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Thronräuber (eBook)

Der Indrana-Krieg - Roman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017
Heyne Verlag
978-3-641-21118-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Thronräuber - K.B. Wagers
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Sie ist mutig, tough und mit allen Wassern gewaschen: Hail Bristol, seit zwanzig Jahren Waffenschmugglerin und Raumschiffkapitänin. Niemand ahnt, dass sie eigentlich eine Prinzessin des großen Imperiums Indrana ist. Selbst Hail hat es fast vergessen, bis sie eines Tages an den Hof zurückgerufen wird und Blaster gegen Zepter eintauschen muss. Denn Indrana steht kurz vor einem Krieg - aber damit kennt Hail sich bestens aus ...

K. B. Wagers wuchs in Colorado auf, studierte Russisch und wurde für ihre Sachbücher bereits zweimal mit dem Air Force Space Command Media Contest Award ausgezeichnet. Mit ihrer großen neuen Weltraum-Saga um die mutige Space-Piratin Hail Bristol hat sie sich in die Herzen ihrer Fans geschrieben. K. B. Wagers lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn am Fuße der Rocky Mountains.

· 1 ·

Hail. Steh auf.

Die Stimme, die durch die Übelkeit in meinen Kopf drang, klang etwas zu sehr nach meinem Vater. Was auf perverse Art Sinn ergab: Wenn ich tot war, konnte es ja durchaus sein, dass ich die Stimme eines Mannes hörte, der vor einundzwanzig Jahren vor meinen Augen erschossen worden war.

Beim Einatmen erfüllte bitterer Blutgeschmack meinen Mund und meine Nase. Rostiges Eisen und der Gestank des Todes. Aber ich konnte mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wieso es im Laderaum meines Schiffes plötzlich wie in einem Schlachthaus roch.

Hail, steh sofort auf.

Wem die Stimme in meinem Kopf auch gehörte, sie brachte mich dazu, mich zu bewegen – oder es zumindest zu versuchen. Wenig anmutig rappelte ich mich auf. Meine Stiefel – erstklassige schwarz-rote Holycon IV, die ich erst vor einem halben Jahr einem toten Plünderer abgenommen hatte – rutschten über den vom Blut glitschigen Metallboden. Ich verlor das Gleichgewicht und schlug hart mit meinem bereits lädierten Gesicht auf dem Deck auf. Einen Augenblick lang wurde mir schwarz vor Augen.

Vergebens versuchte ich, mich auf den Rücken zu rollen. Die Schmerzen wurden stärker. Auch gut – immerhin war ich nicht tot. Trotz allen Zynismus glaubte ich nicht, dass einen die Götter auch im Jenseits Schmerzen empfinden ließen. Das kam mir einfach unanständig vor.

»Was für eine Schweinerei.«

Diese Stimme war nicht in meinem Kopf, was sie umso gefährlicher machte. Ich rührte mich nicht, obwohl ich mit dem Gesicht in den Eingeweiden von jemandem lag. Zumindest roch es so.

Allmählich fiel mir alles wieder ein. Die Eingeweide gehörten höchstwahrscheinlich meiner Navigatorin. Vage erinnerte ich mich daran, dass ich sie mit ihren eigenen Gedärmen hatte erwürgen wollen. Memz war eine harte Nuss gewesen und hatte ein paar gute Treffer gelandet, bevor es mir zur blöd wurde und ich ihr das Genick brach.

»Mögen die Wochenheiligen uns beschützen.«

Hinter mir ertönte eine Reihe von Flüchen, doch die hohe, trällernde Anrufung der Heiligen zu meiner Linken weckte meine Aufmerksamkeit. Ein farianischer Akzent – Grund genug, um weiter reglos liegen zu bleiben.

Farianer. Außerirdische, die mit einer Berührung töten oder heilen konnten. Das Einzige, was sie von der Eroberung des Universums abhielt, waren ihre merkwürdigen religiösen Vorschriften, an denen sie mit einem Fanatismus festhielten, um den sie jede Diktatur beneidet hätte. Sie hatten sieben Heilige – einen für jeden Tag der Woche. Wenn ich mich recht erinnerte, waren dem Donnerstagsheiligen Gewalttaten ein Gräuel.

