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Alienwandler #2: Ein Fremder auf der Erde -  Alfred Bekker

Alienwandler #2: Ein Fremder auf der Erde (eBook)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
140 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-1025-4 (ISBN)
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(CHF 1,90)
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Alienwandler #2: Ein Fremder auf der Erde Science Fiction Roman von Alfred Bekker Der Umfang dieses Buchs entspricht 133 Taschenbuchseiten. Im Jahr 348 vor Christus stürzt ein Alien-Raumschiff auf der Erde ab. Ein gestaltwandelnder Außerirdischer strandet auf dem blauen Planeten. Seine Lebenserwartung beträgt Jahrtausende. Über viele Zeitalter hinweg lebt er unter den Menschen - bis die Erdbewohner sich schließlich weit genug entwickelt haben, um selbst den Weg zu den Sternen zu finden. Aber in all dieser Zeit hat er einen Gegenspieler - ein Wesen seiner eigenen Art, das mit der Erde einen teuflischen Plan verfolgt... Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jonas Herlin, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell.

2. Kapitel


Paris, 2. Mai 1610...

Das erste, was Artur Schwarz auffiel, nachdem er das Stadttor von Paris passiert hatte, war der schwere Geruch, der über der Stadt hing. Eine Dunstwolke, die einem schier den Atem rauben konnte, wenn man nicht daran gewöhnt war.

Früher hatte der Nugrou-Mutant geglaubt, dass sich die Entwicklung der Menschheit in Form einer ständig ansteigenden Kurve des Fortschritts vollziehen würde. Aber das war offenkundig nicht der Fall. So hatte er selbst schließlich noch erlebt, dass die Mittelmeer-Metropolen der Antike über ein Abwassersystem und öffentliche Toiletten verfügten, wo die angesehen Bürger miteinander über Politik und den neuesten Klatsch zu reden pflegten und Geschäfte der einen oder anderen Art tätigten, nachdem zuvor ein Sklave ihnen den „Locus“ warm gesessen hatte. Doch längst vergessen waren diese technischen Leistungen der Vergangenheit – wie auch die Wissenschaften der Medizin oder der Astronomie sich gerade erst wieder auf jenes Niveau zu heben begannen, das bereits einmal in der Bibliothek von Alexandria vorhanden gewesen war. Orikdaan alias Artur Schwarz tat es in der Seele weh, zu sehen, dass nur ein Bruchteil dieses antiken Wissens auf dem Umweg über die Araber noch bekannt war. Immerhin wandte man sich seit etwa hundert Jahren den antiken Quellen verstärkt zu, lernte die alten Sprachen, hatte für manche von ihnen, wie das Hebräische, überhaupt erst eine Grammatik entwickelt, und versuchte nun, etwas von dem Wissen der alten Zeit zu retten.

Als Artur Schwarz die engen Gassen der französischen Hauptstadt durchschritt, wurde ihm nicht zum ersten Mal vor Augen geführt, welchem Verfall die städtische Kultur seit den Tagen Roms oder Athens ausgesetzt gewesen war. Die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal. Eine Kanalisation existierte nicht. Der Inhalt von Nachttöpfen und anderer Unrat wurden einfach aus den Fenstern gekippt, und ein erbärmlicher Gestank erfüllte die Straßen, von denen viele unbefestigt waren und bei Regen zu einem morastigen Pfad wurden. Für Artur Schwarz war es nicht weiter verwunderlich, dass dies eine Zeit war, in der breite Hutkrempen und hohe Stiefelschäfte in Mode waren. Und die Schirme, mit denen die feinen Damen flanierten, dienten keineswegs in erster Linie dem Schutz vor Sonne oder Regen ...

