Wolkenflug spielt Zerreißprobe
kookbooks (Verlag)
978-3-937445-87-8 (ISBN)
Farhad Showghi, geboren 1961 in Prag, verbrachte Kindheit und Jugend in der BRD und in Iran. Nach seinem Studium der Humanmedizin in Erlangen lebt und arbeitet er seit 1989 als Psychiater, Psychotherapeut, Autor und Übersetzer in Hamburg. Er veröffentlichte unter anderem die Einzelbände "Die Sekunde ist eine bewohnbare Provinz", Kulturamt Erlangen 1988, "Die Walnußmaske, durch die ich mich träumend aß", Rospo 1998, "Ende des Stadtplans", Urs Engeler Editor 2003, "Die große Entfernung", Urs Engeler Editor 2008 und "In verbrachter Zeit", kookbooks 2014, sowie als Übersetzer Ahmad Shamlu: Blaues Lied. Ausgewählte Gedichte. Persisch und Deutsch", Urs Engeler Editor 2002. Farhad Showghi erhielt unter anderem Kulturförderpreise für Literatur der Städte Erlangen und Hamburg, den 3-sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und den N. C. Kaser-Lyrikpreis.
Stimmen zu Farhad Showghi
„Sprachinseln der Stille“
– Ernst Osterkamp, FAZ
„eine suggestive Schönheit“
– Dirk Uwe Hansen, www.signaturen-magazin.de
„So sehr sich Farhad Showghis Gedichtband einem konventionellen Verständnis verschließt, so einfach ist die Wortwahl und so leicht, fast meditativ ist der Rhythmus seiner kleinen Einheiten. Man kann sie als Vermessung der Zeit, als Orientierung im Raum und Vergewisserung des sich auf diesen Achsen bewegenden Ich und seiner Körpergrenzen lesen. Doch die Suche selbst gerät in Fluss. Das Subjekt changiert zwischen Ich, Du, Man und Wir, das Tempus wechselt, Bestätigungen werden zu
Verneinungen, Möglichkeits- und Wirklichkeitsform tauschen die Plätze. Statt das bewegte Leben stillzustellen, geben diese Texte eine fließende Antwort auf die Frage des ersten Gedichts, das aus einem Satz besteht: ‚Wie oft muss ich mich aufhalten, um einen Aufenthalt zu haben?‘“
– Dorothea Dieckmann, DLF Büchermarkt
Vom Hinschmeißen reden, vom Leichtfüßigsein. Vom Weiterflug der verletzten Hand. Trotz Feinjustierung des Worts Armlänge im Wechselspiel mit Halbtrockenrasen und Buschbraunelle. Vorerst den Wasserhahn öffnen, vielleicht ausgeruht wirken, das Prasseln zitieren: „Eins, zwei, drei, geh’n vorbei, wissen nicht, wer das wohl sei.“ Den Wasserhahn schließen. Das Gewicht verlagern. Mit der gewaschenen Hand das Hinschmeißen beginnen, das Leichtfüßigsein. Die Fußsohlen in den Schuhen bedenken. Das mitmischende Ausgeruhtwirken nicht außer Acht lassen. Der Vollständigkeit halber das Gewicht halten, und kurzerhand wie aus dem Fenster schauen. Es fängt an zu regnen. Diese Szene vorläufig als anschließbar betrachten. Vergleiche nicht scheuen. Das Hinschmeißen fortsetzen. Ohne sich immer wieder umzusehen. Allmählich keinen Gedanken mehr an den Wasserhahn verschwenden. Keine Schere holen. Lieber Picknick mit der Schulter machen. Im gegebenen Moment auf die Armlänge verzichten. Auch später, viel später an diesem Tag. Es fängt an zu regnen. Es gibt manchmal irgendeinen äußeren Impuls. Und den zusammenhanglosen, riesigen Fehler, der ein Nachspiel der Lichtverhältnisse ist. Dennoch „Ich bin leichtfüßig“ sagen. Sich in nächster Nähe dann mit dem ganzen Körper verhalten. Alles aufscheinen, aber nichts zurücklassen. Keine Schläfe, kein einziges Knie. Die Unnachvollziehbarkeit dieses Geschehens nicht beachten. Ruhig noch einmal Halbtrockenrasen sagen und sich deutlicher verlaufen. Mit wachsender Distanz trotzdem Orangensaft trinken. Den Kopf zurückwerfen, das Hinschmeißen verlängern. Bis eine schöne, vergebliche Geste steht.
| Erscheinungsdatum | 02.10.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Reihe Lyrik ; 55 |
| Illustrationen | Andreas Töpfer |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Lyrik / Dramatik ► Lyrik / Gedichte |
| Schlagworte | Lyrik/Gedichte |
| ISBN-10 | 3-937445-87-0 / 3937445870 |
| ISBN-13 | 978-3-937445-87-8 / 9783937445878 |
| Zustand | Neuware |
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