Der Überlieferung nach hatte dieser Heilige ihnen geboten, mit ihrer Macht zu heilen, aber keinesfalls zu schaden. Wenn ein Farianer mit seinen Kräften jemanden tötete, fiel er selbst dem Wahnsinn anheim. Das hatte ich zwar noch nie hautnah miterlebt, aber ich kannte Videos, die einem die Haare zu Berge stehen ließen: Völlig aufgelöste, von Trauer übermannte Farianer wurden von ihren Kameraden festgehalten und von einem Henker von ihren Leiden erlöst.

Still liegen zu bleiben war also keine so üble Idee. Religiöses Gebot hin oder her: Es war nicht auszuschließen, dass dieser Farianer den Verstand bereits verloren hatte. Und ich hatte noch nicht mal eine Waffe.

»Sergeant, Sie haben ein Lebenszeichen gemeldet«, sagte eine weibliche, mehrere Oktaven tiefere Stimme. Der Satz war keine Frage, sondern knüpfte offenbar an eine vorherige Unterhaltung an.

»Genau, Cap. Ein einzelnes, in diesem Raum«, antwortete die trällernde Stimme. »Näher kann ich es nicht eingrenzen.«

»Na schön. Ausschwärmen und dieses …« Eine dramatische Pause. Ich widerstand der Versuchung, den Kopf zu heben und nachzusehen, ob sie bereits in den Laderaum vorgedrungen waren. »… Durcheinander durchsuchen«, beendete sie den Satz endlich. »Sergeant Terass behauptet, dass eines dieser armen Schweine noch lebt. Also findet raus, welches.«

Ich schloss die Augen und zählte die Schritte meiner ungebetenen Gäste. Es waren insgesamt fünf Personen, die sich mit militärischer Präzision vorwärtsbewegten. Womöglich Söldner, die Ansprüche auf mein Schiff erhoben. Ich hatte nicht herausfinden können, wem Portis – dieses Riesenarschloch von Erstem Offizier – die Sophie nach seiner kleinen Meuterei hatte verkaufen wollen.

Weil du ihn vorher umgebracht hast.

Die Trauer schlug ihre scharfen Krallen in meine Kehle, und ich musste ein Schluchzen unterdrücken. Mögen dich die Götter verfluchen, Portis. Warum hast du mich verraten?

Um ehrlich zu sein, war ich mir nicht ganz sicher, ob er mich oder ich ihn hatte töten wollen. Die Erinnerung an den Kampf war so trüb wie die Ozeane von Pasicol und ebenso ätzend. Sobald ich versuchte, die Bilder zu einem einigermaßen zusammenhängenden Ganzen zu ordnen, stürzten sich die Kopfschmerzen mit Gebrüll auf mich.

Ich brüllte zurück, bis sie sich wimmernd in den hintersten Winkel meines Hirns zurückzogen. Momentan gab es Wichtigeres: zum Beispiel, diese Arschlöcher von meinem Schiff zu werfen und mich dann so schnell wie möglich aus dem Staub zu machen.

Ich ließ meine Hand über das trocknende Blut gleiten und vergrub sie tief in der dicken, matschigen Masse. Als ich das Kampfmesser ertastete, überkam mich ein leichtes Triumphgefühl. Es gehörte mir, die Kerbe am Griff war unverkennbar.

Was für ein Scheißtag. Immerhin war ich jetzt bewaffnet.

Die Eindringlinge marschierten an mir vorbei. Durch einen glücklichen Zufall war ich unter der Treppe und somit außer Sichtweite gelandet. Ich rollte mich zur Seite, über Portis’ Torso hinweg und aus dem abstrakten Blutgemälde auf dem Boden. Sobald ich sein Profil sah, hätte ich ihn am liebsten getreten und seinen Namen verflucht – nur um ihn dann auf Knien anzuflehen, mich nicht alleinzulassen.