Erschwerend kam hinzu, dass die Stadt im Augenblick voller Soldaten und Landsknechte war. Schon draußen vor den Toren waren Artur Schwarz ihre Lager aufgefallen. Für Huren und Händler bedeutete dies eine Zeit guter Einkünfte. Die Stadtwache jedoch musste immer wieder einschreiten, wenn es zu Auseinandersetzungen mit betrunkenen Landsknechten kam, die ihre Zeche nicht bezahlen wollten oder untereinander in Streit gerieten. Aus so mancher Schenke drang zänkisches Stimmengewirr.

Es wird bald Krieg geben!, dachte Artur. Ein anderer Grund, so viele Landsknechte in der Hauptstadt zusammenzuziehen, war eigentlich nicht denkbar. Heinrich IV. schien einen Feldzug zu planen. Es fragte sich nur, wer der Feind war.

Artur sprach gut Französisch. Er hatte diese Sprache von dem Gelehrten Jacques de Goinec-Malreaux, der an der Universität von Prag lehrte, innerhalb kürzester Zeit gelernt. Der Gelehrte war sehr erstaunt über die Geschwindigkeit gewesen, mit der Artur sich das für ihn bis dahin fremde Idiom zu eigen gemacht hatte. Jedenfalls vermochte der Nugrou-Mutant einiges aus dem Stimmengewirr der Menschen aufzufangen, was seinen Verdacht bestätigte.

Bei mehreren Gasthäusern fragte Artur nach einer Unterkunft für sich und seine Pferde. Aber stets wurde er abgewiesen, da das jeweilige Haus bis unter das Dach belegt wäre. Offenbar hatte sich die Nachricht von dem bevorstehenden Feldzug bereits weit ins Hinterland verbreitet, so dass sich eine Menge Glücksritter in der Stadt einfanden, die darauf hofften, ebenfalls noch angeworben zu werden. Auch Pferde- und Waffenhändler setzten darauf, von dem bevorstehenden Krieg zu profitieren. Selbst Gemüsehändler und Schlachter hatten ihre Preise gehörig angezogen, und auch von ihnen waren manche von weit her angereist.

Des einen Tod ist des anderen Brot, fiel ihm eine Redensart ein, die er auf seinem Weg durch Deutschland häufig gehört hatte.

Fast einen halben Tag lang streifte Artur durch die verschiedene Viertel der Stadt und suchte nach einer Herberge, bis ihn einer der zahllosen fliegenden Händler an seine Großnichte verwies. Die sei – wenngleich noch recht jung – bereits Witwe, nachdem ihr Mann von einem ungebremsten Fuhrwerk überfahren wurde, und vermiete einen Teil ihres Hauses an Fremde, um sich finanziell über Wasser zu halten.

Möglicherweise habe sie ja noch etwas frei.

„Wenn Ihr mir ein paar Münzen gebt, so werde ich Euch zu ihr führen und sogar ein gutes Wort für Euch einlegen!“, schlug der Händler vor, und Artur willigte ein.

So wurde Artur Schwarz schließlich in eine Seitenstraße zu einem Haus geführt, dessen etwas vernachlässigte Fassade deutlich machte, dass seine Besitzerin wirtschaftlich gesehen durchaus wohl schon bessere Zeiten gesehen hatten.

Es gab hier sogar einen Stall, was für Artur besonders wichtig war, da er sich seine Pferde keineswegs von dem die Straßen bevölkernden Gesindel stehlen lassen wollte.

Die junge Witwe hieß Marianne Bourgoniac, war dunkelhaarig und sicher nicht älter als zwanzig Jahre. Trotzdem befehligte sie mit energischem Ton ein paar Dienstboten.

