfnisse hinter denen deiner Mutter zurückstellen? Ich will heute Abend wichtige geschäftliche Kontakte nach Amerika knüpfen. Die Delegation vertritt einen Pharmakonzern, mit dem mein Unternehmen in Zukunft eng zusammenarbeiten will. Es wurde ausdrücklich betont, dass eine weibliche Begleitung erwünscht ist. Ich kann dort unmöglich allein auftauchen.“

„Es tut mir leid, aber ich habe schon etwas vor.“

„Bitte, Sarah, lass mich nicht genauso hängen, wie deine Mutter es seit fast dreißig Jahren tut.“

„Mutter hat Multiple Sklerose. Sie kann nichts dafür, dass es ihr oft schlecht geht.“

„Ich aber auch nicht. Bitte, Sarah, komm heute Abend mit.“

„Ich muss gleich zu einem Termin, und anschließend will ich den Artikel schreiben. Er soll heute fertig werden.“

„Kannst du das nicht verschieben? Ist es wirklich zu viel verlangt, dass die beiden Frauen in meinem Leben mich einmal unterstützen? Deine Mutter verlangt seit unserer Hochzeit, dass ich auf sie Rücksicht nehme, aber wer achtet auf mich?“

„Sie würde dich bestimmt gern begleiten. Du weißt, wie es ist. Wenn sie einen Schub hat, ist ihr Körper ihr größter Feind.“

„Wofür gibt es Medikamente? Sie hat einen ganzen Schrank voll. Nein, Sarah, sie liebt es, mich wie eine Marionette zu manipulieren und mich zur Verzweiflung zu treiben. Sie …“ Ihr Vater setzte zu einer seiner Reden darüber an, wie die Krankheit ihrer Mutter sein Leben beeinträchtigte. So war es, seitdem Sarah klein gewesen war.

Die Erkrankung ihrer Mutter verhinderte häufig, dass diese zu Unternehmungen mitkam. Wanderungen, Einkaufsbummel, Familienurlaube – all dies wurde oft im letzten Augenblick abgesagt. Ihr Vater ließ keine Gelegenheit aus, um ihr deswegen Vorwürfe zu machen. Die Ehe ihrer Eltern bestand zu fünfundneunzig Prozent aus Zank und Vorwürfen. Das hatte Sarahs Kindheit überschattet.

Sie rieb sich unbehaglich den Hals, der spürbar eng geworden war.

„Also gut“, willigte sie ein, als ihr Vater eine Pause machte. „Ich komme mit zu deinem Geschäftsessen. Ich kann meinen Artikel auch morgen früh schreiben.“

„Danke, Sarah. Es tut gut, wenigstens dich auf meiner Seite zu wissen.“

„Ich bin auf euer beider Seiten, das weißt...

Erscheint lt. Verlag 20.6.2017
Reihe/Serie Dr. Stefan Frank
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte alphateam • Anna Basener • Baccara • Bahnhofsroman • Bianca • Chicago Hope • Cora • Der Bergdoktor • Der Bergpfarrer • Der Landarzt • Die Schwarzwaldklinik • Doctor's Diary • Dr. Bruckner • Dr. Daniel • Dr. Laurin • Dr. Norden • Dr. Stefan Frank • Emergency Room • Für alle Fälle Stefanie • Gefühle • General Hospital • grey • Grey's Anatomy • Groschenheft • Hallo • Hallo, Onkel Doc • Happy End • Hedwig Courths-Mahler • Heft • Heftchen • Heftchen-Roman • Heftroman • Heft-Roman • Heftroman-Liebe • Heftroman-Romance • Heftroman-Romantik • Herzflimmern • Historical • In aller Freundschaft • Julia • Kelter • Klassiker • Klinikum Berlin Mitte • Klinik unter Palmen • Leidenschaft • Liebe • Liebesroman • Liebesromane • Mira • nikola • Onkel Doc • Private Practice • Pulp • Pulp Ficition • Romance • Romanheft • Roman-Heft • Romanheft-Liebe • Romanheft-Romance • Romanheft-Romantik • romantisch • serial content • Serial Novel • Serial Novels • Serie • Serien • Seriennovellen • Stadtklinik • Tiffany • Tränen
ISBN-10 3-7325-4748-5 / 3732547485
ISBN-13 978-3-7325-4748-7 / 9783732547487
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