Du hast keine Zeit für so was, Hail. Setz dich in Bewegung. Die Stimme meines Überlebensinstinkts hallte so scharf und präzise wie die eines imperialen Ausbildungsoffiziers durch meinen Kopf. Ich ging in die Hocke. Mein linkes Bein protestierte zwar, gab aber nicht nach.

Die Eindringlinge hatten mir den Rücken zugekehrt. Beinahe hätte ich den Göttern dafür gedankt, bis mir einfiel, dass die Götter meiner Heimatwelt in letzter Zeit nicht viel für mich getan hatten. Portis war der Gläubige von uns beiden gewesen. In der schummrigen Notbeleuchtung war es vielleicht möglich, ungesehen in den Schatten der Tür zu huschen.

Die Schiffs-KI reagierte nicht auf die Anfragen meines smati. Ob es daran lag, dass ein Störsignal die in mein Gehirn implantierte Hardware kurzgeschlossen hatte oder der Bordcomputer der Sophie defekt war, ließ sich von hier aus nicht eindeutig bestimmen. Egal. Ich musste die Brücke erreichen und den Computer manuell bedienen. Wenn es mir gelang, diese Spaßvögel ins All zu pusten, war ich über alle Berge, noch bevor ihre Schädel implodierten.

Wenn.

Bevor ich mir über dieses Wenn weitere Gedanken machen konnte, lief ich direkt in den sechsten Eindringling hinein.

Er verbarg sich in den Schatten, in denen ich mich eigentlich hatte verstecken wollen. Ich wirbelte herum und rammte die rechte Hand in seine Rippen. Er gab kein Geräusch von sich, nur sein Personenschild blitzte mit blauem Schimmer auf. Ich stieß einen leisen Fluch aus. Der Schild würde jeden meiner Schläge absorbieren – viel Schaden konnte ich also nicht anrichten. Glücklicherweise war sein Kopf nicht von derselben kinetischen Technologie geschützt. Meine linke Hand schoss mit der Klinge voran auf seine Kehle zu. Er packte mein Handgelenk, drehte es um und von seinem Hals weg.

Ich war so groß wie er und − dem überraschten Blick aus seinen dunklen Augen nach zu schließen − beinahe so kräftig. Einen Herzschlag lang rangen wir miteinander, dann drängte er mich einen Schritt zurück. In der Notbeleuchtung der Sophie glühte die silberne Tätowierung auf seinem linken Wangenknochen blutrot.

Beim Anblick des komplizierten Rautenmusters, dessen vier Spitzen sich leicht gegen den Uhrzeigersinn neigten, setzte mein Herz vor Schreck aus: der imperiale Stern, eine der höchsten Auszeichnungen überhaupt. Das verschlungene schwarze Symbol auf seinem Kragen dagegen brachte mein Herz wieder auf Hochtouren: ein imperialer Jäger.

»Ach du Scheiße.«

Den Fluch konnte ich mir nicht verkneifen – vor Überraschung entschlüpfte er mir sogar in der alten Sprache. Ein Jägerteam konnte nur aus einem einzigen Grund hier sein – aus genau dem Grund, aus dem ich zwanzig Jahre lang jeden Kontakt mit dem indranischen Imperium gemieden hatte.

Ach du Scheiße.

Jäger arbeiteten immer in Zweierteams. Dummerweise konnte ich den vor mir nicht aus den Augen lassen und mich nach seinem Partner umsehen. Ich trat einen Schritt zurück und überlegte fieberhaft, wie ich mich aus diesem Albtraum befreien...

Erscheint lt. Verlag 11.12.2017
Reihe/Serie Der Indrana-Krieg-Reihe
Der Indrana-Krieg-Reihe
Übersetzer Kristof Kurz
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Behind the Throne
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte diezukunft.de • eBooks • Military SF • Serien • Space Opera • Space-Prinzessin • Weltraum-Abenteuer
ISBN-10 3-641-21118-2 / 3641211182
ISBN-13 978-3-641-21118-9 / 9783641211189
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