„Es kommt derzeit viel Volk nach Paris – und es sind nicht die Besten unseres Landes, die im Augenblick von dieser Stadt wie magisch angezogen werden“, sagte Marianne, während die junge Frau Artur Schwarz einer kritischen Musterung unterzog. „Saufende Landsknechte, die es gewohnt sind, sich während des Krieges einfach durch Plünderei zu nehmen, was sie haben wollen, möchte ich hier nicht beherbergen!“, erklärte sie anschließend offen. „Die meisten von ihnen können sich diese Verhaltensweise nämlich hernach nur sehr schwer wieder abgewöhnen – und ehrlich gesagt sehe ich mich außerstande, meine Gäste dahingehend zu erziehen.“

„Das verstehe ich gut“, sagte Artur im vollendetsten Französisch, zu dem er in der Lage war. „Aber ich kann Euch versichern, Madame, dass ich weder Landsknecht noch Straßenräuber bin.“

„Dazwischen gibt es in meinen Augen auch kaum einen Unterschied – außer vielleicht dem, dass der Straßenräuber in der Regel im eigenen Auftrag handelt, während der Landsknecht die Autorität des Königs im Rücken hat!“

„Eine radikale Ansicht, Madame! Ich hoffe nicht, dass Ihr eines Tages in Schwierigkeiten geratet, wenn Ihr sie offen äußert!“

Sie machte eine wegwerfende Handbewegung. „Unser König Henri Quatre hat wahrhaftig andere Probleme, als die Gesinnung seiner Bürger auszuspionieren. Im Übrigen kann jeder wissen, was ich denke. Ich mache keinen Hehl aus meinen Ansichten.“

„So seid dennoch vorsichtig. Städte wie diese sind voll wissbegieriger Ohren und schändlicher Mäuler, die nichts Besseres zu tun haben, als den Nachbarn zu denunzieren und gewisser Dinge zu verdächtigen ...“

„Ihr meint, mit dem Teufel im Bunde zu sein?“ Sie lachte auf. „Wäre ich es doch nur! Dann würde ich nicht gegen einen Berg von Schulden kämpfen, und gewiss hätte der Teufel auch die Macht, meinen geliebten Mann wieder zum Leben zu erwecken.“ Sie seufzte tief und gut hörbar. Ihre Brust hob und senkte sich dabei, und Artur war klar, dass sie ein Schluchzen zu unterdrücken versuchte. „Wisst Ihr, Fremder, seit mein Mann tot ist, ist mir alles gleichgültig geworden. Soll man mich doch auf einen Scheiterhaufen bringen! Schlimmer, als mir das Schicksal schon mitgespielt hat, kann es kaum noch werden. Mein Mann ist unter der Erde, das Kind, das wir erwarteten, war eine Totgeburt, und ein Blitzschlag hat den Dachstuhl meines Hauses im letzten Jahr heimgesucht, so dass sämtliche Ersparnisse für die Reparatur draufgingen. Noch seht Ihr mich als Wirtin vor Euch, aber schon im nächsten Jahr müsst ihr mich vielleicht bei den Bettlern am Stadttor suchen!“

„Oh, vielleicht übertreibt Ihr da in bisschen.“ Artur Schwarz legte ein paar Münzen auf den Tisch und sah, wie die Augen der jungen Witwe immer größer wurden.

„Monsieur, Ihr ...“

„Das ist für die nächsten Tage für mich und meine beiden Pferde. Allerdings möchte ich dafür auch ein Einzelzimmer!“

„Dafür würde ich jeden anderen Gast zur Tür hinauswerfen, wenn es sein müsste, Monsieur.“

„Gut.“

Sie sah ihm direkt in die Augen. „Ich habe Euch noch gar nicht gefragt, wer Ihr seid.“

„Artur Schwarz ...“

„Artüüür Schw ...“ Die junge Französin kapitulierte vor dem Nachnamen, den sich der Nugrou-Mutant zugelegt hatte. „Bien, einen seltsamen Name tragt Ihr!“

„Ich komme aus Prag in Böhmen.“

„Ich habe weder von dieser Stadt, noch von dem Land je etwas gehört, tut mir Leid, Monsieur.“

„Aber was das...

Erscheint lt. Verlag 31.5.2017
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
ISBN-10 3-7389-1025-5 / 3738910255
ISBN-13 978-3-7389-1025-4 / 9783738910254
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